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100 Jahre Leben

Welche Werte wirklich zählen

(5)

Was uns die Weisheit hundertjähriger Menschen über das Leben, das Glück und die Liebe lehrt. - Denken wir an Hundertjährige, dann bekommt das ansonsten so gefürchtete Alter etwas Geheimnisvolles. Sie ziehen uns in ihren Bann. Umso mehr, wenn sie nicht aus Fenstern steigen und verschwinden, sondern uns an ihren hundert Jahren Lebensklugheit teilhaben lassen. Denn wann, wenn nicht dann, weiss ein Mensch, worauf es letztlich ankommt? In wunderbaren Begegnungen und berührenden Gesprächen mit zwölf Hundertjährigen - von der Bäuerin zur Künstlerin, vom Priester zum Politiker - erfährt Kerstin
Schweighöfer manch ein Geheimnis und oft verblüffende Antworten auf die grossen Fragen des Lebens: Was macht eine gute Freundschaft, Beziehung oder Ehe aus? Wie kann die grosse Liebe zur Liebe des Lebens werden? Wie soll man umgehen mit Schmerz und Verlust? - Ein Buch voller bewegender Lebensgeschichten, die uns Lesern zeigen, welche Werte im Spiegel der Zeit wirklich zählen.

Rezension
»100 Jahre Leben ist [..] lesenswert. Es zeigt, dass viele Frauen tatsächlich ihr Leben mehr auf die Partnersuche ausgerichtet haben als Männer und dabei auch in finanzielle Abhängigkeit geraten.«
Portrait
Kerstin Schweighöfer, Jahrgang 1960, besuchte nach ihrem Studium in München und Lyon (Romanistik, Politologie und Kunstgeschichte) die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Seit 1990 lebt sie als freie Autorin und Auslandskorrespondentin in den Niederlanden und arbeitet vorwiegend für die ARDHörfunkanstalten, den Deutschlandfunk, das Nachrichtenmagazin Focus und das Kunstmagazin Art
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 13.11.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-50375-3
Verlag Hoffmann und Campe
Maße (L/B/H) 216/141/38 mm
Gewicht 588
Abbildungen farbige Fotos
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10 Lektionen aus dem Fach Die Kunst des Lebens
von Danion aus Jena am 19.03.2016

Vor etwa anderthalb Jahren habe ich eine Foto-Ausstellung in Jenaer Stadtkirche St. Michael besichtigt. Sie bestand aus Porträts von (Über-)Hundertjährigen mit kurzen Zitaten von ihnen zu verschiedensten Aspekten des Lebens. Ich war begeistert und zutiefst berührt durch diese kleinen einfachen Weisheiten, die das Lebensgefühl und die Einstellung eines Menschen... Vor etwa anderthalb Jahren habe ich eine Foto-Ausstellung in Jenaer Stadtkirche St. Michael besichtigt. Sie bestand aus Porträts von (Über-)Hundertjährigen mit kurzen Zitaten von ihnen zu verschiedensten Aspekten des Lebens. Ich war begeistert und zutiefst berührt durch diese kleinen einfachen Weisheiten, die das Lebensgefühl und die Einstellung eines Menschen zu seinem eigenen Schicksal so enorm beeinflussen können. Als ich dann vor einigen Wochen auf das Buch von Kerstin Schweighöfer gestoßen war, stand für mich nicht in Frage, ob ich „100 Jahre Leben“ lesen möchte. Die Frage war: Wann ist es so weit! Allein das Titelbild vermittelt schon die Gefühle und die Stimmung, die im Buch herrschen. Es ist Leichtigkeit, mit der die Hundertjährigen das Leben nehmen, trotz all der Herausforderungen und Katastrophen, die sie zu erleben hatten. Es ist Freude an jedem neuen Tag, den sie leben können, und die Weisheit, die aus ihren Augen strahlt und im Buch in einfachen Worten gefasst wird. Mit Worten, die einen berühren, zum Nachdenken bringen, ermutigen, Kräfte verleihen und an das Gute am Leben glauben lassen. Die Autorin präsentiert 10 Geschichten von Hundertjährigen aus Deutschland, Ungarn, der Schweiz, England, Frankreich. Von Menschen, die die beiden Weltkriege überlebt und viele persönliche Kämpfe und Verluste überstanden hatten. Keiner von ihnen ist daraus gebrochen rausgekommen. Sonst würden sie wohl lange nicht mehr leben. Aber sie sind da und erzählen uns durch ihre Geschichten, worauf es wirklich im Leben ankommt. Was es bedeutet, frei zu sein und für sich entscheiden zu dürfen, was die Liebe, Leidenschaft, Freunde und Kinder bedeuten. Wie eine Beziehung funktioniert und was sie ruinieren kann. Die wichtigsten Schlüsse hat die Autorin am Ende des Buches noch einmal zusammengefasst und diskutiert. Die Lebensgeschichten der 10 HeldInnen, denen das Buch gewidmet ist, sind sehr unterschiedlich. Interessant ist allerdings, dass die meisten von ihnen die gleichen Worte sagen. Zum Beispiel, dass der Mensch nicht auf die Erde komme, um glücklich zu sein, und dass man auch kein Recht aufs Glück habe. Das Leben entscheide, wer glücklich sein darf. Dabei sei das Glück kein Dauerzustand. Es sind viele weitere Weisheiten, die durch das Buch kommen. Die muss jeder Leser am besten selber entdecken. 10 kurze Lektionen im Fach „Die Kunst des Lebens“ erarbeiten und sich begeistern lassen…

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"Das Leben ist wie eine Lotterie"
von solveig am 07.03.2016

Worin besteht díe Essenz eines langen Lebens, was macht ein Leben lebenswert und sinnvoll? Wer könnte diese Fragen besser beantworten als Menschen, die ein außergewöhnlich hohes Alter erreicht haben, bei klarem Verstand und dem Alter entsprechend guter Gesundheit? Die Autorin Kerstin Schweighöfer hat zehn Zentenare zu ihrem Leben befragt; sieben Frauen... Worin besteht díe Essenz eines langen Lebens, was macht ein Leben lebenswert und sinnvoll? Wer könnte diese Fragen besser beantworten als Menschen, die ein außergewöhnlich hohes Alter erreicht haben, bei klarem Verstand und dem Alter entsprechend guter Gesundheit? Die Autorin Kerstin Schweighöfer hat zehn Zentenare zu ihrem Leben befragt; sieben Frauen und drei Männer aus mehreren Ländern sprechen ausgesprochen gern und erstaunlich offen über ihre Erfahrungen. Spannend sind sie, die einzelnen Lebensläufe. Unter grundverschiedenen Bedingungen aufgewachsen, hatten es einige der Interviewpartner leichter, bei anderen gestaltete sich der Lebensweg dramatischer. Ihre Erinnerungen spiegeln zahlreiche Sorgen und Probleme, Glück und Freude, zwangsläufige Umwege im Lauf der Jahrzehnte - doch trotz leisen Bedauerns über eigene Fehler oder erlittenes Unrecht bleibt der Ton positiv und voll Optimismus. Eingebunden in historische Ereignisse geben die Berichte der Senioren sehr eindrucksvoll ein ganzes Jahrhundert gelebte Zeitgeschichte wieder - und die Einsichten, die sie gewonnen haben. Schweighöfer widmet jedem ihrer einfühlsamen Interviews ein eigenes Kapitel und unterstreicht in ihrem anschließenden Fazit bedeutsame Aussagen der Senioren. Der Leser spürt die Wärme und ihr Sentiment und empfindet daher die Lebensweisheiten, die von den Senioren immer wieder ausgesprochen werden, als glaubwürdig: so etwa das immer wieder kehrende Carpe Diem-Thema: genieße dein Dasein und das Glück im Kleinen und sei selbst deines Glückes Schmied. Trotz ihrer so unterschiedlich erlebten Jahrzente der Vergangenheit: allen Zentenaren gemeinsam ist eine große Dankbarkeit. „Auch wenn einem Schlimmes widerfährt - das Leben bleibt ein Geschenk“ , so formuliert es die Bäuerin Mathilde bei ihrem Rückblick. Das Leben annehmen wie es ist, „das Beste daraus machen“ - vielleicht ist das ein Rezept, um zufrieden alt zu werden, möglicherweise 100 Jahre?! Kerstin Schweighöfer hat die Lebenserinnerungen der zehn Senioren zu einem Buch verfasst, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt!

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Tausend Jahre Lebensklugheit
von einer Kundin/einem Kunden am 06.03.2016

„Sei freundlich zu deinen Mitmenschen, warte nicht darauf, dass sie freundlich zu dir sind! Ein Lächeln, ein paar nette Worte sind so entwaffnend und nehmen dem größten Griesgram die schlechte Laune aus den Segeln.“ (Seite 71) Alt werden wollen alle - doch alt sein? Da rutscht so manchem das Herz... „Sei freundlich zu deinen Mitmenschen, warte nicht darauf, dass sie freundlich zu dir sind! Ein Lächeln, ein paar nette Worte sind so entwaffnend und nehmen dem größten Griesgram die schlechte Laune aus den Segeln.“ (Seite 71) Alt werden wollen alle - doch alt sein? Da rutscht so manchem das Herz in die Hose. Kerstin Schweighöfers Buch mit Kurzbiografien von Menschen, die 100 Jahre auf dem Buckel haben, hat mir Mut gespendet. Hier wurden Behinderungen und Einschränkungen, die man mit dem Alter verbindet, weitgehend ausgespart. Im Vordergrund standen Lebensmut und Weisheiten, die sich die Befragten in den vielen Jahren auf dieser Erde erarbeitet haben. Dazu gehören Sätze wie: * Liebe muss einem Flügel geben, nicht flügellahm machen * Trau dich mehr, als du dir zutraust. Dann entdeckst du, dass du immer mehr kannst, als du dir zutraust * Treue ist wichtig. Doch noch wichtiger sind Respekt und Achtung * Freiheit heißt nicht, alles tun zu können, was man will. Sondern nicht zu tun, was man nicht will * Man muss im Leben Erfüllung finden, um zufrieden sein zu können * Grübeln oder brüten über Fragen, die sich nicht mehr stellen, ist Zeitverschwendung * Man sollte vom Partner nichts erwarten, wünschen jedoch darf man Insgesamt hat die Autorin in diesem Buch zehn Menschen ein Denkmal errichtet. Sie stammen aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich. Darunter sind sieben Frauen und drei Männer, alle zwischen 1910 und 1916 geboren. Sie spiegeln ein ganzes Jahrhundert mit all seinen Veränderungen und Entwicklungen. Mich haben diese Lebensläufe sehr beeindruckt. Vielleicht korrigieren sie sogar ein wenig meinen weiteren Weg? Denn die hier verewigten Menschen haben das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen angenommen und aus dem Erlebten ihre Schlüsse gezogen. So kann ich als Leserin versuchen, ein wenig in die Zukunft zu schauen und zumindest versuchen, das Beste daraus zu machen. In meinen Augen ist das eine überaus empfehlenswerte Literatur für alle, die wissen wollen, wie man sein Leben meistern kann.

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interessante Lebenswege , Lebenserfahrungen und Altersweisheit
von geheimerEichkater aus Essen am 29.02.2016

Kerstin Schweighöfer führte Gespräche mit zehn Hundertjährigen über ihr Leben: von Erlebnissen in beiden Kriegen, in der Familie, im Beruf, von Verlusten und neuen Wegen und darüber, was Freundschaft oder eine gute Beziehung/Ehe, Leidenschaft, Unvoreingenommenheit, Freiheit, Neugier und Lebensmut ausmacht. Sie alle lassen uns teilhaben an ihren Erfahrungen und... Kerstin Schweighöfer führte Gespräche mit zehn Hundertjährigen über ihr Leben: von Erlebnissen in beiden Kriegen, in der Familie, im Beruf, von Verlusten und neuen Wegen und darüber, was Freundschaft oder eine gute Beziehung/Ehe, Leidenschaft, Unvoreingenommenheit, Freiheit, Neugier und Lebensmut ausmacht. Sie alle lassen uns teilhaben an ihren Erfahrungen und Einsichten, die sie daraus gewonnen haben. Sowohl die beeindruckenden Lebensgeschichten, die uns eine Zeit näherbringen, in der unsere Eltern oder Großeltern lebten als auch die klare Weltsicht haben mich beeindruckt; diese Sicht, Erlebtes zu akzeptieren und aus seinem Leben das Beste zu machen, das Alte loszulassen und das Neue zu umarmen, auf die großen Zusammenhänge zu achten und sich nicht im Detail zu verzetteln. Spannend war auch die Rolle der Frau „damals“, ihre Rechte und Pflichten, die einige dann ganz selbstbewußt doch nicht so erfüllen wollten, wie es traditionell vorgesehen wurde, dass man Unabhängigkeit bewahren muß, genauso wie seine „special interests“, denn Leidenschaft ist nicht nur Liebesbezieheungen vorbehalten, sondern eignet sich auch für Talente und Berufungen. Sehr schön auf den Punkt gebracht fand ich auch die Erläuterung, dass Disziplin, Mäßigung und Einsicht in die Notwendigkeit die eigene innere Freiheit erst ermöglichen, dass man nicht das Glück, sondern die Zufriedenheit suchen sollte..... Mir gefällt es sehr gut, dass die jeweiligen Hauptgedanken der einzelnen Zentenaren als eine Art Sinnspruch nochmals am Rand aufgeführt werden und Kerstin Schweighöfer nach jeder erzählten Lebensgeschichte Gedanken des Erzählers und auch ihre eigenen dazu zusammengefaßt hat. Egal wessen Geschichte ich gelesen habe, sie hat mich beeindruckt; umso mehr denke ich, dass die Altersweisheiten unabhängig von Herkunft, Stand, Nationalität und Zeitpunkt, eher allgemeingültig sind. Manche ihrer Aussprüche könnten genausogut einem buddhistischen Meditationsbuch entspringen, z.B. „Es ist, wie es ist“; „Mit dem Alter bekommt man mehr Zeit zum Nachdenken“; „Alles wird nach und nach weniger. Bis es ganz aufhört“, „Mach dich nicht abhängig von Dingen, die du hast oder nicht hast“.

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Lesenswerte Geschichten von zehn Hundertjährigen.
von Wedma am 10.03.2016

Interessante, lesenswerte Geschichten von zehn Hundertjährigen, die einem nicht nur ihr Leben erzählen, sondern darüber nachdenken, was ihrer Meinung nach wirklich wichtig ist, was es ist, das das Leben lebenswert macht. Auf 355 Seiten reinen Textes werden zehn Lebensgeschichten der Hundertjährigen präsentiert: sieben Frauen und drei Männer unterschiedlicher Nationalitäten, Bildungsgrade... Interessante, lesenswerte Geschichten von zehn Hundertjährigen, die einem nicht nur ihr Leben erzählen, sondern darüber nachdenken, was ihrer Meinung nach wirklich wichtig ist, was es ist, das das Leben lebenswert macht. Auf 355 Seiten reinen Textes werden zehn Lebensgeschichten der Hundertjährigen präsentiert: sieben Frauen und drei Männer unterschiedlicher Nationalitäten, Bildungsgrade und Berufe. Es gibt z.B. eine Künstlerin aus Ungarn, die ihr Leben in Holland verbracht hat, eine Bäuerin aus Schwarzwald, einen Pater, Franziskaner, aus Schlesien, einen Ingenieur und Lehrer aus der ehem. DDR, ein in Indonesien geborener Holländer, eine Geschäftsfrau aus Wolmerstedt, die nun im Norden Münchens wohnt. Auch Frankreich ist durch einige der Frauen gut präsent: die Schweizerin Agnes verbringt ihren Lebensabend in Cannes, die Pariserin Jeanne, die als Lebensziel eine perfekte Familie haben wollte. Es gibt auch eine Karrierefrau, eine Archäologin aus London. Jeder Geschichte wird ein markanter Spruch vorangesetzt, dann kommt der Name, Geburtsdatum und Geburtsort. Z.B. die Lebensgeschichte Nummer zwei fängt so an: „Die große Liebe wird nicht immer zur Liebe des Lebens.“ Mariska ,16. Dezember 1910 in Gödöllö (Ungarn). Durch eine bildhafte Landschaftsbeschreibung, eine Erinnerung aus der Kindheit oder eine Szene, die sich damals so in etwa hätte abspielen können, bekommt man schnell den Zugang zu der jeweiligen Lebensgeschichte. Alle zehn Hundertjährigen hatten ein bemerkenswertes Leben. Sie erzählen über ihre Kindheit und Jugend, über ihre Familien und Berufswege, über die Gegebenheiten und Herausforderungen, mit denen sie fertigwerden mussten. Diese Schilderungen, z.B. wie sie den zweiten Weltkrieg erlebt haben, lassen die damaligen Zeiten wieder aufleben und über manches staunen, wie z.B. welch große Rolle der Glaube damals bei manchen gespielt hat. Aber auch über die Dinge, die Freude bereitet haben, wurde viel gesprochen. Die Hundertjährigen sagen offen ihre Meinung zu solchen Themen wie Liebe, Freundschaft, Partnerschaft, Familie, Kinderkriegen, Beruf und Berufung, Lebensziele, Lebensfreude, etc. Sie überlegen, was ihr Leben lebenswert gemacht hat und worauf sie hätten verzichten können, oder auch hatten verzichten müssen. Sie sagen Dinge, die sie als wichtig erachten, z.B.: „Man sollte die Dinge so nehmen, wie sie kommen. Aber man sollte auch dafür sorgen, dass die Dinge so kommen, wie man sie nehmen möchte.“ S. 319. Viele der Ratschläge sind, in griffig formulierter Form, auf den Buchrändern extra hervorgehoben. Die Ansichten der Hundertjährigen wurden im Text untereinander verglichen und Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede hervorgehoben. Da lässt sich während des Lesens ein roter Faden erkennen. Es gibt auch Farbfotos in der Mitte des Buches: Mal mehrere Fotos pro Person, darin auch die Fotos von damals, als sie jung waren, wie z.B. bei Agnes, Beatrice, Fritz, Gretel. Mal gibt es nur ein Foto, wie bei Mathilde, und bei einigen gar keins. Die Fotos sind schon eine Bereicherung, da man sich die Senioren, wie sie früher waren, auf diese Weise besser vorstellen kann. Am Ende jeder Geschichte steht eine 2-3 seitige Zusammenfassung, manche Themen und Ratschläge werden nochmals angesprochen. Was mir weniger gefiel war die Art der Stoffdarbietung, i.e. die Kommentare in den Geschichten, die u.a. auf folgende Schlüsse hinauslaufen: „Ach, leben wir in tollen Zeiten, was sind wir Frauen heute frei und aufgeklärt, wir haben es ja so gut!“ Dabei wird außer Acht gelassen, dass jede Zeit seine Tücken und Vorteile hat. Die heutige Zeit stellt neue Herausforderungen, die früher einfach nicht in diesem Umfang zu Debatte standen. Es wurde, wie mir scheint, bewusst aufs Mittelfeld und darunter gespielt. Starker Einsatz von Emotionen und Küchenpsychologie liefern Bestätigung für diese Annahme. Dieses Verallgemeinernde, das sich Annahmen bedient, die nicht unbedingt stimmen, zumindest nicht für alle, hat mein Lesevergnügen deutlich beeinträchtigt, wie diese „Vorträge“ der Autorin zu den Themen Liebe, Familie, Partnerschaft, Kinderkriegen ja oder nein, Kindererziehung, etc. erinnerten mich eher an Sitzungen „beim Kaffeekränzchen unter uns Pastorentöchtern plaudern wir mal über Gott und die Welt“. Es war mir einfach zu sehr auf den antizipierten Geschmack der breiten Masse ausgerichtet, zu sehr Bildzeitungsniveau. Damit habe ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet. Auch etwas mehr politischer Korrektheit hier und dort hätte dem Ganzen nicht geschadet. Gut fand ich, dass es im Epilog von elf Seiten ein Versuch unternommen wird, die Dinge herauszufiltern, die alle zehn Hundertjährigen als wichtig für ein gelungenes Leben erachtet haben. Ich schließe mit dem Zitat aus dem Buch: „Ehrlichkeit verlangt Mut, der Scheinheiligkeit reichen Feigheit und Bequemlichkeit.“ Fazit: Das Buch bietet interessante, lesenswerte Lebensgeschichten der Hundertjährigen und ihre Ratschläge zum erfüllten Leben. Die Kommentare dazu hätte man niveauvoller gestalten oder ganz weglassen können. Das Gesamtergebnis liegt zwischen drei und vier Sternen. Ich bleibe bei vier Sternen mit viel Wohlwollen, da die Lebensgeschichten und die Ratschläge der Senioren gut sind.

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