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1813 - Kriegsfeuer / Henriette Bd.1

Roman

Henriette

(24)
Frühjahr 1813: Europa stöhnt unter Napoleons Herrschaft. Nach der dramatischen Niederlage der Grande Armée gehen Preussen und das Zarenreich zum Gegenangriff über. Im ausgebluteten Sachsen müssen die Menschen Entscheidungen treffen, die ihr Leben unwiderruflich verändern werden: eine Mutter, die verzweifelt auf die Rückkehr ihrer Söhne hofft, ein General, der seinen Kopf riskiert, damit sich Sachsen den Alliierten anschliesst, eine Gräfin, die aus Liebe zur Spionin Napoleons wird, zwei Studenten, die zu den Lützowern wollen, die junge Henriette auf der Flucht vor Plünderern. Die Menschen ersehnen den Frieden, während die Herrscher insgeheim Europa längst unter sich aufgeteilt haben und so eine gewaltige Schlacht heraufbeschwören ...
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 15.04.13
Sabine Ebert hat mit der Hebammen-Saga schon Historie vom Feinsten geschrieben. Aber mit 1813 landet sie einen historischen Mega-Kracher. Sabine Ebert schildert die Napoleonzeit prächtig und detailgetreu. Sie nimmt einen mit in eine Epoche, die das Bild von Europa für immer veränderte. Ebert schafft das Kunststück, dass der Leser Teil der Geschichte wird. Er lebt, leidet, kämpft und freut sich mit den Figuren. Über 900 Seiten historischer, lehrreicher und lebhafter Geschichtsunterricht. Sabine Ebert hat mit dem Epos 1813 ? Kriegsfeuer ein deutsches Vom Winde verweht geschrieben?. Extraklasse. Wer nach dem Mega-Besteller 1812 ? Napoleons Feldzug in Russland von Adam Zamoyski nun über die Napoleonzeit als Roman mehr erfahren will, liegt mit diesem Buch genau richtig.
Portrait
Sabine Ebert wurde in Aschersleben geboren, ist in Berlin aufgewachsen und studierte in Rostock Lateinamerika- und Sprachwissenschaften. In ihrer langjährigen Wahlheimat Freiberg arbeitete sie als Journalistin und verfasste mehrere Sachbücher. Aus Passion für sächsische und deutsche Geschichte begann sie, historische Romane zu schreiben, die allesamt zu Bestsellern wurden. Eigens für die Arbeit an ihrem Roman über die Völkerschlacht und die Fortsetzung zog sie nach Leipzig und wurde in der Messestadt schnell heimisch.
Besprechung
Mythen, Lügen und Vergessen Ein Bericht aus der Schreibwerkstatt von Sabine Ebert Wussten Sie, dass Napoleon seine vernichtende Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 durchaus nicht als solche betrachtete? Eigentlich sei es ein Sieg gewesen, behauptet er in seinen Memoiren. Na gut, ein geordneter Rückzug. Doch selbst am 18. Oktober habe ihm der Sieg noch gehört. Aber dann sei die gesamte sächsische Armee zum Feind übergelaufen, mit sechzig Kanonen, die sofort auf die eben noch verbündeten Franzosen gerichtet worden seien. Ein solcher Verrat müsse ja den Ruin bewirken! Bonaparte war eben nicht nur ein genialer Feldherr, sondern auch ein Meister der Manipulation und darin, die Augen vor Dingen zu schließen, die er nicht wahrhaben wollte. Übergelaufen waren an jenem Tag nur etwas über dreitausend Sachsen - viel mehr waren tatsächlich von der sächsischen Armee kaum übrig. Doch bei fünfhunderttausend Kombattanten auf dem Schlachtfeld sind dreitausend abgekämpfte und halb verhungerte Soldaten und vier (!) umgedrehte Geschütze nicht kriegsentscheidend. Eine halbe Million Bewaffneter rund um Leipzig, Zehntausende Pferde, zweitausend Kanonen - wer vermag sich das vorzustellen? Es ist ein trauriger Rekord, aber die Völkerschlacht bei Leipzig war die bis dahin größte Schlacht in der Geschichte der Menschheit. Eine neue Dimension des Tötens. Und ein Wendepunkt für die Entwicklung Europas. Deshalb erstaunt es, dass sie in den Geschichtsbüchern und in der Geschichtsbetrachtung außerhalb Leipzigs so unterrepräsentiert ist. In vielen Abhandlungen zur Napoleonischen Ära wird die Leipziger Völkerschlacht nur kurz erwähnt. Über Borodino und Waterloo gibt es Unmengen großer Romane und Verfilmungen. Nicht zur Völkerschlacht bei Leipzig. Das war auch der Grund, weshalb vor drei Jahren der Verband Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig 1813 an mich herantrat und fragte, ob ich nicht Interesse hätte, einen Roman darüber zu schreiben. Nach Lektüre meiner Bücher zum deutschen Hochmittelalter seien sie überzeugt, das könnte gelingen. Ich sagte zu und wusste, es wird eine gewaltige Herausforderung. Die Unmengen an Literatur, die Komplexität des Themas, die Augenzeugenberichte, so schrecklich, dass man sie schon beim Lesen kaum ertragen kann ... Ich begann, mich in die Quellen zu vertiefen, und zog nach Leipzig, um an den Orten des Geschehens zu sein. Aus der Distanz hätte ich dieses Buch nie schreiben können. Ich arbeitete mich durch zwanzig- bis dreißigtausend Seiten Fachliteratur - militärische Abhandlungen, Biografien, Augenzeugenberichte, diplomatische Geheimakten und vieles mehr. Doch wer sich mit dem Thema befasst, der merkt sehr schnell: Das Material hierzu ist extrem widersprüchlich. Das beginnt mit den Zahlen zu Schlachtteilnehmern, den großzügig auf- und abgerundeten gegnerischen und eigenen Verlusten. Da werden Leute zum Sieger einer Schlacht erklärt, die gar nicht dabei waren. Andere, die Großes leisteten, sind vergessen – oder vergessen befohlen? Kaum zwei Augenzeugenberichte lassen sich logisch in Übereinstimmung bringen. Und dann wurde alles noch zum Mythos verklärt. Historiker lassen heute die Begriffe „Befreiungskrieg“ oder gar „Freiheitskrieg“ dafür nicht mehr gelten und fordern eine komplette Neubewertung. Auch wenn viele Menschen damals glaubten, für die Freiheit und ein vereinigtes deutsches Vaterland zu kämpfen - sie wurden getäuscht und ihr Opfer missbraucht. Nach dem Willen der Herrscher war dies ein reiner Krieg um Macht und Land, entschieden durch stehende Heere. Eine moderne Gesamtdarstellung jener Zeit gibt es noch nicht. Doch wenigstens in meinem Roman wollte ich ein umfassendes Sittenbild jener Zeit liefern, das ganze Panorama mit den militärischen Ereignissen des Jahres 1813, dem zivilen Leben und der Geheimdiplomatie. Ich wandte mich an Wissenschaftler, die Experten für dieses Thema sind und mir neue Ergebnisse und kaum bekannte Quellen zugänglich machten. Sie betreuten meine Arbeit auch als Fachgutachter, lasen jedes einzelne Kapitel und sprachen es mit mir durch. Ich grub ganz tief nach den Biografien von Menschen, an denen damals dramatische Entscheidungen hingen und die heute fast vergessen sind. Manche kann ich rehabilitieren. Bei anderen am Denkmalssockel kratzen. Menschen und Ereignisse dem Vergessen entreißen, an die erinnert werden sollte. Wie die Schlacht um Dresden vom August 1813, die der Leipziger an Schrecken kaum nachstand. Es gab in jenem Jahr nicht nur das Leid der Schlachten, die vielen Verwundeten, die Einquartierungslasten - es gab am 10. August auch Bälle, befohlen anlässlich Napoleons Geburtstag. Mit welchen Gefühlen mögen die Eingeladenen auf das Fest gegangen sein, wenn sie wussten, mit diesem Tag endet der Waffenstillstand? Von vornherein ich hatte mir zum Ziel gesetzt, so dicht wie möglich an den Geschehnissen zu bleiben. Das gebietet der Respekt vor dem Thema und der Geschichte. Neunzig Prozent meiner Romanfiguren haben tatsächlich gelebt, nicht nur Generäle, Marschälle und Monarchen, sondern auch Zivilisten. Ich folge Tage für Tag, nicht selten auf die Stunde genau ihren Spuren und lasse sie agieren wie ihre historischen Vorbilder. Das erlegt enorme Zwänge auf. Diese Geschichte ließ sich nicht auf dem Reißbrett entwerfen, sondern ich musste mich dahin führen lassen, wohin mich die Figuren führten. Doch erstaunlicherweise musste ich gar nichts künstlich verknüpfen, es war schon alles miteinander verwoben! Ich musste nicht erfinden, sondern finden und dann den Figuren Seele einhauchen, mich in ihre Köpfe hineindenken. Es ist Zeit, diese Geschichte einmal frei von falschem Pathos und zweihundert Jahre alter mythischen Verklärung zu erzählen. Und zwar aus sächsischer Perspektive. Denn vor allem hier fand sie statt. Sabine Ebert, Januar 2013
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 928
Erscheinungsdatum 14.03.2013
Serie Henriette 1
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-65214-5
Verlag Droemer Knaur Verlag
Maße (L/B/H) 222/125/45 mm
Gewicht 1070
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
24 Bewertungen
Übersicht
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Gut erzählte Geschichte
von Brigitte Bouman-Mengering aus Lingen (Ems) am 22.07.2013

Ich war überrascht,als ich dieses Buch in den Händen hielt und lesen durfte.In eine gut gemachte Geschichte gebettet erfuhr ich so einiges,was ich aus der Zeit Napoleons nicht wusste.Wichtig fand ich,daß es nicht nur um pure Information ging,sondern ich auch erfahren durfte,wie sich dieses alles auf die Bevölkerung auswirkte.Eine... Ich war überrascht,als ich dieses Buch in den Händen hielt und lesen durfte.In eine gut gemachte Geschichte gebettet erfuhr ich so einiges,was ich aus der Zeit Napoleons nicht wusste.Wichtig fand ich,daß es nicht nur um pure Information ging,sondern ich auch erfahren durfte,wie sich dieses alles auf die Bevölkerung auswirkte.Eine gute Mischung zwischen Fakten und Fiktion.So etwas könnte ich mir auch gut für den Geschichtsunterricht vorstellen,könnte der Schüler sich die Zeit dann doch besser vorstellen.

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unterhaltsam und lehrreich
von einer Kundin/einem Kunden am 25.06.2013

Die Erwartungen der Leserinnen und Leser an diesen Roman sind sehr unterschiedlich. Die einen messen „1813“ an den Hebammen-Büchern, die anderen erwarten eher ein Geschichtsbuch. Die Autorin versucht all diesen Erwartungen gerecht zu werden, daher wirkt das Buch nicht immer wie aus einem Guss. Dennoch sind sich im Grunde... Die Erwartungen der Leserinnen und Leser an diesen Roman sind sehr unterschiedlich. Die einen messen „1813“ an den Hebammen-Büchern, die anderen erwarten eher ein Geschichtsbuch. Die Autorin versucht all diesen Erwartungen gerecht zu werden, daher wirkt das Buch nicht immer wie aus einem Guss. Dennoch sind sich im Grunde die Leser einig: „1813“ ist ein spannender Roman, der die geschichtlichen Ereignisse und vor allem die Kriegswirren dieses Jahres lebendig werden lässt. Sabine Ebert hat hervorragend recherchiert und schreibt nicht nur über die großen Lenker der Völkerschlacht, sondern gibt auch weniger bekannten historischen Personen (Ärzten, Professoren, Verlegern etc.) einen Platz in ihrem Roman. Und gerade die vielen kleineren historischen Verweise machen diesen so interessant und vielseitig.

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Die größte Schlacht seit Menschengedenken
von einer Kundin/einem Kunden am 12.05.2013

Frühjahr 1813: Ganz Europa stöhnt unter der Herrschaft Napoleons. Nachdem dessen ruhmreiche Armee in Russland eine empfindliche Niederlage erlitten hat, rüsten Österreich, Preußen und Russland als Verbündete zum Gegenangriff. Kriegsschauplatz ist das schicksalsgebeutelte Sachsen. Dort, genauer gesagt in Freiberg, lebt die junge Henriette, die gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder... Frühjahr 1813: Ganz Europa stöhnt unter der Herrschaft Napoleons. Nachdem dessen ruhmreiche Armee in Russland eine empfindliche Niederlage erlitten hat, rüsten Österreich, Preußen und Russland als Verbündete zum Gegenangriff. Kriegsschauplatz ist das schicksalsgebeutelte Sachsen. Dort, genauer gesagt in Freiberg, lebt die junge Henriette, die gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder nach dem gewaltsamen Tod der Eltern bei ihrem Onkel Unterschlupf gefunden hat. Dieser, ein angesehener Verleger und Buchhändler, wird ständig von der französischen Zensur verfolgt und bedroht. Henriette, die zahlreiche schwerverwundete Kriegsverletze pflegt und deswegen täglich unsagbarem Leid ausgeliefert ist, will die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und mehr Menschlichkeit nicht aufgeben. Doch die große Völkerschlacht bei Leipzig, die das Gesicht Europas entscheidend verändern wird, steht unmittelbar bevor.

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