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América

Ausgezeichnet mit dem Prix Medicis für ausländische Literatur 1997. Roman

(3)

Dumpfe Ressentiments und bohrende Engstirnigkeit - eine zum Brüllen tragikomische Geschichte
Zwei Welten, die sich fremder nicht sein könnten: hier América und Cándido, illegale Einwanderer aus Mexiko, dort das Ehepaar Mossbacher - liberale, umwelt- und ernährungsbewusste Angloamerikaner in Los Angeles ... Der Zusammenstoss Cándidos mit Delaney Mossbachers wachsgepflegtem Auto ist ein wortwörtlicher: Cándido, auf dem Weg zur Arbeit, rennt Delaney direkt vor die Haube und wird schwer verletzt. Da die Schuldfrage sich nicht klären lässt und der Mexikaner offenbar kein Englisch kann, drückt Delaney ihm eine 20-Dollar-Note in die Hand ... Delaney sieht seine geschützte Welt zunehmend bedroht: Kojoten dringen in das Grundstück ein und töten die kleinen Hunde, dunkelhäutige, verdächtige Gestalten lungern herum, wo er seine Wanderungen macht. Jenseits der eleganten Villensiedlung, tief unten im Topanga Canyon, hausen Cándido und América wie die Tiere. Sie versuchen ihr Glück auf dem illegalen Sklavenmarkt - verfolgt von der Immigrantenpolizei, vom Hunger, von der Verachtung der Weissen, von der Bösartigkeit der eigenen Landsleute.

Portrait

T. Coraghessan Boyle, geboren 1948 in Peekskill, New York, unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles. Für seinen Roman ›World's End‹ erhielt er 1987 den PEN/Faulkner-Preis. Als Enfant terrible der amerikanischen Gegenwartskultur wurde T. C. Boyle zum Pop- und Literaturstar seiner Generation.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 388
Erscheinungsdatum 01.11.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-20935-9
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 193/135/27 mm
Gewicht 288
Originaltitel The Tortilla Curtain
Auflage 7. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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Steckt nicht in Vielen von uns ein bisschen Delaney?
von Xirxe aus Hannover am 21.10.2015

1995 wurde dieses Buch geschrieben, doch würde man es heute veröffentlichen, hätte vermutlich niemand Zweifel daran, dass es ein höchst aktuelles Werk ist. Denn nichts, absolut nichts hat sich seitdem verändert. Stattdessen existiert dieses beschriebene Szenario mittlerweile ebenso bei uns, wenn auch vielleicht noch nicht in dieser extremen Form. Boyle... 1995 wurde dieses Buch geschrieben, doch würde man es heute veröffentlichen, hätte vermutlich niemand Zweifel daran, dass es ein höchst aktuelles Werk ist. Denn nichts, absolut nichts hat sich seitdem verändert. Stattdessen existiert dieses beschriebene Szenario mittlerweile ebenso bei uns, wenn auch vielleicht noch nicht in dieser extremen Form. Boyle beschreibt in einem Zeitraum eines halben Jahres die Leben zweier Familien, die unterschiedlicher kaum sein könnten, obwohl die räumliche Distanz zwischen ihnen nur gering ist. Delaney, "liberaler Humanist ohne Verkehrssündenregister...", lebt in einer komfortablen Vorortwohnanlage von Los Angeles irgendwo in den Bergen, zusammen mit seiner Frau, deren Sohn, zwei Hunden und einer Katze. Cándido hingegen kam drei Wochen zuvor mit seiner jungen Frau aus Mexiko auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben. Nun hausen sie unweit von Delaneys Vorortsiedlung in einem Canon in einem behelfsmäßigen Unterschlupf und versuchen, genügend Geld zu verdienen um sich eine Wohnung leisten zu können. Die Wege der Beiden kreuzen sich, als Delaney Cándido anfährt, ihn mit 20$ 'abfindet' und danach versucht, mit seinem schlechten Gewissen klar zu kommen. Boyle zeigt hier kein Schwarz-Weiß-Schema auf, sodass man vielleicht mit der einen Seite mitleidet und der anderen ihr Unglück gönnt. Delaney, der klar der Bevorzugte ist, ist kein schlechter Mensch. Er wie auch seine Frau denkt liberal, ist umweltbewusst, voller Mitgefühl für die Armen dieser Welt, Mitglied beim Kinderhilfswerk undundund. Doch als seine Prinzipien herausgefordert werden und er ungewollt direkt in Kontakt mit den Armen dieser Welt gerät, sind seine Angst und Verunsicherung größer als die Standhaftigkeit seiner Werte. Sind die Mexikaner nicht doch alle Verbrecher? Verdrecken sie nicht die Natur, verstoßen immer wieder auf's Neue gegen Gesetze? Je öfter er mit diesem Anderen konfrontiert wird, desto größer wird die Furcht. Und seine Wut über die Widersprüchlichkeit seines Denkens und Handelns steigt und sucht sich ein Ventil... Aber auch die bedauernswerten Mexikaner sind nicht nur bemitleidenswerte Menschen, denn wie überall auf der Welt gibt es hier ebenso Kriminelle, die nicht dabei zögern, auch noch den Ärmsten ihr letztes Hab und Gut zu rauben. Dennoch wird klar: Wer nichts hat, muss nicht nur um Arbeit betteln, sondern tagtäglich um sein Leben kämpfen. Denn selbst die Natur stellt sich den Menschen in den Weg... Es ist ein unglaublich gutes, aber dennoch äußerst deprimierendes Buch, denn es zeigt den Zustand unserer Welt überdeutlich: Die Wohlhabenden wollen wohlhabend bleiben und bis auf mehr oder weniger größere Almosen nichts davon abgeben. Und die Armen, die sich ebenfalls etwas mehr Wohlstand wünschen, müssen dafür ihr Leben auf's Spiel setzen.

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Die nette Familie!
von einer Kundin/einem Kunden am 30.09.2013

Eine nette umweltbewußt lebende Mittelschichtsfamilie in Kalifornien. Er , der Vater, überfährt mit seinem Hybridauto fast einen mexikanischen Wanderarbeiter und speist ihn mit 20 Dollar ab um ja keine Schwierigkeiten zu haben. Er, der Wanderarbeiter, lebt mit seiner schwangeren Frau im Flußbett unter einer Plastikplane. Doch der Verletzte will... Eine nette umweltbewußt lebende Mittelschichtsfamilie in Kalifornien. Er , der Vater, überfährt mit seinem Hybridauto fast einen mexikanischen Wanderarbeiter und speist ihn mit 20 Dollar ab um ja keine Schwierigkeiten zu haben. Er, der Wanderarbeiter, lebt mit seiner schwangeren Frau im Flußbett unter einer Plastikplane. Doch der Verletzte will Entschädigung für seine Verletzung und dringt in das Gebiert der Yuppies ein. Nun prallen zwei Welten aufeinander. Der Roman erweist sich Portrait unserer Klassengesellschaft. Wir da oben, die da unten.

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Zwischen den Welten
von einer Kundin/einem Kunden am 25.04.2010

Ein US-Amerikaner fährt einen jungen Mexikaner auf dem Weg zur Arbeit an und versucht diesen mit einer 20-Dollar-Note abzuspeisen um sein eigenes Gewissen so zu bereinigen. Boyle lässt in diesem Moment zwei Welten aufeinandertreffen: Der bettelarme Flüchtlingsalltag des jungen Mexikaners mit seiner schwangeren Frau, die menschenunwürdig unter Plastikfolie an einem... Ein US-Amerikaner fährt einen jungen Mexikaner auf dem Weg zur Arbeit an und versucht diesen mit einer 20-Dollar-Note abzuspeisen um sein eigenes Gewissen so zu bereinigen. Boyle lässt in diesem Moment zwei Welten aufeinandertreffen: Der bettelarme Flüchtlingsalltag des jungen Mexikaners mit seiner schwangeren Frau, die menschenunwürdig unter Plastikfolie an einem Fluss campieren und das reiche, sorgenfreie, ernährungsbewusste Leben einer US-amerikanischen Familie. Wegschauen ist nach diesem Buch quasi unmöglich!

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