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Amor in Venedig

Auf den Spuren der Liebenden

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Von jeher hat es Liebende nach Venedig gezogen. Die Stadt war der Schauplatz grosser, berühmter Liebesaffären. Eva Gesine Baur führt uns auf den Spuren der Liebespaare in Palazzi und Grandhotels, in verschwiegene Innenhöfe und zweifelhafte Absteigen, durch Gassen und über campi und canali und erzählt dabei die Geschichten von wilder Lust und tiefstem Liebeskummer. Wir begegnen auf diesen Streifzügen Rilke und Mimi Romanelli, Erich Maria Remarque und Marlene Dietrich, Giacomo Casanova mit einigen Nonnen, Thomas Mann und Wladyslaw Moes, Lord Byron mit Marianna Segati, Margarita Cogni und Teresa Contessa Guiccioli, Antonio Vivaldi und Anna Girò, Ernest Hemmingway und Adriana Ivancich, Gabriele D'Annunzio und Eleonora Duse, George Sand und Alfred de Musset, Richard Wagner von Carrie Pringle träumend, und vielen anderen verliebten, glücklichen und verzweifelten Paaren. So erhalten wir nicht nur intime Portraits faszinierender Persönlichkeiten, sondern erfahren durch die Augen der Liebenden mehr über die vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen der geheimnisvollen und frivolen Aura der Stadt Venedig und den ebenso bezaubernden wie bedingungslosen Spielarten der Liebe.

Portrait
Eva Gesine Baur hat Germanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaften und Psychologie studiert. Sie lebt als freie Autorin in München, schreibt Bücher zu psychologischen, kunsthistorischen und kulinarischen Themen und verfasst Beiträge für Zeitschriften und fürs Fernsehen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 296
Erscheinungsdatum 16.03.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-58230-1
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 209/139/26 mm
Gewicht 420
Abbildungen mit 55 Abbildungen 21 cm
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kein Seelenschmalz, sondern eben Spuren
von Lothar W. Pawliczak aus Berlin am 12.04.2010

Die Autorin versucht, berühmten Amouren in Venedig auf den Grund zu gehen, insofern das überhaupt möglich ist. Sie ist dabei sachlich, verständnisvoll - soweit man gewisse Dinge überhaupt mit Vernunft nachvollziehen kann oder dafür Verständnis aufzubringen in der Lage ist. Gleichklänge und Dissonanzen, Ein- und Mißverständnisse. Romanzen und Dramen.... Die Autorin versucht, berühmten Amouren in Venedig auf den Grund zu gehen, insofern das überhaupt möglich ist. Sie ist dabei sachlich, verständnisvoll - soweit man gewisse Dinge überhaupt mit Vernunft nachvollziehen kann oder dafür Verständnis aufzubringen in der Lage ist. Gleichklänge und Dissonanzen, Ein- und Mißverständnisse. Romanzen und Dramen. Mitunter klingt ein Hauch von Ironie an und Eva Gesine Baur überläßt es dem Leser, weiterzudenken, was man nicht weiß, nicht wissen kann und vielleicht auch gar nicht so genau wissen will. Niemals nimmt sie die indiskrete Schlüssellochperspektive ein, gerät nicht an die Grenze des Peinlichen. Sie ist in ihrem Urteil zurückhaltend und gerecht, gerade weil die Herrn der Schöpfung meist nicht sehr gut wegkommen: "Effi (Ruskin) genoss, John (Ruskin) jammerte" (S. 11); Giacomo Casanova: "Einigen tut er leid" (S. 19); "Der Eros changiert und Thomas Mann ändert seine Pläne" (S: 57); Richard Wagner "arbeitet sich dem Liebestod nur musikalisch entgegen" (S. 75); Antonio Vivaldi: "Der Bannfluch läßt sich wegbeten" (S. 101); Gabriele d'Annunzio: "Niemand in Italien kann ihn übersehen, diesen Wicht mit großer Geste" (S. 128 ); Ernest Hemingway: "Jäger, auch Frauenjäger, verstehen es zu verhindern, dass ihre Witterung aufgenommen wird" (S. 147); "Während George (Sand) nichts als Fleischbrühe, Wasser und Hafergrütze zu sich nimmt, verkostet er (Alfred de Musset) die Tänzerinnen des Teatro La Fenice, den Zenever, den Visner, den Verdiso oder Marzemino der Spelunken im Sestiere San Polo und alles, was an Rauschgiften zu haben ist." (S. 176); Pietro Pagello: "ein Arzt, der sich mit einer solchen Frau (George Sand) einlässt, schadet in Venedig seinem Ansehen mehr, als einer, der seine Kunstfehler auf dem Friedhof San Michele vergraben lässt" (S. 181); Alfred de Musset: "Die Tinte, unverwässert und makellos, überführt ihn" (S. 184); Marlene Dietrich und Erich Maria Remarque: "Beide sind verwöhnt und reich, unterwegs dort, wo die Teppiche dick sind und niemand nach den Preisen fragt" (S. 202); Rainer Maria "Rilke weiß, dass eine Frau nichts stärker verführt, als von einem Künstler dem Alltag enthoben zu werden." (S. 219); George Gordon Noel Lord Byron "liefert den gelangweilten Menschen, den Altreichen und den Neureichen, die mit Kohle, Eisen, Steingut oder einer eigenen Bank zu ihrem Vermögen gekommen sind, das, was sie vermissen: den Skandal" (S. 244f). Die Personen und Handlungsorte stellt Eva Gesine Baur jeweils ergänzend zur Story mit kurzen Charakterisierungen und guten Abbildungen vor. Auswahlbibliographie (S. 271-278 ) und Register sind vorhanden (S. 281-296). Ein Kapitel zu Niccolò Paganini - Antonia Bianchi - Archille Bianchi-Paganini, zu Klaus Kinski - Debora Caprioglio-Kinski - Nikolai Kinski fehlt notwendigerweise: Diese beiden großartig-wahnsinnigen Geschichten sind nicht in ein Kapitel zu pressen. Ich wünsche mir dazu von Eva Gesine Baur möglichst bald eine Monographie (Lieber Nikolai Kinski, stemmen Sie sich bitte nicht dagegen!). Über die von genialischen Männern oftmals schamlos ausgenutzten Frauen schreibt Eva Gesine Baur feinsinnig, gefühlvoll, fast mit Mit-Leid, aber nicht mitleidig. Wo sie mit den Damen, die für die Männer und an ihnen oft willig litten, unter sich ist, will ich besser schweigen - und das Buch empfehlen.

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