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Brüder und Schwestern

Roman

(6)
Willy Werchow ist Direktor einer grossen SED-eigenen Druckerei in der thüringischen Provinz. Zähneknirschend fügt er sich den Vorgaben der Partei, geht mehr und mehr Kompromisse ein. Mit seiner Frau und den drei Kindern Britta, Erik und Matti gerät er in einen Strudel von Konflikten. Ob durch die Zwänge des politischen Systems der DDR, ob durch persönliche Fehltritte – die Familie droht auseinanderzubrechen. „Brüder und Schwestern“ ist ein grosses deutsches Gesellschaftspanorama, das bis in den letzten Winkel voller Leben steckt. Die ungleichen Ängste, Hoffnungen und Träume der Werchows kulminieren in den Ereignissen von 1989. Doch ihre Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende.
Rezension
"Als Reporter hat Meinhardt einen untrüglichen Blick fürs sprechende Detail. Als Romancier vermag er eine grosse, ergreifende Geschichte über 'Brüder und Schwestern' und ihr untergegangenes Land zu erzählen." Knut Cordsen, Deutschlandradio Kultur, 25.01.2013
"Ein geradezu unverschämt gut lesbares Buch, das in mancherlei Hinsicht Tellkamps 'Turm' Konkurrenz macht ... So lebensprall, mit so viel Liebe fürs sprechende Detail, mit so einem ausgeprägten Gespür für Sprache ist bisher noch nicht über die 'mächtige Dreieinigkeit aus Heuchelei, Phrasendrescherei und Schurigelei' in der DDR geschrieben worden." Knut Cordsen, BR.de, 30.01.2013
"Da gibt es keine losen Enden, da werden unzählige Geschichten geschickt miteinander verbunden und episch ausgefaltet. Wie keinem anderen Autor bisher geht es Meinhardt dezidiert um die Darstellung der politischen und ökonomischen Wirklichkeit der DDR in ihrem Endstadium." Claus-Ulrich Bielefeld, Die Welt, 09.02.13
"Manchmal ist das so: Wenn das Schreiben Spass macht, macht das Lesen Spass. Er sei uns gegönnt."
Ulrich Seidler, Frankfurter Rundschau, 09./10.03.13
"Meinhardt gelingt ein gut gemachter Unterhaltungsschmöker." Alexander Cammann, Die Zeit, 28.02.2013
"Ihm glücken Passagen von eindrucksvoller Präzision, mit glänzendem, plaudernd-leichtem, ironischem Tonfall, der doch sehr kunstvoll ist." Mark-Christian von Busse, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 12.04.2013
"So schreibt man Literatur!" Thomas Neumann, literaturkritik.de, 28.03.13
Portrait

Birk Meinhardt, 1959 in Berlin geboren, war Sportjournalist bei verschiedenen Zeitungen und Reporter bei der Süddeutschen Zeitung. Er erhielt zweimal den Egon-Erwin-Kisch-Preis. Er lebt als Schriftsteller bei Berlin. Zuletzt erschien bei Hanser der Roman Brüder und Schwestern (Die Jahre 1973-1989, 2013).

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 704
Erscheinungsdatum 28.01.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-24119-0
Verlag Hanser
Maße (L/B/H) 221/154/43 mm
Gewicht 857
Auflage 3. Auflage
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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DDR Familiengeschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 13.02.2013

Britta, Matti und Erik drei Geschwister deren Geschichte vom Erwachsenwerden in den 1970er Jahren beginnt. Britta landet beim Zirkus, Matti wird Flußschiffer, Erik will zum Außenhandel. Eine gut lesbare Familiengeschichte, unterhaltsam, lässt 15 Jahre DDR Revue passieren. Mir hat es sehr gut gefallen.

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Thüringsche Provinz
von einer Kundin/einem Kunden am 17.03.2013

Absolut lesenswert ist diese üppig angelegte Familiensaga aus DDR Zeiten, die nach dem Krieg beginnt und bis zum Wendepunkt 1989 angelegt ist..Ähnlich wie im TURM von Tellkamp geht es um die gesellschaftliche und politische Situation der Menschen , doch im BRÜDER UND SCHWESTERN finden wir die kleinen, einfachen... Absolut lesenswert ist diese üppig angelegte Familiensaga aus DDR Zeiten, die nach dem Krieg beginnt und bis zum Wendepunkt 1989 angelegt ist..Ähnlich wie im TURM von Tellkamp geht es um die gesellschaftliche und politische Situation der Menschen , doch im BRÜDER UND SCHWESTERN finden wir die kleinen, einfachen Leute vor !Im Mittelpunkt steht Willy Werchow, Direktor einer Druckerei und seine Familie.Das sind: Ruth, die schwer von Kriegszeiten traumatisierte Ehefrau,Tochter Britta, die von der Schule fliegt und zum Zirkus geht, der rebellische und nachdenkliche Sohn Matti und Erik der den Verhältnissen eher angepasste Spross. Veronika, Willys Geliebte mit der gemeinsamen heimlichen Tochter und Bernhard , der in Bayern lebende Bruder vervollständigen das Bild und veranschaulichen das leicht subversive Klima in den Alltagsszenen der Durchschnittsexistenzen in dieser Kleinstadt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen, die Figuren sind voller Tiefe , sie sprechen frei weg und vermitteln so diese andere Welt in allen Schattierungen recht deutlich. Das Ende war leider für mich sehr abrupt, allerdings lässt mich das - WIRD FORTGESETZT- als allerletzten Satz doch auf Weiteres hoffen ...

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Brüder und Schwestern
von einer Kundin/einem Kunden am 20.01.2013

Dieser großartige, hoch interessante, niemals langweilige Roman liegt genau zwischen dem doch recht anspruchsvollen Tellkamp und dem eher unterhaltsamen Ruge. Ein DDR-Roman für jeden, sehr knackig geschrieben. Herzlichen Dank Herrn Meinhardt für dieses Buch!

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Brüder und Schwestern. Ein untergegangenes Land.
von Gisela Busemann aus Leer (Ostfriesland) am 31.07.2013

Um einem so umfangreichen Roman wie „Brüder und Schwestern“ von Birk Meinhardt gerecht zu werden, bedarf es meines Erachtens einiger besonderer schriftstellerischer Fähigkeiten. Leider muss ich sagen, dass ich mich durch manche Passagen habe richtig durchquälen müssen. Jedoch nach Beendigung der Lektüre kann ich... Um einem so umfangreichen Roman wie „Brüder und Schwestern“ von Birk Meinhardt gerecht zu werden, bedarf es meines Erachtens einiger besonderer schriftstellerischer Fähigkeiten. Leider muss ich sagen, dass ich mich durch manche Passagen habe richtig durchquälen müssen. Jedoch nach Beendigung der Lektüre kann ich dennoch sagen, dass es sich lohnt. Nur ist es kein Werk dass man mal so zwischendurch zu Hand nimmt. Man sollte sich schon Zeit lassen und an der jüngsten Vergangenheit deutscher Geschichte interessiert sein und nicht vergessen, dass wir trotz Teilung immer ein Volk waren und sind. Der Roman umfasst die Jahre 1973 – 1989 in der damaligen DDR. Willy Werhow betreibt eine Druckerei in Thüringen. Den Vorgaben von oben kommt er mehr oder weniger gerne nach. Aber nicht nur im geschäftlichen Bereich läuft nicht alles so wie es sein müsste, nein auch privat liegt da so einiges im Argen. Nicht nur dass Werhow ein Geheimnis mit sich trägt, dass ihn belastet, vor allem seine drei Kinder könnten unterschiedlich nicht sein. Britta seine Tochter wird wegen staatsfeindliche Äußerungen von der Schule verwiesen und verdingt sich beim Zirkus. Erik der Bruder distanziert sich von seiner Schwester, obwohl er deren Einstellung teilt um weiterhin studieren zu können und da ist noch Matti, der Träumer, er verfolgt seine eigenen Ideen von Gut und Böse, scheitert jedoch letztendlich. Die Familie Werhow spiegelt mit seiner eigenen Geschichte die vielen anderen, nicht selten tragischen Schicksale vieler Menschen aus einem untergegangenen Landes wider. Das Buch endet mit dem Satz :wird fortgesetzt: Dann warte ich halt und bin doch sehr gespannt wie es weitergeht. Birk Meinhardt ist in Berlin geboren und hat als Sportjournalist bei verschiedenen Zeitungen gearbeitet. Er erhielt den Egon-Erwin-Kirsch-Preis und lebt in Berlin.

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DDR Geschichte(n) mit Wiedererkennungswert
von einer Kundin/einem Kunden am 06.04.2013

Mehrmals habe ich mich im Verlauf der 700 (!) Seiten gefragt, ob ich das Lesen dieses gewaltigen und ausschweifenden Romans nicht beenden sollte. Dass ich bis zum Ende „durchgehalten“ habe liegt wohl auch daran, dass das Geschehen zum großen Teil in meiner Thüringer Heimat spielt und ich... Mehrmals habe ich mich im Verlauf der 700 (!) Seiten gefragt, ob ich das Lesen dieses gewaltigen und ausschweifenden Romans nicht beenden sollte. Dass ich bis zum Ende „durchgehalten“ habe liegt wohl auch daran, dass das Geschehen zum großen Teil in meiner Thüringer Heimat spielt und ich mich bei der Lektüre des Öfteren an kleine, fast vergessene Begebenheiten erinnern konnte. Die Werbung im DDR Fernsehen, der Handel mit Plusauflagen und Improvisationen in den Zeiten des Mangels sind Teil auch meiner eigenen Vergangenheit, die der Autor mit gewaltiger Detailfreude anhand von Lebensläufen einer Familie in die Erinnerung zurückruft. Leider aber fehlt dem Text dabei jegliche literarische Tiefe. Vor allem zu Beginn habe ich mich an eine Provinzposse erinnert gefühlt. Das Geschehen zerfranst, die Dialekte nerven, eingeführte Personen „verschwinden“, und das Buch im Buch war selbst mir dann endgültig zu viel. Trotzdem aber gelingt es Meinhardt, ein Alltagspanorama der kleinen Leute in der DDR zu zeichnen, das von seiner Sachkenntnis und dem Spaß am Fabulieren zeugt. So bin ich Willy und seinen Kindern letztlich doch mit Anteilnahme, zum Teil angestrengt, auch amüsiert und teilweise betroffen bis zum Ende gefolgt.

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