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Clockwork Orange

Science Fiction Roman. Übers. v. Walter Brumm. Überarb. v. Erik Simon. Mit e. Vorw. v. Tom Shippey

(18)
Portrait
Anthony Burgess wird 1917 in Manchester geboren. Seine Mutter und Schwester werden Opfer der Spanischen Grippe. Eigentlich will er Komponist werden, aber Notenpapier ist teurer als unliniertes. Als Hilfslehrer für Sprachen kommt er nach Malaysia. Angeblich wird 1959 bei ihm ein Gehirntumor diagnostiziert, woraufhin er in 12 Monaten fünf Romane schreibt, um noch schnell seinen Nachruhm zu sichern und seiner Frau etwas hinterlassen zu können. Seinen Lebensunterhalt verdient er sich mit Fernseh- und Buchkritiken, Gutachten und dem Abfassen von Firmenchroniken. Durch seinen 1962 erschienenen Roman "Clockwork Orange" wird Burgess berühmt. - Anthony Burgess stirbt am 25. November 1993.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 235
Erscheinungsdatum 01.03.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-16413-0
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 182/119/20 mm
Gewicht 164
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
18 Bewertungen
Übersicht
13
3
1
0
1

schrecklich !!!!!
von Blacky am 12.06.2011

Kurzbeschreibung: Jeden Abend treffen sich Alex und seine "Droogs" in der Milchbar und ziehen dann, mit Drogen aufgeheizt und in ihrem Spezialjargon sprechend, durch die Nacht, eine blutige Spur von Brutalität, Schlägerei, Verwüstung und Vergewaltigung hinter sich lassend. Alex ist der schlimmste von allen, der Beethovens Musik besonders liebt, weil... Kurzbeschreibung: Jeden Abend treffen sich Alex und seine "Droogs" in der Milchbar und ziehen dann, mit Drogen aufgeheizt und in ihrem Spezialjargon sprechend, durch die Nacht, eine blutige Spur von Brutalität, Schlägerei, Verwüstung und Vergewaltigung hinter sich lassend. Alex ist der schlimmste von allen, der Beethovens Musik besonders liebt, weil sie seine Gewaltlust zusätzlich anstachelt und inspiriert. Als er aber in das Haus einer Katzenliebhaberin einbricht und sie dabei im Handgemenge totschlägt, verraten ihn seine Droogs an die Polizei, und das Blatt wendet sich radikal. Alex kommt ins Gefängnis. An ihm wird dann, um ihn von seiner zügellosen Gewalttätigkeit zu heilen, ein neues Gehirnwäscheverfahren angewandt, das den wilden, bösen Alex in ein gesetzestreues angepasstes Mitglied der Gesellschaft verwandeln soll. "Freilich, Brüder, dieses Ludovico-Zeugs wirkte wie eine Impfung, und es zirkulierte nun in meinem Kroffi , und darum würde mir nun für immer und in Ewigkeit, Amen, übel werden, sobald ich irgendwas Ultrabrutales mit ansah." Tatsächlich wird der Täter zum Opfer, an dem sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis die früher Misshandelten grausam rächen. Nach einem Selbstmordversuch von Alex und einer erregten öffentlichen Debatte soll sein altes Selbst wieder hergestellt werden ... Nach obiger Kurzbeschreibung war ich sehr gespannt auf dieses Werk. Es hörte sich spannend und faszinierend an. Nach der Lektüre frage ich mich allerdings, was das ganze soll und für wen es geschrieben wurde. Die Sprache ist kaum zu verstehen (man gewöhnt sich erst nach einiger Zeit daran) und das Ende lässt doch sehr zu wünschen übrig. Man gewinnt den Eindruck, dass es normal ist, sich als Jugendliche(r) so zu verhalten und wenn man dann erwachsen wird ist man plötzlich ein ganz neuer Mensch. Zugegeben, was Alex im Mittelteil durchzustehen hat ist nicht weniger grausam, als das, was er und seine Freunde im ersten Teil ihren Mitmenschen antun, aber ehrlich gesagt, hat sich mir das ganze überhaupt nicht erschlossen. Als ich am Ende diese "Werkes angekommen war, war das erste, was mir eínfiel "Hoffentlich liest oder hört das kein Jugendlicher. Es ist ja fast ein Freibrief brutal zu sein, denn wenn man Erwachsen wird, ist die Jugend vergessen" Leider (oder eher "Gott sei Dank") ist das aber nicht so und ein Mensch ändert sich nicht von jetzt auf gleich. Ich persönlich würde von diesem "Werk" nur abraten

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von Vanessa Egger aus Innsbruck am 07.02.2014

Alex ist ein intelligenter Teenager der auf Abwege gerät und Freude an anderer Menschen Leid empfindet. Es kommt wie es kommen muss und er wird verhaftet und eingesperrt. Nach zwei Jahren wird er für ein neues verfahren ausgewählt, bei dem es darum geht, dass sein Körper mit Unwohlsein und... Alex ist ein intelligenter Teenager der auf Abwege gerät und Freude an anderer Menschen Leid empfindet. Es kommt wie es kommen muss und er wird verhaftet und eingesperrt. Nach zwei Jahren wird er für ein neues verfahren ausgewählt, bei dem es darum geht, dass sein Körper mit Unwohlsein und Übelkeit reagiert wenn er Gewalt sieht. Nur einen Stern abzug gibt es weil viele Wörter Begriffe aus der sogenannten Nadsat-Sprache sind und es den Lesefluss unterbricht ständig diese Wörter nachschlagen zu müssen.

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0 0
Hey! Hier kommt Alex ...
von Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 02.03.2013

Vorneweg: Um Burgess' „Clockwork Orange“ erfassen (von „genießen“ will ich in diesem Fall lieber nicht sprechen) zu können, braucht es zu Beginn vor allem eins: Geduld. Der im Stil eines Berichts und in „Nadsat“, ein auf Basis der russischen Sprache konstruierter Jugendslang, vorgetragene Roman, macht den Einstieg alles andere... Vorneweg: Um Burgess' „Clockwork Orange“ erfassen (von „genießen“ will ich in diesem Fall lieber nicht sprechen) zu können, braucht es zu Beginn vor allem eins: Geduld. Der im Stil eines Berichts und in „Nadsat“, ein auf Basis der russischen Sprache konstruierter Jugendslang, vorgetragene Roman, macht den Einstieg alles andere als leicht. Stil und Wortwahl sind vom Fleck weg scharf, kantig, unverdaulich. Nur dank des Glossars am Ende des Buches, in dem man die Bedeutung der einzelnen Begriffe nachschlagen kann, kommt man überhaupt über die ersten Seiten. Hat man die jedoch schließlich im wahrsten Sinne des Wortes überstanden, stellt sich recht bald ein Leserhythmus ein. Und mehr noch: Burgess' Gebrauch des Nadsat verfremdet nicht nur nur die beschriebenen Gewaltdarstellungen – er verleiht dem Erzählten zugleich dieses Quäntchen mehr Authentizität, welches es uns ermöglicht, die Welt von „Clockwork Orange“ besser zu begreifen. In gewissem Sinne ist hier also eher die Sprache als letztlich der Inhalt Informationsträger, weshalb sich wohl der Autor auch eine längere Einleitung gespart hat. Neben der anfänglichen Geduld verlangt Burgess dem Leser zudem ein gewisses dickes Fell ab, da Alex und seine „Droogs“ Gewalt nicht einfach nur ausüben, sondern diese mit voller Freude und Euphorie zelebrieren. Brutal und grausam werden Frauen vergewaltigt, Wehrlose bis zur Bewusstlosigkeit und darüber hinaus geprügelt. Je mehr Angst das Opfer hat, je mehr Schmerzen es leidet, um so mehr ergötzen sich die Täter an ihrem Spiel. Zartbesaitete werden hier bereits recht früh ausgesiebt und das Buch wohl an die Seite legen. Doch Burgess' detaillierte Schilderungen des Zerstörungsrausches sind mehr als nur ein zweckfreies Stilmittel. Besonders im Hinblick auf die zweite Hälfte des Romans gewinnen die von Alex' verübten Gewalttaten eine tiefere Bedeutung. Zentrale Frage ist nämlich schließlich, was schlechter ist: Den Menschen zum Gutsein zu konditionieren oder ihm die Freiheit lassen, selbst zu entscheiden, ob er gut oder böse sein will. Wie weit sollte und darf ein Staat überhaupt gehen, um die asozialen, nicht zu integrierenden Elemente in der Gesellschaft so weit medizinisch zu behandeln, damit sie keine Bedrohung mehr darstellen? Und wenn die Würde des Menschen unantastbar ist – gilt dies nicht auch für den Täter? Im Anschluss an Alex' „Heilung“ muss sich der Leser diesen Fragen unausweichlich stellen. Und es ist der Genialität des Autors zu verdanken, dass es ihm gelingt, trotz Alex' vorangegangener Taten, Mitleid für diesen zu erwecken. Plötzlich begreift man, nicht zuletzt auch durch die Handlungen der Eltern, dass er auch schon vor dem medizinischen Eingriff ebenfalls in gewisser Art und Weise ein Opfer war. Ihm nun seine Entscheidungsfähigkeit zu nehmen, sogar die Freude an der Musik, stellt somit letztlich genauso ein Verbrechen dar. Nur halt diesmal verübt vom Staat. Bei all der drastischen Gewalt, den brutalen Schilderungen, der erbarmungslosen Härte - „Clockwork Orange“ ist, besonders gegen Ende hin, ein Roman, welcher zur Reflexion anregt, nachdenklich stimmt. Ein in seinen Mitteln vielleicht ungewöhnlicher und sperriger, aber in der Wirkung äußerst treffsicherer Klassiker, dessen Vision in großen Teilen bereits ernüchternde Wirklichkeit ist.

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