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Das Papierhaus

Roman. Von der Darmstädter Jury als Buch des Monats Oktober 2004 ausgezeichnet

(5)

Als die junge Literaturprofessorin Bluma Lennon die Strasse überquert, wird sie, in einen Gedichtband Emily Dickinsons vertieft, von einem Auto erfasst und ist auf der Stelle tot. Ihren Lehrstuhl in Cambridge übernimmt ein junger Kollege, den mit Bluma nicht nur die Liebe zur Literatur verband, sondern ebenfalls eine turbulente Liaison. Eines Tages erhält er ein ramponiertes Buch mit einer Widmung seiner ehemaligen Geliebten, und verstört bricht er auf, einer Spur zu folgen, die ihn um die halbe Welt führt. Dabei wird er unversehens in eine Welt geheimer Bibliotheken und mysteriöser Leser hineingezogen.
»Das Papierhaus« ist eine hintersinnige Liebeserklärung an das Lesen und die Bücher, eine virtuose Hommage an eine der seltsamsten und beglückendsten menschlichen Leidenschaften.

Portrait

Carlos María Domínguez wurde 1955 in Buenos Aires geboren und lebt seit Ende der 1980er Jahre als Autor und Journalist in Montevideo. Seine 2002 veröffentlichte Langerzählung Das Papierhaus wurde in 20 Sprachen übersetzt und war in Deutschland ein grosser Erfolg.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 89
Erscheinungsdatum 20.10.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-17615-2
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 200/121/31 mm
Gewicht 206
Originaltitel La casa de papel
Abbildungen mit Illustrationen
Auflage 2
Illustratoren Jörg Hülsmann
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen


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Vom bibliophilen Leserherz
von NiWa aus Euratsfeld am 22.04.2017

Bluma Lennon überquert die Straße und ist im nächsten Moment tot, weil sie ein Auto erwischt hat. Schuld daran ist Emily Dickinson, weil die junge Literaturprofessorin ihre Nase lieber in Bücher steckt als auf den Verkehr zu achten. Ihr Nachfolger an der Universität erhält ein äußerst lädiertes Buch, das... Bluma Lennon überquert die Straße und ist im nächsten Moment tot, weil sie ein Auto erwischt hat. Schuld daran ist Emily Dickinson, weil die junge Literaturprofessorin ihre Nase lieber in Bücher steckt als auf den Verkehr zu achten. Ihr Nachfolger an der Universität erhält ein äußerst lädiertes Buch, das ihn auf eine weite Reise auf den Spuren seiner Vorgängerin führt. "Das Papierhaus" wurde für passionierte Leser und Bücherwürmer geschrieben, denn von Anfang bis Ende geht es um Bibliophilie, die Liebe zum Buch, und das büchersammelnde Leserherz. Mit Blumas verfrühten Tod hat niemand gerechnet, auch nicht ihr Nachfolger, den eine Romanze mit der Literaturprofessorin verband. Eines Tages findet er ein sehr ramponiertes Buch in ihrem bzw. seinem Büro vor und geht seinem Geheimnis auf die Spur. Dieses Geheimnis ist in der Bibliophilie begründet und regt in die andere Richtung zum Nachdenken an. Ist es wirklich der Sinn des Lebens, es lesend mit der Nase im Buch zu verbringen? Wie weit kann die Gier nach Büchern gehen ohne in Wahnsinn abzudriften? Und wie sehr werden wir von Büchern beeinflusst, unabhängig davon, ob uns ihre Geschichten gefallen haben? So geht Carlos María Domínguez schon eingangs auf die Gefahren von Büchern ein, wenn er davon erzählt, wie Bluma dank Emily Dickinson ihr Ende fand, sich sein Freund Richard wegen des Autors Faulkner ein Bein brach und ein anderer Freund aufgrund eines Buches an Tuberkulose erkrankte. „Ein Auto hat sie getötet. Nicht das Gedicht.“ (S. 11) Bücher sind gefährlich, aber nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist sind sie eine reelle Gefahr. Wer Stunde um Stunde in Büchern verbringt, verlernt vielleicht sich der Realität zu widmen oder wird von der Buchwelt eingeholt … „Doch es kommt der Moment, da unsere Bücher eine unsichtbare, durch ihre Menge definierte Grenze überschreiten. Was einst unser Stolz war, wird uns zur Last, denn die Platzfrage bleibt ein Problem.“ (S. 20) Dabei ist der charmante Sprachstil besonders erwähnenswert. Mit blumigen Vergleichen, sanften Pointen und einer leidenschaftlichen Wortwahl, von der Liebe zum Buch durchströmt, erzählt der Protagonist, wie er dem lädierten Exemplar von Blumas Schreibtisch auf die Schliche kommt, und warum ihm diese Geschichte zu denken gibt. Die Handlung lässt ab ungefähr der Hälfte zu wünschen übrig, weil es mir dann doch etwas zu abstrus geworden ist. Zwar kann sie sich bis zum Ende wieder fangen, schmälert bei mir trotzdem den Gesamteindruck. Dennoch hat Carlos María Domínguez mit „Das Papierhaus“ eine Liebeserklärung an die Buchwelt sowie eine kleine, literarische Perle verfasst, in der man sich als zügelloser Leser nur wiederfinden kann.

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Sehr schönes Büchlein, perfekt für Bibliophile.
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 12.05.2016

»Ich hatte die herrliche Ausgabe der irischen Märchen mit einem Vorwort von William Butler Yeats und den Originalillustrationen von James Torrance schon einmal in der Hand gehabt, ebenso den unveröffentlichten privaten Briefwechsel des Marquis de Sade, und es hatte auch die Gelegenheit gegeben, für wenige Minuten Inkunabeln zu berühren,... »Ich hatte die herrliche Ausgabe der irischen Märchen mit einem Vorwort von William Butler Yeats und den Originalillustrationen von James Torrance schon einmal in der Hand gehabt, ebenso den unveröffentlichten privaten Briefwechsel des Marquis de Sade, und es hatte auch die Gelegenheit gegeben, für wenige Minuten Inkunabeln zu berühren, ihre Seiten umzublättern, ihr Gewicht zu prüfen – ein einmaliges Privileg. Aber kein Buch hatte mich je so verwirrt wie dieses rustikale Exemplar, dessen klamme, aufgequollene Seiten schon um ihrer selbst willen nach einer Lektüre verlangten.« Die Literaturdozentin Bluma Lennon wird eines Tages – vertieft in ein Buch mit Gedichten von Emily Dickinson – von einem Auto überfahren und getötet. Der junge Kollege, der ihren Lehrstuhl übernimmt (und übrigens der Erzähler der Geschichte ist), erhält kurz darauf mit der Post ein arg mitgenommenes Buch, adressiert an Bluma. Weder gibt es einen Absender, noch ein Begleitschreiben. Die einzigen Spuren sind uruguayische Briefmarken und eine Widmung im Buch von unserer Dozentin an einen gewissen Carlos. Da den Erzähler mehr mit Bluma verband als nur Berufliches und das beschädigte Buch zudem seine Neugierde weckt, reist er nach Südamerika, um das Rätsel zu lösen… Ein Buch für Bibliophile ist das – anders kann man es nicht sagen. Die Liebe zum gedruckten Wort springt dem Leser von jeder Seite entgegen, bei fast allen Charakteren steht das Buch im Mittelpunkt ihres Lebens. Selbstironisch werden die „klassischen“ Probleme des Bibliophilen angegangen, beispielsweise der chronische Platzmangel und der Wunsch nach immer noch mehr Büchern. Fasziniert las ich, was einem „Abhängigen“ so alles widerfahren kann! Im Klappentext wird das Buch als „eine hintersinnige Liebeserklärung“ bezeichnet, das trifft es sehr gut. Schöne Zeichnungen und eine fein formulierte Sprache runden den Lesegenuss ab. Der Nicht-Bibliophile allerdings wird nach der Lektüre vermutlich ein großes Fragezeichen im Gesicht haben ;-) Das Buch hat im Grunde nur ein Manko: Es ist so kurz, man würde gerne mehr davon lesen. Fazit: Sehr schönes Büchlein, perfekt für Bibliophile. Ein wenig mehr Umfang wäre aber noch schöner gewesen. » [Aber] Brauer ist immer ein zwanghafter Leser gewesen. Kaum hatte er Geld, schon setzte er es in Bücher um. Als ich ihn vor etlichen Jahren an den Bücherständen in der Tristán Narvaja kennengelernt habe, wusste ich auf Anhieb, dass er ein unrettbarer Fall war. Man kann das an der Haut erkennen; bei den Abhängigen ist sie leicht pergamentartig.«

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Wunderschönes Buch und phantastische Geschichte
von Helga Rom aus Innsbruck am 31.10.2014

Dieses Buch werden Sie lieben! Wenn Sie es in Händen halten, werden Sie das schöne Papier und überhaupt die wunderbare Ausstattung bemerken. Ja, bei diesem Buch bilden Form und Inhalt tatsächlich ein perfektes Zusammenspiel. Das Buch handelt nämlich, aufgrund des Titels wahrscheinlich nicht besonders überraschend, von Büchern. Der Icherzähler... Dieses Buch werden Sie lieben! Wenn Sie es in Händen halten, werden Sie das schöne Papier und überhaupt die wunderbare Ausstattung bemerken. Ja, bei diesem Buch bilden Form und Inhalt tatsächlich ein perfektes Zusammenspiel. Das Buch handelt nämlich, aufgrund des Titels wahrscheinlich nicht besonders überraschend, von Büchern. Der Icherzähler folgt der Spur eines geheimnisvollen Buches und trifft dabei allerlei Bibliophile und Buchbesessene. Da werden Bücher gesammelt, gehortet, nur bei Kerzenlicht gelesen, katalogisiert...Auf jeden Fall sind Bücher für diese Menschen weit mehr als gedrucktes Papier. Sie sind Objekte der Begierde, Ratgeber, Mitbewohner, Freunde. Wenn Sie also Bücher mögen, wenn Ihnen guter Schreibstil und eine schöne Ausgabe wichtig ist, kaufen, lesen und genießen Sie dieses Buch!

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