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Der Baum der Erkenntnis

Die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens

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Der alten darwinistisch geprägten Biologie zufolge überlebt ein Lebewesen nur dann, wenn es sich möglichst perfekt seiner Umwelt anpasst. Es wäre damit sklavisch abhängig von einer objektiven Aussenwelt. Für Maturana und Varela gibt es jedoch keine „objektive“ Wirklichkeit. Wenn Grunderfordernisse des Lebens erfüllt sind, haben lebende Systeme alle Freiheit, sich ihre Welt selbst zu schaffen, anstatt bloss auf Vorgegebenes zu reagieren. Für den Menschen gilt das natürlich in besonderem Masse. Das Subjekt ist somit entscheidend an der Schöpfung seiner nur scheinbar objektiven Wirklichkeit beteiligt. Die neue Bezeichnung von Leben, wie es die Neurobiologen Humberto Maturana und Francisco Varela definiert haben, ist Autopoiesis, was soviel heisst wie: sich selbst schaffen. Die in der Menschheitsgeschichte von Weisen, Mystikern und Philosophen erkannte Einheit von Subjektivität und Objektivität, von Ich und Welt, von Bewusstsein und Sein, wird von Maturana und Varela klar bestätigt und mit naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen belegt.
Portrait

Humberto R. Maturana, ebenfalls in Santiago de Chile geboren (1928), leitet dort zusammen mit Prof. Dávila das Instituto Matriztico.
Maturana arbeitet am Institut als Biologe und Philosoph und beschäftigt sich auch in seinen Büchern mit interdisziplinären Themen zwischen Biologie, Philosophie, Psychologie und Soziologie. Er widmet sich weiterhin intensiv der "Biologie der Erkenntnis" und setzt auf diese Weise die Arbeit am Konzept der "Autopoiesis" fort.

Francisco J. Varela (geboren 1646 in Santiago de Chile) wurde, zusammen mit Humberto Maturana, vor allem für die Einführung der Theorie der Autopoiesis bekannt. Er war in Kontakt mit führenden Bewusstseinsforschern wie Daniel Goleman und Heinz von Foerster und versuchte, nicht zuletzt durch seine Bekanntschaft mit dem Dalai Lama, Brücken zum Buddhismus zu schlagen. Er lehrte bis zu seinem frühen Tod im Jahre 2001 am Centre national de la recherche scientifique (CNRS).

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 280
Erscheinungsdatum 01.02.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-17855-1
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 190/126/12 mm
Gewicht 324
Originaltitel El arbol del conocimiento
Abbildungen mit 75 schwarzweissen Abbildungen, zahlreichen zweifarb. graph. Darst. 19 cm
Auflage 6
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


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sehr empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 13.06.2014

Ein überraschend gutes Buch, dessen ifundamentalen Forschungen es in sich haben, quasi ein logischer Perspektivenwechsel weg von der naiven Einfalt der Egoismen, hin zum Erkennen der Erkenntnis selber, wo dann jede sture Ideologie bald mal ziemlich relativ dasteht und wir gut daran tun, das Zusammenleben verschiedener Lebensweisen in Koexistenz... Ein überraschend gutes Buch, dessen ifundamentalen Forschungen es in sich haben, quasi ein logischer Perspektivenwechsel weg von der naiven Einfalt der Egoismen, hin zum Erkennen der Erkenntnis selber, wo dann jede sture Ideologie bald mal ziemlich relativ dasteht und wir gut daran tun, das Zusammenleben verschiedener Lebensweisen in Koexistenz zu führen, statt in Unterdrückung und Bekämpfung gegeneinander. Nur das letzte, 10. Kapitel fand ich etwas schal, wo die Autoren ins philosophische Sinnieren abgleiten, das Märchen von Adam und Eva bemühen und romantische Liebe propagieren. Nun, es war die Zeit von "all you need is Love", als es geschrieben wurde. aber übersteigerte Liebe eröffnet oft ebenso tiefe Abgründe wie der Hass. Also vielleicht besser eine neutrale Koexistenz zu jenen, die man von Natur aus weniger mag oder versteht. Das geht auch: weder überschwängliche Liebe, noch Hass, einfach die Erkenntnis, dass diese Person oder Gruppe eben anders lebt. Die Grenze, die nicht überschritten werden darf, ist immer die Gewalt gegen Anderslebende, solange diese wiederum nicht der ganzen Menschheit schaden (zB. durch Terror, Erpressung, Umweltzerstörung uä). Das könnte ein fundamentaler Richtwert sein, jeneseits von zwanghafter Liebe oder Hass. Es bleibt dann immer noch genug Liebe unter Geschlechtern, Eltern und Kindern usw. Aber es ist nur eine kleine Kritik am Test und ich würde das Buch allen lesenden Individuen empfehlen.

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Richtungweisendes Werk
von Lena Waider aus Wiesbaden am 09.09.2008

Das Buch ist - anders als viele andere Veröffentlichungen der Autoren - angenehm zu lesen. Außerdem werden die Texte durch zahlreiche Bilder und Tabellen aufgelockert. Maturana und Varela ist mit dem Begriff der Autopoiesis eine konstruktivistische Definition für Lebewesen gelungen. Musste man sonst immer alle möglichen Eigenschaften aufzählen, die... Das Buch ist - anders als viele andere Veröffentlichungen der Autoren - angenehm zu lesen. Außerdem werden die Texte durch zahlreiche Bilder und Tabellen aufgelockert. Maturana und Varela ist mit dem Begriff der Autopoiesis eine konstruktivistische Definition für Lebewesen gelungen. Musste man sonst immer alle möglichen Eigenschaften aufzählen, die charakteristisch für das Leben sind (so dass nie ausgeschlossen werden konnte, dass noch ein paar fehlten), so wird hier im wesentlichen gesagt, dass sich Lebewesen selbst konstruieren: Produzent und Produkt sind identisch. Diese rekursive Definition wird sicherlich nicht auf Anhieb leicht verständlich sein, trotzdem lohnt es sich sehr, den Argumenten der Autoren zu folgen. Etwas problematisch erschien mir die Erklärung für die eigentliche Fortpflanzung. Gemäß der Definition der Autopoiesis ist ein Lebewesen auch dann ein Lebewesen, wenn es sich nicht fortpflanzt. Das ist einleuchtend, weil auch der übliche Sprachgebrauch das so sieht. Der Nachteil ist nur: Aus der Autopoiesis lässt sich dann nicht erklären, warum sich Lebewesen fortpflanzen.

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