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Der Dieb in der Nacht

Roman

(3)
Zehn Jahre nachdem Felix verschwunden ist, sitzt Paul in einer Prager Kellerbar plötzlich seinem besten Freund gegenüber. Zumindest ist Paul im einen Moment sicher, ihn vor sich zu haben, im nächsten sieht der Mann Felix nicht einmal mehr ähnlich. Paul gerät in den Bann jenes Mannes, der sich Ira Blixen nennt, sich bewegt wie Felix, ihn anschaut wie Felix und ein Muttermal an der gleichen Stelle am Handgelenk hat. Kann es Zufall sein, dass Blixen vor Jahren bewusstlos aus dem Fluss gezogen wurde und keine Erinnerung an seine ersten 20 Lebensjahre besitzt? Blixen folgt Paul nach Deutschland, und es entwickelt sich ein Vexierspiel um Verlust, Identität und Sehnsucht, um Angst, Definitionen von Wirklichkeit und die Frage, wie sich über die Leerstelle sprechen lässt, die das Verschwinden eines Menschen in die Leben seiner Nächsten sprengt.
Rezension
"Ich habe knietief in diesem Buch gesteckt, gefühlt, was Paul gefühlt hat, wenn er Blixen angesehen hat, und ihm und auch Louise von Herzen gewünscht, dass sich alles aufklärt und gut wird. In jedem Fall hat sie hier ein Buch geschaffen, auf das man sich in Ruhe einlassen muss - einfach so zwischen Tür und Angel runter lesen wird ihm nicht gerecht.", licentiapoeticae.blogspot.de, 12.03.2016
Portrait
Katharina Hartwell, 1984 geboren, studierte Anglistik und Amerikanistik sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie war u.a. Gewinnerin des MDR-Literaturpreises und Stipendiatin des Landes Hessen und des Freistaates Sachsen. 2013 war sie die Sylter Inselschreiberin. Ihr erster Roman »Das Fremde Meer« wurde begeistert aufgenommen und mit dem Hallertauer Debütpreis und dem Förderpreis für phantastische Literatur Seraph ausgezeichnet. 2015 erschien ihr Roman »Der Dieb in der Nacht«. Sie lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 31.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8270-1279-1
Verlag Berlin Verlag
Maße (L/B/H) 187/173/32 mm
Gewicht 455
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Kundenbewertungen


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Bewegend & Berührend
von Sharon Baker von sharonbakerliest aus Mönchengladbach am 08.10.2015

Paul sitzt in einer Prager Kellerbar und traut seinen Augen nicht, der Mann ihm gegenüber, erinnert ihn an seinen seit zehn Jahren verschwundenen besten Freund Felix. Im ersten Moment ist er geschockt, im Zweiten nicht mehr sicher und im Dritten sieht er Felix gar nicht ähnlich. Aber trotzdem ist... Paul sitzt in einer Prager Kellerbar und traut seinen Augen nicht, der Mann ihm gegenüber, erinnert ihn an seinen seit zehn Jahren verschwundenen besten Freund Felix. Im ersten Moment ist er geschockt, im Zweiten nicht mehr sicher und im Dritten sieht er Felix gar nicht ähnlich. Aber trotzdem ist Paul angefixt und spricht den Fremden an. Sie verabreden sich und Paul erfährt, dass dieser Mann Ira Blixen heißt und sich an seine ersten 20 Lebensjahre nicht erinnern kann. Ist es dann Zufall, dass Paul ihm begegnet ist? Und warum erinnert er ihn so sehr an Felix? Wie er sich bewegt, spricht und er hat sogar sein Muttermal an der gleichen Stelle. Könnte es Felix sein? Und wenn nicht, warum begleitet Blixen Paul nach Deutschland? Ein Rätselspiel beginnt um Sehnsucht, Angst, Identität und immer der gleichen Frage, wo ist Felix? Als Erstes ist mir bei diesem Buch die tolle Covergestaltung ins Auge gesprungen, sie ist ein bisschen gruselig, düster und trotzdem anziehend. Wahrscheinlich ist es der Pinke Blickfang und dann der Name, der Dieb in der Nacht, dieser Titel hat mich einfach magisch angezogen, vielleicht weil er auch eine Überschrift für ein Märchen hätte sein können, außerdem stellte man sich direkt die Frage, was möchte der Dieb denn besitzen, entwenden, oder haben. Diese ganzen Punkte waren schon ein klares Ja für dieses Buch und dann erst las ich den Klappentext und war fasziniert. Was für ein schweres Thema, der ungewisse Verbleib, nein, Verlust eines Freundes, Bruders und Sohnes. Wie geht man damit um? Kann man sein Leben irgendwie weiterführen? Wie schließt man diese Lücke? Und kann man mit den unbeantworteten Warum‘s irgendwie lernen umzugehen? Dann begann ich den Roman zu lesen und stellte nach den ersten Seiten fest, dass diese Autorin eine unglaubliche Sprachgestaltung gewählt hat und diese im ganzen Buch beibehält. Sie beschwört eine düstere, nebelige, undurchdringliche Atmosphäre herauf und schafft so eine ganz besondere Stimmung. Dabei drückt sie sich sprachgewandt, bildhaft, kraftvoll und doch auch so poetisch aus. Ihre Figuren sind stark gezeichnet, mit Ecken und Kanten, die mit ihrem Verlust nicht umgehen können und ihr Leben so in Stand-by Modus behalten. Überhaupt hat es mir gut gefallen, das sie aus so einer einfachen Geschichte, so etwas Besonderes geschaffen hat, denn es geht in ihrem Werk ganz klar um die zurück gelassenen und nicht um den Verschwundenen. Sie nimmt sich wirklich dem schweren Thema an, denn in den seltensten Fällen bekommt nämlich die Familie, das Umfeld Antworten über den Verbleib des geliebten Menschen. Als erstes wird die Geschichte von Paul, dem besten Freund von Felix erzählt, dieser findet ja auch Blixen. Zuerst hatte ich Mitleid mit Paul, er leidet sehr unter den Verlust seines besten Freundes, aber auch er hat eine zweite Seite, die einen nochmals darüber nachdenken lässt. Denn Paul ist auch ein Freund, der gern alles von Felix gehabt hätte, die Familie, die Unbeschwertheit, seinen Erfolg und überhaupt alles. Er klammerte sich an ihn dran und hat alles genommen, was er bekommen konnte. Dann gibt es da Louise, die kleine Schwester, die immer etwas lauter, tollpatschiger und sturer war, als ihr großer Bruder. Sie hat sich immer nur als Anhängsel gesehen und konnte nie an Felix heranreichen. Nach dem Verschwinden von ihrem Bruder wurde es noch schlimmer, weil Louise nicht zurück ins Leben findet und den Kampf um Anerkennung und Liebe, in nichts tun umgewandelt hat. Diese beiden treffen zuerst auf Blixen, und obwohl Louise am Anfang skeptisch war, wandelt es sich bald um und wird ein Kampf um Aufmerksamkeit, Besitz und Einforderungen. Es ist wirklich schön dargestellt wie Paul und Louise versuchen Blixen für sich allein zu haben, um ihre Lücke zuschließen. Erst später merken sie, dass sie Wirklichkeit und Wahrheit nicht mehr auseinanderhalten können und sich in etwas hinein verstricken, wo sie langsam aber sicher die Kontrolle darüber verlieren. Agnes, Felix Mutter hingegen, ist zurück im Leben, sie unterrichtet wieder, hat einen neuen Partner und versucht für die zwei Kinder (sie sieht Paul auch als ihres an) da zu sein. Aber auch wenn sie nach außen hin gefasst, ja schon fast kalt wirkt, sieht es innen doch anderes aus, Schuld und falsches Handeln wirft sie sich vor und ist trotzdem machtlos dem ganz Gegenüber. Sie ist die Einzige, für die Blixen ein Schauspieler ist und doch ist sie von seiner Kunst beeindruckt und muss selber aufpassen, dass sie nicht auf seine Art reinfällt. Die ganze Chemie in diesem Buch ist stimmig und dieses Verwirrspiel um Blixen wirklich toll in Szene gesetzt. Als Leser spürt man die schwere Stimmung und fühlt die Düsternis im Leben von jedem einzelnen Charakter, dazu noch die Beklemmung und immer wieder die Bedrohung den Verstand zu verlieren, aber auch die Hoffnung endlich wieder Leben zu können. Katharina Hartwell hat mit ihrer, nicht immer einfachen, Geschichte was ganz Besonderes geschaffen und durch ihre drei Hauptcharaktere gibt sie uns auch einen ganz ausgezeichneten Umblick auf alles und wir fragen uns immer ist es wahr oder doch nur Wunschgedanke. Ein wirklich tolles Buch mit viel Tiefgang und einem perfektem Ende.

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Gespensterspuren
von einer Kundin/einem Kunden am 31.08.2015

Eigentlich wollte er nur zur Tankstellen gehen - und dann war er plötzlich weg. Das Verschwinden des damals 19-jährigen Felix bleibt für seinen besten Freund Paul, seine Mutter und Schwester auch zehn Jahre danach ein Rätsel. Ein Rätsel, das eine niemals zugewachsene Kerbe in das Leben der drei Hinterbliebenen... Eigentlich wollte er nur zur Tankstellen gehen - und dann war er plötzlich weg. Das Verschwinden des damals 19-jährigen Felix bleibt für seinen besten Freund Paul, seine Mutter und Schwester auch zehn Jahre danach ein Rätsel. Ein Rätsel, das eine niemals zugewachsene Kerbe in das Leben der drei Hinterbliebenen geschlagen hat und jeden von ihnen im vergangenen Jahrzehnt zutiefst geprägt hat. Doch unversehens begegnet Paul in Prag einem Mann namens Ira Blixen, der Felix gleichermaßen in subtile Dingen unglaublich ähnlich sieht wie er oberflächlich betrachtet fast keinerlei äußerliche Gemeinsamkeit mit ihm aufweist. Obwohl der Mann verneint der Verschwundene zu sein, bleibt doch eine unbestimmte Hoffnung: Der Mann, der sich Ira Blixen nennt, wurde vor einigen Monaten bewusstlos aus der Moldau gefischt und lebt seitdem ohne Erinnerung an sein vorheriges Leben. Als Blixen kurze Zeit nach Pauls Rückkehr nach Deutschland unvermittelt vor seiner Tür steht und bei ihm einzieht, um eventuell verschütt gegangene Erinnerungen wach zu rütteln, keimt in ihm und Felix’ Familie die Hoffnung auf, den verlorenen Sohn tatsächlich wiedergefunden zu haben. Doch: bald stellt sich heraus, dass der rätselhafte Künstler aus Prag ein perfides psychologisches Spiel mit Paul und Felix’ Schwester treibt und unheimliche Fäden zu ziehen scheint. Nach ihrem herausragenden Debüt „Das Fremde Meer“ erzählt Katharina Hartwell auch ich ihrem zweiten Roman eine Geschichte, die sich oftmals im Graubereich zwischen Wirklichkeit und Illusion, Wahrheit und Täuschung bewegt. Wenn das Gelingen des eigenen Lebens davon abhängt, eine bestimmte Wahrheit anzunehmen, wie viele Lügen ist man dafür bereit zu akzeptieren? „Der Dieb in der Nacht“ ist ein literarisches Vexierspiel und facettenreiches Psychogramm, das vor allem durch die strikte Reduzierung auf gerade einmal eine Hand voll handelnder Figuren besondere Intensität erlangt. Das Ende? Ist Überzeugungssache.

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Stil: Top - Story: Flop
von einer Kundin/einem Kunden aus dem Saarland am 07.10.2015

Rezension: Da mir Katharina Hartwells Debütroman „Das Fremde Meer“ sehr gefiel, war ich dementsprechend gespannt auf ihr neues Werk “ Der Dieb in der Nacht“. Der Klappentext und das düstere, aber verspielte Cover sprachen mich sofort an, also: auf in die Geschichte. Der Einstieg in die Story fällt leicht. Zu Anfang... Rezension: Da mir Katharina Hartwells Debütroman „Das Fremde Meer“ sehr gefiel, war ich dementsprechend gespannt auf ihr neues Werk “ Der Dieb in der Nacht“. Der Klappentext und das düstere, aber verspielte Cover sprachen mich sofort an, also: auf in die Geschichte. Der Einstieg in die Story fällt leicht. Zu Anfang bringt die Autorin in Form einer Vermisstenanzeige die Sache auf den Punkt und erwähnt im Anschluss recht zügig die weiteren Hauptpersonen – Luise, die Schwester des Vermissten, Paul, der beste Freund und nach einiger Zeit auch Agnes – die Mutter. Der Schreibstil ist angenehm, nämlich leicht zu lesen, aber trotzdem anspruchsvoll. Aufgeteilt ist das Buch in mehrere Teile (und darunter in Kapitel), welche zwar alle in der dritten Person verfasst wurden, aber den Augenmerk immer auf eine der Hauptpersonen legt. So erfährt der Leser nach und nach, wie die jeweilige Hauptperson den Tag von Felix‘ Verschwinden erlebte, wie sie zu Felix stand und wie sich die Zeit davor gestaltete. Vor allem über Paul erfährt der Leser so einiges – entwickelte er, als er Felix als Kind kennenlernte, beinahe eine Besessenheit gegenüber dem belesenen, beliebten Jungen und seiner Familie. Diese Besessenheit scheint kurzzeitig wieder aufzuflammen, als Paul beruflich Zeit in Prag verbringt und dort durch Zufall auf einen Mann trifft, in dem er Felix wiederzuerkennen meint. Der Verdacht, dass es sich um den verschollenen Freund handeln könnte, verhärtet sich, als er erfährt, dass der Mann, der sich Ira Blixen nennt, mit Gedächtnisverlust aus der Moldau gefischt wurde und sich in Prag als Künstler ein neues Leben aufbaute. Soweit, so gut. Eigentlich stellt dies eine gute Ausgangssituation für eine spannende Geschichte dar. Doch wie sich diese dann fortsetzt, sagte mir absolut nicht zu. Blixen taucht nach Pauls Rückreise in Berlin auf und nistet sich vorübergehend in dessen Wohnung ein. Doch ab diesem Zeitpunkt passiert irgendwie nichts mehr, das mich fesseln konnte. Blixen treibt irgendein Spiel – soviel steht fest. Doch was genau er vor hat, hat sich mir auch nach Ende des Buches nicht erschlossen. Er kommt neben Paul auch mit Luise und Agnes in Kontakt, zieht eine etwas gruselige Show ab und … das wars. Es gibt sicher Leute, die mehr mit der Geschichte anfangen können – wer allerdings eine Lektüre erwartet, die einen mitreißt und mitfiebern lässt, sollte von „Der Dieb in der Nacht“ besser die Finger lassen. Fazit: Vom Stil her richtig gut, doch die Geschichte könnte kaum enttäuschender sein.

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