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Der Distelfink

Ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis 2014 und nominiert für den Women's Prize for Fiction 2014

(55)
Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein und auf sich gestellt zurück, während sein Vater ihn schon lange im Stich gelassen hat. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter von seinem Weg ab und droht, in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt.
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 07.04.14
Donna Tartt gehört zu den Autorinnen, die gefühlt alle einhundert Jahre einen Roman schreiben. Aber wenn dann ein neuer erscheint, nun ihr dritter nach "Die geheime Geschichte" und "Der kleine Freund", dann ist es nicht weniger als ein geniales literarisches Meisterstück! Donna Tartt erzählt leidenschaftlich, bei ihr ist jede Beschreibung des kleinsten Gegenstands, jeder eigentlichen Unwichtigkeit, jedes kleinen und grossen Gedankens etwas, das man in sich aufsaugt. Das über 1000 Seiten durchzuhalten, das ist die Kunst. Den Werdegang von Theo Decker nach dem Tod seiner Mutter ist beängstigend gut dargestellt. Man fühlt, leidet und freut sich mit ihm. "Der Distelfink" ist grosse literarische Erzählkunst.
Portrait

Donna Tartt wurde in Greenwood, Mississippi, geboren. Während ihres Studiums am Bennington College, Vermont, begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman "Die geheime Geschichte" und schrieb sich damit unter die wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen Amerikas.

Ihr neuer Roman "Der Distelfink" belegte gleich Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste. Donna Tartt lebt abwechselnd in Charlottesville/Virginia und Manhattan.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 1024
Erscheinungsdatum 10.03.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-31239-9
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 224/149/55 mm
Gewicht 990
Originaltitel The Goldfinch
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
55 Bewertungen
Übersicht
46
6
1
2
0

Solides Handwerk
von einer Kundin/einem Kunden am 26.07.2014

Der Distelfink ist sprachlich schön, der Aufbau versiert strukturiert, die Geschichte interessant und phasenweise mit einem dezenten Humor gewürzt. Die Ausflüge in den von schrulligen und zwielichtigen Gestalten bevölkerten Kunstbetrieb, die mit Worten nicht greifbare Faszination eines Meisterwerkes, die Tartt irgendwie doch ganz gut beschreibt; einige gelungene Figuren wie... Der Distelfink ist sprachlich schön, der Aufbau versiert strukturiert, die Geschichte interessant und phasenweise mit einem dezenten Humor gewürzt. Die Ausflüge in den von schrulligen und zwielichtigen Gestalten bevölkerten Kunstbetrieb, die mit Worten nicht greifbare Faszination eines Meisterwerkes, die Tartt irgendwie doch ganz gut beschreibt; einige gelungene Figuren wie Theos Vater, sein Freund Boris oder die elegante Mrs. Barbour, all das und einiges mehr macht aus dem Distelfinken ein gutes Buch. Mehr ist es aber nicht. Existenzielle Themen, seelische Abgründe, philosophische Gedankenspiele, ein tieferer Sinn hinter allem, den so ein umfangreiches Buch in Andeutungen vermuten lässt - das alles wird nur angekratzt, aber nie ausgeführt und zu Ende gedacht. Und dafür, daß vieles an der Oberfläche dümpelt, und weil bereits vermittelte Vorgänge unangemessen gedehnt werden, hat das Buch ca. 500 Seiten zuviel. Weshalb (die für Apple Schleichwerbung betreibende) Tartt für dieses Buch 10 Jahre benötigt und außerdem einen Pulitzer dafür bekommen hat, ist mir ein Rätsel. Natürlich hat der motzende Leser es leicht, er selbst könnte so ein Buch niemals schreiben, aber es gibt viele Autoren, die es meiner Ansicht nach besser können.

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3 0
Der Distelfink - Donna Tartt
von einer Kundin/einem Kunden am 17.03.2014

"Der Distelfink" ist das dritte, ungeduldig erwartete Buch von Donna Tartt. Diese Ausnahme-Autorin hat ein Meisterwerk geschaffen. In dem Buch geht es um ein solches der Malerei, von Carel Fabritius aus dem Jahre 1654. Es ist ein kleines, eigentlich unscheinbares Gemälde, das, wenn man sich darauf einlässt, einen dauerhaft... "Der Distelfink" ist das dritte, ungeduldig erwartete Buch von Donna Tartt. Diese Ausnahme-Autorin hat ein Meisterwerk geschaffen. In dem Buch geht es um ein solches der Malerei, von Carel Fabritius aus dem Jahre 1654. Es ist ein kleines, eigentlich unscheinbares Gemälde, das, wenn man sich darauf einlässt, einen dauerhaft fesselt. Unscheinbar ist auch der Protagonist des Buches, der 13 Jahre alte Theo Decker, dessen Leben durch das Gemälde dramatisch verändert und begleitet wird. Auf der Ausstellung, die Theo mit seiner Mutter besucht, um das Gemälde (ihr Lieblingsgemälde) zu sehen, geschieht das Unfassbare: Er verliert seine geliebte Mutter, kann aber das Gemälde retten. Das Leben von Theo ist danach alles andere als geordnet. Von New York verschlägt es ihm nach Las Vegas; Drogen, Alkohol und Kriminalität gehören zu seinem Alltag als Jugendlicher und die unerfüllte Liebe zu Pippa. Schließlich gelingt es ihm in New York im Kunsthandel Fuß zu fassen. Doch dann tritt unerwartet das Gemälde wieder in sein Leben und verändert alles. Ich habe dieses Buch mit wachsender Begeisterung gelesen. Die Autorin schafft es, feinsinnig und nuanciert eine außergewöhnliche und ungemein spannende, mit überraschenden Wendungen versehene Geschichte zu erzählen. Man taucht in das Buch ein und es lässt einen nicht mehr los. Der absolute Lesegenuss.

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2 0
Sprachgewaltige Lebensgeschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus %3B505031984854217 am 15.06.2014

Ein großes Leid und eines, das ich erst anfange zu verstehen: Wir können uns unser eigenes Herz nicht aussuchen, Wir können uns nicht zwingen zu wollen, was gut für uns oder gut für andere ist. Wir können uns nicht aussuchen, wer wir sind. (S. 1.008) Theos Tag beginnt nicht besonders,... Ein großes Leid und eines, das ich erst anfange zu verstehen: Wir können uns unser eigenes Herz nicht aussuchen, Wir können uns nicht zwingen zu wollen, was gut für uns oder gut für andere ist. Wir können uns nicht aussuchen, wer wir sind. (S. 1.008) Theos Tag beginnt nicht besonders, er wurde von der Schule suspendiert und soll dort mit seiner Mutter vorstellig werden. Es regnet, die beiden sind wortkarg miteinander. Theo hat ein schlechtes Gewissen und dann auch wieder nicht, ein kleiner Fehltritt und schon macht die Schule ein Drama daraus. Aber seine Mutter zu enttäuschen tut ihm weh, ihr Schweigen, straft ihn. Bereitwillig stimmt er deswegen zu, eine aktuelle Kunstausstellung niederländischer Künstler in der 5th Avenue zu besuchen. Nicht lange nach ihrem Aufenthalt und als die beiden eigentlich schon wieder am Gehen sind, passiert das Schreckliche. Mehrere Bomben detonieren im Gebäude und richten eine Verwüstung sondergleichen an. Theodore bleibt wie durch ein Wunder so gut wie unverletzt. Auf der Suche nach seiner Mutter begegnet er einem Sterbenden, dessen Hand er hält. Das verwirrende Gespräch, dass er mit diesem Mann führt, leitet Theo dazu an, eines der bedeutendsten Gemälde der Ausstellung zu entwenden – den Distelfink von Carel Fabritius. Im allgemeinen Chaos entschlüpft Theodore durch einen Hinterausgang und flüchtet sich in die elterliche Wohnung. Erst als seine Mutter nicht nach Hause kommt beginnt er zu fürchten, ihr sei etwas zugestoßen. Als einige Zeit später die Fürsorge vor der Tür steht ist es gewiss – sie ist im Museum zu Tode gekommen. Für Theo beginnt ein Leben voller Unsicherheiten und die sich zunächst langsam drehende Abwärtsspirale droht bald ihn und alle seine Hoffnungen und Träume mit in den Abgrund zu reißen. Wir begleiten Theo durch sein bewegtes Leben, dabei hilft die verwendete Ich-Form den LeserInnen ganz schnell Teil von Theo’s Welt zu werden. Donna Tartt schreibt leichtfüssig einen Roman der genauso Gesellschaftskritik, wie Milieustudie aber auch Krimi oder metaphysische Weltanschauung sein kann. Dabei versteigt sie sich ab und an in wortreiche, detailgetreue Wiedergaben von Situationen, was aber nur in seltenen Fällen die Toleranz der LeserInnen übersteigen mag. Für manche vielleicht nicht einfach zu verdauen ist Tartts Hang zur Metaphysik und der allzu smoothe Ausgang der Geschichte, der sich nicht recht mit der zuvor aufgebauten Dramaturgie verbinden will. Insgesamt aber 1022 lesenswerte Seiten, die uns erschrecken und berühren werden und uns viele Gedanken in viele unterschiedliche Richtungen denken lassen werden.

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