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Der Fall

Roman

(1)
«Wenn die Zuhälter und Diebe immer und überall verurteilt würden, hielten sich ja alle rechtschaffenen Leute ständig für unschuldig! Und meiner Meinung nach muss gerade das verhindert werden.»
In einer atemberaubenden Beichte bekennt ein im Amsterdamer Hafenviertel untergetauchter Staranwalt Selbstgefälligkeit und Opportunismus als Triebfedern seines einstigen Rechtsbewusstseins. Für diesen Roman erhielt Albert Camus den Nobelpreis.
Portrait
Am 7. November 1913 wurde Albert Camus in Mondovi/Algerien als Sohn eines elsässischen Landarbeiters und einer Spanierin geboren. 1932 begann er in Algier Philosophie zu studieren. Er erlitt wiederholt Tuberkuloseanfälle. Nach Theatertourneen mit der Truppe von Radio-Alger und dem Ausschluss vom Staatsexamen - aus gesundheitlichen Gründen - gründete er 1937 das "Théâtre de l'Equipe". Als Jornalist prangerte er die kolonialen Ungerechtigkeiten in Algerien an. 1939 meldete er sich als Freiwilliger für den Kriegsdienst, wurde aber aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. 1940 wurde er aus Algerien ausgewiesen und ging als Reporter der Zeitung "Paris-Soir" nach Paris. Noch im gleichen Jahr kehrte er nach Algerien zurück, zog aber 1942 wieder nach Frankreich, wo er der Widerstandsgruppe "Combat" beitrat. 1943 wurde er von "Combat" nach Paris geschickt, wo er als Lektor beim Verlag Gallimard arbeitete. Hier wurde er Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". 1947 verliess er die inzwischen legale Zeitung, da das Blatt den Besitzer und die politische Linie wechselte. 1957 wurde er Direktor im Pariser Verlag Gallimard und erhielt den Nobelpreis für Literatur für seine "bedeutende literarische Schöpfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewissens in unserer Zeit beleuchtet". Der Schriftsteller, Dramatiker und Journalist starb am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall in der Nähe von La Chapelle Champigny in Frankreich.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 171
Erscheinungsdatum 02.01.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-25310-2
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 153/98/18 mm
Gewicht 130
Originaltitel La Chute
Auflage 2
Buch (gebundene Ausgabe)
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großartig
von einer Kundin/einem Kunden am 29.05.2010

In einem unnachahmlichen Monolog erklärt uns ein heruntergekommener, untergetauchter französischer Spitzenanwalt seine Sicht der Dinge. Eine geschliffene Sprache und der blanke Zynismus sind seine wesentlichen Charaktereigenschaften. "....ach ich sehe, daß diese umständliche Formulierung Ihnen auffällt! Nun, ich bekenne meine Schwäche für eine gewählte Ausdrucksweise und eine gehobene Sprache überhaupt.Sie dürfen mir... In einem unnachahmlichen Monolog erklärt uns ein heruntergekommener, untergetauchter französischer Spitzenanwalt seine Sicht der Dinge. Eine geschliffene Sprache und der blanke Zynismus sind seine wesentlichen Charaktereigenschaften. "....ach ich sehe, daß diese umständliche Formulierung Ihnen auffällt! Nun, ich bekenne meine Schwäche für eine gewählte Ausdrucksweise und eine gehobene Sprache überhaupt.Sie dürfen mir glauben, daß ich mir diese Schwäche selbst zum Vorwurf mache."........ " O Mädchen, stürze dich nochmals ins Wasser, damit ich ein zweites Mal Gelegenheit habe, uns beide zu retten!"........ Albert Camus hat für "Der Fall" den Nobelpreis erhalten.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Camus als Moralist und Philosoph versteht dennoch ausgezeichnet zu unterhalten. Sein zynischer Held ist umwerfend eindrücklich.

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Das System der Selbsttäuschung
von Hartmut Zimmer aus Alzenau am 01.01.2011
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

La Chute“ wurde 1956 veröffentlicht. 1957 folgte der Nobelpreis für Albert Camus. Camus schildert ein selbstgefälliges Doppelleben, bei dem tatsächliches Tun und wahre Überzeugung auseinanderfallen. Die Lüge liegt in der Diskrepanz zwischen rollengemäßen, öffentlichen Bekundungen und tatsächlichen, inneren Empfindungen. Das Gewissen hält diesen Zwiespalt schließlich nicht mehr aus: Das den... La Chute“ wurde 1956 veröffentlicht. 1957 folgte der Nobelpreis für Albert Camus. Camus schildert ein selbstgefälliges Doppelleben, bei dem tatsächliches Tun und wahre Überzeugung auseinanderfallen. Die Lüge liegt in der Diskrepanz zwischen rollengemäßen, öffentlichen Bekundungen und tatsächlichen, inneren Empfindungen. Das Gewissen hält diesen Zwiespalt schließlich nicht mehr aus: Das den fortgesetzten Selbstbetrug erkennende Individuum wird aus seiner angestammten Bahn geworfen. Das Komödiantisch-Ironische des Romans wurzelt in der Philosophie Camus‘: Alles Ernsthafte erscheint dem Autor absurd. Nur im Spielerischen könne Unschuld liegen, weil nur das Spielerische ohne verdeckte, hintergründige Intentionen agiere.

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