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Der namenlose Tag

Roman

(2)
Kriminalhauptkommissar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand und glaubt nun, ein Leben jenseits der Toten beginnen zu können. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beigestanden. Jetzt wird der Kommissar von dieser Konstellation eingeholt: Ludwig Winther tritt mit ihm in Kontakt; er ist der Vater des jungen Mädchens, das sich umgebracht haben soll, und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete.
Zwanzig Jahre sind vergangen, und Ludwig Winther glaubt noch immer nicht an den Selbstmord seiner Tochter. Er ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, »einen toten Fall zum Leben zu erwecken «. Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der »Gedankenfühligkeit «: Diese ist unnachahmlich und unübertroffen bei der Lösung der kompliziertesten und überraschendsten Fälle.
Friedrich Ani und seine Kunst der Konstruktion gewöhnlich-aussergewöhnlicher Kriminalistikrätsel; Friedrich Ani und seine Sprache, die vom Tod auf das Leben melancholisch gelöste Perspektiven wirft – Friedrich Ani und seine Kunst erreichen in seinem neuen Roman unvorhersehbare Dimensionen.
Rezension
»Friedrich Ani hat Franck mit einer neurotischen Energie ausgestattet, der man sich nur schwer entziehen kann, und man kann sich leicht vorstellen, dass dies der Auftakt einer neuen, erfolgreichen Reihe wird.«
Kolja Mensing, Der Tagesspiegel 15.08.2015
Portrait
Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele, Theaterstücke und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u.a. mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Seine Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Sein Roman Der namenlose Tag (2015), ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis, markierte Anis Wechsel zu Suhrkamp. Mit den Theaterstücken Der Gefangene und Freiheit des Willens stellt der Suhrkamp Theater Verlag Friedrich Ani als neuen Dramatiker vor.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 301, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.08.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783518741764
Verlag Suhrkamp
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Kundenbewertungen


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intelligente Krimilektüre
von einer Kundin/einem Kunden am 30.10.2015

Seit eingen Wochen schon ist Hauptkommissar Jakob Franck in Pension. Seine Vorstellung von einem geruhsamen Leben löst sich recht schnell in Luft auf. Auch im Ruhestand suchen ihn seine ehemaligen Fälle heim. Er kann nicht aufhören, an all die Gewaltverbrechen zu denken, die er je bearbeitet und zu lösen... Seit eingen Wochen schon ist Hauptkommissar Jakob Franck in Pension. Seine Vorstellung von einem geruhsamen Leben löst sich recht schnell in Luft auf. Auch im Ruhestand suchen ihn seine ehemaligen Fälle heim. Er kann nicht aufhören, an all die Gewaltverbrechen zu denken, die er je bearbeitet und zu lösen versucht hat. Eines Tages taucht bei Jakob Franck Ludwig Winther auf . Vor zwanzig Jahren wurde Winthers Tochter erhängt aufgefunden. Obwohl Ludwig Winther die ermittelnden Beamten seinerzeit immer wieder darauf hingewiesen hat, dass es kein Selbstmord, sondern Mord gewesen sein muss, ließ sich kein Fremdverschulden feststellen. Nun bittet er Jakob Franck, den Fall seiner Tochter noch einmal aufzurollen. Er möchte Gewissheit. Vielmehr aber möchte er , dass sich endlich seine Schuldlosigkeit bestätigt. Seit dieser Tragödie schwebt nämlich der Vedacht im Raum, dass der Vater in irgendeiner Weise etwas mit dem Selbstmord seiner Tochter zu tun hat. "Der namenlose Tag" von Friedrich Ani ist intelligente, spannende Krimilektüre

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Die Auflösung eines scheinbar unlösbaren Falls
von einer Kundin/einem Kunden aus Stuttgart am 22.09.2015

Jakob Franck ist als Kriminalhauptkommissar in den Ruhestand gegangen. Doch selbst wenn seine Frau inzwischen bei ihm ausgezogen ist, lebt er nicht allein in seiner Wohnung: All die Geister der Toten, deren Fälle er zu lösen hatte, kehren bei ihm wieder ein. Deshalb hat er immer einen Teller Kekse... Jakob Franck ist als Kriminalhauptkommissar in den Ruhestand gegangen. Doch selbst wenn seine Frau inzwischen bei ihm ausgezogen ist, lebt er nicht allein in seiner Wohnung: All die Geister der Toten, deren Fälle er zu lösen hatte, kehren bei ihm wieder ein. Deshalb hat er immer einen Teller Kekse und einen Tee auf dem Tisch stehen. Da holt ihn ein zwanzig Jahre alter Fall wieder ein: Damals hatte sich ein siebzehnjähriges Mädchen im Park an einem Baum aufgehängt. Jakob Franck hatte der Mutter die Todesnachricht überbracht und sie danach sieben Stunden lang im Arm gehalten. Ein Jahr später nahm sich auch die Mutter das Leben. Nun tritt der Vater des Mädchens auf ihn zu und bittet ihn, erneut zu ermitteln, er vermutet einen Mord: Ein benachbarter Zahnarzt wäre laut seiner Vermutung der Mörder. Gewissenhaft taucht Jakob Franck in die Ermittlungen ein. Seine Spezialität ist die „Gedankenfühligkeit“, sie hilft ihm bei der Lösung dieser Aufgabe, selbst wenn der „namenlose Tag“ schon zwanzig Jahre her ist und die Beteiligten glauben, sich gar nicht mehr daran erinnern zu können. In einer verschwurbelten Sprache mit vielerlei Schachtelsätzen, Wiederholungen, Wurmfortsätzen und Sätzen, die sich über mehrere Zeilen erstrecken schildert Friedrich Ani diesen Fall und stellt einen Ermittler vor, der sich in diesem Fall verbeißt und ihn durch seine besondere Art auch lösen kann. Vermutlich soll dieser anstrengende Sprachstil seinen Protagonisten charakterisieren, doch ich empfand ihn äußerst schwierig zu lesen. Immer wieder ging mir der Lesefluss verloren, weil ich am Ende des Satzes den Anfang und das Zwischendrin nicht mehr wusste. Ein Miträtseln war mir so kaum möglich, musste ich mich doch so sehr auf das Lesen und Verstehen konzentrieren. Schade, denn die Person dieses Ermittlers ist recht gut gelungen, er löst elegant und fast schon beiläufig einen Fall, der eigentlich unlösbar erscheint. Der Fokus der Schuldzuweisung wird dabei immer wieder verschoben, um dann zum Schluss die Verfehlungen aller Beteiligten aufzuzeigen und damit Einsichten gibt in ein tragödisches Geschehen, das auch im Nachhinein unaufhaltsam erscheint. Dadurch erhält das Buch eine äußerst düstere Atmosphäre, was durch das Coverbild in schwarz, grau und weiß noch unterstrichen wird. Ich habe mich bis zum Ende des Buches durchgebissen, und letztendlich muss ich zugeben, dass die Idee zu diesem Ermittler sowie die Auflösung dieses Falls sehr ausgeklügelt sind. Wenn nur nicht dieser anstrengende Schreibstil wäre!

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Sieben Stunden
von einer Kundin/einem Kunden aus Perpignan am 18.07.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Kriminalhauptkommissar Franck ist seit kurzem im Ruhestand. Doch noch kann er von den Toten nicht lassen. Na ja, vielleicht könnte er schon, wenn nicht Ludwig Winther bei ihm aufgetaucht wäre. Der Vater einer Selbstmörderin glaubt auch noch nach zwanzig Jahren, dass seine Tochter Opfer eines Verbrechens geworden ist. Sein... Kriminalhauptkommissar Franck ist seit kurzem im Ruhestand. Doch noch kann er von den Toten nicht lassen. Na ja, vielleicht könnte er schon, wenn nicht Ludwig Winther bei ihm aufgetaucht wäre. Der Vater einer Selbstmörderin glaubt auch noch nach zwanzig Jahren, dass seine Tochter Opfer eines Verbrechens geworden ist. Sein Leben liegt seit den damaligen Geschehnissen in Trümmern, seine Ehe zerbrach an den Ereignissen, seine Frau folgte der Tochter auf den Friedhof, der Hang zum Alkohol setzte Ludwig Winther zu. Franck hatte der Familie damals die Todesnachricht überbracht und der Mutter sieben Stunden lang beigestanden. So was vergisst man nicht. Schon gar nicht dieser Hauptkommissar, ein großer Zuhörer und Menschenfreund. Einer der sich beharrlich und behutsam in die Vergangenheit seines Gegenübers einfühlt und Seelen öffnet, ohne anbiedernd zu sein. Es sind die leisen Töne, die diesen Roman ausmachen. Wer temporeiche Spannung und außergewöhnlich grausame Psychopathen als Täter sucht ist mit dem Buch nicht gut bedient. Ani ist ein Erzähler des Alltäglichen. Es könnte die Familie deines Nachbarn sein über die er erzählt, fiel mir beim Lesen spontan ein. Meisterlich wie er den kleinbürgerlichen Mief jahrzehntelanger Trauerverarbeitung Schicht um Schicht abträgt und nur Sprachlosigkeit und Stumpfsinn generationsübergreifend übrig bleiben. Bier, Schnaps und Wein lassen manch Verzweifelten aus dem Leim gehen und spenden den Versagens geplagten Trost. Schweigen ist auch eine Antwort. Mehr als einmal löst König Alkohol für Franck die Zungen. Kein Wunder in diesem deprimierenden Vorstadtkosmos, von Ani treffend gezeichnet. Mich hat der Roman von der ersten Seite an überzeugt. Die grandiose Schlichtheit der Geschichte, die sattelfeste Konstruktion, eine Erzählweise für die Friedrich Ani im Marketingsprech den Titel „Alleinstellungsmerkmal“ beanspruchen dürfte, so eigen und einzigartig ist sein Stil, wobei er drei oder vier Mal sprachlich über das Ziel hinaus geschossen ist. Keine Ahnung, was er mir mit manchen Vergleichen sagen will. Dem gegenüber stehen aber im Dutzend wunderbare kleine Weisheiten, radikale Einsichten und geniale Beobachtungen, geschrieben von einem Großen seiner Zunft. Denn wer sonst könnte ein derart kleinkariertes Milieu, in einen funkelnden Literaturdiamanten verwandeln?

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Der namenlose Tag
von einer Kundin/einem Kunden aus Perpignan am 03.02.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Kriminalhauptkommissar Franck ist seit kurzem im Ruhestand. Doch noch kann er von den Toten nicht lassen. Na ja, vielleicht könnte er schon, wenn nicht Ludwig Winther bei ihm aufgetaucht wäre. Der Vater einer Selbstmörderin glaubt auch noch nach zwanzig Jahren, dass seine Tochter Opfer eines Verbrechens geworden ist. Sein... Kriminalhauptkommissar Franck ist seit kurzem im Ruhestand. Doch noch kann er von den Toten nicht lassen. Na ja, vielleicht könnte er schon, wenn nicht Ludwig Winther bei ihm aufgetaucht wäre. Der Vater einer Selbstmörderin glaubt auch noch nach zwanzig Jahren, dass seine Tochter Opfer eines Verbrechens geworden ist. Sein Leben liegt seit den damaligen Geschehnissen in Trümmern, seine Ehe zerbrach an den Ereignissen, seine Frau folgte der Tochter auf den Friedhof, der Hang zum Alkohol setzte Ludwig Winther zu. Franck hatte der Familie damals die Todesnachricht überbracht und der Mutter sieben Stunden lang beigestanden. So was vergisst man nicht. Schon gar nicht dieser Hauptkommissar, ein großer Zuhörer und Menschenfreund. Einer der sich beharrlich und behutsam in die Vergangenheit seines Gegenübers einfühlt und Seelen öffnet, ohne anbiedernd zu sein. Es sind die leisen Töne, die diesen Roman ausmachen. Wer temporeiche Spannung und außergewöhnlich grausame Psychopathen als Täter sucht ist mit dem Buch nicht gut bedient. Ani ist ein Erzähler des Alltäglichen. Es könnte die Familie deines Nachbarn sein über die er erzählt, fiel mir beim Lesen spontan ein. Meisterlich wie er den kleinbürgerlichen Mief jahrzehntelanger Trauerverarbeitung Schicht um Schicht abträgt und nur Sprachlosigkeit und Stumpfsinn generationsübergreifend übrig bleiben. Bier, Schnaps und Wein lassen manch Verzweifelten aus dem Leim gehen und spenden den Versagens geplagten Trost. Schweigen ist auch eine Antwort. Mehr als einmal löst König Alkohol für Franck die Zungen. Kein Wunder in diesem deprimierenden Vorstadtkosmos, von Ani treffend gezeichnet. Mich hat der Roman von der ersten Seite an überzeugt. Die grandiose Schlichtheit der Geschichte, die sattelfeste Konstruktion, eine Erzählweise für die Friedrich Ani im Marketingsprech den Titel „Alleinstellungsmerkmal“ beanspruchen dürfte, so eigen und einzigartig ist sein Stil, wobei er drei oder vier Mal sprachlich über das Ziel hinaus geschossen ist. Keine Ahnung, was er mir mit manchen Vergleichen sagen will. Dem gegenüber stehen aber im Dutzend wunderbare kleine Weisheiten, radikale Einsichten und geniale Beobachtungen, geschrieben von einem Großen seiner Zunft. Denn wer sonst könnte ein derart kleinkariertes Milieu, in einen funkelnden Literaturdiamanten verwandeln?

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Der namenlose Tag
von Herbert Mangl aus Wien am 22.01.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Jakob Franck, Kriminalkommisar im Ruhestand, bekommt eines Tages Besuch von Ludwig Winther. Winthers Tochter hat sich vor 20 Jahren das Leben genommen, ein Jahr später auch seine Frau. Diese beiden Tragödien haben Winthers Leben zerstört, aber er glaubt nicht an den Selbstmord seiner Tochter. Er möchte nun, dass Jakob... Jakob Franck, Kriminalkommisar im Ruhestand, bekommt eines Tages Besuch von Ludwig Winther. Winthers Tochter hat sich vor 20 Jahren das Leben genommen, ein Jahr später auch seine Frau. Diese beiden Tragödien haben Winthers Leben zerstört, aber er glaubt nicht an den Selbstmord seiner Tochter. Er möchte nun, dass Jakob Franck noch einmal ermittelt. Er glaubt, dass seine Tochter ermordet wurde. Franck lässt entspricht seiner Bitte und rollt den Fall, den er vor zwanzig Jahren schon einmal bearbeitet hat, noch einmal auf. Ohne die Beschränkungen seines beruflichen Umfeldes, aber auch ohne die entsprechende Unterstützung. Er versucht, den Fall anhand von Aussagen von Menschen aus dem Umfeld der Toten und deren Familie, aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und erlangt am Ende überraschende Ergebnisse. Dies ist kein klassischer Kriminalroman mit Tatverdächtigen, Verfolgungsjagden, falschen und richtigen Spuren und am Ende einem Täter. Hier wird vollkommen anders vorgegangen, vor allem steht am Anfang ein an sich abgeschlossener Fall, der angezweifelt und schliesslich nach sehr langer Zeit noch einmal untersucht wird. Was schon alleine wegen der großen zeitlichen Distanz sehr schwierig ist. Die Geschichte ist ziemlich brillant aufgebaut und sehr eindrucksvoll erzählt. Keine sehr laute Geschichte, aber einprägsam. Friedrich Ani zeichnet seine Charaktere sehr genau und sehr detailliert und am Ende scheint man sie sehr gut zu kennen und kann sich gut in die jeweilige Situation einfühlen. Die Gesamtgestaltung ist ausgezeichnet gelungen und unterstreicht den etwas melancholischen Grundton des Buches.

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Der namenlose Tag
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 26.11.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Seit einiger Zeit ist Jacob Franck nun schon Pensionär und weiß noch nicht so richtig was mit seiner freien Zeit anzufangen. Als Ermittler bei der Polizei war er für seine ungewöhnlichen Methoden bekannt. Er versetzte sich in die Gefühlswelten der Menschen um einen Todesfall herum und löste damit so... Seit einiger Zeit ist Jacob Franck nun schon Pensionär und weiß noch nicht so richtig was mit seiner freien Zeit anzufangen. Als Ermittler bei der Polizei war er für seine ungewöhnlichen Methoden bekannt. Er versetzte sich in die Gefühlswelten der Menschen um einen Todesfall herum und löste damit so einige schwierige Fälle, bei denen die reinen Fakten keinen Schluss zuließen. Nun steht plötzlich Ludwig Winther vor seiner Tür und bittet ihn um Hilfe. Vor über 20 Jahren wurde seine damals 17-jährige Tochter tot aufgefunden. Ein Fremdverschulden konnte zwar nicht restlos ausgeräumt werden, da alle sagten, Esther war melancholisch und die letzte Zeit sehr seltsam gewesen wurde die polizeiliche Untersuchung schnell beendet und der Fall als Selbstmord zu den Akten gelegt. Ein Jahr später erhängte sich Doris Winther in ihrem Garten. Ludwig verlor den Boden unter den Füßen, wurde Alkoholiker, verlor seine Arbeitsstelle und sein Haus. Durch glückliche Fügung fand er den Weg in ein normales Leben wieder zurück. Da er den Selbstmord seiner Tochter nicht glauben will, bittet er nun, nach so langer Zeit darum, diesen Fall nochmals zu untersuchen. Jacob Franck war damals der Übermittler der Todesnachricht. Auch wenn es in dem Roman um die Ermittlungen in einem ungeklärten Todesfall geht, ist es doch kein Kriminalroman. Die Aufklärung über die wirklichen Umstände des Todes sind wichtiger als die Frage ob es Selbstmord war oder wenn nicht, wer war der Täter. Die Lebensweise der Familie Winther und auch deren Vorgeschichten und weiterer Familienangehöriger nehmen den größten Raum ein. Welche Werte sind wichtig, was erwarte ich von anderen Menschen, wie erziehe ich mein Kind. All dieses beschreibt Friedrich Ani in einer ganz besonderen, auch lokal gefärbten, Sprache. Ein Krimi für alle, die keine Krimis mögen.

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Der namenlose Tag
von Sylvia Mangl aus Wien am 23.10.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Jakob Franck ist seit kurzem im Ruhestand, geschieden und lebt allein, fallweise mit den Geistern der Toten seiner Mordermittlungen, die ihn besuchen. Da taucht plötzlich Ludwig Winther bei ihm auf. Winthers Tochter Esther hat sich vor 20 Jahren im Park erhängt. Ein Jahr später folgte ihr seine Frau Doris.... Jakob Franck ist seit kurzem im Ruhestand, geschieden und lebt allein, fallweise mit den Geistern der Toten seiner Mordermittlungen, die ihn besuchen. Da taucht plötzlich Ludwig Winther bei ihm auf. Winthers Tochter Esther hat sich vor 20 Jahren im Park erhängt. Ein Jahr später folgte ihr seine Frau Doris. Jakob Franck kennt den Fall; er war derjenige, der Doris Winther seinerzeit die Todesnachricht überbrachte, und der Doris Winther in ihrer Schockstarre die halbe Nacht im Arm hielt weil ihr Mann nicht zu Hause war. Nun will Ludwig Winther, dass Jakob Franck den Selbstmord seiner Tochter nochmals untersucht – weil er nicht daran glaubt, dass sie sich selbst getötet hat. Weil er davon überzeugt ist, dass sie umgebracht wurde. Und Jakob Frack, der im Grunde seines Herzens nie aufgehört hat, ein Ermittler zu sein, beginnt – zuerst widerwillig, aber dann mit sehr viel Akribie, die Vergangenheit aufzurollen. Er spricht mit Verwandten, ehemaligen Schulfreunden des Mädchens und bringt Dinge ans Licht, die bei den ersten Ermittlungen niemals zur Sprache kamen. Das Debüt von Jakob Franck ist einfach grandios. Er erinnert ein wenig an Agatha Christies Hercule Poirot, der seine Fälle mit Hilfe der kleinen grauen Zellen löst. Hier ist es ähnlich. Jakob Franck denkt sich in seine Fälle, lebt sich in seine Fälle und löst sie von innen – ohne die große Show die Poirot hinterher abzieht. Jakob Franck ist ein Stiller, einer der die Menschen kennt und versteht und daher auch leicht ihr Vertrauen erlangt und so an Informationen kommt, die einem herkömmlichen Ermittler für gewöhnlich verwehrt bleiben. Es war dies mein erstes Buch von Friedrich Ani, aber sicher nicht das Letzte. Er schreibt einen ganz besonderen Stil und ich freue mich sehr, ihn gefunden zu haben.

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Tödliche Erinnerungen Leben lang
von Uli Geißler aus Fürth am 26.08.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Der seit etwa zwei Monaten pensionierte Kriminalkommissar Franck will eigentlich – irgendwie aber auch eigentlich nicht … - seinen Ruhestand langsam genießen lernen. Seine von ihm selbst sich ergebene Aufgabe als Todesnachrichtüberbringer soll ihr Ende gefunden haben. Als jedoch der Vater der sich vor zwanzig Jahren mit gerade mal... Der seit etwa zwei Monaten pensionierte Kriminalkommissar Franck will eigentlich – irgendwie aber auch eigentlich nicht … - seinen Ruhestand langsam genießen lernen. Seine von ihm selbst sich ergebene Aufgabe als Todesnachrichtüberbringer soll ihr Ende gefunden haben. Als jedoch der Vater der sich vor zwanzig Jahren mit gerade mal 17 sich erhängten Esther ihn bittet, den seiner Überzeugung nach Mord an seiner Tochter aufzuklären, lässt sich Jakob Franck samt seiner ihm eigenen Qualität der „Gedankenfühligkeit“ auf die Recherche ein. Mehr und mehr taucht er in die Lebens- und vor allem Gedankenwelt der nach außen unauffälligen Familie des Mädchens ein und entschlüsselt dabei selbst kleinste Anzeichen von Unstimmigkeiten der Geschichte. Seine Kontakte mit damaligen Zeuginnen und Zeugen, Klassenkameradinnen und Nachbarn lassen ein diffuses Bild der Geschehnisse entstehen, welches zunächst mehr dem Zweifel als der Klarheit Raum bietet. Als sich auch noch unsägliche Vorwürfe gegenüber Ludwig Winther ergeben, ist sich auch der erfahrene Franck zunächst unsicher. Doch seine Fähigkeit, hinter den Fakten auch die emotionale Wahrheit zu erspüren, lässt ihn schließlich eine ganz eigene Vorstellung zu den Hintergründen und Ursachen des jugendlichen Suizids entwickeln. Die Frage nach Schuld wird zum wesentlichen Handlungsleitfaden. Mit ausnahmsweiser Unterstützung seines früheren Kollegen und in Kenntnis des ihm fast zufällig überlassenen Tagebuchs der ebenfalls durch Selbsttötung ein Jahr nach dem Tod ihrer Tochter aus dem Leben gegangenen Ehefrau Winthers nähert sich der Kriminalist der Auflösung. Dem Lebensumstand des Protagonisten angemessen entfaltet der versierte Autor einen geradezu gelassenen, wenngleich nicht unspannenden Plot. Selbst hintersinnigste Gedanken sowohl des Rechercheurs als auch der von diesem befragten Personen werden lesbar, wodurch auch eigene Wertungen der Vorkommnisse aufkeimen. So wird man in das belastende Geschehen hineingezogen, um doch mit der so gelassenen kritischen Distanz Francks ebenso genügend Abstand zu dem sich Ereigneten behalten zu können. Eine tolle erzählerische Leistung, denn obwohl nichts wirklich drastisches geschieht - und bisweilen die allerdings doch etwas langatmig scheinenden Gefühle und Gedanken sich in dem Roman abwechseln - bleibt man in der traurige Melancholie ausstrahlenden Geschichte haften und klappt schließlich in gewisser Weise abgeklärt und verstehend das Buch am Ende zu. (c) 8/2015, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

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Innenansichten einer Familie
von einer Kundin/einem Kunden aus Markt Rettenbach am 23.08.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Der pensionierte Ermittler Franck führt kein einsames Leben. Zwar lebt er allein, er ist geschieden und nie Vater geworden, jedoch bekommt er regelmäßig Besuch. Der Besuch ist allerdings kein normaler, die Verstorbenen, mit denen er während seiner Berufslaufbahn konfrontiert war, besuchen ihn und er "bewirtet" sie. Der erste echte... Der pensionierte Ermittler Franck führt kein einsames Leben. Zwar lebt er allein, er ist geschieden und nie Vater geworden, jedoch bekommt er regelmäßig Besuch. Der Besuch ist allerdings kein normaler, die Verstorbenen, mit denen er während seiner Berufslaufbahn konfrontiert war, besuchen ihn und er "bewirtet" sie. Der erste echte Besuch seit Langem steht bald in Form von verwitweten Herrn Winther vor der Tür. Winther kannte Franck schon von Früher. Seine Tochter Esther beging vor 20 Jahren Selbstmord, ein Jahr danach auch seine Frau Doris. Winther besucht Franck, weil er so weit ist über die Dinge von damalszu sprechen, er vermutet dass es kein Selbstmord war, ein Zahnarzt aus der Nachbarschaft soll ein Verhältnis mit Esther gehabt und "nachgeholfen" haben und dann sind da die Gerüchte dass Winther selbst sich an seiner Tochter vergriffen haben soll... Friedrich Ani hat ein ruhiges, nachdenkliches Buch geschrieben. Actionszenen mit Knalleffekten sucht man vergebens, die Nähe des Lesers zu den Charakteren hat aber auch so genug Durchschlagskraft. Man ist nah an Winther, versteht seine Getriebenheit auf der einen und seine Erstarrung in Resignation auf der anderen Seite. Dieses Portrait eines gescheiterten Mannes, die Innenansichten einer oberflächlich heilen Familie lassen einen schaudern. Ein ausgezeichneter Krimi der mit homöopathischen Spuren an Blut auskommt und mich als Leserin nachdenklich zurücklässt. Dieses Buch ist für jeden Freund anspruchsvoller Krimis zu empfehlen.

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Jakob Franck ist beeindruckend!
von Evelyn Roewekamp aus Rostock am 05.06.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Wer Mankell liebt ,wird diesen Ermittler schätzen! Der Autor kann das. Ich war wirklich beeindruckt. Jakob Franck hat mich überzeugt. Der deutsche Krimi lebt!

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spannende Story
von einer Kundin/einem Kunden am 25.08.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Meine Meinung: Dieser Roman hat mir sehr gefallen. Die Spannung hat mich gepackt. Die Geschichte ist gut aufgebaut. Die Spannung steigert sich zunehmend. Der Sprachstil ist vorherrschend schön formuliert. Die Dialoge sind aufschlussreich und flüssig zu lesen. Die Sprache ist je nach Charakter passend auf den Charakter zugeschnitten und hilft dem Leser... Meine Meinung: Dieser Roman hat mir sehr gefallen. Die Spannung hat mich gepackt. Die Geschichte ist gut aufgebaut. Die Spannung steigert sich zunehmend. Der Sprachstil ist vorherrschend schön formuliert. Die Dialoge sind aufschlussreich und flüssig zu lesen. Die Sprache ist je nach Charakter passend auf den Charakter zugeschnitten und hilft dem Leser diesen besser zu verstehen. Die Charaktere können durch ihre authentische Handlungsweise bestechen. Man nimmt ihnen ab, was sie tun und kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Entwicklungen der einzelnen Charaktere sind glaubwürdig und angemessen. Gerade der Protagonist Franck ist sehr besonders und interessant. Das Buch ist ein wirklich spannender Krimi, welcher von seinem interessanten Protagonisten sowie den anderen Charakteren und dem guten Sprachstil sowie von genau dem richtigen Maß an Spannung lebt. Ich kann ihn empfehlen.

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Wie verkraftet man seine Vergangenheit
von einer Kundin/einem Kunden am 21.08.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Jakob Franck war Kriminalhauptkommissar in München und ist seit zwei Monaten im Ruhestand. Er leidet immer noch unter den Nachwirkungen seines Berufs, denn hin und wieder besuchen ihn die Toten, mit denen er zu tun hatte. Eines Tages bekommt Franck einen Anruf von Ludwig Winther. Dessen Tochter Esther... Jakob Franck war Kriminalhauptkommissar in München und ist seit zwei Monaten im Ruhestand. Er leidet immer noch unter den Nachwirkungen seines Berufs, denn hin und wieder besuchen ihn die Toten, mit denen er zu tun hatte. Eines Tages bekommt Franck einen Anruf von Ludwig Winther. Dessen Tochter Esther wurde vor über zwanzig Jahren erhängt im Park aufgefunden und ein Jahr danach hat sich Winthers Frau ebenfalls erhängt. Winther ist davon überzeugt, dass seine Tochter ermordet wurde und bittet Franck, den Fall aufzuklären. Franck hatte damals die Todesnachricht der Mutter überbracht, während Winther selbst auf einer Schulung in Salzburg war. Franck glaubt eigentlich an den Selbstmord , aber da es einige Ungereimtheiten gab, übernimmt er noch einmal die Ermittlungen auf privater Ebene, aber in lockerer Zusammenarbeit mit seinem früheren Kollegen, der den Fall ursprünglich betreut hat. Er redet mit ehemaligen Mitschülern, Nachbarn und anderen Beteiligten und erfährt viele Unstimmigkeiten. Irgendwann bekommt Franck eine Ahnung, was sich abgespielt haben könnte - er nennt das Gedankenfühligkeit - und findet letztendlich einen Zeugen. Friedrich Ani hat einen sehr einfühlsamen Kommissar geschaffen, der sich in die Psyche anderer Menschen hineindenken kann. Besonders deutlich wird das durch eine Szene, die mit dem eigentlichen Fall nichts zu tun hat, aber viel über den Kommissar aussagt. Das düstere Cover, das mich an eine Trauerkarte erinnert, passt gut zu der Stimmung des Buches.Der Schreibstil ist manchmal ein wenig schwierig, besonders am Anfang musste ich mich sehr konzentrieren, um der Handlung folgen zu können aber es hat sich definitiv gelohnt. Das Buch zeigt, durch welche Erlebnisse ein Mensch geprägt werden kann. Ein Kindheitstrauma sowie fehlenden Zuneigung und Alleingelassen werden führen in dieser Geschichte zu fatalen Handlungen und deren Folgen. Friedrich Ani führt den Leser ganz langsam und mit Respekt an ein sehr nachdenklich stimmendes Ende.

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Der namenlose Tag
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 16.08.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Ein neues Buch von Friedrich Ani weckt immer meine Neugier. Ich bin ein Fan seiner Bücher. Nun tritt ein neuer Kommissar in Erscheinung, der eigentlich gar keiner mehr ist, denn Hauptkommissar Jakob Franck ist seit 2 Monaten im Ruhestand. Er lebt zurückgezogen, nur die Toten aus den Verbrechen seiner... Ein neues Buch von Friedrich Ani weckt immer meine Neugier. Ich bin ein Fan seiner Bücher. Nun tritt ein neuer Kommissar in Erscheinung, der eigentlich gar keiner mehr ist, denn Hauptkommissar Jakob Franck ist seit 2 Monaten im Ruhestand. Er lebt zurückgezogen, nur die Toten aus den Verbrechen seiner Ermittlertätigkeit verfolgen ihn. Erst recht, als Ludwig Winther bei ihm vorstellig wird und ihn auffordert, den Mörder seiner Tochter zu finden.Esther Winther ist seit 20 Jahren tot. Ihr Fall wurde als Selbstmord eingestuft und nicht weiter verfolgt. Sie wurde erhängt aufgefunden. Jakob Franck war in die Ermittlungen nicht eingebunden, aber er hat der Mutter die Todesnachricht überbracht. Der Fall hat ihn nie mehr losgelassen, weil er sich immer wieder daran erinnert, wie er mit Esthers Mutter 7 Stunden lang in einer Umarmung im Hausflur gestanden hat. Nie wieder vorher oder nachher ist ihm so etwas passiert. Er läßt sich auf Winthers Forderung ein und beginnt mit seinen Nachforschungen. War es Selbstmord oder Mord? Es tauchen einige Verdächtige auf, und Jakob Franck geht jeder einzelnen Spur nach. Dem Leser erschließt sich nicht, was wirklich geschehen ist und erst am Ende des Buches kommt die Wahrheit ans Licht. So wird die Spannung hochgehalten bis zum Schluß. Ich mag den Schreibstil von Friedrich Ani und die treffenden Beschreibungen seiner Protagonisten. Er zeichnet düstere Familienbilder, in denen die Kinder immer die Leidtragenden sind. Als Erkenntis bleibt, daß Reden miteinander und Vertrauen zueinander geholfen hätten, Schreckliches zu vemeiden. Das Cover paßt hervorragend zu der düsteren Geschichte, die mit Jakob Franck sicher eine Fortsetzung bekommt.

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Ein interessanter Start in eine neue Reihe...
von Mundolibris aus Frankfurt am Main am 09.08.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Mir gefällt die Schreibweise Friedrich Anis, so auch dieses Mal konnte er mich mit seiner Schreibweise überzeugen. Die eigentlich durch das ganze Buch gehende etwas düstere Atmosphäre wusste zu gefallen und auch die eigentliche Ermittlungsarbeit und das Fehlen von Action, war für mich kein Grund mit dem Buch zu brechen.... Mir gefällt die Schreibweise Friedrich Anis, so auch dieses Mal konnte er mich mit seiner Schreibweise überzeugen. Die eigentlich durch das ganze Buch gehende etwas düstere Atmosphäre wusste zu gefallen und auch die eigentliche Ermittlungsarbeit und das Fehlen von Action, war für mich kein Grund mit dem Buch zu brechen. Es war mal etwas anderes, mal eine andere Herangehensweise die mir gut gefallen hat und gleichzeitig auch neugierig macht auf die folgenden Bände dieser Reihe. Die Figuren insbesondere aber die Hauptfigur wirken durchweg authentisch und glaubhaft. Mich hat besonders die detaillierte Beschreibung kleinster Details und der Stimmung überzeugt, was aber doch dem einen oder anderen etwas zu langatmig vorkommen kann. Ganz sicher ist das Buch keines, welches man so nebenher mal weg lesen kann. Man muss schon bei der Sache bleiben und konzentriert lesen. Teilweise erschienen die Informationen so, als wenn der Autor die etwas vertieft hat um diese für den Fortgang der Reihe vorzubereiten. Wer gute Dialoge und Spannende Unterhaltung mit einem überraschenden Ende mag, der ist hier bestens bedient. Für mich sind das in der Summe 4 von 5 Sternen.

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Der namenlose Tag
von einer Kundin/einem Kunden aus Mönchengladbach am 27.05.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Nach der Leseprobe war ich sehr gespannt auf diesen Krimi. Das Cover ist ansprechend gestaltet und greift auch mit seiner Leichtigkeit den inneren Zwiespalt des Kommissars bildlich auf. Beim Lesen allerdings wurde es für mich mühsam. Die Leseprobe hat bereits den größten Teil der Handlung vorweggenommen, nämlich das sich... Nach der Leseprobe war ich sehr gespannt auf diesen Krimi. Das Cover ist ansprechend gestaltet und greift auch mit seiner Leichtigkeit den inneren Zwiespalt des Kommissars bildlich auf. Beim Lesen allerdings wurde es für mich mühsam. Die Leseprobe hat bereits den größten Teil der Handlung vorweggenommen, nämlich das sich der Vater mit dem Selbstmord seiner Tocher nicht abfinden will und daher den pensionierten Kommissar Franck kontaktiert. Im weiteren Verlauf werden immer wieder Parallelen zwischen dem Vater und dem Kommissar gezogen. Nicht nur die Handlung hat sich für mich gezogen, auch der eigenwillige Schreibstil des Autors hat mir das Lesevergnügen genommen. Bei diesem Krimi handelt es sich nicht um ein Buch, welches man gemütlich nebenbei lesen kann, als Urlaubslektüre ohne weitere Ablenkungen ist es bestimmt besser geeignet. Gelegenheitsleser wären mit diesem Buch nicht gut beraten.

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anspruchsvoll
von einer Kundin/einem Kunden aus Bamberg am 24.04.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Friedrich Ani gehört bekanntlich zu den anspruchsvollen Krimi-Autoren. Dementsprechend sind seine Bücher mehr literarische Romane denn einfache Spannungslektüre. Nicht immer trifft er dabei das richtige Verhältnis zwischen den zwei Wünschen, die den Leser zu seinen Krimis greifen lassen. Diesmal lernen wir einen neuen Ermittler kennen in dem aktuellen Roman „Der... Friedrich Ani gehört bekanntlich zu den anspruchsvollen Krimi-Autoren. Dementsprechend sind seine Bücher mehr literarische Romane denn einfache Spannungslektüre. Nicht immer trifft er dabei das richtige Verhältnis zwischen den zwei Wünschen, die den Leser zu seinen Krimis greifen lassen. Diesmal lernen wir einen neuen Ermittler kennen in dem aktuellen Roman „Der namenlose Tag“. Es ist Jakob Franck, der bis vor kurzem noch Kriminalhauptkommissar in München war, aber jetzt bereits in den Ruhestand gegangen ist. Also ein etwas älterer Mann, der sich gerade auf das Leben ohne Mord und Totschlag einzustellen versucht. So recht will ihm das aber nicht gelingen. Die ehemaligen Fälle lassen ihn noch nicht los. Die Toten sitzen sogar bei ihm am Tisch und ringen um seine Aufmerksamkeit. Relativ gemächlich kommt die ganze Geschichte daher und die Spannung ist meist nur eine psychologische aber keine die auf Bedrohung oder aktueller Gewalt beruhen würde. Ein Vater bittet um die Aufklärung eines scheinbaren Selbstmordes seiner Tochter. Franck ist der Fall noch sehr präsent – auch weil die Mutter sich später umgebracht hat, fühlt er sich verpflichtet erneut nachzuforschen, was wirklich passiert ist. So ganz gelingt es Ani nicht, mich zu fesseln. Die seelischen Abgründe, die menschlichen Tragödien, die hier erzählt werden, sind durchaus interessant. Aber sein Erzählstil ist diesmal schon sehr behäbig und kreist so sehr um die Verzweiflung und das Trauma der Protagonisten, dass die Handlung dahinter zurückstehen muss und es mir an der richtigen Spannung gefehlt hat. Jakob Franck ist ein sympathischer und sehr sehr empathischer Mensch und man merkt ihm an, dass sein Berufleben ihn geformt und aufmerksam gemacht hat, für seine Mitmenschen. Der Mann hat sicherlich Potential aber mir hätte es gut gefallen, wenn ein bisschen mehr Action gewesen wäre.

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Ermittlungsmethode "Gedankenfühligkeit"
von Nisnis aus Dortmund am 19.02.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Inhaltsangabe: Vor 18 Jahren hielt Kriminalhauptkommissar Jakob Franck eine von Trauer überwältigte Mutter sieben Stunden lang stumm in seinen Armen, nachdem er ihr die Nachricht über den Tod ihrer Tochter überbrachte. Als Franck gerade mal zwei Monate pensioniert ist, kontaktiert ihn Ludwig Winther, der Vater des toten Mädchens. Dieser glaubt noch... Inhaltsangabe: Vor 18 Jahren hielt Kriminalhauptkommissar Jakob Franck eine von Trauer überwältigte Mutter sieben Stunden lang stumm in seinen Armen, nachdem er ihr die Nachricht über den Tod ihrer Tochter überbrachte. Als Franck gerade mal zwei Monate pensioniert ist, kontaktiert ihn Ludwig Winther, der Vater des toten Mädchens. Dieser glaubt noch immer nicht, dass die polizeilichen Ermittlungen eindeutig auf eine Selbsttötung durch Erhängen hinweisen, sondern er ist überzeugt, dass seine Tochter ermordet worden sei. Jakob Franck ist von dem Gespräch tief berührt. Mit Hilfe seiner ureigenen Methode der „Gedankenfühligkeit“ nimmt er die längst abgeschlossenen Ermittlungen des Falles in Eigenregie wieder auf, um die genauen Umstände, die zum Tode des jungen Mädchens führten, aufzuklären. Das Cover und der Titel: Das schwarz weiße Cover erscheint anmutig und edel. Ich vermute dass das Bild des Covers Rauch darstellen soll, der durch eine Luftbewegung sanft verwirbelt wird. Da der Herr Ex-Kommissar mit dem Vater eines toten Mädchens in einem Gespräch raucht, kann ich hier so den Zusammenhang zur Handlung herstellen. Der Titel „Der namenlose Tag“ ist die Bezeichnung für einen Tag, an dem ein Mensch gestorben ist, denn dieser Tag soll aus allen Gedanken und Kalendern gestrichen sein. Autoreninfos: Friedrich Ani, geboren 1959, lebt in München. Er schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele und Drehbücher. Sein Werk wurde mehrfach übersetzt und vielfach prämiert, u.a. mit dem Deutschen Krimipreis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis. Seine Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden machten ihn zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller. Reflektionen: Diesen außergewöhnlich leisen Schreibstil musste ich mit äußerster Genauigkeit erlesen, sonst hätte ich den Sinn der Geschichte niemals erfassen können. Zitat Seite 141: „Mitten im allgemeinen Aufbruchstrubel eines Freitags hatte die Frau ihre Richtung verloren; nun wartete sie – wie ein vergessener Koffer auf einem stillstehenden, aus dem Räderwerk gesprungenen Rollband, weit nach Mitternacht – auf jemanden, der das Licht wieder einschaltete; sie wartete auf einen Mechaniker, der ihr Gefüge reparierte oder ihr zumindest erklärte, wie es so weit hatte kommen können.“ Friedrich Ani erzaubert mit seinen Worten tiefgründige Emotionen aller Figuren hervor, die die Ermittlungsmethode „Gedankenfühligkeit“ des Kommissar Franck erst möglich machen. Eine durchaus neue und interessante Thematik, doch diese sprachliche Reise, um den Figuren die Emotionen zu entlocken, um das Ungesagte und das Unterlassene der Figuren zu bewerten, erfolgte ausschließlich melancholisch, leider sehr langsam und ohne jedes Tempo. Auch wenn der Plot eine anmutige Tiefe beherbergt, die ich gewöhnlich sehr mag, war ich leider nicht gefesselt, denn die Langatmigkeit fraß mein Lesevergnügen fast vollständig auf. Spannungshöhepunkte konnte ich bei dieser gedämpften Grundspannung nicht empfinden. Die Handlung ist voller Dialoge und gedanklichen Monologen, die alle in einem ähnlichen Sprachton geschrieben sind. Es gibt kaum ein rechts oder links, ein hoch oder runter. Ich empfand nur einen farblosen und zu monotonen Stil. Die Figuren sind schon sehr fein ausgearbeitet und die Charaktereigenschaften sind liebevoll bis engstirnig interessant kreiert und trotzdem konnte keine Figur meine Sympathien gewinnen. Dieser Kriminalroman ist ein unblutiges Schauspiel, das sich hauptsächlich auf Emotionen und Gedankenreichtum stützt. Meine Erwartungen an diesen Roman waren sehr hoch angesetzt. Ich erwartete ein literarisches Highlight und einen äußerst spannenden Roman. Literarisch bin ich durchaus hier und dort begeistert worden, doch die fesselnde Spannung blieb bedauerlicherweise aus, da mich die Stille des Romans nicht mitreißen konnte. Mein Fazit: Meine Empfehlung geht an diejenigen, die einer leisen Geschichte lauschen möchten und einen literarisch hochwertigen Schreibstil wertschätzen.

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Leider etwas langatmig
von Kathrin Luys am 31.01.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Der Kriminalhauptkomisar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand. Er hofft darauf endlich ein Leben jenseits der Toten führen zu können.Allerdings verfolgt ihn ein Fall der mittlerweile zwanzig Jahre zurück liegt. Sein Job war es Todesnachrichten zu überbringen. So auch damals, als er der Familie Winther mitteilen muss... Der Kriminalhauptkomisar Jakob Franck ist seit zwei Monaten im Ruhestand. Er hofft darauf endlich ein Leben jenseits der Toten führen zu können.Allerdings verfolgt ihn ein Fall der mittlerweile zwanzig Jahre zurück liegt. Sein Job war es Todesnachrichten zu überbringen. So auch damals, als er der Familie Winther mitteilen muss dass ihre siebzehnjährige Tocher sich das Leben genommen hat. Nach dieser langen Zeit meldet sich der Vater des jungen Mädchens, Er glaubt nicht daran, dass es Suizid war. Er ist fest davon überzeugt, dass seine Tochter umgebracht worden ist auch wenn die Polizeiakten etwas anderes sagen - Selbstmord durch Erhängen . Jakob Franck nimmt den Fall an, seinen ersten Fall nach seiner Pesionierung. Ich bin leider mit dem Schreibstil überhaupt nicht warm geworden. Ich konnt dem ganzen irgendwie schwer folgen und es kam für mich leider keine Spannung auf. Trotzdem gab es einige Stellen die mir dennoch ganz gut gefallen haben. Ich mochte das Buch leider nicht so gerne, was vielleicht daran liegt dass ich sehr gerne Krimis lese, die sehr viel Handlung und Spannung enthalten. Die Charaktere fand ich teilweise sehr gut ausgearbeitet, z.B. den Ex- Kommissar Franck. Aber teilweise haben mir die Personen auch nicht gefallen. Ich hatte das Gefühl, dass viele der befragten Personen in einen ewigen Monolog verfallen und alle die gleiche Art zu sprechen haben. Das hat es für mich sehr eintönig gemacht. Die Thematik fand ich aber ganz spannend, leider nicht so gut umegsetzt. Dennoch habe ich beschloßen dem ganzen drei Sterne zu geben, da mir das Buch in Erinnerung geblieben ist und mir doch recht nah gegangen ist, besonders die Familienverhältnisse der Familie Winther. Das ist mein erstes Buch was ich von Friedrich Ani gelesen habe. Ich glaube wer seine Art zu schreiben mag,und wenig Action erwartet wird dieses Buch mögen. Mein Fall war es leider nicht.

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Düster und schwermütig
von c-bird am 25.08.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Sein zwei Monaten ist der ehemalige Polizist Jakob Franck im Ruhestand. In seiner aktiven Zeit war er meist der Überbringer von Todesnachrichten. Bereits vor 18 Jahren geschieden und kinderlos führt er ein recht einsames Leben. Lediglich die Toten sind es, die ihn manchmal heimsuchen und an seinem Tisch Platz... Sein zwei Monaten ist der ehemalige Polizist Jakob Franck im Ruhestand. In seiner aktiven Zeit war er meist der Überbringer von Todesnachrichten. Bereits vor 18 Jahren geschieden und kinderlos führt er ein recht einsames Leben. Lediglich die Toten sind es, die ihn manchmal heimsuchen und an seinem Tisch Platz nehmen. Da erscheint plötzlich Ludwig Winther an seiner Tür und will einen alten Fall aufrollen. Bereits vor 21 Jahren verstarb seine damals 17jährige Tochter Esther. Erhängt an einem Baum wurde das Mädchen aufgefunden, der Fall als Selbstmord abgetan. Doch Winther glaubt nicht an einen Suizid, sondern beharrt darauf, dass Esther ermordet wurde. Franck selbst kann sich an den Fall gut erinnern, war er doch der Überbringer der Todesnachricht und verbrachte die halbe Nacht mit der Mutter der Toten. Nun erfährt er, dass auch Doris Winther, die Mutter Esthers sich ein Jahr nach dem Tod ebenfalls erhängt hat. Nach einer langen Nacht verspricht Jakob Franck, den Fall nochmals aufzunehmen. „Der namenlose Tag“ ist ein sehr düsterer und schwermütiger Roman. Zudem ist der Erzählstil nicht gerade flüssig, sondern fordert die volle Konzentration, um die teilweise kompliziert geschriebenen Sätze zu verstehen. In vielen und langen Gesprächen mit Verwandten und Bekannten Esthers versucht Jakob Franck herauszufinden, wie Esther damals wirklich war. War sie wirklich so schwermütig, wie man ihr nachsagte? Oder sollte man lieber anderen Gerüchten glauben? Jakob Francks Methode ist da eine eigene. Er folgt der Methode der „Gedankenfühligkeit“. Und tatsächlich hat Jakob damit Erfolg und es zeichnet sich nach und nach ein Bild über Esther und ihre Familie ab. Es geht in dem Buch zwar um einen alten Kriminalfall, doch zwischen den Zeilen trat immer wieder ein Thema hervor: die Einsamkeit im Alter, bei der oft der Alkohol der beste Freund des Einsamen ist. Ein Buch, das mich auf jeden Fall nachdenklich gemacht hat. Es ist gleichzeitig auch der Auftakt zu einer neuen Serie mit dem Ermittler Franck, doch die Schwermut in diesem Band haben leider nicht das Interesse an Folgebänden geweckt.

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Ein Verbrechen an der Wahrheit
von Janine2610 am 12.08.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Der Inhalt dieses Kriminalromans ist so melancholisch, freud- und farblos, wie sein Cover. In Anis Büchern herrscht zwar immer eine gewisse Melancholie und Schwere, aber in diesem Exemplar ist ja so gut wie jede Aussage einfach nur trist und negativ beschwerlich geprägt. Das war auch der Grund, warum mir... Der Inhalt dieses Kriminalromans ist so melancholisch, freud- und farblos, wie sein Cover. In Anis Büchern herrscht zwar immer eine gewisse Melancholie und Schwere, aber in diesem Exemplar ist ja so gut wie jede Aussage einfach nur trist und negativ beschwerlich geprägt. Das war auch der Grund, warum mir das Abtauchen in die Geschichte keine wirkliche Freude bereitet hat. Hie und da mal ein sarkastischer Gedanke hätte dem Ganzen sicher nicht geschadet, ganz im Gegenteil: das wäre bestimmt eine Auflockerung gewesen und hätte vielleicht ein wenig mehr Lesevergnügen beschert, aber so ganz ohne Positivität hat sich die Begeisterung bei mir eher in Grenzen gehalten. Was soll ich zu den Charakteren sagen? Der pensionierte Kommissar Jakob Frank ist ein seit 20 Jahren allein lebender, geschiedener, schweigsamer Mann, der, so hatte ich das Gefühl, den ganzen Tag damit beschäftigt ist, seine Gedanken zu ordnen und nachzudenken. Für mich war Jakob Franck weder besonders sympathisch, noch unsympathisch. Eher langweilig. Ja, langweilig trifft es ganz gut. Ein ganz und gar farbloser Typ, der scheinbar aber auch nicht davor zurückschreckt, eine Frau, der er eine Todesnachricht überbringen musste, für mehrere Stunden fast reglos zu umarmen. Dieses Verhalten war aber leider auch das einzige, das halbwegs interessant an ihm war. Gar nicht verstanden habe ich Ludwig Winther. - Warum kommt er erst ganze 20 Jahre später drauf, den Selbstmord seiner Tochter neu aufrollen lassen zu wollen? Eine Erklärung dafür konnte ich bis zum Schluss nicht herauslesen. In diesem Buch wurde mir allgemein viel zu viel geschwiegen. Es wurde zu viel verschwiegen, was schon vor Jahren hätte gesagt werden sollen und den Protagonisten evtl. Erleichterung verschafft hätte. Aber da sieht man mal wieder, was dieses Nichtreden über schwierige Dinge/Situationen bewirken kann: Depressivität, Passivität, Misstrauen und Griesgrämigkeit. Vor allem aber lässt das Schweigen sehr viel Raum für Fantasie und andere Hirngespinste offen. Mir ist es auch so vorgekommen, als würde in den Ermittlungen nichts weitergehen, weil keiner mit Franck offen, ehrlich und vollständig reden wollte oder konnte. - Das fand ich so anstrengend und teilweise richtig nervtötend. Die Handlung war in meinen Augen also eher lahm - nicht zuletzt, weil diese sich hauptsächlich gedanklich oder in Gesprächen (mit Angehörigen der erhängten Esther) in irgendwelchen Cafés oder Restaurants abgespielt hat. "Der namenlose Tag", mein neuntes Buch von Friedrich Ani, war eine kleine Enttäuschung für mich, da habe ich schon weitaus Rasanteres und vor allem Interessanteres vom Autor gelesen. Ich frage mich jetzt natürlich auch, weil dieses Buch hier ja den Auftakt einer Reihe darstellen soll, ob Jakob Franck in weiterer Folge nun tatsächlich dauernd von jemandem kontaktiert wird, der möchte, dass er einen Fall für ihn löst bzw. ob der pensionierte Kommissar sich in Zukunft einfach in irgendwelche momentanen Ermittlungen einmischen wird? Ich möchte der Reihe, obwohl ich meine Kritikpunkte zu diesem Buch schon als sehr groß empfinde, trotzdem eine Chance geben, denn von Ani bin ich normalerweise wirklich Besseres gewohnt.

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