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Der Osten ist ein Gefühl

Über die Mauer im Kopf

(1)
Einmal Ossi, immer Ossi?
Auch heute noch ist die Mauer in den Köpfen der Menschen nicht verschwunden. Das erfährt Anja Goerz in ihrer täglichen Rundfunkarbeit. Deshalb wollte sie es genauer wissen: Warum fühlen sich im Osten sozialisierte Menschen oft so ungerecht behandelt? Stimmen die Behauptungen über das Verdrängen der Ossis von den Spitzen der Universitäten, Gerichte und Kliniken? Waren die Ossifrauen wirklich so viel emanzipierter? Haben die Wessis einfach alles plattgemacht und nach ihren Regeln umgebaut?
Anja Goerz stellt ganz unterschiedliche Menschen aus der ehemaligen DDR vor. In die Porträts ist viel Biografisches eingeflossen, erzählt wird aber auch von Motivationen und Haltungen, Verletzungen und Chancen. Und es gibt auch den umgekehrten Blick von West nach Ost.
So unterschiedlich die Erinnerungen sind, so haben sie doch die DDR-Herkunft als starkes Identitätsmerkmal gemein. »Ossi-Sein«, so zeigt sich, ist keine Generationen-Frage und keine Frage des Berufes, sehr wohl aber eine des Gefühls.
»Ein Glück ist, dass Anja Goerz, eine westdeutsche Moderatorin, an der Nahtstelle des RBB kundige Menschen zusammengebracht hat, die erlebt und geschrieben haben, was an unterschiedlichem Denken und Empfinden noch immer geblieben ist. Das ist für Ost- wie Westdeutsche zum Teil aufregend, jedenfalls von gleichem Interesse. Dem Buch ist grosse Verbreitung zu wünschen.« Egon Bahr
Rezension
»Mit ihrem Interview-Buch ›Der Osten ist ein Gefühl‹ schaltet sich Anja Goerz sehr behutsam in die festgefahrene Diskussion über Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen ein. ... Es ist eine grosse Leistung, wie es die Autorin geschafft hat, sich Zugang zu den Gefühlen der Gesprächspartner zu verschaffen.«
Steffen Kühn, Leipzig Almanach.de 28.03.2014
Portrait
Anja Goerz, geboren 1968, ist gelernte Fotografin und seit 1989 Radiomoderatorin. Sie ist auf dem nordfriesischen Festland nahe Sylt aufgewachsen. Heute arbeitet sie beim Radiosender radioeins/rbb und beim Nordwestradio Bremen. Sie lebt mit Mann und Sohn in Falkensee bei Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 208, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 24.03.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783423422369
Verlag dtv
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Das Buch gefällt mir sehr gut
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 09.11.2016

Da ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen bin, ich bin Jahrgang 1946, habe ich die in diesem Buch beschriebenen Situationen hautnah miterlebt und kann das meiste nachvollziehen. Viele Dinge, die längst in Vergessenheit geraten sind, werden beschrieben und die Erinnerungen werden wieder wach. Insofern ist es im weitesten Sinne... Da ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen bin, ich bin Jahrgang 1946, habe ich die in diesem Buch beschriebenen Situationen hautnah miterlebt und kann das meiste nachvollziehen. Viele Dinge, die längst in Vergessenheit geraten sind, werden beschrieben und die Erinnerungen werden wieder wach. Insofern ist es im weitesten Sinne die Beschreibung meiner Kinder- und Jugendzeit. Dementsprechend groß war die Beachtung und Freude, mit der ich dieses Buch gelesen habe. Ich finde es toll. Mit freundlichen Grüßen Frank Leischer 09.11.2016

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Ein Buch für Ost- und Westdeutsche
von Katzenpersonal Kleeblatt aus Berlin am 30.03.2014
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Anja Goerz, die Autorin dieses Buches, ist Radiomoderatorin beim rbb, wo die Besetzung des Senders sowohl mit Menschen aus dem Westen wie auch aus dem Osten besteht. Von dort kam auch der Anstoß, dieses Buch zu schreiben. Sie hat viele Prominente, aber auch "Otto-Normalverbraucher" befragt, wie sie rückwirkend gesehen, die Zeit... Anja Goerz, die Autorin dieses Buches, ist Radiomoderatorin beim rbb, wo die Besetzung des Senders sowohl mit Menschen aus dem Westen wie auch aus dem Osten besteht. Von dort kam auch der Anstoß, dieses Buch zu schreiben. Sie hat viele Prominente, aber auch "Otto-Normalverbraucher" befragt, wie sie rückwirkend gesehen, die Zeit in der DDR verbracht haben, welche Erinnerungen geblieben sind, was als gut und was als schlecht empfunden wurde. Unter den Prominenten befinden sich z.B. Sebastian Krumbiegel, Sänger der Prinzen, Achim Mentzel, Inka Bause, aber auch ein ehemaliger Direktor der Charité oder ein Polizist. Einige von ihnen durften aufgrund ihres Berufes schon zu DDR-Zeiten ins westliche Ausland reisen, andere hatten sich in der DDR mit der Tatsache arrangiert, dass das erst mit Eintritt ins Rentenalter geschehen würde. Es gibt gute und schlechte Erinnerungen. Viele haben von ihrer Kindheit in der DDR gute Erinnerungen. Schlechte Erinnerungen gehen in die Richtung der unterschiedlichen Versorgungslage in der DDR. Berlin und Leipzig wurden als Vorzeigeobjekte für das westliche Ausland natürlich anders beliefert als der Rest der Republik. Ein großer Kritikpunkt geht an die Wessis, dass sie sich nicht für den Osten interessieren, für die Menschen im Osten. Während zu DDR-Zeiten bei vielen, wenn auch im Geheimen, Westfernsehen geguckt wurde, um zu erfahren, wie es im anderen Teil Deutschlands aussah, so stieß das Interesse nicht auf Gegenliebe. Auch heute noch kann man die Frage hören, was sie denn im Osten sollten. Jeden der Befragten bewegte etwas anderes, blieben andere Erinnerungen hängen. Einige kamen mir vertraut vor, andere konnte ich mit den Augen von den jeweiligen Personen sehen, die ich so nicht empfunden oder gewusst habe. Jeder der Befragten hat auch in seinem privaten Fotoalbum geblättert und für den Leser ein Foto hinterlassen. Bilder wie die mit Telefon im Kindergarten oder dem Löwenbaby im Tierpark finden sich auch in meinem Fotoalbum, die waren damals Standard. Viele Wahrheiten, die dem westlichen Leser sicher nicht geläufig sind, werden angesprochen. Nicht jeder ging in der DDR den einfachen Weg und lief im Trott mit. Einige eckten an, gingen dafür auch ins Gefängnis, anderen wurde nahegelegt, doch lieber die DDR zu verlassen, wieder andere wollten sie verlassen, konnten oder durften das jedoch nicht tun. Es ist eine interessante Zusammenstellung von Interviewpartnern, die sich Anja Goerz hier zusammengestellt hat. Nicht nur ehemalige "Ostler" kommen hier zu Wort, auch einige "Westler" wurden befragt. Für mich war dieses Buch zum Teil ein Blick in die Vergangenheit, denn auch ich bin in der DDR groß geworden und kann bei vielem, da Jahrgang 1958, mitreden. Einiges hatte ich schon wieder vergessen, anderes war noch so present wie damals. Anja Goerz legt mit diesem Buch ein Werk vor, das sowohl West- wie auch Ostdeutsche anspricht. Man kann der Autorin nur wünschen, dass ganz viele das Buch lesen werden, zum einen, um sich nochmal zu erinnern, zum anderen, um uns Ostdeutsche ein wenig kennenzulernen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Unterstützung des Deutschen Geschichtsverständnisses
von Uli Geißler aus Fürth am 27.04.2014
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Der Fall der Mauer ist inzwischen für viele Menschen genau so lange her, wie damals das Kriegsende bei Eintritt in den Kindergarten. Trotzdem existiert in vielerlei Köpfen noch ein merkwürdiges Herablassungsgefühl gegenüber der jeweils anderen Deutschen – sowohl in Richtung Osten vom Westen, als auch andersherum Richtung Westen vom... Der Fall der Mauer ist inzwischen für viele Menschen genau so lange her, wie damals das Kriegsende bei Eintritt in den Kindergarten. Trotzdem existiert in vielerlei Köpfen noch ein merkwürdiges Herablassungsgefühl gegenüber der jeweils anderen Deutschen – sowohl in Richtung Osten vom Westen, als auch andersherum Richtung Westen vom Osten her. Weshalb das so ist, weiß niemand, Vorurteile, bisweilen auch Urteile begründen sich eher emotional denn rational. Besonders, wenn es Jüngere sind, die negativ konnotiert von „Ossis“ oder „Wessis“ sprechen. Die Autorin Anja Görz lässt in ihren Interviews Deutsche zu Wort kommen, die Entweder-Oder-Einschätzungen abgeben, die erzählen, was für sie der Fall der Mauer und damit der Untergang eines lange Zeit als Status Quo existierender zwei Staaten Deutschland bedeutete. Einfühlsam und eindrucksvoll sind die Erinnerungen und Meinungen der teilweise Prominenten wie beispielsweise Sebastian Krumbiegel („Die Prinzen“) oder Inka Bause, aber auch zufällig ausgewählter und eher unbekannter Personen wie die damals mit der Auszahlung von Begrüßungsgeld betrauten Bankauszubildenden Stephanie Jansen. Es wird deutlich, dass sich die Heimat der Menschen auf beiden Seiten verändert hat und jede und jeder diese Entwicklung unterschiedlich wahrnahm und einschätzt. Die Wende zum Guten oder Schlechten hängt eben nicht von kurzzeitig hoch geputschter politischer Euphorie, monetärem Zugewinn oder Verlust ab, sondern vom Einfinden in neue Zusammenhänge beruflicher und privater Art. Kaum angesprochen sind die extremen Enttäuschungen durch entdeckte Beteiligung von Freunden, Familienangehörigen oder Nachbarn an Bespitzelung oder Verrat. Das ist aber vermutlich auch am leichtesten nachzuvollziehen, welche Wunden in Herz und Seele so etwas hinterlässt. Interessant aber sind die Aussagen der Befragten über die auch vorhandenen inneren Bindungen an das Heimatland derer, die vermeintlich durch den Systemwandel im Osten dieses ganz plötzlich verloren haben. Besonders Westdeutsche können und sollten nach der Lektüre dieses Buches über ihre oft vorherrschende Uninteressiertheit am ausgeblendeten Teil Deutscher – und damit auch ihrer - Geschichte nachdenken. (c) 4/2014, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.

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