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Der unsichtbare Gast

Roman

(3)
Auf Gut Glimmenäs lebt in einem ehemals herrschaftlichen Haus Florence Wendman, die umgeben ist von tickenden alten Uhren. Ihre innere Uhr ist 1943 stehen geblieben, da war sie ein junges Mädchen.
Um sie herum hat sie eine Gruppe junger Leute, die ihr zu Diensten sind. Als Sekretärin, als Köchin, als Hausmeister, als Chauffeur. Die alte Dame kann ihnen bieten, was sie anderswo nicht gefunden haben: Unterkunft und eine Arbeit, von der sie leben können. Die jungen Leute fühlen sich auf dem verfallenden Gutshof wohl. Der Weinkeller ist gefüllt, die Kleider aus den 40er Jahren, die sie zu tragen haben, sind schön, der Ort wirkt verzaubert. Sie bewirten Florence' Gäste, die in Wirklichkeit lange tot sind. Sie sind Schauspieler in einem Stück, das Florence' Leben war.
Als aber ein weiterer Besucher auf das Gut kommt, der alles auf den Kopf stellt, zeigt die Inszenierung Risse. Wer ist dieser junge Mann, der nach Florence' Testament fragt? Wie weit werden sie gehen, um ihr angenehmes, weltfremdes Leben gegen ihn zu verteidigen?
Vom romantischen Märchen zum fesselnden Thriller – Marie Hermanson erzählt von einer eingeschworenen Gruppe junger Menschen, die sich in einem nicht enden wollenden Sommer wohlig im Universum ihrer geheimnisvollen Gastgeberin eingerichtet haben – bis die Welt, die sie hatten hinter sich lassen wollen, unaufhaltsam durch die Ritzen des Gemäuers dringt.
Rezension
"Es fällt schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen, wenn man es einmal begonnen hat. Genau die richtige Lektüre für einen kühlen Herbstnachmittag."
Isa Schikorsky, Lesart 3/2015
Portrait

Marie Hermanson, 1956 geboren, lebt in Göteborg und hat etliche Jahre ihres Lebens als Journalistin gearbeitet. Sie debütierte mit einer Sammlung von Erzählungen, die, so ein schwedischer Kritiker, Zeichen sind »einer grossen, sich entwickelnden Autorin, welche die altnordische Saga mit den besten Exempeln angloamerikanischer Fantasy und Science-Fiction zu vereinen versteht und deren Wurzeln bis hin zu Poe reichen«. Sie erhielt für ihren Roman Die Schmetterlingsfrau (1995) den renommierten schwedischen August-Preis. Mit ihrem Roman Muschelstrand (1998) gelang ihr der internationale Durchbruch.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 244
Erscheinungsdatum 06.09.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-17648-0
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 213/134/25 mm
Gewicht 375
Originaltitel Skymningslandet
Auflage 1
Buch (Paperback)
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Der unsichtbare Gast
von miss.mesmerized am 16.09.2015

Frustriert von ihrem Hoteljob will Martina ihr Leben ändern. Da trifft es sich gut, dass sie ihrer alten Freundin Tessan begegnet, die sie mit auf Gut Glimmenäs nimmt, wo sie einer alten Dame, Florence, als Dienstmädchen zu Hand geht. Florence lebt in einer anderen Welt, die Zeit scheint in... Frustriert von ihrem Hoteljob will Martina ihr Leben ändern. Da trifft es sich gut, dass sie ihrer alten Freundin Tessan begegnet, die sie mit auf Gut Glimmenäs nimmt, wo sie einer alten Dame, Florence, als Dienstmädchen zu Hand geht. Florence lebt in einer anderen Welt, die Zeit scheint in den 1940er Jahren stehen geblieben und sie erwartet von den Menschen um sie rum, dass sie in ihrer Welt leben. Schnell findet sich Martina zurecht du ist regelrecht verzaubert von diesem seltsamen Ort. Doch die Idylle wird bald schon gestört, als neue Besucher sich hinzugesellen und das Schauspiel ins Wanken bringen. Marie Hermanson hat einen Roman geschrieben, der zwischen den Genre wandelt. Es kommen sozialkritische Momente vor, die den Wunsch nach der Flucht aus der Realität verstehen lassen; psychologische Aspekte wie Florence Eingerichtet sein in einer nicht mehr existenten Welt, die sich zusammenreimt und immer wieder neu erfindet. Hinzu gruppendynamische Prozesse, als sich eine ganze Schar junger Menschen versammelt und einzelne mit unterschiedlichen Motiven manipulativ das Beste aus der Situation für sich zu holen versuchen. So entsteht eine gewisse Spannung über das, was zwingend aus den zunehmenden Konflikten entstehen muss, aber auch aus der Frage, wie viel von dem, was die alte Dame zusammenphantasiert, doch ihrer fiktiven Realität entspricht. Fazit: ein unterhaltsamer Roman mit unerwarteten Entwicklungen, der die Option einer Realitätsflucht durchspielt, nur um die Figuren wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen.

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Eine spannende wie tiefsinnige Geschichte. Prädikat Lesenswert
von Wedma am 16.09.2015

Es ist eine gekonnt erzählte Geschichte, die der heutigen Gesellschaft Spiegel vor Augen hält und die unschönen Seiten sichtbar werden lässt. Martina, die Erzählerin, ist eine junge Frau ohne Ausbildung oder Studium, die nach wenig erfreulichen Versuchen gute Arbeit zu finden auf dem Landgut Glimenäs landet. Ihre ehem. Schulfreundin... Es ist eine gekonnt erzählte Geschichte, die der heutigen Gesellschaft Spiegel vor Augen hält und die unschönen Seiten sichtbar werden lässt. Martina, die Erzählerin, ist eine junge Frau ohne Ausbildung oder Studium, die nach wenig erfreulichen Versuchen gute Arbeit zu finden auf dem Landgut Glimenäs landet. Ihre ehem. Schulfreundin Tessan, die Martina zufällig vor einem Kaffe in der Stadt trifft, bringt sie dorthin. Tessan pflegt auf dem Gut eine achtzigjährige vermögende Dame Florence, die in der Vergangenheit, in den 40-ger Jahren des letzten Jahrhunderts, verfangen zu sein scheint. Martina wird Florence vorgestellt und erhält ein Angebot, als Sekretärin bei ihr zu arbeiten. Martina willigt ein und zieht nach Glimenäs. Das gut ist groß und das Haus bietet Platz für ein 16-Jähriges Mädchen und zwei junge Männer, die später dort landen. Florence behandelt alle respektvoll und bietet den jungen Leuten ohne Arbeit und jegliche Perspektive, diese zu bekommen, ein Dach über dem Kopf und eine halbwegs bezahlte Arbeit, für die sie sich nicht kaputt zu machen brauchen. Sie dürfen sich außerdem aus ihrem Keller mit besten Weinen bedienen, an Essen und Freizeit mangelt auch nicht. Was daraus wird, das muss man lieber selbst lesen. An manchen Stellen war ich regelrecht schockiert: Das kaltherzige Verhalten der Eltern zu ihren Kindern und das Verhalten dieser Kinder am Ende zu Florence oder zu ihrem „Enkel“, der zum Schluss auf Glimenäs auftaucht. Auch die Tatsache, wie scheinbar leicht über Leben und Tod entschieden wird, ließ mich staunen. Die Eltern von Martina und auch die von Andreas, die Generation also, die noch ihre Jobs, ihr regelmäßiges Einkommen wie ihre Vermögenswerte und Häuser hat, bringen absolut kein Verständnis für die heutige Perspektivenlosigkeit ihrer Kinder. Ob studiert oder nicht, haben die Kinder dieser gut betuchten Generation kaum eine Chance, einen Job zu finden und somit ihr Leben in den Griff zu bekommen. Diese Chancenlosigkeit der jungen Menschen, die Unmöglichkeit, eine sinnvolle wie gut bezahlte Beschäftigung zu finden, bildet den Hintergrund der Geschichte und evtl. auch die Ursache der schrecklichen Geschehnisse auf dem Gut Glimenäs. Die Themen wie Freundschaft, Liebe, familiärer Zusammenhalt, Dankbarkeit, Fairness, respektvolles Miteinander, und viele andere ragen vor diesem Hintergrund klar heraus. Interessant fand ich auch einen Aspekt, den Martina in der Mitte der Geschichte anspricht: sie versucht zu verstehen, ab wann die Idylle auf Glimenäs zu Ende war, ob es daran lag, dass Männer dorthin kamen, denn solange nur Frauen dort lebten, herrschte verschlafene Zufriedenheit a lá leben und leben lassen. Sobald Männer dort auftauchten, gab es bald Hierarchien, unverhohlene Rivalitäten, Respektlosigkeit, Streit. Die harmonische Atmosphäre war unwiederbringlich zerstört und bis zum Mord war dann auch nicht mehr weit. Die Figuren sind meisterhaft gelungen: sie wirken wunderbar authentisch. Florence ist besonders gut geworden, ihr schrulliger „Enkel“ steht ihr im nichts nach. Auch die jungen Leute aus der Clique mit ihren Problemen und Verhaltensweisen wirkten wie aus dem realen Leben entsprungen. Der Plot und die Idee lassen sich ebenfalls sehen. Es gibt nicht viel Action. Die Geschichte ist ein einleuchtendes Beispiel dafür, dass man nicht viel Action braucht, um gute Spannung zu erzeugen und die Leser immer weiter lesen zu lassen. Die Geschichte ist insgesamt gut erzählt, wobei für meine Begriffe zu viel erklärt wurde. Die Sprache ist klar und ausdrucksstark. Die ganze Zeit, spätestens ab dem Punkt, als die Handlung auf Glimenäs zu spielen anfing, hing etwas Bedrohliches in der Luft. Es war klar: etwas Unheimliches wird passieren. Einige Überraschungen wurden auch aufgetischt, die meisten kommen zum Schluss und runden das Ganze ab. Die Geschichte hat es in sich und wirkt noch länger nach, verleitet zum Nachdenken über die o.g. Themen, auch über einige Fragen, die zum Glück nicht erklärt wurden. Fazit: eine tiefsinnige wie spannende Geschichte zu akuten Themen der heutigen Gesellschaft, die zum Nachdenken anregt und noch länger nachhallt. Eine klare Leseempfehlung und die wohl verdienten 5 Sterne.

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Außergewöhnlich und mitreißend!
von einer Kundin/einem Kunden am 20.01.2016

Martina hat keine Perspektive mehr in ihrem Leben: Ein schrecklicher Job, keine Wohnung mehr, Eltern, die sie nicht verstehen.. Nur zu logisch, dass sie bereitwillig mit ihrer Freundin mitgeht, als diese ihr von ihrer neuen Arbeit erzählt. Florence ist eine alte Dame, die auf einem riesigen Gut wohnt. Geistig lebt... Martina hat keine Perspektive mehr in ihrem Leben: Ein schrecklicher Job, keine Wohnung mehr, Eltern, die sie nicht verstehen.. Nur zu logisch, dass sie bereitwillig mit ihrer Freundin mitgeht, als diese ihr von ihrer neuen Arbeit erzählt. Florence ist eine alte Dame, die auf einem riesigen Gut wohnt. Geistig lebt sie noch immer in den 40ern; So müssen Martina und ihre Freundin die Kleidung dieser Jahre tragen, Briefe an längst Verstorbene schreiben und Gelage für tote Freunde vorbereiten. All das ist für sie ein Spiel. Sie isolieren sich komplett von der Außenwelt und sind glücklich mit ihren Rollen. Doch als nach und nach drei andere Jugendliche auf das Gut kommen, schlägt die Stimmung langsam und schleichend um.. Und wer hat eigentlich als erstes die Frage nach dem Testament gestellt? Dieses Buch vereint auf unvergleichbare Weise einen Roman, fast sogar Liebesroman, Historisches und Krimi miteinander. Die Stimmung auf dem Gut ist hervorragend eingefangen; Der Leser wird regelrecht in die 40er Jahre gesogen. Die Figuren sind sehr plastisch und glaubwürdig. Auch die Sprache hat mir sehr gut gefallen. Ein besonderes Lob verdient das Cover: Meiner Meinung nach vereint es alle Aspekte der Geschichte in sich, sowohl die beängstigenden als auch die schönen. Das einzige, das mir an diesem Buch nicht so gut gefallen hat - was aber doch relativ wichtig ist - ist die Glaubwürdigkeit mancher Entwicklungen. Entweder waren sie wirklich an den Haaren herbeigezogen, um die Geschichte in Gang zu bekommen, oder aber sie waren nicht genug ausgearbeitet. Damit meine ich aber natürlich nicht alle Entwicklungen, sondern nur einige wenige. Trotz dieser kleinen Schwachstelle ist "Der unsichtbare Gast" auf jeden Fall ein sehr lesenswertes Buch. Ich denke, es wird (nicht nur, aber) vorallem Lesern gefallen, die außergewöhnliche und besondere Bücher mögen.

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