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Der Untersuchungsrichter

Die Geschichte eines Entwurfs

Der Band ›Der Untersuchungsrichter‹ beschreibt die dunkle Höhle des Lebens, in der die Ängste hausen, denen sich der Erzähler radikal aussetzt. Er nimmt die Herausforderung in einem System der Systemlosigkeit an, dass es a priori keine Gerechtigkeit und keine Gesetzmässigkeit im Leben gibt, als deren markanteste Scheinverfestigung er die Justiz ansieht. Sonnenberg untersucht nicht nur Kriminalfälle, sondern zwangsläufig auch die sogenannte Wirklichkeit. Je genauer er sie untersucht, um so mehr entgleitet sie ihm. Er erfährt, dass die Tatsachen nur Übereinkünfte sind und dass die Justiz der Ausdruck der Angst ist, die die Gesellschaft vor sich selbst hat. Sonnenberg verliert sich immer mehr in einer von ihm halluzinierten Welt, bis er zwischen den alltäglichen Erfahrungen und seinen Wachträumen nicht mehr unterscheiden kann. Er erkennt, dass die Justiz die Welt, die sie braucht, erfindet, genau so wie die Gesellschaft eine Justiz erfunden hat, die sie »benötigt«. Diese (so betrachtet) paranoide Welt ist selbst eine Welt des Verbrechens. Den Untersuchungsrichter Sonnenberg begleitet der schnüffelnde und sprechende Hund Schwiff, der die Vernunft verkörpert, weil er instinktiv die grosse Rolle, die das Verbrechen in der ihn umgebenden, alltäglichen Wahnwelt spielt, erfasst. Aber auch er kann sich dem Verbrechensprozess nicht entziehen. Dies tut anfangs nur der Erzähler, der die fragmentarischen Ereignisse immer wieder unterbricht, um aber zu erkennen, dass seine Gedankensplitter, Geständnisse und Selbstbekenntnisse nicht gegen die Welt des Verbrechens bestehen können. Aus dem Untersuchungsrichter Sonnenberg wird auf diese Weise der Erzähler, der anhand dieser Geschichte sich selbst untersucht hat. Beide, Sonnenberg wie der Erzähler, erkennen am Ende, dass der Schlüssel zum Verständnis für Opfer und Täter im Wissen des Menschen über sich selbst liegt, Sonnenberg als Opfer und resignierend, der Erzähler als Schreibender und resümierend.
Portrait

Gerhard Roth, 1942 in Graz geboren, lebt als freier Schriftsteller in Wien und der Südsteiermark. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke, darunter den 1991 abgeschlossenen siebenbändigen Zyklus ›Die Archive des Schweigens‹. Anschliessend erschienen die Bände des ›Orkus‹-Zyklus: die Romane ›Der See‹, ›Der Plan‹, ›Der Berg‹, ›Der Strom‹ und ›Das Labyrinth‹, die literarischen Essays über Wien ›Die Stadt‹ sowie die beiden Erinnerungsbände ›Das Alphabet der Zeit‹ und ›Orkus‹. Zuletzt erschien der Roman ›Grundriss eines Rätsels‹.
Für sein Werk wurde Gerhard Roth mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Jakob-Wassermann-Preis, dem Jeanette-Schocken-Preis, dem Jean-Paul-Preis, dem Hoffmann-von-Fallersleben-Preis sowie mit dem Grossen Österreichischen Staatspreis.

Literaturpreise:

u.a.:
Preis der »SWF-Bestenliste«,
Alfred-Döblin-Preis
Marie-Luise-Kaschnitz-Preis
Preis des Österreichischen Buchhandels
Bruno-Kreisky-Preis 2003
Grosses Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien 2003
Jakob-Wassermann-Preis 2012
Jeanette-Schocken-Preis 2015
Jean-Paul-Preis 2015
Grosser Österreichischer Staatspreis 2016
Hoffmann-von-Fallersleben-Preis 2016

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 01.06.1992
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-11405-4
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 190/126/12 mm
Gewicht 149
Auflage 4. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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