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Die Ehre des Scharfrichters

Meister Frantz oder ein Henkersleben im 16. Jahrhundert

(1)
Unter Mördern, Dieben, Dirnen: Schuld und Sühne
in der frühen Neuzeit


Frantz Schmidt tötete fast 400 Menschen, unzählige weitere hat er gefoltert oder verstümmelt. Und doch war er am Ende seines Lebens ein angesehener Mann. Ungewöhnlich ist nicht nur der Lebensweg des Meister Frantz, der im 16. Jahrhundert in Nürnberg als Henker arbeitete, sondern auch, dass er Tagebuch schrieb. Der Historiker Joel Harrington hat dieses einmalige Zeugnis nun erstmals umfassend ausgewertet und gibt in seinem packenden Buch seltene Einblicke in das Leben, Denken und Fühlen der Menschen am Beginn der Neuzeit.


Das Handwerk des Tötens hatte Frantz Schmidt von seinem Vater gelernt, doch sein Leben lang strebte er danach, dem unehrenhaften Stand des Henkers zu entfliehen. Als Scharfrichter in Nürnberg waren es vor allem die Kriminellen, die Aussenseiter und Pechvögel, mit denen er in Kontakt kam, der Zugang zur ehrbaren Gesellschaft blieb ihm lange verwehrt. Über seine grausame Arbeit hat Meister Frantz über 45 Jahre lang Buch geführt und der Nachwelt damit eine höchst ungewöhnliche Quelle hinterlassen. Basierend auf dem Tagebuch und anhand umfangreicher Forschung gelingt es Joel Harrington meisterhaft, das Leben des Frantz Schmidt in all seinen Facetten und Widersprüchen zu schildern. Er erzählt damit nicht nur eine faszinierende Lebensgeschichte, sondern erschliesst uns zugleich eine Epoche, in der die Welt sich zur Moderne wandelt.


Rezension
»Harrington schildert das Leben dieses aussergewöhnlichen Mannes ohne Voyeurismus und Herablassung, vielmehr mit Einfühlungsvermögen und genauer Kenntnis des gesellschaftlichen Hintergrunds.«
Portrait
Joel F. Harrington ist Professor für Europäische Geschichte an der Vanderbilt University. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Sozialgeschichte, vor allem zur Zeit der Reformation und der Frühen Neuzeit in Deutschland. Für seine Forschung hat er zahlreiche Förderungen erhalten, darunter von der Fulbright-Hayes Foundation und vom DAAD. Harrington hat in Nordamerika und Europa gelehrt und war u.a. Fellow der American Academy in Berlin sowie Gastprofessor in Cambridge und an der Universität Erlangen-Nürnberg. Harrington ist Autor zahlreicher Publikationen darunter The Unwanted Child (2009), ein preisgekröntes Buch über Findelkinder, Waisen und jugendliche Kriminelle in der frühen Neuzeit.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kopiergeschützt i
Seitenzahl 416, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 17.03.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783641105006
Verlag Siedler Verlag
Verkaufsrang 8.213
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Begegnung mit einer vergangenen Welt
von einer Kundin/einem Kunden am 19.05.2014

Dieses Buch über das Leben des Henkers Frantz Schmidt gewährt faszinierende Einblicke in Gesellschaft, Alltagsleben und Rechtswesen zu Beginn der Neuzeit. Schmidt lebte von 1554 bis 1634, er war hauptsächlich in der Reichsstadt Nürnberg tätig, sein Tagebuch dokumentiert seine beruflichen Aktivitäten über rund vierzig Jahre, Delikt und Art... Dieses Buch über das Leben des Henkers Frantz Schmidt gewährt faszinierende Einblicke in Gesellschaft, Alltagsleben und Rechtswesen zu Beginn der Neuzeit. Schmidt lebte von 1554 bis 1634, er war hauptsächlich in der Reichsstadt Nürnberg tätig, sein Tagebuch dokumentiert seine beruflichen Aktivitäten über rund vierzig Jahre, Delikt und Art der Bestrafung seiner Opfer. Über Jahrzehnte kämpfte Schmidt gegen das Stigma seines unehrenhaften Berufes an - letzlich mit Erfolg. Seine persönlichen Aufzeichnungen erlauben dem Leser einen Blick in eine Welt, die uns heute in vielen Aspekten unverständlich erscheint.

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Tolles Sachbuch
von einer Kundin/einem Kunden aus Braunschweig am 10.09.2015
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Hervorragendes, wissenschaftlich präzise recherchiertes Sachbuch. Kein "Roman" wie eine andere Bewerterin geschrieben hat ! Wer such für die Zeit und die Umstände interessiert, ist hier richtig

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Unglaublich!
von einer Kundin/einem Kunden aus Eckental am 11.07.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Für diesen Roman las ich eine Rezension in der Zeitung mit den Hintergründen für die Entstehung desselben. Da ich bei Nürnberg lebe, lag für mich der Kauf und das Lesen nahe. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Ich kann den Roman nur wirklich jedem empfehlen! Die Vergangenheit wird darin lebendig.

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Mein Leseeindruck
von Diana Jacoby aus Bretten am 30.01.2016
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Schon lange interessiere ich mich für die Geschichte und das Leben eines Scharfrichters im Mittelalter. Aus diesem Grund verbringe ich auch einen Teil meiner Freizeit in einer historischen Gruppe, die sich mit dem Leben und Wirken eines Scharfrichters befasst. Viele Mythen kreisen um das Aussehen und das Leben eines Meisters... Schon lange interessiere ich mich für die Geschichte und das Leben eines Scharfrichters im Mittelalter. Aus diesem Grund verbringe ich auch einen Teil meiner Freizeit in einer historischen Gruppe, die sich mit dem Leben und Wirken eines Scharfrichters befasst. Viele Mythen kreisen um das Aussehen und das Leben eines Meisters Frantz oder wie sie auch immer geheißen haben. Vieles wurde in diese Scharfrichter- und Henkerdynastien im Laufe der Jahre hinein interpretiert. Auch immer wieder kommt die Frage auf, hatte er nun eine Maske bzw. Haube oder nicht. Auch herüber streiten sich die Gelehrten. Heute liest sich die Geschichte eines Henkers immer spannend, dennoch war es ein Beruf wie jeder andere auch. Ohne diesen Berufszweig, der sich nicht nur mit der Vollstreckung des Rechtsspruch beschäftigte, wären viele Dörfer den Seuchen erliegen. Denn z. B. auch als Abdecker waren die Scharfrichter beschäftigt. All die toten Tier wurde aufgesammelt und wie man heute sagen würde, für Forschungszwecke verwendet. Damals hatte man eine andere Einstellung zu Mensch und Tier und auch die Kirche tat ihr Bestes, die Menschen in gut und böse zu unterteilen. Wichtige und nützliche Salben wurden im Hause des Scharfrichters hergestellt. Und auch so manches Pülverchen zur Schmerzlinderung hatte dort seinen Besitzer gewechselt. Im vorliegenden Buch beschreibt der Autor aber nicht nur das Arbeiten, Handeln und den Beruf, sondern auch das Leben und die Emotionen. Ein Scharfrichters war nicht so eiskalt, wie er heute ftmals in Film und Fernsehen dargestellt wird. Nein, oftmals hätten sie mit ihrem Gewissen, ihren Gefühlen und ihren Emotionen zu kämpfen wenn es darum ging, den Richterspruch auszuführen. Sehr schön beschreibt der Autor, wie der Sohn eines Scharfrichters schon in sehr jungen Jahren an das Wirken heran geführt wurde. Wie gelehrt wurde, aber auch mit welchen Gedanken die Dynastie fortgeführt wurde. -FAZIT - Mich hat dieses Sachbuch sehr begeistert. Es ist lebhaft dargestellt, ohne zuviel trockene, geschichtliche Handlungsstränge. Lehrreich und unterhaltend. ©Diana Jacoby für Chattys Bücherblog

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