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Die Friseuse

Ihre DDR gibt es nicht mehr. Ihr Mann, ihr Job, ihr Haus im Grünen sind auch weg. Die arbeitslose Friseuse Kathi König (Gabriela Maria Schmeide) lebt mit Tochter Julia (Natascha Lawiszus) in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn. Sie will arbeiten, doch man lässt sie nicht. Eine sicher geglaubte neue Stelle im Friseursalon eines grossen Einkaufcenters bleibt ihr verwehrt. Denn Kathi ist dick - sehr dick - und deshalb "nicht ästhetisch". Das meint zumindest die Salonchefin Frau Krieger (Maren Kroymann). So leicht lässt sich die resolute Kathi aber nicht abspeisen. In einem leer stehenden Asia-Imbiss neben dem Salon Krieger will sie ihren eigenen Friseurladen eröffnen. Es beginnt ein Kampf gegen Behörden, Banken und Berater. Auf dem langen Weg zum erhofften Glück begegnen ihr Menschen, die attraktive Friseuse Silke (Christina Grosse), der halbseidene Schleuser Joe (Rolf Zacher) und der liebenswerte Vietnamese Tien (Ill-Young Kim). Erfolgsregisseurin Doris Dörrie ("Kirschblüten - Hanami") inszenierte in Berlin die amüsant bewegende Geschichte einer in doppelter Hinsicht starken Frau, die mit Wucht und Würde für ein besseres Leben kämpft.
RezensionBild
Das Bild liegt im originalen Format von 2,35:1 (1080i/25) vor. Die Schärfe ist nicht immer optimal, sehen doch Totalen des Öfteren ein wenig weich und detailarm aus, während Close Ups durchweg knackig scharf sind. Die Farben sind kräftig, der Kontrast zumeist ausgewogen. Manchmal ist er zu steil, was zu leichten Überstrahlungen führt. Auch der Schwarzwert könnte besser sein. Es gibt so gut wie kein nennenswertes Bildrauschen, keine analogen Defekte und auch die Kompression ist unauffällig.
RezensionTon
Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Die Tonspur klingt entsprechend des Genres und der Art des Filmes eher ruhig und zurückhaltend. Die Dialoglastigkeit führt zu einer gewissen Frontdominanz, die aber von diversen Umgebungsgeräuschen und Musik aufgelockert wird. Diese Elemente kommen dann auch aus den hinteren Boxen und sorgen zumindest ansatzweise für einen räumlichen Touch. Es gibt optionale deutsche Untertitel für Hörgeschädigte.
RezensionBonus
Die Extras bestehen aus einem Blick hinter die Kulissen (ca. 3 min), Interviews (ca. 14 min) und Darstellerinfos.
Portrait
Doris Dörrie, geb. 1955 in Hannover, war nach dem Abitur längere Zeit in den USA, studierte Theaterwissenschaften und Schauspiel in Kalifornien und New York, entschloss sich dann aber nicht vor, sondern hinter der Kamera zu stehen. Ihre Abschlussarbeit an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen 'Der erste Walzer' wurde auf Festivals und im Fernsehen gezeigt, 'Männer', ihr dritter Kinofilm, in der ganzen Welt. Parallel zu ihrer Kinoarbeit veröffentlicht sie Kurzgeschichten, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Ihr erster Roman 'Was machen wir jetzt?' war monatelang auf den Bestsellerlisten. Doris Dörrie lebt in München.
Zitat
Doris Dörries neuestes Werk lautet schlicht: DIE FRISEUSE (BRD, 2010). Und was draufsteht bekommt man auch. Es wird alles aufgefahren, was nur geht: Friseusen-Klischees, auf denen man herumreitet, Schwarzarbeit im Altersheim, Menschenschmuggel und natürlich Berlin-Marzahn als Schauplatz, um von Anfang an den Gruselfaktor hoch anzusetzen.
Die Erzählung ist ebenso naiv wie die Hauptfigur, was auf Dauer einfach zu viel ist. Das stets präsente Problembewusstsein und die Kritik an alltäglichen Diskriminierungen sind schnell redundant. Hier wird die Kritik an falschen Schönheitsidealen, Schlankheitswahn und Oberflächlichkeit mit dem Holzhammer verabreicht. Zugleich bedient man die Klischees von den Dicken, die doch so lustig und lebensfroh sind. Und kein Problem wird ausgelassen: Diskriminierung, Generationenkonflikt mit der pubertierenden Tochter, alleinerziehend, unheilbare Krankheit, Bürokratie, Intrigen, etc. Alles jeweils verkörpert von irgendeiner Nebenfigur. Leider sind die Figuren eine auffällige Akkumulation von Stereotypen und Klischees. Die Geschehnisse der immerhin halbwegs sympathischen und selbstironischen Protagonistin verfolgt man deshalb auch unberührt, weil Anteilnahme oder Identifikation sich nicht einstellen wollen. Dafür ist alles ein wenig zu langweilig und vor allem gewollt. Der Film ist nicht so leichtfüssig wie er gerne wäre. Es wirkt zu viel zu bemüht und konstruiert. Die Mischung aus Komik und Tragik funktioniert nicht. Das Erzähltempo ist langsam und der Film selbst zu lang, weil er sich in Nebenplots und Nebenfiguren verliert, die der eigentlichen Kernstory nicht weiterhelfen.
Inszeniert wurde der Film mit viel Handkamera, was ihm einen pseudo-dokumentarischen Anstrich gibt, was aber irgendwie gar nicht passen will. Realistischer wird das ganze deshalb nämlich auch nicht. Es wirkt dafür aber visuell auf jeden Fall dröge und uninteressant und das trotz der teilweise knallbunten Farben. Und über die nervige Bläsermusik hüllt man besser den Mantel des Schweigens.
DIE FRISEUSE ist eine leider nur blasse, halbgare Komödie mit ernsten Untertönen, die gerne mehr wäre, die aber keinen tieferen Eindruck hinterlässt. Es ist die typisch biedere, deutsche Kost, die aus dicken Fördertöpfen geschmiert wurde und angesichts der Mängel nichts im Kino zu suchen hat. Aber selbst im Fernsehen bliebe das Werk nur mässig interessant.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium Blu-ray
Anzahl 1
FSK Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Erscheinungsdatum 12.08.2010
Regisseur Doris Dörrie
Sprache Deutsch
EAN 4011976317180
Genre Komödie
Studio Universal Pictures Customer Service Deutschland/Österreich
Spieldauer 106 Minuten
Bildformat 16:9 Widescreen
Tonformat Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Film (Blu-ray)
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