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Die Tochter des Medicus

Roman

(6)
Das Schicksal einer Frau wird zum Vermächtnis einer ganzen Familie ...
Als Gideon Morgenstern in Regensburg das Erbe seines Grossvaters antritt, ahnt er nicht, dass der Koffer, den der alte Mann ihm vermacht hat, sein Leben für immer verändern wird. Gideon, der stets gegen die Traditionen aufbegehrte und als Einziger in der Familie nicht Arzt wurde, entdeckt plötzlich die tragischen Zeugnisse einer längst verschwundenen Welt: alte Fotografien, ein Hochzeitsgewand – und vor allem eine uralte Holztruhe. Diese gehörte Daniel Friedman, einem jüdischen Arzt, der 1519 in Regensburg bei einem Pogrom ermordet wurde. Als einzige Überlebende nahm seine Tochter Alisah den Medizinkoffer an sich und führte sein Handwerk fort. Doch als jüdische Frau war es nicht nur gefährlich, sondern auch verboten, als Ärztin tätig zu sein …
Rezension
"Packende Familiensaga." Woche der Frau
Portrait
Gerit Bertram ist das Pseudonym eines Autorenpaares, das sich 2007 durch ein Internet-Schreibforum kennenlernte. Schnell entdeckten sie ihre gemeinsame Liebe zur Geschichte. Seitdem arbeiten sie erfolgreich zusammen. Iris Klockmann ist gelernte Arzthelferin und lebt mit ihrer Familie in ihrer Geburtstadt Lübeck. Peter Hoeft war fast dreissig Jahre lang in der stationären Altenpflege tätig und wohnt mit Frau und Sohn in Bad Oeynhausen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 512
Erscheinungsdatum 29.06.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7645-0440-3
Verlag Blanvalet
Maße (L/B/H) 216/138/43 mm
Gewicht 559
Buch (Paperback)
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Die Geschichte einer Jüdin, packend und authentisch erzählt
von Zabou1964 aus Krefeld am 23.08.2015

Seit seinem ersten Roman verfolge ich bereits mit wachsender Begeisterung das Schaffen des Autorenpaares Gerit Bertram. Mit großer Spannung und hohen Erwartungen habe ich das Erscheinen ihres neuesten Werkes „Die Tochter des Medicus“ herbeigesehnt. Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, die Autoren haben sie sogar übertroffen. Die Geschichte um... Seit seinem ersten Roman verfolge ich bereits mit wachsender Begeisterung das Schaffen des Autorenpaares Gerit Bertram. Mit großer Spannung und hohen Erwartungen habe ich das Erscheinen ihres neuesten Werkes „Die Tochter des Medicus“ herbeigesehnt. Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, die Autoren haben sie sogar übertroffen. Die Geschichte um Alisah Friedmann hat mich bewegt, gerührt und neugierig gemacht auf das Leben der Juden und die Arbeit der Mediziner im späten Mittelalter. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart erbt Gideon Morgenstern, ein jüdischer Buchhalter, der in Italien lebt, von seinem Großvater einen Koffer, den Koffer „wider das Vergessen“, in dem seit Generationen Erinnerungsstücke aus dem Leben der Familienmitglieder gesammelt und weitergegeben werden. In diesem findet Gideon unter anderem das Tagebuch seiner Vorfahrin Alisah Friedmann, Tochter eines Medicus, die im Jahr 1519 Waise und mit allen anderen Juden aus Regensburg vertrieben wird. Ihr größter Wunsch ist es, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und Medica zu werden. Doch Anfang des 16. Jahrhunderts ist dieser Beruf Männern vorbehalten. Aber Alisah geht ihren Weg, entgegen allen Widerständen. Besonders interessant fand ich die Schilderung der Arbeit der Mediziner zu dieser Zeit. Wobei ich sehr froh war, dass die Autoren bei der Beschreibung einiger Operationen nicht zu sehr ins Detail gegangen sind. Aber auch das Leben der Juden, deren Verfolgung und die Ausübung der Religion fand ich spannend und packend erzählt. Man merkt dem Roman eine gründliche Recherchearbeit an. Trotzdem wirken die Erklärungen niemals belehrend, sondern sind unterhaltsam in die Geschichte eingeflochten. In der Gegenwart lernt Gideon Morgenstern durch die Lektüre des Tagebuchs seiner Vorfahrin auch die Religion seiner Familie, die er bis dato immer abgelehnt hatte, besser kennen. Er beginnt, seinen Großvater, von dem er sich im Streit getrennt hat, besser zu verstehen und hinterfragt seine eigene Lebensweise. Dieser Teil der Geschichte hat mir auch sehr gut gefallen, wenn auch das Leben von Alisah mich mehr bewegt hat. Im Anhang gibt es einige Erklärungen der Autoren sowie ein Glossar, das die jüdischen Begriffe und medizinischen Fachausdrücke sehr gut erklärt. Fazit: Packende Geschichte, die authentisch das Leben einer jungen Jüdin mit ungewöhnlichem Berufswunsch im frühen 16. Jahrhundert erzählt.

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1 0
bewegende Familiengeschichte mit historischem Hintergrund, absolut lesenswert
von Buchwurm am 26.02.2016

„Die Tochter des Medicus“ ist ein Roman von Gerit Bertram, wobei der Autorenname als Pseudonym für das Autorenduo Iris Klockmann und Peter Hoeft steht. Bei diesem Roman handelt es sich um einen fiktiven, die eingebauten historischen Anteile beruhen allerdings auf wahre Begebenheiten. Autoreninfo: Iris Klockmann: ist gelernte Arzthelferin und wohnt mit... „Die Tochter des Medicus“ ist ein Roman von Gerit Bertram, wobei der Autorenname als Pseudonym für das Autorenduo Iris Klockmann und Peter Hoeft steht. Bei diesem Roman handelt es sich um einen fiktiven, die eingebauten historischen Anteile beruhen allerdings auf wahre Begebenheiten. Autoreninfo: Iris Klockmann: ist gelernte Arzthelferin und wohnt mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Lübeck Peter Hoeft: war Altenpfleger und wohnt mit Frau und Sohn in der Nähe von Hannover Beide Autoren haben sich 2007 durch ein Internet – Schreibforum kennengelernt und schon viele schöne historische Romane gemeinsam geschrieben. Inhalt: Gideon Morgenstern erbt von seinem Großvater einen alten Koffer, nichts ahnend das der Inhalt sein Leben für immer verändern wird. Der Koffer ist ein Vermächtnis seiner Vorfahren und wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Er enthält u.a. Fotografien, alte Briefe und Tagebücher. Stück für Stück taucht Gideon nun in uralte Familientraditionen ein. Alishas Schicksal aus dem 15. Jahrhundert berührt in dabei am Meisten. Bei einem Prognom in Regensburg wurde ihr Vater, jüdischer Arzt ermordet. Sie überlebte als einzigste aus der Familie und fand Unterschlupf in Frankfurt. Dort versuchte sie nun die Familientradition fortzuführen indem sie in die Fußstapfen ihres Vaters trat und versuchte als Ärztin und Hebamme den Menschen zu helfen. Dies war kein leichtes Unterfangen, denn sie war Jüdin und sie war eine Frau. Dieses war eine Tätigkeit als Medicus untersagt. Meinung: Sehr bewegend erzählen die Autoren vom Schicksal der Menschen, von jüdischen Glauben und der jüdischen Kultur. Insgesamt ist ein Roman mit einer geballten Handlung entstanden, bei dem garantiert keine Langeweile aufkommt. Der Einstieg gelingt sehr schnell, sofort fühlt man sich hier mitten im Geschehen. Es gibt zwei Handlungsstränge, die Gegenwart um 2013 und die Vergangenheit um 1519, dabei ist die historische Handlung mit ihren wahren Hintergründen sehr ausführlich und gut recherchiert. Ein umfassendes Glossar im Anhang ergänzen diese Hintergründ und sind sehr informativ. Der Schreibstil orientiert sich am Wesentliches, ist gut verständlich und liest sich somit gut, flüssig und schnell. Der Inhalt ist eine spannende und interessante Familiengeschichte, die mich sehr berührt hat. Seite um Seite habe ich verschlungen und mit den Protagonisten mitgelitten und mitgefiebert. Alle Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet, wirken authentisch und haben mich sehr bewegt. In Kürze: Schreibstil: sehr gut verständlich, liest sich schnell und flüssig Charaktere: wirken sehr authentisch und berühren den Leser Inhalt: überzeugt mit ausführlichen und sehr gut recherchierten Hintergrundinformationen Fazit: bewegende Familiengeschichte mit historischem Hintergrund, absolut lesenswert

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zum Grübeln und sich Verlieren
von meggie aus Mertesheim am 12.08.2015

Gideon Morgenstern bekommt von seinem Großvater ein großes Erbe vermacht. Unter anderem einen Koffer, auf welchen er gut acht geben soll. Gideon findet darin Tagebücher von Alisah Friedman, einer direkten Vorfahrin, die 1519 unter tragischen Umständen das Judenviertel in Regensburg verlassen muss. Ihr Weg führt sie nach Frankfurt, doch... Gideon Morgenstern bekommt von seinem Großvater ein großes Erbe vermacht. Unter anderem einen Koffer, auf welchen er gut acht geben soll. Gideon findet darin Tagebücher von Alisah Friedman, einer direkten Vorfahrin, die 1519 unter tragischen Umständen das Judenviertel in Regensburg verlassen muss. Ihr Weg führt sie nach Frankfurt, doch auch dort ist das Leben als Jüdin nicht sehr einfach. Und dann ist da noch Lorenzo Neri, ein junger Mann aus Venedig, der sich zu Alisah hingezogen fühlt. Das Buch beginnt eher harmlos und stellt uns erst mal Gideon Morgenstern vor. Er lebt in Italien, geht einem gesicherten Job nach und führt mit der rassigen Gianna eine stabile Beziehung. So denkt er zumindest, bis er nach Deutschland zur Testamentseröffnung fährt und das Erbe von seinem Großvater antritt. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich alles. Es geht quasi mit Gideon bergab. Er überdenkt sein Leben und weiß nicht so recht, ob er wirklich ausgefüllt ist. In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Alisah Friedman kennen, eine Jüdin aus dem Jahre 1519 und direkte Vorfahrin von Gideon. Ihr Leben ist nicht einfach. Dies wird von den Autoren auch eindrucksvoll dargestellt. Der Kampf der Juden gegen Vorurteile, Hass und Beleidigungen schlagen einem auf fast jeder Seite entgegen. Aber Alisah ist tapfer und sucht sich ihren Weg. Wie auch Gideon, der sich näher mit seiner Vorfahrin beschäftigt und damit auch Einblick in sein Innerstes bekommt. Abgerundet wird alles mit einer kleinen Liebesgeschichte um Gideon und Paula und auf der anderen Seite Alisah und Lorenzo. Das alles natürlich nicht auf gerade Linie passieren kann, ist ja wohl klar. Es kommt zu Widrigkeiten, die nicht so einfach zu überwinden sind. Das Autorenduo Gerit Bertram hat es in eindrucksvoller Weise geschaffen, sich dem Thema Judenhass und -vertreibung zu widmen und daraus eine Geschichte zu spinnen, die durch Intensität glänzt und einen tiefen Einblick gibt. Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch in zwei Stränge unterteilt ist. Die Gegenwart, demonstriert von Gideon und Paula sowie die Vergangenheit mit Alisah und Lorenzo. Zu Anfang war mit Gideon nicht sympathisch, doch als er anfing, aus seinem Leben etwas zu machen, hat er es doch noch geschafft, sich in mein Herz zu schleichen. Alisah aber hatte mich gleich in ihren Bann gezogen. Ihr Schicksal ist berührend, ihr Wille ist bewundernswert. Aber auch die anderen Charaktere sind sympathisch und liebenswert. Lorenzo war für mich am herausragendsten, da er einfach er selbst war und mit allen Mitteln für sich und seine Liebsten kämpt. Ich hatte das Vergnügen, das Buch in einer Leserunde zusammen mit den Autoren zu lesen und konnte so wieder einen Einblick hinter die Idee, die Kulissen und vor allem die Gedanken erhaschen. Fazit: Ein Buch zum Grübeln, sich Verlieren und Abschalten.

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