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Die vergessene Generation

Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen. Nachw. v. Luise Reddemann

(6)
Noch nie hat es in Deutschland eine Generation gegeben, der es so gut ging wie den heute 60- bis 75jährigen. Doch man weiss wenig über sie, man redet nicht über sie - eine unauffällige Generation. Jetzt beginnen sie zu reden, nach langen Jahren des Schweigens.
Die Kriegskindergeneration ist im Ruhestand, die eigenen Kinder sind längst aus dem Haus. Bei vielen kommen jetzt die Erinnerungen allmählich hervor und mit ihnen auch Ängste, manchmal sogar die unverarbeiteten Kriegserlebnisse. Sie wollen nun über sich selbst nachdenken und sprechen.
Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter spricht von einer »verschwiegenen, unentdeckten Welt«. Mit den Holocaust-Opfern habe man sich eingehend beschäftigt, mit der Kriegskindergeneration nie.
Ihnen wurde gesagt: »Sei froh, dass du überhaupt überlebt hast. Vergiss alles und schau lieber nach vorne!« Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Diese Erinnerungen haben sie bislang in sich verschlossen gehalten, sie trösteten sich mit der Einstellung: »Andere haben es noch viel schlimmer gehabt als wir.«
So wurde eine ganze Generation geprägt: Man funktionierte, baute auf, fragte wenig, jammerte nie, wollte vom Krieg nichts hören - und man konnte kein Brot wegwerfen.
Rezension
"... Sabine Bode hat viele von ihnen zum Sprechen gebracht, das ist ein grosses Verdienst. Und sie hat Stellen aus der biografischen Literatur und aus Lebensberichten hinzugezogen, die die affektiven Leerstellen bei vielen Kriegskindern mit emotionalem Leben erfüllen. Sie macht zu Recht deutlich, dass das unverarbeitete Leid der ehemaligen Kriegskinder noch eine grosse gesellschaftliche Aufgabe darstellt, weil mit dem Beginn des Rentenalters die Überdeckung der Traumata durch Beruf und Arbeit endet. ..."
Tilmann Moser, Psychologie heute, 8/2004
"... Sabine Bode hat viele Kriegskinder in ihrem Buch zu Wort kommen lassen. Diese berichten nach häufigem Abwehren ("es ist doch damals allen schlecht gegangen" oder "sie werden mir doch jetzt kein Trauma einreden wollen"), voll Flucht, Verschüttung, Tieffliegern und Bombenhagel ziemlich distanziert und im Nachhinein wenig betroffen. Gleichzeitig aber kann man häufig besondere Unsicherheiten, Krankheiten, Schwankungen in deren Lebensweg beobachten."
Marianne Kerres, Pflegemagazin 4.8.2004
"So gelesen, ist Sabine Bodes Buch ein wichtiges und notwendiges Element im Mosaik der deutschen Geistesverfassung."
Gabriele von Arnim, Die Zeit, Literaturbeilage, 19.5.2004
"... Ein fundiertes Buch über ein Tabu, das über ein halbes Jahrhundert auf seine Aufarbeitung wartete."
Welt am Sonntag, 21.3.2004
"... ein aufschlussreiches und oft anrührendes Buch zum Thema ...
Dass auch die deutsche Zivilbevölkerung unter dem von ihrer Führung begonnenen Krieg gelitten hat, ist zwar schon in den letzten Jahren ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten - vor allem durch die Bücher von Günter Grass und Jörg Friedich -, aber die längerfristigen seelischen Auswirkungen von Bombardierungen und Vertreibung sind bisher kaum erörtert worden. ...
Eine der ersten Publikationen überhaupt zum Thema"
Frank Gerbert, Focus, 1.3.2004
Portrait
Sabine Bode, Jahrgang 1947, begann als Redakteurin beim »Kölner Stadt-Anzeiger«. Seit 1978 arbeitet sie freiberuflich als Journalistin und Buchautorin und lebt in Köln.
Sie ist eine renommierte Expertin auf dem Gebiet seelischer Kriegsfolgen. Ihre Sachbücher »Die vergessene Generation«, »Kriegsenkel«, »Nachkriegskinder« und »Kriegsspuren« sind Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.
Prof. Dr. med. Luise Reddemann ist Nervenärztin und Psychoanalytikerin.
Seit gut 25 Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Trauma und Traumafolgestörungen. Von 1985 bis 2003 war sie Leiterin der Klinik für Psychotherapie und psychosomatische Medizin des Ev. Johannes-Krankenhauses in Bielefeld und entwickelte dort ein Konzept zur Behandlung von Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen, die »Psychodynamisch imaginative Traumatherapie« (PITT).
Luise Reddemann führt zahlreiche Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen durch. Im Rahmen ihrer Honorarprofessur an der Universität Klagenfurt für medizinische Psychologie und Psychotraumatologie widmet sie sich den Arbeitsschwerpunkten Resilienz sowie Folgen von kollektiven Traumatisierungen.
Luise Reddemann ist Mitglied im Weiterbildungsausschuss der Deutschen Akademie für Psychotraumatologie, im Wissenschaftlichen Beirat der Lindauer Psychotherapiewochen und in der wissenschaftlichen Leitung der Psychotherapietage NRW.
Luise Reddemanns Bücher und CDs im Verlag Klett-Cotta haben auch bei Betroffenen weite Verbreitung gefunden und vielen Menschen geholfen, mit einer traumatischen Erfahrung besser fertig zu werden.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 28.11.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-94797-7
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 190/122/27 mm
Gewicht 223
Auflage 30. Druckaufl.
Verkaufsrang 1.079
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


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Über die Generation der Kriegskinder
von einer Kundin/einem Kunden am 19.08.2013

Die Generation derer, die den 2. Weltkrieg als Kind erlebt haben, hatte in all den Jahren, die seitdem vergangen sind, nie eine Chance, die eigenen Verletzungen und Erlebnisse als kollektive Gruppe zu verarbeiten. Diese wurden erst garnicht als Leid einer großen Gruppe von Menschen wahrgenommen, sondern als persönliche Schicksale... Die Generation derer, die den 2. Weltkrieg als Kind erlebt haben, hatte in all den Jahren, die seitdem vergangen sind, nie eine Chance, die eigenen Verletzungen und Erlebnisse als kollektive Gruppe zu verarbeiten. Diese wurden erst garnicht als Leid einer großen Gruppe von Menschen wahrgenommen, sondern als persönliche Schicksale einzelner. Es gab soviel anderes aufzuarbeiten im Deutschland nach 1945, da waren die Kinder erstmal nicht so wichtig. "Kinder vergessen schnell", dachte man wohl. Dieses Buch macht die Zusammenhänge, die zwischen den Kindheitserlebnissen der Kriegskinder und deren anschließenden Lebenswegen bestehen, anhand von einzelnen Schicksalen deutlich. Nicht nur körperliche EIgenschaften werden vererbt, sondern auch seelische Verletzungen, die durch traumatische Erlebnisse zugefügt wurden, werden an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Deshalb ist eine Aufarbeitung so wichtig. Mich hat das Buch sehr berührt! Man beginnt, über die eigene Familie und deren Geschichte nachzudenken.

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Ein wichtiges Buch...
von einer Kundin/einem Kunden aus Mutlangen am 24.11.2015

Ich möchte nur eines sagen: Durch das Lesen in diesem Buch findet meine Mutter -geboren 1943- Antworten auf Fragen, die sie nie stellen konnte und lernt, dass "Wegschieben" keine Lösung war und ist...

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Ein sehr berührendes Buch
von Cooktown aus Wolfsburg am 29.06.2014

Unbedingt lesenswert ist das Buch von Sabine Bode über die Generation der Kriegskinder. Frau Bode gebührt das Verdienst, an ein großes Tabuthema mit viel persönlichem Mut und Engagement gerührt zu haben. Eigentlich ist für uns Nachgeborene unverständlich, wie Kinder mit derartig grausamen Erlebnissen komplett alleingelassen werden konnten, auch noch... Unbedingt lesenswert ist das Buch von Sabine Bode über die Generation der Kriegskinder. Frau Bode gebührt das Verdienst, an ein großes Tabuthema mit viel persönlichem Mut und Engagement gerührt zu haben. Eigentlich ist für uns Nachgeborene unverständlich, wie Kinder mit derartig grausamen Erlebnissen komplett alleingelassen werden konnten, auch noch als Erwachsene von den nachfolgenden Generationen, die eine Kindheit und Jugend in friedlichen Verhältnissen erleben durften. M.E. ist das Leid ALLER Kriegsopfer, und dabei insbesondere der Kinder, anzuerkennen, keine Relativierung des Leids von Kindern anderer Völker, sondern eine tiefe Mahnung zum Frieden. Aber nur wenige Wissenschaftler, sowohl Psychologen, Ärzte als auch Historiker, nehmen sich dieser großen Aufgabe an, obwohl unbestritten ist, das die transgenerationale Weitergabe von Traumata auch die Generation der Kriegsenkel, das sind die Menschen im zur Zeit "mittleren Alter" betrifft. Eigentlich ist ja auch für den Laien durchaus nachvollziehbar, dass eine in ihrer Kindheit traumatisierte Person auch in ihrer Eigenschaft als Mutter/Vater und damit bei der Erziehung der nachfolgenden Generation eingeschränkt sei muss: Viele Eigenschaften unserer Elterngeneration werden mir nun verständlich und von Frau Bode sehr anschaulich beschrieben. Eine professionell-psychologische Abhandlung ist das Buch nicht, allerdings ist das Nachwort sehr treffend von einer Psychotherapeutin geschrieben. Zu beachten ist auch, das die Angehörigen der Kriegskindergeneration heute in hohem Alter sind und wir noch die Möglichkeit haben, mit den Zeitzeugen zu sprechen, eine Chance, die die jetzige Kindergeneration als letzte haben wird. Das Erleben der Zeitzeugen und ihre ehrlich Mahnung: Nie wieder Krieg! haben mich persönlich immer sehr berührt, besonders in Zeiten zunehmender "Friedenseinsätze" der Bundeswehr im Ausland und einer neuen "Eisernen Lady" von der Leyen in der Bundesregierung. Das Buch von Frau Bode sollte ins Curriculum der Schulen aufgenommen werden und ist unbedingt für jeden von uns zu empfehlen.

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Die vergessene Generation. Ein wichtiges Buch.
von Gisela Busemann aus Leer (Ostfriesland) am 25.06.2013

Viele traumatisierte Menschen des zweiten Weltkrieges sind in der Vergangenheit zu Wort gekommen. Überlebende der Konzentrationslager, Kriegsgefangene, Trümmerfrauen. Opfer des Regimes. Sie alle haben Schlimmes erlebt. Ein sehr große Bevölkerungsgruppe hatte lange Jahre keine Stimme. Sabine Bode hat sich dieser Menschen in vielen persönlichen Gesprächen angenommen. In... Viele traumatisierte Menschen des zweiten Weltkrieges sind in der Vergangenheit zu Wort gekommen. Überlebende der Konzentrationslager, Kriegsgefangene, Trümmerfrauen. Opfer des Regimes. Sie alle haben Schlimmes erlebt. Ein sehr große Bevölkerungsgruppe hatte lange Jahre keine Stimme. Sabine Bode hat sich dieser Menschen in vielen persönlichen Gesprächen angenommen. In ihrem Buch „Die vergessene Generation“ brechen Kriegskinder ihr Schweigen. Ein wichtiges, notwendiges Buch, das mich sehr nachdenklich zurück gelassen hat und mich ganz tief berührt hat. Mit dem Ende des Krieges begann in Deutschland der Aufbau und man wollte alles Schreckliche so schnell wie möglich vergessen. Doch die furchtbaren Bombennächte, Flucht und Vertreibung . Hunger und Kälte hatten ihre Spuren hinterlassen. Es war damals nicht üblich, sich mit den Ängsten, Wünschen und Träumen der Kinder auseinander zu setzen. Sie hatten einfach zu funktionieren. Wenn der Vater nach langer Gefangenschaft heimkehrte und sich alsbald wieder mehr oder weniger als Familienoberhaupt präsentierte, waren die Kinder oft total verunsichert und hilflos. Sie blieben mit ihren Erinnerungen und Ängsten an all das allein. Man sprach einfach nicht darüber nach dem Motto, seid froh, dass wir alles überlebt haben. Viele Betroffene kommen in dem Buch zu Wort um darüber zu berichten, wie sie unter den Spätfolgen des Krieges gelitten haben. Sabine Bode ist 1947 geboren. War Redakteurin beim Kölner Stadt-Anzeiger. Heute lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Köln, arbeitet für den Hörfunk von WDR und NDR.

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Wichtiges Buch
von einer Kundin/einem Kunden am 13.03.2013

Der Titel "Die vergessene Generation" begegnete mir zufällig, traf aber einen Nerv, da ich in letzter Zeit über die Kindheit und Jugend meiner eigenen Eltern nachgedacht hatte. Sabine Bode lässt die Menschen sprechen und was sie als Kinder erlebt hatten, würde heute als sehr behandlungswürdig eingestuft, musste damals aber... Der Titel "Die vergessene Generation" begegnete mir zufällig, traf aber einen Nerv, da ich in letzter Zeit über die Kindheit und Jugend meiner eigenen Eltern nachgedacht hatte. Sabine Bode lässt die Menschen sprechen und was sie als Kinder erlebt hatten, würde heute als sehr behandlungswürdig eingestuft, musste damals aber um zu überleben hingenommen und übergangen werden. Auch wollte diese Geschichten natürlich keiner hören, weil wir als Volk eben so viel Schuld auf uns geladen hatten, was Sabine Bode natürlich in keinster Weise in Abrede stellt. Mir hat das Buch bei der Suche nach der Vergangenheit meiner Familie sehr geholfen.

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Sehr späte Aufarbeitung
von Werner Jaroschek aus Duisburg am 28.08.2013

Sehr späte Aufarbeitung Bei Katastrophen wird heute sofort gefragt, wie es mit der psychologischen Betreuung der Opfer aussah, ob Notfallseelsorger anwesend waren. Erstaunlich, dass die entsetzlichen Belastungen der Menschen, die den Krieg erlebt hatten, offenbar nie ein Thema waren. Wir wissen, wie wichtig und prägend für die Entwicklung die... Sehr späte Aufarbeitung Bei Katastrophen wird heute sofort gefragt, wie es mit der psychologischen Betreuung der Opfer aussah, ob Notfallseelsorger anwesend waren. Erstaunlich, dass die entsetzlichen Belastungen der Menschen, die den Krieg erlebt hatten, offenbar nie ein Thema waren. Wir wissen, wie wichtig und prägend für die Entwicklung die ersten drei bis sechs Lebensjahre sind. Welche Auswirkungen Krieg, Bombenangriffe, Vertreibung, das Miterleben entsetzlichen Leids auf das Leben der zwischen 1930 und 1945 geborenen Kinder hatte, darüber wurde hinweggegangen. Dieses Thema aufgegriffen zu haben, ist das Verdienst von Frau Bode.. Was Menschen bei Bombenangriffen erlitten, ist für Nachgeborene kaum begreifbar. Hätte sich Frau Bode begnügt, Schicksale zu erzählen, Verständnis für nachwirkende Traumata zu erwecken, wäre ihr Buch nur zu loben. Leider versucht sie auch, tiefenpsychologische Erkenntnisse zu vermitteln, und da fehlt ihr die nötige Kompetenz, da werden ihre Aussagen zu verallgemeinernd. Ganz verfehlt sind ihre Aussagen, sobald sie politisch wird. Hier merkt man, dass auch ihr letztlich die gesamte NS-Zeit unverständlich bleibt, dass sie an Klischees haftet. Sicher gibt es viele Menschen dieser furchtbaren Vergangenheit, die am liebsten über alles schwiegen. Aber mir selbst wurden von Nachgeborenen nie Fragen gestellt, und vielen meiner Bekannten ging es tatsächlich genauso. Man hatte höchstens am anekdotischen Interesse, dazu ist das Thema aber zu ernst, um nur zur Unterhaltung zu dienen. Frau Bode hat recht, wenn sie eine Verbindung sieht zwischen dem Protest der Halbstarken und später der 68er und der ‚Nazi-Vergangenheit‘ der Elterngeneration. Sie zitiert eine Umfrage, nach der 25% der Bevölkerung Verfolgten geholfen haben wollen, 13% sogar Widerstand geleistet hätten und nur 3% Antisemiten waren. Offensichtlich bezweifelt sie diese Selbstaussagen. Leider hat man nach dem Krieg versäumt, mit dem recht zuverlässigen Mittel der Meinungsumfrage zu klären, wie viel Prozent der Bevölkerung bei absolut freien Wahlen Hitler 1938 noch gewählt hätten. Vergessen wir nicht, bei den absolut vorletzten freien Wahlen am 31.07.1932 erhielt die NSDAP ihr höchstes Ergebnis mit 37,4%, und das ganz offensichtlich als Auswirkung der Weltwirtschaftskrise. Schon 4 Monate später hatte Hitler schon wieder 2 Millionen Wähler verloren. Und warum gegenüber Walser ausgesagt wird, er habe sich zwar mit Auschwitz und der Massenvernichtung auseinandergesetzt, aber ‚offensichtlich so, dass das innerlich völlig an ihm vorbeigegangen sei.‘, ist eine überflüssige, nicht beweisbare Herabsetzung. (S.277) Letztlich trifft wohl auf die Kriegsgeneration das zu, was bei den Opfern von Mogadischu festgestellt wurde. 25% haben ihr Trauma verarbeitet, 50% leiden an posttraumatischen Störungen, 25% sind schwer geschädigt. Deren Schicksal zur Sprache gebracht zu haben, ist das Verdienst von Frau Bode.

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0 1
von Michaela Gehrke aus Essen am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein wichtiges Werk zum Verständnis der Kriegskindgeneration, ihren Ängsten und Gedanken, die bisher stumm geblieben sind.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein wahnsinnig gutes Buch, das uns Nachfolge-Generationen Verständnis für das Schweigen unserer Eltern gibt... und vielleicht bricht der eine oder andere nach Lektüre sein eigenes.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein wichtiges Buch mit dem familiäre Zusammenhänge und Verhaltensweisen verdeutlicht werden, die die Kriegskinder bis heute prägen

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von einer Kundin/einem Kunden am 13.06.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Wer wissen will, warum man über gewisse Dinge mit den Eltern/Großeltern nicht reden kann, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Sie werden die eigene Familie danach besser verstehen.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Interessante Studie, die schockierende Details der Kindheit in dieser Phase aufdeckt und bestimmte Verhaltensweisen bis ins höhere Alter erklärt.

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