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Ein Diktator zum Dessert

Roman

(12)
Politisch unkorrekt, humorvoll und geistreich
Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.
Rezension
"Der Autor Franz-Olivier Giesbert wählt zu der Perspektive der abgeklärten Frau eine erfrischend direkte Sprache. Eine amüsante Streitschrift für mehr Freude am Leben." People
Portrait

Franz-Olivier Giesbert, 1949 in Wilmington (USA) geboren, lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich. Nach der Ausbildung zum Journalisten arbeitete er zunächst im Feuilleton von Paris-Normandie, bis er sich 1971 mit dem Nouvelle Observateur dem politischen Journalismus zuwandte. Ab 1998 war er Chefredakteur von Le Figaro, ab 2000 von Le Point. Ausserdem hat er literarische Sendungen im Fernsehen. Seit 1977 schreibt er Romane und Biografien, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, und die in viele Weltsprachen übersetzt wurden.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 16.03.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-58538-2
Verlag Carl's books
Maße (L/B/H) 216/136/32 mm
Gewicht 465
Originaltitel La cuisinière d'Himmler
Buch (Paperback)
Fr. 22.90
inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
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Ein Buch das man durchaus mehr als einmal lesen kann...
von Mundolibris aus Frankfurt am Main am 06.04.2015

Das Buch wurde mir vom carl's books Verlag angeboten. Der Klappentext machte neugierig und so sagte ich zu. Offen gestanden hat das Buch meine Erwartungen weit übertroffen. Was ich erwartet habe, ganz ehrlich bin ich mir nach der Lektüre nicht mehr sicher was es war. Was ich bekommen habe ist ein... Das Buch wurde mir vom carl's books Verlag angeboten. Der Klappentext machte neugierig und so sagte ich zu. Offen gestanden hat das Buch meine Erwartungen weit übertroffen. Was ich erwartet habe, ganz ehrlich bin ich mir nach der Lektüre nicht mehr sicher was es war. Was ich bekommen habe ist ein Buch um eine ganz bezaubernde Protagonistin, mit der ich gelitten habe, mit der ich mich freute, die mich allerdings auch erschreckte. Eine Geschichte um eine Frau die trotz der Schicksalsschläge die ihr Leben für sie bereitgehalten hatte, nicht daran zerbrach, die im Gegenteil niemals ihren Lebensmut, ihre Lebensfreude verlor. Ein Buch das mich ganz tief berühren konnte, ganz so als hätte unsere eigne Großmutter ihre Geschichte erzählt. Das Buch wechselt stetig zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Gegenwart ist die Zeitschiene in der die Protagonistin ihre Memoiren aufschreibt und so die Vergangenheit erklärt. Die Figuren im Buch sind durchweg gut durchdacht und fein gezeichnet, so dass sie allesamt sehr glaubhaft wirken. Die Dialoge könnten durchaus irgendwann irgendwo genauso geführt worden sein. Sie wirkten keinesfalls konstruiert. Man glaubt den Figuren wirklich jedes Wort. Ebenfalls ganz großes Kino sind die Schauplätze die sich vor meinem inneren Auge materialisierten. Ob in Paris oder in Berlin, oder zu Beginn in Trapezunt (Armenien). Worte die wie ein Gemälde auf mich wirken, man spürte die liebe des Autors zu seinen Figuren in jedem Satz, in jedem Wort. Der Schreibstil, so fein, so schön, man mag das Buch wirklich kaum aus der Hand legen, aber auf der anderen Seite mag man das Buch niemals zu Ende lesen. In mir klingt das Buch, auch heute, Tage nachdem ich es zu Ende gelesen habe, nach. Ich bin überzeugt dass dies ein Buch ist welches man ganz sicher auch mehrmals lesen mag. Hochverdiente 5 Sterne.

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Unterhaltsam
von einer Kundin/einem Kunden am 04.01.2016

Rose, 105 Jahre alt, blickt auf ihr Leben zurück. Eine interessante Zeitreise, schön und unterhaltsam zu lesen mit viel Charme und Humor.

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0 0
Vergesst alles, aber verzeiht nichts
von Sikal am 24.05.2015

… ein Motto nach dem die 105jährige Rose lebt. Rose lebt in Marseille und führt dort ein gutgehendes Restaurant „La petite Provence“. Sie kocht immer noch leidenschaftlich gerne. Nun beginnt sie ihre Memoiren zu schreiben und diese Geschichte wird hier erzählt – immer vernetzt mit dem Heute. „Am Tag meiner... … ein Motto nach dem die 105jährige Rose lebt. Rose lebt in Marseille und führt dort ein gutgehendes Restaurant „La petite Provence“. Sie kocht immer noch leidenschaftlich gerne. Nun beginnt sie ihre Memoiren zu schreiben und diese Geschichte wird hier erzählt – immer vernetzt mit dem Heute. „Am Tag meiner Geburt waren die drei Personen, die die Menschheit heimsuchen sollten, bereits auf dieser Welt: Hitler war achtzehn Jahre alt, Stalin achtundzwanzig und Mao dreizehn. Mein Geburtstag fiel in das falsche Jahrhundert: ihrs“ Als einzige Überlebende ihrer Familie in Armenien, die dem Genozid zum Opfer fiel, schlägt sich Rose irgendwie nach Frankreich durch. Dort kann sie einige Jahre ihrer Kindheit in einer „normalen“ Familie genießen, bis von einem Tag auf den anderen das Leben zuschlägt und Rose sich zum wiederholten Male durchboxen muss, um überleben zu können. Immer begleitet von Theo, ihrer allerbesten Freundin und Wegbegleiterin. Die Gespräche zwischen Rose und Theo sind eine der Besonderheiten dieses Buches. Im Laufe der Chronik begegnet man vielen Personen, die in Roses Leben treten (und auch wieder verschwinden), die man selbst aus den Geschichtsbüchern kennt – z.B. Himmler, Sartre, de Beauvoir und viele viele andere. Im Anhang kurze Zusammenfassungen der einzelnen Persönlichkeiten lassen das 20. Jahrhundert wieder ein wenig Revue passieren. Ebenso – für einen Roman eher ungewöhnlich – findet man am Ende ein Quellenverzeichnis, das die gute Recherche des Autors noch einmal hervorhebt. Der Autor Franz-Olivier Giesbert hat hier eine Protagonistin erschaffen, die mit beiden Beinen im Leben steht und gibt ihr eine Stimme, die etwas zu sagen hat. Die Sprache wechselt zwischen berührend, schockierend, humorvoll und vulgär – eine Hundertjährige, der es mittlerweile egal sein kann, was der Leser über sie denkt. „… man müsse an den Menschen glauben, trotz des Menschen.“ Dass Rose nicht aufhört an Menschen zu glauben, trotz der Schrecklichkeiten, die sie im Laufe der Jahre erlebt – muss sie doch ihren Kopffriedhof immer wieder erweitern – hängt mit ihrem starken Charakter zusammen. Sie lebt ihr Leben immer weiter, trotz (oder vielleicht sogar wegen) der Rückschläge, die sie immer erleidet. Doch in ihrem Inneren ist sie nicht ausgeglichen, führt eine Hassliste der Menschen, die für ihre Verluste verantwortlich zeichnen. Von Zeit zu Zeit bricht alles aus ihr heraus und Rose verschafft sich Linderung durch Abarbeiten genau dieser Liste. Warum Rose so voller Hass ist, lässt sich leicht nachvollziehen, während man das Buch liest und ihre Verluste und schrecklichen Erfahrungen miterleben darf. „Ein Diktator zum Dessert“ (franz. Originaltitel: „La cuisinière d’Himmler“) ist für mich eines der Bücher, die mit außergewöhnlichen Menschen, spannenden Geschichten und einem tollen Hintergrund aufwarten und so zu einem besonderen Highlight werden. Die ungewöhnlichen Handlungen, die Rose wagt und die Herausforderungen, denen sie sich stellt, sind eine Bereicherung und lassen das Gesamtpaket noch eine Weile nachwirken. Als Fazit möchte ich eine Zitat Roses hinzufügen: „Schwimmt gegen den Strom – nur tote Fische schwimmen mit ihm.“

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Ein grandioser und intelligenter Lesespaß! Eine Geschichtsstunde der besonderen Art. Manchmal erschreckend, manchmal urkomisch - wie das Leben selbst.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Schonungslos offen und immer mit einem Colt in der Tasche erzählt Rose von ihrem Leben. Unbedingt lesen!

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Spannende, traurige und auch lustige Lebensgeschichte der 105-jährigen Rose. Berührend, historisch und authentisch.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Die weibliche Antwort auf den Hundertjährigen, der aus dem Fenster sprang. Absolut lesenswert.

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Traurig aber schön
von Literaturlounge eu aus Gießen am 26.01.2017
Bewertet: Taschenbuch

Man kann ja wirklich aus jedem Roman immer wieder etwas lernen, so war mir nie der Genozid an den Armeniern ein Begriff. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass dieses Thema mir nie in den Sinn gekommen ist. Franz Oliver Giesbert beschreibt eindringlich die Deportation der Armenier, wie ganze... Man kann ja wirklich aus jedem Roman immer wieder etwas lernen, so war mir nie der Genozid an den Armeniern ein Begriff. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass dieses Thema mir nie in den Sinn gekommen ist. Franz Oliver Giesbert beschreibt eindringlich die Deportation der Armenier, wie ganze Familien einfach weggebracht wurden. Mir kam dies doch schon recht bekannt vor, bei unserer Deutschen Geschichte gab es so etwas ja schließlich auch, aber dazu später mehr. Herr Giesbert nimmt uns auch da noch mit hin - 105 Jahre sind ja eine lange Zeit. Er beschreibt wie Rose im Wagen ihres besten Freundes unter lauter Ziegenmist fliehen konnte. Ich kann nur eines sagen, mir wurde es schon ein wenig anders bei der Beschreibung, wie sie dort unter dem Dung lag und die Maden sich langsam in ihre Körperöffnungen breit machten. Und dies noch im Teenageralter. Eigentlich unfassbar, aber die Geschichte zeigt, dass Diktatoren auch vor Kinder bestimmt kein Halt machen und dies ist einfach erschreckend. Der Autor beschreibt wie sich Rose dann als Kinderhure herumschlagen musste, sorry für das harte Wort aber anders kann man es nicht beschreiben, ihr „Besitzer“ hat sie einfach in sehr jungen Jahren seinem Harem zugeführt. Ihr gelingt die Flucht nach Marseille, wo sie dann bei einer Verbrecherbande Zuflucht findet. Es wird beschrieben wie sie im Müll nach Dingen suchen musste und noch einiges mehr. Durch einen Zufall findet sie aber auch ihre erste Anstellung als Küchenhilfe und lernt auch ihre Adoptiveltern kennen - wenn man es so nennen will. Sie hat dann endlich so etwas wie Familie kennengelernt. Leider sterben ihre Eltern auch wieder sehr tragisch und sie wird von ihren Eltern als Erbin eingesetzt. Leider ist sie noch nicht alt genug, um dieses Erbe antreten zu können und wird dann von Verwandten, die ihr Erbe Verwalten sollen, wie eine Sklavin gehalten. Dort lernt sie dann auch ihre große Liebe kennen. Mit dem kommt sie bei Freunden von ihm unter. Sie helfen beim Schreiben eines Buches und bekommen dafür etwas Geld. Sie ziehen dann weiter nach Paris wo Rose auch ihr erstes Restaurant aufmacht. Leider ist ihr Mann Jude und so kommt es wie es kommen musste, auch er wird zusammen mit ihren beiden Kindern deportiert. Sie lernt Herrn Himmler kennen, der durch einen Zufall in ihr Restaurant kommt. Und versucht mit seiner Hilfe, ihre drei Lieben zu retten. Ich könnte noch weiter beschreiben was alles passiert in diesen 105 Jahren. Aber es würde dann bestimmt eine Abhandlung werden, denn da ist ja noch einiges passiert in diesen 105 Jahren und ich kann euch eines sagen, egal wie erschreckend das alles war und ist, Rose hat es trotz allem geschafft, einen gewissen Humor zu behalten. Sicherlich schockt einen diese ganze Ansammlung von geschichtlichen Gräueltaten, aber vielleicht ist es ja auch einmal ganz praktisch, wenn auch wir Deutsche endlich mal wieder lernen, dass nicht nur wir die einzig bösen auf der Welt sind, sondern das auch andere Diktatoren nicht unbedingt zahm mit Menschen und Minderheiten umgegangen sind. Sicherlich sind einige Dinge in dem Buch politisch nicht gerade korrekt, aber wer will schon in einem Roman, dass alles korrekt ist. Es ist und bleibt eine Erzählung. Viel Wichtiger finde ich es dass man etwas lernt, dass man sich auch mal dabei erwischt etwas nachzuschlagen - oder einfach mal innehält um nachzudenken, oder einfach einmal lacht. Ich kann euch auf alle Fälle sagen, dass dieser Roman alle Passagen für euch bereithält. Ich würde einfach einmal sagen, nehmt dieses Buch und lasst euch von Rose verzaubern. Von ihrer verschmitzten Art, Dinge einfach so zu akzeptieren wie sie nun einmal sind. Oder schlagt einfach einmal die letzten Seiten auf, und versucht die Kochrezepte von Rose nach zu kochen. Über die Ergebnisse könntet ihr mich gerne informieren, ich habe mich nämlich nicht daran versucht.

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...schräg...
von einer Kundin/einem Kunden am 09.01.2017
Bewertet: Taschenbuch

Rose ist ein Urgestein und erzählt uns in diesem Buch ihre Geschichte. Ich fand diesen Roman schräg und unterhaltsam.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Keine leichte Lektüre! Rose beschreibt ihr leben und ihre Diktatoren, unter denen sie gedient hat sehr detailreich, so auch ihre Gefühle, den sex und das Zeitgeschehen ab 1905

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Knallharte Hauptfigur und mal eine etwas andere Reise durch das letzte Jahrhundert! Sehr unterhaltsam.

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