orellfuessli.ch

Empfindliche Wahrheit

Thriller. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis; International 2014 (2. Platz)

(11)

In der britischen Kolonie Gibraltar findet eine streng geheime Anti-Terror-Operation statt: Ein islamistischer Waffenkäufer soll entführt werden. Die Drahtzieher: Fergus Quinn, ein hochrangiges Regierungsmitglied, und Jay Crispin, Chef einer internationalen Sicherheitsfirma.
Toby Bell, ein Mitarbeiter Quinns, stolpert über die geheime Aktion. Irgendetwas ist an der Sache faul und soll vertuscht werden. Seine Nachforschungen bringen ihn in eine gefährliche Lage. Toby muss sich zwischen seinem Gewissen und der Verpflichtung gegenüber dem britischen Geheimdienst entscheiden.

Rezension
"Geschickt wechselt er zwischen den Zeiten, würzt die hochpolitischen Machenschaften mit Informationen über persönliche Schicksale und treibt die Geschichte rasant vorwärts.", SRF - Schweizer Radio und Fernsehen, Luzia Stettler, 05.12.2013
Portrait
John le Carré, geboren 1931 in Poole, Dorset, studierte in Bern und Oxford Germanistik, bevor er in diplomatischen Diensten u. a. in Bonn und Hamburg tätig war. Er lebt mit seiner Frau in Cornwall und London. 2011 wurde John le Carré mit der "Goethe-Medaille" für sein "eindrucksvolles humanistisches Plädoyer" in seinem Lebenswerk ausgezeichnet.
… weiterlesen
Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 14.11.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-548-28685-3
Verlag Ullstein Verlag
Maße (L/B/H) 190/121/31 mm
Gewicht 332
Originaltitel A Delicate Truth
Buch (Taschenbuch)
Fr. 17.90
inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten
Versandfertig innert 1-2 Werktagen.
Kostenlose Lieferung ab Fr. 30 i
Lieferung zur Abholung in Ihre Buchhandlung möglich – Verfügbarkeit prüfen
Premium Card
Fr. 17.90 Umsatz sammeln
Weitere Informationen

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 21276332
    Der Willy ist weg
    von Jörg Juretzka
    (3)
    Buch
    Fr. 17.90
  • 35327680
    Schattenstill
    von Tana French
    (4)
    Buch
    Fr. 14.90
  • 35471048
    Empfindliche Wahrheit
    von John le Carré
    (14)
    Buch
    Fr. 35.90
  • 42426367
    Ostfriesenwut
    von Klaus-Peter Wolf
    Buch
    Fr. 16.90
  • 32431872
    Die Tunis Affäre
    von Charles Cumming
    (2)
    Buch
    Fr. 14.90
  • 34628915
    Marionetten
    von John Le Carré
    Buch
    Fr. 14.90
  • 41617119
    Das Dixie-Desaster
    von Joe R. Lansdale
    Buch
    Fr. 21.90
  • 15108531
    Die Totenleserin / Adelia Bd. 1
    von Ariana Franklin
    (15)
    Buch
    Fr. 14.90
  • 37822239
    Der letzte Plan
    von Dick Wolf
    Buch
    Fr. 13.90
  • 30571431
    Lauschangriff - Im Visier der Feinde / U-Boot Bd.9
    von Patrick Robinson
    (1)
    Buch
    Fr. 14.90

Kundenbewertungen


Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
4
2
2
1
2

hervorragend
von einer Kundin/einem Kunden aus Freising am 20.11.2015

In der britischen Kolonie Gibraltar beginnt diese Geschichte anfangs noch ganz harmlos mit ein bisschen Spionage und ein wenig Thrill für den unbedarften Angestellten. Der Spion scheint ziemlich ungeübt und neu im Geschäft. Aber es scheint ja auch keine so schwierige Sache zu sein. Aber schon bald ist er... In der britischen Kolonie Gibraltar beginnt diese Geschichte anfangs noch ganz harmlos mit ein bisschen Spionage und ein wenig Thrill für den unbedarften Angestellten. Der Spion scheint ziemlich ungeübt und neu im Geschäft. Aber es scheint ja auch keine so schwierige Sache zu sein. Aber schon bald ist er wirkelt in ein Fall von weltumspannenden Ausmaßen und er ist nicht der einzige, der sich entscheiden muss, auf welcher Seite er steht, nein welche Seite überhaupt die Richtige ist und wie weit Geheimdienste überhaupt gehen dürfen. John le Carré versteht es einfach, einen spannenden und gleichzeitig klugen Spionagethriller zu schreiben, der alle Inkredenzien hat, die ein guter Roman dieses Genres braucht. Helden, in diesem Fall mehr als einen, die facettenreich und mit ein paar Grauschattierungen geschildert werden. Einen geheimen Spionagefall, der nicht nach Plan verläuft und droht an die Öffentlichkeit zu geraten. Verschiedene politische und geheimdiensttechnische Parteien, die nicht alle am selben Strang ziehen. Jede Menge Geheimnisse und Bedrohungen. Und die Frage nach der Moral und der persönlichen Schmerzgrenze der Beteiligten. Ach ja, und ein großes Maß an Aktualität und versteckten tatsächlichen Geschehnissen im Gewand einer Geschichte des Altmeisters. Mit großem Vergnügen habe ich dieses Buch gelesen. Keine Seite habe ich mich nicht ugt unterhalten gefühlt. In diesem Roman von le Carré kommt vor allem seine Ironie und sein Sarkasmus voll zur Geltung und entlockt dem Leser trotz allen Dramas immer wieder ein Schmunzeln. Weniger blutige Aktion als vielmehr psychologischer Suspence zeichnen das Buch aus und lassen keine Zeit zum Verschnaufen. Wer einen intelligent gestrickten Spionageroman sucht, in dem es nicht nur Schwarz und Weiß sondern jede Menge Grautöne gibt und die Guten nicht nur Gutes tun aber immer noch besser sind als die vermeintlich Bösen, der ist hier genau richtig. Le Carré ist sicherlich nicht mehr der Jüngst, soviel ich weiß. Aber die Altersweisheit und die Ruhe tuen diesem Genre wirklich gut. Volle Punktzahl von mir.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Spionage und Gegenspionage
von einer Kundin/einem Kunden aus Weßling am 17.11.2015

Es war mein erstes Buch von le Carré – auch wenn ich schon einige seiner Buchverfilmungen mit Begeisterung gesehen habe. Spionage ist nicht hundertprozentig mein Genre. Aber wenn schon Spionageroman, dann doch bitte einen vom Altmeister. Mit scharfer Feder und ausgefeiltem Sprachwitz erzählt le Carré einen durch und durch ausgeklügelten... Es war mein erstes Buch von le Carré – auch wenn ich schon einige seiner Buchverfilmungen mit Begeisterung gesehen habe. Spionage ist nicht hundertprozentig mein Genre. Aber wenn schon Spionageroman, dann doch bitte einen vom Altmeister. Mit scharfer Feder und ausgefeiltem Sprachwitz erzählt le Carré einen durch und durch ausgeklügelten Plot in dem sich korrupte Politiker, illoyale Agenten, geheimdienstliche Morde und ähnlich genretypisches aneinanderreihen und den Leser nicht zur Ruhe kommen lassen. Und auch wenn hier die geballte Spionagekraft auf einen herniedergeht, so ist das Buch nie überzogen oder gar unglaubwürdig. Was ja schon ein bisschen Angst macht, denn man glaubt dem Autor jedes Wort seiner Fiktion. Die nationale Geheimhaltungspflicht treibt hier mal wieder gefährliche Blüten und nach den aktuellen Geschehnissen in der realen Welt liest man den Roman besonders aufmerksam und mit dem dumpfen Gefühl, dass hier etwas gehörig falsch läuft in der westlichen Welt. Die Charaktere sind glaubwürdig und man fiebert mit ihnen mit und versucht für sich selbst zu ergründen, wie man selber entscheiden würde, wenn man in ähnlichen Situationen wäre. Als ist das Buch der beste Beweis, dass auch eine erfundene Geschichte durchaus Wahrheit und Wahrhaftigkeit in sich bergen kann. Mit hat das Buch wirklich gut gefallen. Vor allem der sarkastische Erzählstil

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
empfindliche Wahrheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Freising am 11.02.2015

In der britischen Kolonie Gibraltar beginnt diese Geschichte anfangs noch ganz harmlos mit ein bisschen Spionage und ein wenig Thrill für den unbedarften Angestellten. Der Spion scheint ziemlich ungeübt und neu im Geschäft. Aber es scheint ja auch keine so schwierige Sache zu sein. Aber schon bald ist er... In der britischen Kolonie Gibraltar beginnt diese Geschichte anfangs noch ganz harmlos mit ein bisschen Spionage und ein wenig Thrill für den unbedarften Angestellten. Der Spion scheint ziemlich ungeübt und neu im Geschäft. Aber es scheint ja auch keine so schwierige Sache zu sein. Aber schon bald ist er wirkelt in ein Fall von weltumspannenden Ausmaßen und er ist nicht der einzige, der sich entscheiden muss, auf welcher Seite er steht, nein welche Seite überhaupt die Richtige ist und wie weit Geheimdienste überhaupt gehen dürfen. John le Carré versteht es einfach, einen spannenden und gleichzeitig klugen Spionagethriller zu schreiben, der alle Inkredenzien hat, die ein guter Roman dieses Genres braucht. Helden, in diesem Fall mehr als einen, die facettenreich und mit ein paar Grauschattierungen geschildert werden. Einen geheimen Spionagefall, der nicht nach Plan verläuft und droht an die Öffentlichkeit zu geraten. Verschiedene politische und geheimdiensttechnische Parteien, die nicht alle am selben Strang ziehen. Jede Menge Geheimnisse und Bedrohungen. Und die Frage nach der Moral und der persönlichen Schmerzgrenze der Beteiligten. Ach ja, und ein großes Maß an Aktualität und versteckten tatsächlichen Geschehnissen im Gewand einer Geschichte des Altmeisters. Mit großem Vergnügen habe ich dieses Buch gelesen. Keine Seite habe ich mich nicht ugt unterhalten gefühlt. In diesem Roman von le Carré kommt vor allem seine Ironie und sein Sarkasmus voll zur Geltung und entlockt dem Leser trotz allen Dramas immer wieder ein Schmunzeln. Weniger blutige Aktion als vielmehr psychologischer Suspence zeichnen das Buch aus und lassen keine Zeit zum Verschnaufen. Wer einen intelligent gestrickten Spionageroman sucht, in dem es nicht nur Schwarz und Weiß sondern jede Menge Grautöne gibt und die Guten nicht nur Gutes tun aber immer noch besser sind als die vermeintlich Bösen, der ist hier genau richtig. Le Carré ist sicherlich nicht mehr der Jüngst, soviel ich weiß. Aber die Altersweisheit und die Ruhe tuen diesem Genre wirklich gut. Volle Punktzahl von mir.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
intelligent und spannend
von einer Kundin/einem Kunden am 17.11.2014

Christopher (Kit) Probyn ist im Ruhestand. Er hat sich mit seiner Frau Suzanna aufs Land zurückgezogen. Als ehemaliger Beamter im britischen Außenministerium, war er, vor Jahren, zu einer streng geheimen Aktion nach Gibraltar gesandt worden. Sein Auftrag lautete - direkte Berichterstattung an seinen damaligen Vorgesetzten,- Minister Fergus Quinn. Ohne... Christopher (Kit) Probyn ist im Ruhestand. Er hat sich mit seiner Frau Suzanna aufs Land zurückgezogen. Als ehemaliger Beamter im britischen Außenministerium, war er, vor Jahren, zu einer streng geheimen Aktion nach Gibraltar gesandt worden. Sein Auftrag lautete - direkte Berichterstattung an seinen damaligen Vorgesetzten,- Minister Fergus Quinn. Ohne die genauen Hintergründe zu kennen, nimmt Kit an dieser undurchsichtigen Operation teil. Als er kurz darauf zurückbeordert wird, teilt man ihm den erfolgreichen Abschluss der Aktion mit. Man belohnt ihn mit einer Beförderung. Und die führt ihn ziemlich weit von Londons Regierungsviertel weg. Nun holt ihn die Vergangenheit ein. Auf einem beschaulichen Dorffest trifft er auf einen ehemaligen Bekannten. David (Jeb) Jebediah, ehemaliger Angehöriger der Special Forces. Nach seinem Einsatz auf Gibraltar unehrenhaft vom Dienst suspendiert, will Jeb Kit den wahren Ausgang dieser Geheimoperation erzählen. Zum ausgemachten Treffpunkt erscheint er allerdings nicht mehr. Laut Polizeibericht hat er sich selbst das Leben genommen........ John le Carré ist ein Meister des Spionage-Romans und "Empfindliche Wahrheit" intelligente, spannende Leselektüre.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Spionage vom Altmeister
von einer Kundin/einem Kunden aus Unterhaching am 27.12.2015

Le Carré erfindet sein Genre nicht neu, aber diesmal hat er durchaus einen erfrischend jungen Erzählton für diesen Spionagethriller gewählt. Ich gebe zu, mir ist es an manchen Stellen ein bisschen zu humurvoll und das Augenzwinkern hätte manchmal gerne einem kräftigen Schußwechsel weichen dürfen. Aber vielleicht ist ja ein... Le Carré erfindet sein Genre nicht neu, aber diesmal hat er durchaus einen erfrischend jungen Erzählton für diesen Spionagethriller gewählt. Ich gebe zu, mir ist es an manchen Stellen ein bisschen zu humurvoll und das Augenzwinkern hätte manchmal gerne einem kräftigen Schußwechsel weichen dürfen. Aber vielleicht ist ja ein Spionagethriller doch mehr etwas unblutiges mit viel Hintergründigem und Unterschwelligem. Das Tempo war anfangs gemächlich und man hatte Zeit, sich in die Zeit, die Orte und die Personen einzufinden. Dann beginnt ein Verwirrspiel, in dem jeder sein eigenes Spiel zu spielen scheint, manch einer die Seiten wechselt oder man glaubt es zumindestens und der erste Schein gerne mal trübt. Jeder belügt jeden, die Moral bleibt allerorten auf der Strecke. Auch Minister und andere hohe Tiere nutzen ihre Macht und spinnen Intrigen. Es gibt natürlich ein paar Tote und es drohen Enttarnung und Kriegsausbruch. Ich habe das Buch zügig durchgelesen, was für die Handlung auch besser ist, da man sonst schon mal den Faden verlieren könnte. Für mich war es etwas zu verkopft um die volle Punktzahl zu bekommen. Aber der gute Schreibstil des Autors und sein hervorragendes Wissen über Politik und Machtstrukturen, über Geheimdienste und menschliche Abgründe machen das Buch trotzdem zu einer interessanten Lektüre, die meiner Meinung nach mal wieder das Potential zur Verfilumung hat. Gute 4 Sterne von mir.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Gegenspionage
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 26.05.2015

Es war mein erstes Buch von le Carré – auch wenn ich schon einige seiner Buchverfilmungen mit Begeisterung gesehen habe. Spionage ist nicht hundertprozentig mein Genre. Aber wenn schon Spionageroman, dann doch bitte einen vom Altmeister. Mit scharfer Feder und ausgefeiltem Sprachwitz erzählt le Carré einen durch und durch ausgeklügelten... Es war mein erstes Buch von le Carré – auch wenn ich schon einige seiner Buchverfilmungen mit Begeisterung gesehen habe. Spionage ist nicht hundertprozentig mein Genre. Aber wenn schon Spionageroman, dann doch bitte einen vom Altmeister. Mit scharfer Feder und ausgefeiltem Sprachwitz erzählt le Carré einen durch und durch ausgeklügelten Plot in dem sich korrupte Politiker, illoyale Agenten, geheimdienstliche Morde und ähnlich genretypisches aneinanderreihen und den Leser nicht zur Ruhe kommen lassen. Und auch wenn hier die geballte Spionagekraft auf einen herniedergeht, so ist das Buch nie überzogen oder gar unglaubwürdig. Was ja schon ein bisschen Angst macht, denn man glaubt dem Autor jedes Wort seiner Fiktion. Die nationale Geheimhaltungspflicht treibt hier mal wieder gefährliche Blüten und nach den aktuellen Geschehnissen in der realen Welt liest man den Roman besonders aufmerksam und mit dem dumpfen Gefühl, dass hier etwas gehörig falsch läuft in der westlichen Welt. Die Charaktere sind glaubwürdig und man fiebert mit ihnen mit und versucht für sich selbst zu ergründen, wie man selber entscheiden würde, wenn man in ähnlichen Situationen wäre. Als ist das Buch der beste Beweis, dass auch eine erfundene Geschichte durchaus Wahrheit und Wahrhaftigkeit in sich bergen kann. Mit hat das Buch wirklich gut gefallen. Vor allem der sarkastische Erzählstil

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
And the whistles blow
von P. rogue aus München am 27.02.2015

Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch "Empfindliche Wahrheit" von John le Carré. Es besteht aus 9 CDs und wird von Matthias Brandt gelesen. Worum geht's? Es beginnt mit einem Auslandseinsatz eines mittelalten, mittelhohen Beamten, der als eine Art "Verbindungsmann" zu dem neuen, jungen Außenminister Quinn dienen soll. Er erhält für... Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch "Empfindliche Wahrheit" von John le Carré. Es besteht aus 9 CDs und wird von Matthias Brandt gelesen. Worum geht's? Es beginnt mit einem Auslandseinsatz eines mittelalten, mittelhohen Beamten, der als eine Art "Verbindungsmann" zu dem neuen, jungen Außenminister Quinn dienen soll. Er erhält für diesen Einsatz den Namen Paul Anderson und ich bleibe der Einfachheit dabei. Die Mission geht gründlich schief und doch bekommt Paul einen Haufen Vergütungen und schließlich seine Pension mit allem drum und dran. Zur gleichen Zeit ist Toby Bell, ein junger Diplomat bei Quinn beschäftigt - und wird doch ständig außen vor gehalten. Was passiert bei dem Minister? Wieso bekommt er nichts davon mitgeteilt? Er schneidet schließlich ein Gespräch mit, das ihn mehr als nur stutzig werden lässt, und er beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen zu betreiben. Dabei trifft er auf Paul Anderson, der seinerseits auf den völlig fertigen Offizier getroffen ist, der einfach nicht vergessen kann, was damals passierte. Paul, der unglaublich rechtschaffend ist, und Toby, der eigentlich tolle Karriereaussichten im Ministerium hat, schließen sich zusammen und versuchen herauszufinden, was genau damals passiert ist - und wieso es schiefgehen konnte. Wir bekommen alles zu hören, was zu Zeiten eines (oder mehrerer) Whistleblower immer mehr zur Realität auch in unseren Köpfen wird: korrupte Politiker, Zeugen, die zum Schweigen gebracht werden, Mord, Bestechung, Drohung ... die Auswahl an Methoden, die Wahrheit zu unterdrücken, ist schier unendlich. Von daher ist das Buch absolut aktuell und empfehlenswert. Allerdings muss man dazu sagen, dass sich le Carré sehr, sehr viel Zeit nimmt, seine Figuren zu entwickeln, auf dem Schachspiel aufzustellen und das Spiel allein erst einmal zu eröffnen. Man muss also wissen, dass es sich hierbei um keinen Spionagethriller á la James Bond handelt, in dem in atemberaubenden Tempo eine Szene die nächste jagt. Das ist auch nicht beabsichtigt, aber man muss sich darauf einstellen, dass dadurch manche Kapitel recht langatmig wirken können, ganz besonders, wenn man das Buch als Hörbuch konsumiert. Matthias Brandt besitzt eine angenehme Erzählstimme, der auch jeder Figur seine eigene Stimme gibt, aber er nimmt sich genauso Zeit wie le Carré und manchmal hatte ich wirklich das Bedürfnis, ihn zu schütteln und zu sagen: Bitte. Es darf auch mal ein bisschen - nur ein bisschen - mehr zur Sache gehen und Leidenschaft gezeigt werden.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Empfindliche Wahrheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Bamberg am 08.12.2014

Ich habe von le Carre ja noch nichts gelesen aber mein Interesse wurde durch die Leseprobe durchaus geweckt. Echte Spionagethriller von einem Alt-Meister des Fachs sollte man durchaus mal probieren. Leider habe ich mich etwas schwer damit getan. Dies lag wohl hauptsächlich am Erzähltempo, dem für meinen Geschmack etwas... Ich habe von le Carre ja noch nichts gelesen aber mein Interesse wurde durch die Leseprobe durchaus geweckt. Echte Spionagethriller von einem Alt-Meister des Fachs sollte man durchaus mal probieren. Leider habe ich mich etwas schwer damit getan. Dies lag wohl hauptsächlich am Erzähltempo, dem für meinen Geschmack etwas die nötige Geschwindigkeit fehlte, um mich bei der Stange zu halten. Der sarkastische Ton hat mir durchaus gefallen, allerdings sind die Protagonisten teilweise etwas zwiespätige Charakter und ich tat mir schwer damit, einen Helden für mich auszumachen. Das kann natürlich auch am Genre liegen, welches sicherlich mit den Begriffen Gut und Böse besonders stark spielt und in dem Heimlichkeiten und Lagerwechsel ebenso dazu gehören, wie doppelte Identiätten und doppelte Spielchen. Die Aktualität ist sicherlich gegeben - wie wohl in den letzten 50 Jahren immer wieder, wenn man all die Spionageskandale zusammenzählt. Dennoch fehlte mir irgendwie etwas die Aktion und der Unterhaltungsfaktor, die beide neben Informationen und Strategiegeplänkel zurückstehen mussten. Nicht ganz mein Fall.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Paul
von anyways am 24.10.2015

John le Carré war noch nie ein nur „bequemer“ Autor, bei seinen bisherigen Büchern musste man immer mitdenken, unausgesprochenes hinzudichten oder das wüste Knäuel an Fallverstrickungen auseinander wirren. In seinem neuesten Werk übertrifft sich der ungekrönte Meister des Spionageromans aber enorm, und das meine ich nicht im positiven Sinne.... John le Carré war noch nie ein nur „bequemer“ Autor, bei seinen bisherigen Büchern musste man immer mitdenken, unausgesprochenes hinzudichten oder das wüste Knäuel an Fallverstrickungen auseinander wirren. In seinem neuesten Werk übertrifft sich der ungekrönte Meister des Spionageromans aber enorm, und das meine ich nicht im positiven Sinne. Woran liegt es das ich zu so einem Fazit kommen, zum einen an den fast gänzlich fehlenden Spannungsbögen zum anderen ist die Story an sich ist irgendwie grotesk. Ein Ministerialbeamter, der nie, von seinen früheren Botschaftstätigkeiten mal abgesehen, im Außendienst tätig war, wird jetzt als Mittelsmann geködert. Nicht unbedingt mit Geld, aber Ruhm und Ehre vielleicht. Angeblich hält sich auf Gibraltar ein Topterrorist auf, dieser soll dingfest gemacht werden und Paul, unser Ministerialbeamter darf Agent spielen. Angeblich geht beim Zugriff alles glatt. Paul bekommt später einen super Job in der Karibik und wird sogar von der Queen geadelt. Drei Jahre später hat er eher ungewollt Kontakt mit einem Soldaten, der die Mission auf Gibraltar ebenfalls unterstützte, dieser offenbart ihm die angebliche Wahrheit. Die Drahtzieher der damaligen Operation sind nicht gerade erfreut und torpedieren die „Enthüllung“ auf allen Ebenen. Das kurz zur Story. Aus verschiedenen Sichten werden nun die Dinge vorher und nachher von zwei Protagonisten geschildert. Dieser Szenen- und Personenumschwung fiel mir nicht leicht. Irgendwie kam bei mir auch nie ein Anflug von Spannung auf. Ich würde fast sagen die Geschichte dümpelt vor sich hin. Lediglich auf den letzten fünf Seiten gibt es einen Spannungsbogen der abrupt, man ahnt es, endet. Das ist mir zu wenig.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Empfindliche Wahrheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 20.01.2016

Unter dem Decknamen Paul Anderson wird der im Innendienst des Außenministeriums arbeitende Christopher Probyn zu einer geheimen Mission nach Gibraltar entsandt. Dort soll die Operation Wildlife einen Terroristen ergreifen und Pauls Auftrage besteht darin, dem Außenminister Quinn von dieser Operation zu berichten. Scheinbar läuft alles glatt, kleinere Ungereimtheiten werden... Unter dem Decknamen Paul Anderson wird der im Innendienst des Außenministeriums arbeitende Christopher Probyn zu einer geheimen Mission nach Gibraltar entsandt. Dort soll die Operation Wildlife einen Terroristen ergreifen und Pauls Auftrage besteht darin, dem Außenminister Quinn von dieser Operation zu berichten. Scheinbar läuft alles glatt, kleinere Ungereimtheiten werden erklärt. Jahre später ist Sir Christopher Probyn, genannt Kit; als Pensionär von seiner Diplomatenstelle in der Karibik nach Großbritannien zurück gekehrt. Zufällig? trifft er dort auf Jep, einen anderen Beteiligten dieser Mission, der ihm erzählt, dass es Tote bei der Operation Wildlife gab. Eine Frau und ihr kleines Kind kamen wurden getötet. Kit lässt es keine Ruhe, er begibt sich auf Spurensuche. Da er Jep nicht mehr erreichen kann wendet sich Kit an Toby Bell, dem ehemaligen Assistenten des Außenministers Quinn. Eine verworrene Geschichte, bei der es die Schreibweise mit vielen Zeitsprüngen nicht leichter macht dem Inhalt zu folgen. Spannung kommt leider erst auf den letzten Seiten auf, wenn die Protagonisten versuchen, den wahren Hintergründen auf die Spur zu kommen. Bis dahin ist es ein zähes Ringen. Einzig die Aufgabe, diese Rezession zu schreiben, hat dazu geführt, dass ich das Buch nicht vorzeitig zur Seite gelegt habe. Ich lese sehr gerne Krimis und Spionagethriller, doch von John le Carres Empfindliche Wahrheit wurde ich trotz eines interessanten Einstieges in die Geschichte enttäuscht.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar (Ingeborg Bachmann)
von Xirxe aus Hannover am 01.12.2013
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Tja, allerdings wohl nur dann, wenn sie nicht die Aktivitäten irgendwelcher Geheimdienste betrifft. Kommt einem das nicht bekannt vor? Das neue Buch von John le Carré ist hochaktuell und vermittelt das Gefühl, statt einer fiktiven Spionagelektüre einen überaus gut geschriebenen Dokumentarroman vor sich zu haben. Es geht um private Militärdienste,... Tja, allerdings wohl nur dann, wenn sie nicht die Aktivitäten irgendwelcher Geheimdienste betrifft. Kommt einem das nicht bekannt vor? Das neue Buch von John le Carré ist hochaktuell und vermittelt das Gefühl, statt einer fiktiven Spionagelektüre einen überaus gut geschriebenen Dokumentarroman vor sich zu haben. Es geht um private Militärdienste, geheimdienstliche Aktivitäten ausserhalb der Legalität, Geld, Mord, Vertuschung, Ehre, Loyalität und - natürlich - auch um die Liebe. Toby Bell, der junge persönliche Referent (mit vielversprechenden Karriereaussichten) eines Ministers, wird Zeuge wie sein Vorgesetzter unter Umgehung sämtlicher Dienstvorschriften eine illegale Operation unter Mithilfe privater Militärdienste initiiert, die bedauerlicherweise nicht so abläuft wie geplant. Und noch bedauerlicher ist es, dass trotz Nutzung sämtlicher möglicher Bestechungsmöglichkeiten nicht alle Beteiligten ruhig gestellt werden können. So beginnt die Wahrheit sich doch nach einigen Jahren ihren Weg zu bahnen... Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick unglaublich (bestechliche Minister, vertuschte Morde, überwachte Mitarbeiter, private Militärdienstleister im Auftrag von Regierungsmitgliedern usw.), auf den zweiten jedoch schon wesentlich realistischer. Denn gab/gibt es das nicht alles schon? Alle mauern, kein Wort nach draußen? Je weiter man liest, desto stärker hat man das Gefühl, all das schon einmal gehört, gelesen und/oder gesehen zu haben. Aber nicht nur die Geschichte macht das Buch zu einer außerordentlichen Lektüre: le Carrés Schreibstil ist einfach herrlich. Stets mit einem leichten Ton der Ironie oder des Spottes, je nachdem über wen oder was gerade geschrieben wurde. Trotz des alles andere als amüsanten Themas kann man sich ein Schmunzeln nur schwer verkneifen. Toll! Einfach ein tolles Buch, das ich nur empfehlen kann.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
1 0
Empfindliche Wahrheit
von einer Kundin/einem Kunden am 01.05.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Ein überaus spannendes Buch. Die Bücher von le Carré haben immer einen speziellen Faktor, da man sich als Leser immer wieder fragt, ob soetwas echt sein könnte, ob das möglich wäre. Hat man sich erst einmal in dieses Buch hineingelesen, lässt es auch nicht mehr von einem los. Es ist... Ein überaus spannendes Buch. Die Bücher von le Carré haben immer einen speziellen Faktor, da man sich als Leser immer wieder fragt, ob soetwas echt sein könnte, ob das möglich wäre. Hat man sich erst einmal in dieses Buch hineingelesen, lässt es auch nicht mehr von einem los. Es ist höchst spannend und die Zusammenhänge zum Teil erst im Finale ersichtlich. Ich hatte grossen Lesespass, musste mich aber in der Tat erst hineinlesen. Lässt man das Buch einen Tick zu lange liegen, kann es passieren, dass man den Wiedereinstieg nicht richtig hinbekommt. Es macht schon Sinn, es möglichst dicht beieinander zu lesen. Die politischen Aktivitäten sind äusserst gut durchdacht und lassen kaum zu Wünschen übrig. Ich kann le Carré immer empfehlen, wurde noch nie von ihm enttäuscht.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Souverän, intelligent und „very britisch“
von Michael Lehmann-Pape am 17.02.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Auch wenn in diesem neuen Roman des Altmeisters weder MI5 noch MI6 eine Rolle spielen, so ganz kommt le Carré nicht los von der Welt geheimer Operationen, intriganter Machtmenschen, geldgieriger und skrupelloser Drahtzieher und dem ein oder anderen mit seinem Gewissen noch kämpfenden, innerlich aufrechten und dabei alte, „englische“... Auch wenn in diesem neuen Roman des Altmeisters weder MI5 noch MI6 eine Rolle spielen, so ganz kommt le Carré nicht los von der Welt geheimer Operationen, intriganter Machtmenschen, geldgieriger und skrupelloser Drahtzieher und dem ein oder anderen mit seinem Gewissen noch kämpfenden, innerlich aufrechten und dabei alte, „englische“ Werte aufrecht haltenden Menschen. Welche Wohltat zudem, von der sprachlichen Gestaltung bis zu der gelungenen Darstellung aus verschiedenen Perspektiven (wobei der rote Faden immer im Blick bleibt) einen intelligent und realistisch konzipierten Thriller zu lesen, in dem le Carré den Leser nicht mit jeder Menge fliegenden Kugeln, seitenweisen Kollateralschädeln sowie sportiven, muskulösen und „unbesiegbaren“ Helden beschäftigt (auch wenn es Tote gibt). Sondern in dem der Autor, wieder einmal, fein gesponnen, die Frage nach Gut und Böse, nach dem Bedürfnis, sich selbst im Spiegel noch ansehen zu können und sich nicht von der „großen Welle“ der Macht und des Geldes unterspülen zu lassen, in den Mittelpunkt stellt. Und es ist ein realistischer Hintergrund, warum in der Moderne, nachdem ja so ziemlich alles, was verbogen werden kann und jede Menge Geld einbringt, „privatisiert“ worden ist (sprich, aus der politischen Verantwortung in die Hand rein marktorientierter Mächte gelegt wurde, die sich dann bei entsprechendem Reibach natürlich sehr generös zeigen werden), nicht auch der Geheimdienst und dazu gehörige „Kommandounternehmen“ privat finanziert und durchgeführt werden sollten. Das passiert. Nur nicht so, wie es die Geldgeber und die beauftrage Firma sich ausgerechnet haben. Was kaum einem weitere Kopfschmerzen bereitet. Das bisschen, was da unter der Treppe daneben gegangen ist, interessiert nun wirklich die „wichtigen“ Leute nicht weiter. Vielleicht aber die Unwichtigen? Den „Unterflieger“ aus der Regierungsbürokratie, handverlesen, danach ausgesucht, keinen Ärger zu machen (hat der nicht genug mit seiner kranken Frau zu tun), keinen Ehrgeiz zu entwickeln und rein als Deckblatt zu gelten. Oder den bis dato redlich seinen Dienst versehenen Soldaten „Und diese ehemals so wachen Augen schienen all ihre Flinkheit eingebüßt zu haben“)? Oder den Protege eines gut vernetzen Strippen-Ziehers („Der Ehrgeiz, der Toby angetrieben hatte. War keiner, den er weiter hinterfragt hätte“)? Wären etwa solche Randfiguren bereit, ihre Wohl, ihre Pfründe, ihre Aussichten aufs Spiel zu setzen für eine kleine Randnotiz im Mittelmeer? Und wenn ja, warum? Und wie wird ihnen das Bekommen, bei dem, was da alles gegen sie stehen wird? „Er war ein Geist, ausgebrannt. Konnte kaum Messer und Gabel halten“. Wegen so wenig? In den Augen zumindest des aufstrebenden Staatsministers? Das sind die den Leser in den Bann ziehenden Fragen dieses hervorragenden Thrillers, der eine uneingeschränkt lesenswerte Lektüre darstellt.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
sehr gutes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 07.01.2014
Bewertetes Format: Format: eBook (ePUB)

John Le Carré hat ja immer gute Romane geschrieben, aber die Empfindliche Wahrheit übertrieft an Spannung. Man kann sehr schlecht aufhören zu lesen

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
"Wer die Wahrheit sagt, wird früher oder später dabei ertappt"
von solveig am 11.12.2013
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Dieses Motto, den „Weisheiten von Oscar Wilde“ entnommen, hat John le Carré seinem neuen Roman „Empfindliche Wahrheit“ voran gestellt. Was dem Leser zunächst als witziges Bonmot erscheint, entpuppt sich im Verlauf des Romans als desillusionierende Realität. Doch der Reihe nach: Alles beginnt in der englischen Kronkolonie Gibraltar, wo ein englischer Diplomat... Dieses Motto, den „Weisheiten von Oscar Wilde“ entnommen, hat John le Carré seinem neuen Roman „Empfindliche Wahrheit“ voran gestellt. Was dem Leser zunächst als witziges Bonmot erscheint, entpuppt sich im Verlauf des Romans als desillusionierende Realität. Doch der Reihe nach: Alles beginnt in der englischen Kronkolonie Gibraltar, wo ein englischer Diplomat unter dem Decknamen „Paul Anderson“ als Beobachter der „Operation Wildlife“ , bei dem ein internationaler Waffenhändler inhaftiert werden soll, fungiert. Das Unternehmen, hinter dem auch der Außenminister Fergus Quinn steht, misslingt; die beteiligten Akteure müssen sich zurückziehen. In demselben Jahr wird Toby Bell, ein junger, sehr versierter Diplomat, in die Dienste eben dieses Fergus Quinn gestellt, entdeckt Ungereimtheiten und Merkwürdiges und versucht, Details zu erfahren. Da seine Fragen unbeantwort bleiben, entschließt er sich, ein geheimes Gespräch seines korrupten Ministers per Tonbandgerät mitzuschneiden. Einige Jahre später trifft er mit dem inzwischen pensionierten Kit Probyn alias Paul Anderson in Cornwall zusammen. Der Pensionär musste inzwischen erkennen, dass sein Einsatz in Gibraltar wohl doch nicht dem „Wohlergehen der Nation“ diente. Sie beschließen, das Geheimnis „Wildlife“ aufzudecken, wobei jeder auf seine eigene Art vorgeht. Mit dem Motiv der Spionage im Dienst der nationalen Sicherheit und Antiterrorbekämpfung hat Carré ein top aktuelles, brisantes Thema bearbeitet (wie er es auch in den meisten seiner vorherigen Bücher getan hat). Er führt uns auf das glatte, rutschige Parkett der Diplomaten im Auswärtigen Dienst. Die einzelnen Handlungsstränge sind geschickt miteinander verwoben, eine sehr komplexe Geschichte. Der Roman ist dennoch gut und flüssig zu lesen, dank Carrés lockerer, ruhiger Schreibweise. Er steckt voller Anspielungen auf einzelne Episoden in der englischen Politik (New Labour, Tony Blair), enthält Spitzen gegen Staat und Staatsdiener. Carré, dessen bürgerliche Name David John Moore Cornwell lautet, würzt sein Werk mit viel Sarkasmus - so heißt etwa das Dienstleistungsunternehmen, das neben humanitären Projekten auch Söldner für spezielle militärische Aufgaben zur Verfügung stellt, „Ethical Outcomes“ (übersetzt etwa „Moralische Resultate“), und gleich in den ersten Zeilen des Romans sind „seine sympathisch-rechtschaffenen Züge“ die Erkennungsmerkmale des Engländers im Allgemeinen. Packend geschrieben, lebendig und aufrüttelnd, legt Carré die Situation eines Whistleblowers dar. Der Autor lässt die unterschiedlichsten Menschen in der ihnen eigenen Sprache zu Wort kommen, beleuchtet die unterschiedlichsten Motive. Mit der Erfahrung des „altgedienten“ Schriftstellers schafft er es, seine Romanfiguren authentisch wirken zu lassen. Den englischen Originaltitel „Delicate Truth“ könnte man auch mit „Heikle Wahrheit“ übersetzen. Im Deutschen entspräche das Adjektiv „heikel“ meiner Meinung nach dem Inhalt des Romans besser als „empfindlich“. Es ist ein verstörendes Buch, das ein Bild der permanenten Überwachung der Bürger wiedergibt. Verstörend auch, weil es nicht nur die Macht des Staates und seiner Organe demonstriert, sondern vor allem die Ohnmacht des Einzelnen. Und so wird das Ende des Romans kommentiert in der bitteren Aussage des ursprünglich vorangestellten Mottos: „Wer die Wahrheit sagt, wird früher oder später dabei ertappt.“

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Nicht sein bester, aber wieder einmal ein unglaublich guter Spionageroman mit aktuellem Bezug.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Gegenspionage
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 26.05.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Es war mein erstes Buch von le Carré – auch wenn ich schon einige seiner Buchverfilmungen mit Begeisterung gesehen habe. Spionage ist nicht hundertprozentig mein Genre. Aber wenn schon Spionageroman, dann doch bitte einen vom Altmeister. Mit scharfer Feder und ausgefeiltem Sprachwitz erzählt le Carré einen durch und durch ausgeklügelten... Es war mein erstes Buch von le Carré – auch wenn ich schon einige seiner Buchverfilmungen mit Begeisterung gesehen habe. Spionage ist nicht hundertprozentig mein Genre. Aber wenn schon Spionageroman, dann doch bitte einen vom Altmeister. Mit scharfer Feder und ausgefeiltem Sprachwitz erzählt le Carré einen durch und durch ausgeklügelten Plot in dem sich korrupte Politiker, illoyale Agenten, geheimdienstliche Morde und ähnlich genretypisches aneinanderreihen und den Leser nicht zur Ruhe kommen lassen. Und auch wenn hier die geballte Spionagekraft auf einen herniedergeht, so ist das Buch nie überzogen oder gar unglaubwürdig. Was ja schon ein bisschen Angst macht, denn man glaubt dem Autor jedes Wort seiner Fiktion. Die nationale Geheimhaltungspflicht treibt hier mal wieder gefährliche Blüten und nach den aktuellen Geschehnissen in der realen Welt liest man den Roman besonders aufmerksam und mit dem dumpfen Gefühl, dass hier etwas gehörig falsch läuft in der westlichen Welt. Die Charaktere sind glaubwürdig und man fiebert mit ihnen mit und versucht für sich selbst zu ergründen, wie man selber entscheiden würde, wenn man in ähnlichen Situationen wäre. Als ist das Buch der beste Beweis, dass auch eine erfundene Geschichte durchaus Wahrheit und Wahrhaftigkeit in sich bergen kann. Mit hat das Buch wirklich gut gefallen. Vor allem der sarkastische Erzählstil

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Vertuschung
von leseratte1310 am 10.04.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Bei einer Operation auf Gibraltar soll ein Terrorist und Waffenkäufer gefangen werden. Durchgeführt wird das Ganze von einer privaten amerikanischen Organisation und von britischen Soldaten. Dabei ist Christopher Probyn unter dem Decknamen „Paul“ als Verbindung zu Fergus Quinn im Ministerium. Jeb, der Anführer der britischen Soldaten, hat Einwände als... Bei einer Operation auf Gibraltar soll ein Terrorist und Waffenkäufer gefangen werden. Durchgeführt wird das Ganze von einer privaten amerikanischen Organisation und von britischen Soldaten. Dabei ist Christopher Probyn unter dem Decknamen „Paul“ als Verbindung zu Fergus Quinn im Ministerium. Jeb, der Anführer der britischen Soldaten, hat Einwände als die Operation starten soll. Aber Befehl ist Befehl. Jahre später trifft Kit Probyn auf Jeb, der ihm erzählt, dass die Operation gründlich schief gelaufen ist und der die ganze Zeit vergeblich versucht, den Vorgang öffentlich zu machen. Kit sagt seine Unterstützung zu und wendet sich an Toby Bell, der seinerzeit persönlicher Referent von Quinn war. Bell hat damals ein Gespräch seines Vorgesetzen aufgenommen und wurde dann nach Beirut versetzt. Auch Probyn bekam einen Posten, der weit genug weg war. Außerdem wurde er geadelt zu Sir Christopher. Bell sagt seine Unterstützung für die Klärung des Vorgangs zu. Aber die Gegner sind immer einen Schritt voraus, Jeb bezahlt mit seinem Leben. Der Einstieg ist etwas langatmig und verworren. Erst im zweiten Teil wird es dann spannend. Die Protagonisten wirken anfangs nicht sonderlich sympathisch, da sie ihre Skrupel beiseite schieben. Es geht um ein Geschäft zwischen Regierung, Geheimdienst, Militär und Wirtschaft sowie die Vertuschung dieser Beziehungen. Wo die Gier zum Zuge kommt, ist kein Platz mehr für Moral. Spät entscheiden sich Probyn und Bell, dass sie ein Gewissen haben und mit der Vertuschung nicht leben können. Sie agieren, obwohl sie wissen, dass der Gegner rücksichtslos handelt. Die Thematik ist hochaktuell, die Darstellung entspricht nicht mehr ganz der Zeit. Trotzdem ist der Roman erzähltechnisch anspruchsvoll und überzeugend.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Empfindliche Wahrheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 15.01.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Es ist mein erstes Buch von John le Carré, aber ich werde bestimmt noch weitere lesen. Ein zeitgemäßes Buch über Spionage und Terrorismus, das am Anfang etwas schwierig zu lesen war. Zuviele Namen und Aktionen, aber alles in allem ein überaus spannendes Buch, passend zum heutigen politischen Geschehen. Paul... Es ist mein erstes Buch von John le Carré, aber ich werde bestimmt noch weitere lesen. Ein zeitgemäßes Buch über Spionage und Terrorismus, das am Anfang etwas schwierig zu lesen war. Zuviele Namen und Aktionen, aber alles in allem ein überaus spannendes Buch, passend zum heutigen politischen Geschehen. Paul Anderson, dies ist nicht sein richtiger Name, verbringt auf Gibraltar schreckliche Tage in einem miserablen Hotelzimmer und wartet auf den Beginn seines Auftrages. Er ist ein hoher Regierungsbeamter und soll Bericht erstatten über eine streng geheime Anti-Terror-Operation. Und obwohl Paul nach Abschluß der Operation über Erfolg oder Mißerfolg nicht genau Bescheid weiß, wird ihm der Erfolg bescheinigt und er wird ausgezeichnet. Erst viel später wird ihm von einem Soldaten, der an der Mission beteiligt war, mitgeteilt, daß bei der Aktion eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter zu Tode gekommen ist. Da Paul daran zunächst nicht glauben will, versucht er, die Sache mit Hilfe von Toby Bell zu recherchieren. Toby Bell ist Mitarbeiter von Fergus Quinn, einem hochrangigen Regierungsmitglied, der Drahtzieher der ganzen Aktion war. Der Soldat möchte die ganze Angelegenheit aufdecken und aussagen, kommt aber unter mysteriösen Umständen ums Leben. Seine Anschuldigungen entsprechen jedoch der Wahrheit. Die Schwierigkeit besteht in der Offenlegung. Paul und Toby Bell riskieren ihr Leben. Wer öffentlich macht, was geheim bleiben muß, begibt sich in große Gefahr. In diesem Sinne möchte man sich das Ende des Buches gar nicht vorstellen. Spannend und empfehlenswert.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Kollateralschaden
von Susanne am 14.01.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Der britische Diplomat Paul Anderson, der eigentlich ganz anders heißt und eine krebskranke Frau hat sowie eine Tochter, die Ärztin ist, wird von seinem Vorgesetzten Elliot nach Gibraltar geschickt. Nun steht er in einem zweitklassigen Hotelzimmer und sinniert über die geplante Aktion. Es geht es um eine streng geheime... Der britische Diplomat Paul Anderson, der eigentlich ganz anders heißt und eine krebskranke Frau hat sowie eine Tochter, die Ärztin ist, wird von seinem Vorgesetzten Elliot nach Gibraltar geschickt. Nun steht er in einem zweitklassigen Hotelzimmer und sinniert über die geplante Aktion. Es geht es um eine streng geheime Anti-Terror-Operation, die zwar als Erfolg gefeiert wird, denn Paul wird mehrfach befördert und sogar in den Adelsstand erhoben, sich aber nach und nach als das Gegenteil herausstellt. Drei Jahre später stößt Toby Bell, persönlicher Referent von Staatsminister Fergus Quinn, der damals zusammen mit Jay Crispin, dem Chef einer privaten US-amerikanischen Sicherheitsfirma, für die Operation Wildlife verantwortlich war, auf Ungereimtheiten. Als dann auch noch der Leiter der ehemaligen britischen Einsatztruppe, Jeb Owens, angeblich Selbstmord begeht, forscht Paul auf Drängen von Frau und Tochter nach. Zusammen mit Toby, der eine Bandaufzeichnung des konspirativen Treffens besitzt, und einem Beweisfoto von Jeb will er die Sache öffentlich machen... Am Anfang bin ich nicht so gut in die Geschichte rein gekommen wegen der vielen Personen und Zeitsprünge, aber nach der Hälfte ging es dann besser. Mit „Empfindliche Wahrheit“ hat John le Carré erneut einen klugen und brisanten Spionagethriller mit topaktuellem Bezug geschrieben. Denn Whistleblower leben gefährlich, das weiß man spätestens seit Edward Snowden. Ein Roman erschreckend real und auf der Höhe der Zeit. Meine Empfehlung: Lesen!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0

Wird oft zusammen gekauft

Empfindliche Wahrheit

Empfindliche Wahrheit

von John Le Carré

(11)
Buch
Fr. 17.90
+
=
Der Spion, der aus der Kälte kam

Der Spion, der aus der Kälte kam

von John Le Carré

Buch
Fr. 14.90
+
=

für

Fr. 32.80

inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Alle kaufen

Kundenbewertungen

Verfügbarkeit in Ihrer Buchhandlung prüfen

Filialabholung: Ihre Vorteile
  1. Bereits Online prüfen, ob Ihr gewünschtes Buch in der Filiale vorrätig ist
  2. Bestellen Sie Online und lassen Sie Ihre Artikel zur Abholung in die Filiale vor Ort liefern
  3. Artikel, die zur Filialabholung bestellt wurden, können in der Filiale bezahlt werden.
  4. Falsches Buch bestellt? Retournieren Sie ihre gekauften Bücher kostenfrei in der Filiale