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Hool

Roman. Nominiert für die Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2016

(8)
+++ Nominiert für den Deutschen Buchpreis +++
Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom grossen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine grosse Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.
Einen so knallharten, tieftraurigen und todkomischen Debütroman hat es seit Clemens Meyers „Als wir träumten“ in Deutschland nicht mehr gegeben. Thomas Klupp
Winkler schreibt bewegend, kraftvoll und mit feinem Gespür für die Welt der Aussenseiter. Denn eigentlich ist Heiko Kolbe ein hoffnungsloser Romantiker und seine Gewalt ein stummer Schrei nach Liebe. Moritz Rinke
Woher kommt die Wut, was tust du, wenn dir nichts geblieben ist? Verzweifelt, knallhart und voller Herz. HOOL leuchtet aus allen Wunden. Lucy Fricke
Rezension
Claudia Hüllmann, Literatur-Expertin Thalia:
"Philipp Winkler hat mich mit seinem Debütroman unglaublich beeindruckt. Extrem hart, unfassbar traurig und berührend. Heiko ist ein Hooligan, seine Mutter ist schon vor Jahren verschwunden, der Vater säuft, Heikos Familie - das sind seine Freunde. Er arbeitet im Gym seines Onkels, umgeben von seltsamen Menschen; es werden Drogen verkauft, und an den Wochenenden gibt es Schlachten in irgendwelchen Wäldern. Heiko lebt in einer Wirklichkeit, die uns fremd erscheint. Dieses harte, brutale Leben, diese Hoffnungslosigkeit ist schwer zu ertragen, schon für den Leser, und trotzdem glaubt Heiko an den Sinn seines Lebens. Er steht immer wieder auf. Die zarten stillen Szenen des Romans sind fast romantisch, der Autor hat eine wunderbare Sprache, er versucht sich nicht anzubiedern, es ist ja ein Buch über einen jungen Menschen in einer krassen Welt. Hool ist eines der besten Bücher in diesem Herbst und hat es absolut verdient, auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises zu kommen."
Portrait
Philipp Winkler, 1986 geboren, aufgewachsen in Hagenburg bei Hannover. Studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Lebt in Leipzig. Auslandsaufenthalte im Kosovo, in Albanien, Serbien und Japan. Neben Veröffentlichungen in Literaturmagazinen und -anthologien, erhielt er 2008 den Joseph-Heinrich-Colbin-Preis und 2015 für Auszüge aus Hool den Retzhof-Preis für junge Literatur des Literaturhauses Graz. „HOOL“ ist sein Debütroman.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 310
Erscheinungsdatum 19.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-351-03645-4
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 232/139/32 mm
Gewicht 465
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 11.398
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Eine sprachliche Naturgewalt
von einer Kundin/einem Kunden am 29.10.2016

Lassen Sie sich von dem Titel und dem scheinbaren Thema auf keinen Fall abschrecken. Es geht nur vordergründig um Fußball, Hooligans und Gewalt. In erster Linie geht es um Heiko, eine Aussenseiter und Träumer, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Die Sprache ist roh aber an... Lassen Sie sich von dem Titel und dem scheinbaren Thema auf keinen Fall abschrecken. Es geht nur vordergründig um Fußball, Hooligans und Gewalt. In erster Linie geht es um Heiko, eine Aussenseiter und Träumer, der seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Die Sprache ist roh aber an vielen Stellen ebenso poetisch. Das Buch ist ein absolutes Highlight und hätte mit seiner Kraft und Frische sicherlich den Deutschen Buchpreis verdient.

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Wenn man erst einmal angefangen hat, dann muss man es auch zu Ende lesen
von Andrea Karminrot aus Berlin am 11.10.2016

Heiko Kolbe hat zwei Familien. Eine, in die er hineingeboren ist und Eine, die er sich ausgesucht hat. Wo er sich wohl fühlt und glaubt er gehöre dorthin, ist eine Gruppe von Männer, die sich nur um Fußball kümmert. Genauer gesagt, um Hannover 96. Sie treffen sich nach den... Heiko Kolbe hat zwei Familien. Eine, in die er hineingeboren ist und Eine, die er sich ausgesucht hat. Wo er sich wohl fühlt und glaubt er gehöre dorthin, ist eine Gruppe von Männer, die sich nur um Fußball kümmert. Genauer gesagt, um Hannover 96. Sie treffen sich nach den Spielen auf einer Wiese und hauen sich gegenseitig auf’s Maul. Heiko hofft schon seit längerer Zeit, Anführer dieser Gruppe zu werden, aber sein Onkel Axel, der den Haufen in der Hand hat, gibt das Zepter nicht ab. Heikos echte Familie steckt in verschiedenen Miseren. Der Vater Alkoholiker (Heiko kann ihm längst das Wasser reichen!), wird von Heikos Schwester zum Entzug in eine Rehaklinik gesteckt. Die Stiefmutter, Heikos richtige Mutter ist verschwunden, stammt aus Thailand und ist nicht in der Familie willkommen. Manuela, die Schwester, ist unglücklich, weil sie andere funktionierende Familien um sich hat und weiß, dass ihre so nie sein wird. Das Gefühlsleben des jungen Mannes kommt hervorragend rüber und die brutalen Szenen sind erstklassig beschrieben. Man hat das Gefühl, mittendrin zu stehen. (nicht, dass das mein Wunsch wäre!) Der Text ist einfach und schnell zu lesen. Die Story hat Hand und Fuß. Mich hat eher diese plumpe Clique verschreckt. Die nur auf Schläge aus ist. Die aber ebenfalls voller Komplexe steckt, sich dem echten Leben nicht stellt und dumpf vor sich hin stapft. Verrückte Typen sind dabei vertreten, wie Armin, der Tiere sammelt, wie Tiger und Bartgeier. Auf den ersten Seiten des Buches konnte ich nicht sagen, ob mich das Buch in seinen Bann gezogen hätte. Fußball ist für mich ein Sport, der mich meistens nur zu den Weltmeisterschaften interessiert. Dass es Hooligans gibt, weiß ich. Was die allerdings antreibt, ist mir ein Rätsel. Was auch durch diesen Roman nicht besser geworden ist. Etwa ab der Mitte des Buches, war ich allerdings tatsächlich gefangen und las mich an einem Nachmittag durch den gesamten Roman. Die Schreibweise von Phillip Winkler erinnerte mich ein bisschen an Sven Regeners “Herrn Lehmann”. Der Roman mutet ab und an auch witzig an, lässt mich aber auch nachdenklich zurück. Welche Wut den jungen Mann antreibt, solche brutalen Ausbrüche zu veranstalten? Mein Fazit: wenn man sich mit der Schnoddersprache der Hauptdarsteller angefreundet hat und sich über die ersten Seiten hinein gelesen hat, ein sehr unterhaltsamer Roman.

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Die Familie kann man sich nicht aussuchen....
von einer Kundin/einem Kunden am 03.10.2016

... Freunde aber schon! Heiko und seine Freunde sind Hools für Hannover 96. Zusammen wollen sie den Namen Hannovers in die Welt tragen und gehen keinem Match aus dem Weg. Wenn es nach Heiko ginge, würde sich daran niemals etwas ändern! Doch Menschen verändern sich! Als sein bester Freund fast totgeprügelt wird... ... Freunde aber schon! Heiko und seine Freunde sind Hools für Hannover 96. Zusammen wollen sie den Namen Hannovers in die Welt tragen und gehen keinem Match aus dem Weg. Wenn es nach Heiko ginge, würde sich daran niemals etwas ändern! Doch Menschen verändern sich! Als sein bester Freund fast totgeprügelt wird muss Heiko mit ansehen, wie seine Zweitfamilie langsam zerbricht.... Brutal, ehrlich und schonungslos! Ein verdienter Kandidat für den Deutschen Buchpreis!

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Absolute Leseempfehlung: Ein einzigartiges Buch wie ein Schlag, voller Herzblut
von StefanieFreigericht am 03.10.2016

Ich kann Fußball nicht leiden, mag keine Drogen, Hooligans noch weniger – dieses Buch geht um genau dieses Milieu und doch um viel mehr. Es geht um Familie und Freundschaft, um Leidenschaft und Alltagstrott, Treue, Pflicht, Liebe – Versagen, Angst, Hoffnungslosigkeit. Man könnte jetzt sagen, Fußball und die Hooligans... Ich kann Fußball nicht leiden, mag keine Drogen, Hooligans noch weniger – dieses Buch geht um genau dieses Milieu und doch um viel mehr. Es geht um Familie und Freundschaft, um Leidenschaft und Alltagstrott, Treue, Pflicht, Liebe – Versagen, Angst, Hoffnungslosigkeit. Man könnte jetzt sagen, Fußball und die Hooligans seien nur Vehikel für die Themen, aber das trifft es auch nicht – das Buch hätte weder über einen Golfer noch über einen Boxer geschrieben worden sein können. Ich habe es wie im Rausch verschlungen. Grandios. Mutig – auch vom Verlag, weil man natürlich erst einmal die Hemmschwelle der Leser (Leserinnen!) durchbrechen muss. Einzigartig, oder, um die Werbung zu bemühen: einzig, nicht artig. Hooligans schlagen sich oder vielmehr (bevorzugt, nach Regeln) einander – die Sprache ist (nicht im ganzen Buch) rau. Keine Sprache, die ich (sonst) lesen will – hier passt es. Genau so. Trägt das die Geschichte? Ich hatte Angst vor zu viel Wiederholung rein über die „Matches“, aber: das trägt. Autor Philipp Winkler kann das, kann viel viel mehr: Wer zweifelt, bitte unbedingt bis, sagen wir, S. 118 durchhalten – spätestens da zeigt sich, WAS er alles kann. Poetische Ansätze, Rückblicke, die langsame Entfaltung der GANZEN Geschichte(n) hinter der Geschichte. Ich-Erzähler Heiko erinnert sich an seine erste Begegnung mit Yvonne, die seine Freundin wurde: “Aber es ging auch mehr um ihr Gesicht. So f***ing schön! Ihre Wangen waren richtig glatt, so dass man fürchten müsste abzurutschen, wenn man sie streichelte. Sie liefen zum Mund hin schmaler zu. Ein niedlicher, kurzer Mund. Nicht so breitmaulfroschmäßig wie bei so vielen anderen. Ihre Nase ganz schmal und zart. Kaum Nasenlöcher. Sowieso ist alles an ihr so schmal. Wirkt so zerbrechlich.“ S. 118 Heiko hat Zeit, viel Zeit neben seinem Job im Gym seines Onkels, der ihn in die Szene brachte, neben Hilfsarbeiten beim Füttern spezieller Tiere von Arnim, bei dem er dafür wohnt, und neben seinen Kumpels und gelegentlich auch seiner Familie. Alles ändert sich gerade. „Dann steige ich in den Polo und fahre zur Midas-Spielo [Spielothek], die erst um sechs Uhr morgens für eine Stunde schließt, um durchgesaugt zu werden. Ich setze mich an den Tresen, bestelle mir einen Kaffee nach dem anderen, spiele kein einziges Mal, und wenn ich zwischendurch auf meinen Unterarmen einnicke, fühlt es sich danach an, als wäre ein Jahrzehnt vergangen und wir wären alle alt und grau und könnten endlich auf unser Leben zurückblicken und sagen: Wir bereuen nichts.“ S. 147 Es gibt viel Hoffnungslosigkeit – und es gibt die Kumpels. Die Hooligans verabreden sich mit denen anderer Clubs zu „Matches“, außerhalb vom eigentlichen Spiel, ein Schlagabtausch im engeren Sinn nach festen Regeln, gleiche Personenzahl, es wird dokumentiert, ohne „Zivilisten“ – wer am Boden liegt und nicht aufsteht, wird nicht mehr geschlagen, ist aber raus. „Es war so ein affengeiles Gefühl, weiß ich noch ganz genau, wie der Pulk an Hools hinter mir herlief. Ich sah mich die ganze Zeit um und fühlte mich wie der Anführer einer verdammten Horde von Nashörnern oder sowas.“ S. 154 Die anderen, das sind die Polizisten und die Spießer – aber auch die Rechten („Natzen“), die Veranstalter von Tierkämpfen oder die Ultras (etwas gelernt, für mich war das „alles eins“). Aber es läuft einiges schief – manche Familien sind gebeutelt von Schicksalsschlägen, andere geben einfach auf. „Hätten wir. Oder. Hätte ich das Ganze nicht so versaut,…“ S. 193 Es wird geschlagen in dem Buch, aber darum geht es nicht. Die Geschichte selbst landet mit einem harten Einschlag beim Leser, es fließt Blut, aber immer geht es um das Herzblut der Protagonisten, die meist eher niemandes Hauptperson sind, aber doch ehrlicherweise nicht so weit weg sind – außer mir mögen die meisten Deutschen Fußball, die beschriebenen Schicksalsschläge würden jeden aus der Bahn werfen. Vielleicht wirkt das Buch gerade deshalb, weil man das zumindest im Hinterkopf weiß. Unbedingt selbst lesen.

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Brüder!?
von Anyah Fredriksson aus Hannover am 28.09.2016

In seinem Buch „Hool“ beschreibt Philipp Winkler das Leben des Hooligans Heiko Kolbe. Die Story beginnt mit einem arrangierten Match zwischen den Hannoveranern und einer Kölner Gruppe. Es war ausgemacht, dass Heiko Kolbe dieses Mal die Organisation übernimmt, doch wie immer reißt sein Onkel diese Aufgabe an sich. Heiko... In seinem Buch „Hool“ beschreibt Philipp Winkler das Leben des Hooligans Heiko Kolbe. Die Story beginnt mit einem arrangierten Match zwischen den Hannoveranern und einer Kölner Gruppe. Es war ausgemacht, dass Heiko Kolbe dieses Mal die Organisation übernimmt, doch wie immer reißt sein Onkel diese Aufgabe an sich. Heiko akzeptiert dies, ohne zu murren. Zur besseren Übersicht tragen die Hannoveraner rote T-Shirts, damit sie nicht aus Versehen auf ihre eigenen Leute einprügeln. Eine Regel ist dennoch klar, wer am Boden liegt, darf nicht weiter attackiert werden. Mir gefällt der Schreibstil des Autoren sehr gut, schon nach den ersten Zeilen befinde ich mich mitten in der Geschichte, Philipp Winkler kann mich fesseln und mitnehmen. Die Dialoge unter den Jugendlichen sind größtenteils im hannöverschen Slang gehalten, was die Authentizität der Story noch einmal anhebt. Überhaupt wirkt alles an dem Roman „echt“ und lässt dadurch uns Leser oftmals atemlos verharren. Der Autor schafft es, dass ich mit seinem Protagonisten Heiko Kolbe empfinde und aus seiner Situation sogar den Ausspruch „Jeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet.“ durchaus verstehe. Auf der einen Seite bietet uns Philipp Winkler knallharte Kämpfe von den Hooligans „Matches“ genannt und auf der anderen Seite erfahren wir Leser, in welcher Ausweglosigkeit, fast schon möchte ich es verwahrlostes Hausen nennen, sich Heiko Kolbe befindet. Trotzdem sind da die brüderliche Unterstützung der Hools untereinander und die strikten Regeln bei den Matches, die mich als Leserin ein wenig versöhnlich stimmen soweit dies überhaupt möglich ist. Keine Frage handelt es sich hier um ein meisterliches Erstlingswerk, das brillant ausgefeilt ist und in dem die Charaktere hervorragend durchdacht und besetzt sind. Meine Wertung, ganz klar fünf von fünf möglichen Sternen und eine absolute Leseempfehlung meinerseits.

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HOOL - Philipp Winklers erregend authentischer Debütroman über einen Jugendlichen, der bei den Hooligans Geborgenheit sucht
von j.h. aus Berlin am 26.09.2016

Heiko Kolbe stammt aus kleinen bis prekären Verhältnissen: Nach einer Kindheit am Rande von Hannover zog die Familie in die benachbarte Einöde von Wunstorf auf das Grundstück des taubenzüchtenden Großvaters. Während Heikos Pubertät verlässt die Mutter die Familie und der Vater ertränkt seinen Gram nun noch exzessiver im Alkohol.... Heiko Kolbe stammt aus kleinen bis prekären Verhältnissen: Nach einer Kindheit am Rande von Hannover zog die Familie in die benachbarte Einöde von Wunstorf auf das Grundstück des taubenzüchtenden Großvaters. Während Heikos Pubertät verlässt die Mutter die Familie und der Vater ertränkt seinen Gram nun noch exzessiver im Alkohol. Doch immerhin hat er noch soviel Energie, sich aus dem Thailand-Urlaub eine neue Frau mitzubringen. Während Schwester Manuela der familiären Tristesse in ein kleinbürgerliches Dasein am Stadtrand entflieht, hat Heiko bei den Hools von Hannover 96 seine Art von familiärer Geborgenheit gefunden. Nebenbei jobbt der Schulabbrecher als Laufbursche im Gym seines Onkels, der dort wohl eher von illegalen Geschäften lebt und für die Hools die "3. Halbzeit" organisiert. Und genau dafür lebt Heiko, der den Ausstiegswunsch von zwei Kumpels als Verrat an "seiner" Familie sieht ... Es ist schwer, die Handlung von Philipp Webers (*1986) erregend authentischem Roman-Debüt in Worte zu fassen, zumal die komplett aus der Sicht Heikos erzählte Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt und sich zahlreiche anfangs offene Fragen erst im Lauf der Zeit klären. Dem Autor gelingt eine zu dem Protagonisten passende Sprache - ähnlich wie zuletzt Clemens Meyer in seinem Leipziger Wendezeit-Roman ALS WIR TRÄUMTEN (2006). Während bei Meyer die Ursachen der gebrochenen Biographien durchaus in den Wirren der politischen Wende zu verorten waren, zeigt uns Philipp Weber entsprechende Schicksale im Hier und Jetzt, gibt denen eine Sprache, die sonst keine haben und als gesellschaftlicher Bodensatz eher verschwiegen werden. Heiko jedenfalls scheint mit Anfang 20 vom Leben nichts mehr zu erwarten, will sich treu bleiben und zeigt dennoch einige Empathie für seine Umwelt. Der Leser wird ihn nicht wirklich ins Herz schließen und seine Ansichten selten teilen, wird aber im Lauf der Zeit durchaus mitfühlend für den Rebellen mit der rauen Schale. Ein äußerst lesenswerter Roman, der auch mit der Hooligan-Szene gänzlich unvertraute Leser in seinen Bann zu ziehen vermag!

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Brutal ehrlich und absonderlich poetisch
von Sursulapitschi am 25.09.2016

Offensichtlich existiert eine bizarre Parallelwelt, in Hannover, quasi vor meiner Haustür, von der man mal gehört hat und die man, mit dem Stempel „Radaubrüder“ versehen, in die Schublade gestopft hat. Dabei scheint es nicht gar so trivial zu sein. Es gibt die Natzen, die Ultras, die Angels und die... Offensichtlich existiert eine bizarre Parallelwelt, in Hannover, quasi vor meiner Haustür, von der man mal gehört hat und die man, mit dem Stempel „Radaubrüder“ versehen, in die Schublade gestopft hat. Dabei scheint es nicht gar so trivial zu sein. Es gibt die Natzen, die Ultras, die Angels und die Hools, straff organisierte Gemeinschaften von harten Jungs, die zusammenhalten, zusammen trinken, abhängen und zusammen in den Kampf ziehen für die Ehre, für Hannover und vor allem für ihr Fußballteam, die Roten, Hannover 96. Und auch wenn ihre Aktionen chaotisch wirken und unberechenbar sind, unterliegen sie einem streng hierarchischen System bestimmt von Traditionen. Philipp Winkler erzählt die Geschichte von Heiko Kolbe, einem Hool der dritten Generation, der zusehen muss, wie seine Mannschaft langsam auseinanderfällt. Anfangs ist man höchst erstaunt, wenn man hineingeworfen wird, in diese Welt, die so nah ist und doch so befremdlich. Es ist ungewohnt, anders, brutal, blutig, aber auch faszinierend und zeigt diese „Rowdys“ in einem ganz anderen Licht. Sie sind wütend und gewaltbereit, aber sie haben tiefe Gefühle, ausgeprägtes Ehrgefühl und sind widerspruchslos loyal. In Rückblenden erfährt man Heikos Lebensgeschichte, er hat schon einiges mitmachen müssen, aber er gibt nicht auf und hält fest an dem, was er hat, seinen Jungs und seiner Mannschaft. „Neben mir johlt die Bierkastentruppe noch immer ihre dämlichen Jubelgesänge. Sonst ist niemand zu sehen. Niemand, dem ich mit Anlauf ins Gesicht springen kann. Niemand, dem ich meine pochenden Fäuste in die Fresse jagen kann. Niemand, an dessen Zähnen ich mir die Finger aufschneiden kann, nur um weiterzuschlagen, bis sie sich von den Wurzeln und aus dem Zahnfleisch lösen. Und niemand, auf den ich weiter einschlagen könnte, bis er an den eigenen Zähnen erstickt. Stattdessen klopft mir der Regen auf die Schultern und die Schädeldecke und hämmert mir die Wut in jede einzelne Faser meines Körpers.“ Dieses Buch ist auf ganz eigene Art anders als alles was ich je gelesen habe. Es erzählt schonungslos und unsentimental eine Geschichte, die fesselt und die Augen öffnet über Menschen am Rande der Gesellschaft, die kein Außenstehender versteht, in einer Sprache, die authentisch ist, eine absonderliche Poesie besitzt und umso tiefer trifft. Mein Lesehighlight dieses Jahr.

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Schreibstil und manche Ausdrücke fand ich nicht gut
von einer Kundin/einem Kunden am 16.11.2016

Hätte besser geschrieben sein können . Das Buch . Das ist nicht meine Art zu schreiben , aber so hätte das wohl der Autor geschrieben . Die Handlung fand ich ganz gut . Meine Kritikpunkte sind aber bei seiner Art zu Schreiben und die Ausdrücke von denen es in dem Buch nur... Hätte besser geschrieben sein können . Das Buch . Das ist nicht meine Art zu schreiben , aber so hätte das wohl der Autor geschrieben . Die Handlung fand ich ganz gut . Meine Kritikpunkte sind aber bei seiner Art zu Schreiben und die Ausdrücke von denen es in dem Buch nur so wimmelt . Das es viele kurze Sätze und auch einige Schlagwörter darin gibt , passt zur Handlung , fand ich in Ordnung . Muss man aber zusätzlich so viele Sätze mit "Hab" , "Hätte" , "Bin" , "Hast" usw beginnen . In der Vielzahl solcher Sätze war das nicht immer flüssig zu Lesen . Auch die vielen Ausdrücke , die er verwendet haben mich doch gestört , auch wenn sie vom Ich Erzähler stammen . Ich hätte gehofft , das man die auf die Dialoge beschränkt hätte . Einige wenige Beispiele von Ausdrücken , die sich auch teilweise sehr oft wiederholt haben : Scheiße , Kacke , Arsch , verpissen , fick dich , Arschloch , arschverfickte Hurensöhne ,verschissene Dreckscheiße , verkackter dämlicher Vollidiot , verwichst , Schw...lutscher ,verschissene Dreckscheiße Die Reihe liese sich auch fortsetzen . Von daher war das Buch für mich nicht einfach zu bewerten . Ich kann ja vielleicht noch verstehen das manche das Buch gut fanden , aber nicht , das ein Buch mit dem Schreibstil , so viele Halbsätze und den Ausdrücken auf der Shortlist war .

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von einer Kundin/einem Kunden am 14.10.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Knallhart! Erst liest man nur mit offenem Mund, dann kann man es nachvollziehen, danach kriegt man sogar ein wenig Mitleid. Das Buch hat mich echt mitgenommen!

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von einer Kundin/einem Kunden am 07.10.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Authentische Geschichte - unverblümt erzählt. Der Autor schafft es durch seine ehrlich-direkte Sprache ein Thema anzusprechen, das sonst selten aus dieser Perspektive erzählt wird.

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Hool
von miss.mesmerized am 25.09.2016
Bewertetes Format: Format: eBook (ePUB)

Wenn das Leben wenig zu bieten hat und die eigene Familie sich in ihre Bestandteile aufgelöst hat, braucht man einen Ersatz. Heiko hat ihn gefunden: gemeinsam mit seinen Kumpels ist er nicht nur Fan von Hannover 96, sondern Hool. Wenn die Fußballer ihre Duelle auf dem Platz austragen, freuen... Wenn das Leben wenig zu bieten hat und die eigene Familie sich in ihre Bestandteile aufgelöst hat, braucht man einen Ersatz. Heiko hat ihn gefunden: gemeinsam mit seinen Kumpels ist er nicht nur Fan von Hannover 96, sondern Hool. Wenn die Fußballer ihre Duelle auf dem Platz austragen, freuen sie sich schon auf die dritte Halbzeit, wenn die Anhänger der Teams auf der Straße aufeinander treffen und in heimlichen Fights nach ihrem Sieger suchen. Sein Onkel Axel, Inhaber eines Gym mit illegalen Nebengeschäften, hat ihn schon früh an die Hand genommen, als sein Vater in Depressionen versank nachdem die Mutter davongelaufen war. Genau wie Axel wird auch Heiko den Absprung nicht schaffen, obwohl sich nach und nach die Kumpels in ein bürgerliches Leben verabschieden. Welches Leben wartet auch schon auf ihn? Er hat doch nur die Fights. Philipp Winklers Roman ist einer der sechs verbliebenen der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2016. Thematisch sicher der ausgefallenste von den Nominierten, die ich gelesen habe. Heiko ist ein krasser Außenseiter, der am Rand der Gesellschaft lebt und dessen Dasein von einem ganz anderen Takt und anderen Werten bestimmt wird. Man teilt seine Einstellung über weite Strecken nicht und dennoch kann man nicht sagen, dass er einem gänzlich unsympathisch ist. Das, was er seinen Freunden an Zuneigung und Hilfe entgegenbringt, ist schon beachtenswert – allerdings sind diese auch seine Ersatzfamilie nachdem dir originäre sich aufgelöst hat. Eine völlig ausgereifte Figur mit vielen Facetten, kein unbedarfter Teenager mehr, aber auch noch nicht ganz im Leben angekommen. Nicht auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, kein großer Zweifler, aber im eigenen Leben nicht zu Hause und das richtige ist nur manchmal verschwommen am Horizont erkennbar. Worin liegt die Qualität des Romans, die die Nominierung rechtfertigt? Ein Einblick in das Leben eines Menschen am Rande der Gesellschaft, thematisch gewagt; mit Hooligans werden nicht viele Leser etwas anfangen können, es mag sogar eher verschrecken – insbesondere Titel und Cover sind hier sehr drastisch, was jedoch zum Buch passt. Die Konstruktion des Romans wird nicht gleich offensichtlich, es dauert ein wenig, bis man durchschaut, was Winkler sich da ausgedacht hat. Wir werden nicht chronologisch durch die Handlung geführt, sondern haben zwei Stränge: Heikos Leben im Jetzt, das zeitlich voranschreitet und Heikos Leben in der Familie, das rückwärts läuft und erst spät aufklärt, wie es zur Fragmentierung kam. Eine sehr gelungene Erzählweise, die sich kompliziert anhört, aber dennoch gut zu lesen ist. Der Ton ist glaubwürdig getroffen und passt zur Szene. Alles in allem, ein in sich völlig stimmiger und runder Roman, auf den es lohnt, sich einzulassen.

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von einer Kundin/einem Kunden am 22.11.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Eine bewegende Geschichte. Ein junger Mann auf der Suche nach sich selbst. Drastisch geschildert und gut geschrieben..

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von einer Kundin/einem Kunden am 24.10.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Authentisch wirkender und schonungsloser Roman über die erschreckend gewalttätige Lebenswelt eines Hooligans.

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von einer Kundin/einem Kunden am 07.10.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein Einblick in die Welt der Hooligans, der sehr gut recherchiert ist und zeigt, dass hinter dem "auf die Fresse hauen" eigentlich nur ein stummer Schrei nach Liebe steckt.

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