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In den Straßen die Wut

(2)
Sechs Tage im Jahr 1992. Polizisten misshandeln einen schwarzen Bürger und Los Angeles explodiert. Plünderungen, überall brennt es; ein Bürgerkrieg mitten im Herzen der westlichen Welt. Was passiert, wenn die Polizei eine Stadt den Armeen der Gangs überlässt? Rechnungen werden beglichen noch und noch. Davon erzählt dieser ungeheuerliche Roman. Am Anfang ein unmenschlicher Mord: Wir erleben ihn aus der Sicht des Opfers. Dann kommen andere zu Wort: skrupellose und weniger skrupellose Gangster, rassistische Polizisten, Krankenschwestern, Junkies, jugendliche Mitläufer. Und es entsteht das Bild einer Gesellschaft, in der der Stärkere den Schwächeren frisst und die sich im Ausnahmezustand gänzlich enthüllt.
Ein Roman wie ein Tarantino-Film, ein Gewaltexzess, ein Experiment, ein Buch ohne Vorbild.
«Eine monumentale Leistung: Gattis nimmt den Leser mit in das zerbrochene, wütende Herz von Los Angeles während der Unruhen von 1992 und blinzelt nicht einmal mit den Augen vor dem, was er da sieht.» (Dennis Lehane)
«Ein symphonischer, unglaublich perfekter, unüberbietbarer Roman. Er hat mich in einem Stück verschluckt.» (David Mitchell)
«Heftige, temporeiche, lebenspralle Szenen einer Stadt im Krieg. Dieser Autor weiss genau, wovon er schreibt.» (Joyce Carol Oates)
«Das herzzerreissende Bild einer Stadt, die sich selbst zerstört.» (Paula Hawkins, Autorin von «Girl on the Train»)
«Ein wahnsinnig hochtouriger Roman: schmutzig, nervenzerfetzend, manchmal unerträglich gewaltsam, gleichzeitig aber auch erfüllt von einem tiefen Mitgefühl für seine Figuren.» (New York Times)
Rezension
Eine monumentale Leistung: Gattis nimmt den Leser mit in das zerbrochene, wütende Herz von Los Angeles während der Unruhen von 1992 und blinzelt nicht einmal mit den Augen vor dem, was er da sieht.
Portrait
Ryan Gattis lebt in Los Angeles. Seinen Roman, der in zahlreiche Länder verkauft wurde, bezeichnet er selbst als «sourced fiction», authentisch durch recherchierte Information. Seine wichtigste Quelle: ein Bandenchef, zu dem er Zugang fand, weil seine Tochter ihm Gattis‘ frühere Romane empfahl, und der deutlich machte, was ins Buch kommen dürfe und was eine Kugel in den Kopf zur Folge haben würde.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 528, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 22.01.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783644546516
Verlag Rowohlt E-Book
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Abgründe tun sich auf
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 07.02.2016

Man kann es Doku-Thriller nennen, man bekommt beim Lesen das Gefühl, mitten ins Geschehen reingezogen zu werden. Man wird nach der Lektüre dieses Buches auch heutige Gewaltausbrüche in den USA besser verstehen und die Waffennarretei und den Hass, die Paranoia und die Wild West-Gewaltbereitschaft mancher vor allem junger... Man kann es Doku-Thriller nennen, man bekommt beim Lesen das Gefühl, mitten ins Geschehen reingezogen zu werden. Man wird nach der Lektüre dieses Buches auch heutige Gewaltausbrüche in den USA besser verstehen und die Waffennarretei und den Hass, die Paranoia und die Wild West-Gewaltbereitschaft mancher vor allem junger Erwachsener. Eins der besten und härtesten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe und ich mag durchaus auch Witziges von Tom Wolfe oder Janathan Franzen. Hier aber gehts in Abgründe menschlicher Instinte, um Bandenbildung, krankhafte Coolness und all dem und es könnte auch in anderen Erdteilen spielen, bei den Mafias dieser Welt, den Jakuzzas, den Warlords usw...

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brutale Gegenwart
von einer Kundin/einem Kunden am 19.08.2016

»Wenn ihr in so ’nem Viertel aufwachst wie ich, wo der Waffenladen Kugeln für fünfundzwanzig Cent das Stück verkauft, an alle mit üblen Plänen im Kopf und einem Vierteldollar in der Tasche, dann würdet ihr vielleicht genauso werden.« 1991 tobte in LA zwei Wochen lang der Ausnahmezustand. Wenn man sich... »Wenn ihr in so ’nem Viertel aufwachst wie ich, wo der Waffenladen Kugeln für fünfundzwanzig Cent das Stück verkauft, an alle mit üblen Plänen im Kopf und einem Vierteldollar in der Tasche, dann würdet ihr vielleicht genauso werden.« 1991 tobte in LA zwei Wochen lang der Ausnahmezustand. Wenn man sich die letzten Zeitungsartikel anschaut, sieht, wie weiße Polizisten Schwarze erschießen, so kann man sich vorstellen, dass sich genau dieses Szenarium demnächst wiederholt. »Keine zwei Wochen nachdem Rodney King zusammengeschlagen wurde, im März 1991, wurde die fünfzehnjährige Latasha Harlins von einer koreanischen Ladenbesitzerin namens Soon Ja Du erschossen. Auch davon gab es ein Video. ... schoss Latasha in den Rücken, wurde wegen Totschlags zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt, ..., obwohl auf die Tat, der sie für schuldig befunden wurde, eine Höchststrafe von sechzehn Jahren Haft steht. Verständlicherweise wurde das in der schwarzen Bevölkerung als Fehlurteil gewertet, und die Leute wurden sehr wütend.« Die Geschichte wird von diversen Icherzählern wiedergegeben. Jeder erzählt in der ihm eigenen Sprache. Gerade das macht die Geschichte lebendig. Es kommen ehrliche Bewohner des Viertels zu Wort, die zur Gewalt greifen, um ihr Eigentum zu beschützen, da die Polizei nicht mehr Herr der Lage wird. Geschäfte werden geplündert, Autos und Häuser werden angesteckt. Drogensüchtige drehen durch. Gangster nutzen das Chaos, um alte Rechnungen zu quittieren. Läden und Lagerräume werden ausgeräumt, Gangs bestehlen sich gegenseitig und es kommt zu einem offenen Krieg der Homeboys. Ein Polizist erzählt, ein Feuerwehrmann. Menschen, deren Aufgabe es ist zu helfen, werden sinnlos angegriffen. Die Bewohner in diesem Viertel sehnen sich nach Recht und Ordnung, fühlen sich verlassen von der Obrigkeit. Gattis Ryan hat gute Kontakte in das Viertel, recherchierte die Ereignisse, interviewte Leute, die sich direkt im Geschehen aufhielten. Herausgekommen ist ein Roman in Form einer Reportage. Es ist aber weit mehr, denn es ist kein sachlicher Bericht. Jeder Protagonist berichtet ehrlich in seiner Wut, mit seinen Ängsten, aus Entsetzen, mit eiskalter Berechnung, mit seinem zugedröhnten Kopf. Ein Zustandsbericht zur Situation in amerikanischen Großstädten, zum Umgang mit er schwarzen Bevölkerung. »Ich muss was beichten. Manchmal weiß ich nicht die ganze Zeit, was ich eigentlich tue. Manchmal tu ich’s einfach. Impulsiv, sagt Clever immer. Ich lebe nach meinen Trieben, irgendwas platzt mir grad so ins Hirn, schon bewegen sich meine Muskeln, und ich tu’s, ehe ich’s richtig merke. Das Ergebnis ist manchmal gut, manchmal scheiße. Hängt davon ab. Bereue ich was? Irgendwie schon. Aber nicht so richtig.« Die Geschichte beginnt mit dem brutalen Tod des rechtschaffenen Tacobäckers Ernesto Cruz: Zur falschen Zeit am falschen Ort. Seine Schwester Payasa, eine Chola, ein weibliches Gangmitglied, plant Vergeltung. Ernesto stirbt vor dem Haus der Krankenschwester Gloria, die später aus dem Krankenhaus berichtet. Hier trifft sie auf den Feuerwehrmann Anthony, mit dem sie eine flirtende Verbindung hat, dessen schwerverletzen Kollegen sie betreut. Wir lernen Gangs kennen, die sich gegenseitig abziehen, sich gegenseitig vernichten wollen. Es fließt sehr viel Blut in diesem Roman, viele Menschen sterben, teilweise auf ekelhaft brutale Weise. Hier geht es Aber nicht ums Abschlachten oder Voyorismus, die Geschichte beschreibt glasklar die Wirklichkeit. Big Fates Latinogang rechnet mit den Homeboys einer anderen Gang ab. Kluge Gangster, belesen, die sich im Rechtssystem auskennen, genauso wie in der Kriminaltechnik. Sie nutzen das System aus, sagen grinsend nur das Wort Anwalt, sonst nichts. Sie verwischen Spuren, verunreinigen sie, legen falsche. Bis heute konnten einige der damals begannen Morde nicht aufgeklärt werden. Spannend, krass, brutal, ein Buch über das reale Amerika. Was passiert, wenn man eine ganze Bevölkerungsschicht ohne Bildung und chancenlos ohne Zukunft heranzieht ... Rassismus an jeder Straßenecke zwischen allen Bevölkerungsgruppen. Eine Gesellschaft ohne Moral, das Gesetz der Straße gilt. Der asiatische Junge bringt dem Vater bei, dass in der Verfassung steht, jeder darf sein Eigentum beschützen. Eine Waffe darf man selbstverständlich besitzen. Was passiert, wenn der kleine Mann das wörtlich nimmt? Was passiert, wenn den Chancenlosen die Hutschnur platzt? Ein Ritt durch sechs Höllentage. Am Ende des Buchs atmet man auf, ist sich aber bewusst, jeden Tag kann diese Apokalypse fortgeführt werden.

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Ein ebenso authentischer wie spannender Thriller
von Silke Schröder aus Hannover am 03.02.2016
Bewertetes Format: Buch (Paperback)

Im Frühling 1992 kam es in Los Angeles zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Der Hintergrund war der Freispruch von vier Polizisten, die den Schwarzen Rodney King brutal misshandelt hatten – manche Dinge ändern sich in den USA offenbar nur sehr, sehr langsam. Ryan Gattis’ Idee zu diesem Buch war, dass ihm... Im Frühling 1992 kam es in Los Angeles zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Der Hintergrund war der Freispruch von vier Polizisten, die den Schwarzen Rodney King brutal misshandelt hatten – manche Dinge ändern sich in den USA offenbar nur sehr, sehr langsam. Ryan Gattis’ Idee zu diesem Buch war, dass ihm die Zahl der den Unruhen zugeschriebenen Toten viel zu niedrig erschien. Und tatsächlich: Nach einigen Recherchen stellte er fest, dass zahlreiche Totesfälle in jenen Gegenden, in die sich die Polizei nicht hinein getraut hatte, einfach als “normale” Tötungsdelikte verbucht worden waren, da man über die Hintergründe schlicht nichts wusste. Gattis recherchierte daraufhin in diesen Vierteln, befragte Beteiligte und interviewte selbst Gang-Mitglieder. Seinen ursprünglichen Plan, die Unruhen nur aus ihrer Sicht zu erzählen, erweiterte er um die Sicht von Unbeteiltigen oder mittelbar Betroffenen wie Krankenschwestern oder Feuerwehrmännern. So liest sich Gattis Buch wie ein Tagebuch, in dem seine Protagonisten aus ihren jeweils unterschiedlichen Perspektiven über ihre Gedanken und Erlebnisse berichten. Alle Figuren – ob fiktiv oder nicht – kennen sich entweder bereits oder werden sich in der viertätigen Zeitspanne begegnen. Aus ihren Erzählungen entsteht ein ebenso authentischer wie spannender Thriller, der fesselnd zeigt, wie schmutzig und gewaltsam ein Ausnahmezustand selbst unterhalb der Wahrnehmungsschwelle einer weltweiten Öffentlichkeit noch sein kann.

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