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Irgendwann werden wir uns alles erzählen

(5)
Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. In ihrem literarischen Debüt schildert Daniela Krien eine Liebesgeschichte von archaischer Wucht, die Zeitgeschehen und Existentielles auf zwingende Weise miteinander verschränkt. Es ist Sommer, heisser, herrlicher Sommer. Der Hof ist ein Dreiseithof. Schaut man geradeaus, sieht man eingezäunte Wiesen und den Bahndamm, und hinter den Schienen, in einiger Entfernung, doch klar erkennbar: den Henner-Hof. Maria wird bald siebzehn, sie wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern, in den „Spinnenzimmern“ unterm Dach. Sie ist zart und verträumt, verkriecht sich lieber mit den „Brüdern Karamasow“ als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein. Die Leute aus dem Dorf sind argwöhnisch: Eine Tragik, die mit seiner Vergangenheit zu tun hat, umgibt ihn; gleichzeitig ist er ein Mann, dessen charismatische Ausstrahlung Eifersucht erregt. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie daher wie von höherer Gewalt geleitet in Henners Haus und in seine Arme treibt… Die sommerlichen Weizenfelder, die vom Heu und den Mückenstichen juckenden Beine, das Summen des Kühlschranks in der Küche… Eine allgegenwärtige Sinnlichkeit beherrscht diesen intensiven Text, der eine ländliche, ebenso schöne wie düstere Welt entstehen lässt und einen Sog entwickelt, der bis zum dramatischen Ende alles mit sich reisst.
Rezension
"Daniela Krien nimmt existenzielle Ausnahmesituationen und Schicksalsschläge in den Blick. Männer und Frauen, Junge und Alte, Leute aus Ost und West. ... Die einfache, klare Sprache steigert noch die bedrängende, irritierende Wucht des Dargestellten. Entstanden sind so höhst eindrückliche Geschichten, die lange nachwirken.", Nicolas-Born-Preis, Jury , 24.09.2015
Portrait
Daniela Krien, geboren 1975 in Neu-Kaliss/Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen in einem Dorf im Vogtland (Sachsen), lebt seit 1999 in Leipzig. 1996 -1999 besuchte sie das Abendgymnasium in Chemnitz, studierte anschliessend Kultur- und Medienwissenschaften. 2004 und 2006 Geburt ihrer beiden Töchter. Ihr Romandebüt Irgendwann werden wir uns alles erzählen (2011) war ein Bestseller und erscheint in 15 Sprachen. Die Verfilmung ist in Vorbereitung. 2015 wurde Daniela Krien mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 240, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 16.09.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783843700832
Verlag Ullstein eBooks
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Kundenbewertungen


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Bös´sind wir meine Gute, Du und ich
von Ulrike Seine aus Rheine am 02.04.2013

Die Brüder Karamasow von Dostojewskij säumen dieses ganze wunderbare Buch, in Spuren nur, aber sie sind da. Der tiefe Osten Deutschlands kurz nach der Wende,die siebzehnjährige Maria und Johannes, ihr Freund auf dem Hof seiner Eltern. Und dann gibt es den vierzigjährigen Henner, in Blickweite auf dem Henner-Hof. Maria... Die Brüder Karamasow von Dostojewskij säumen dieses ganze wunderbare Buch, in Spuren nur, aber sie sind da. Der tiefe Osten Deutschlands kurz nach der Wende,die siebzehnjährige Maria und Johannes, ihr Freund auf dem Hof seiner Eltern. Und dann gibt es den vierzigjährigen Henner, in Blickweite auf dem Henner-Hof. Maria zwischen zwei Männern, dem Johannes der zu ihr passt und dem Henner, der älter als ihre Mutter ist. Eine Liebesgeschichte? Ja! Verstörend, erschreckend und dennoch klar und bedingungslos. Ein gutes Stück Literatur.

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Eine tragische Liebesgeschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 02.11.2011

Das 17jährige Mädchen Maria lebt 1990 in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt, wo das Leben weitgehend unbeeindruckt von der Wendezeit, von der Landwirtschaft bestimmt wird. Mit Johannes verbindet sie eine zärtliche Freundschaft. Dann jedoch lernt sie den 40jährigen Henner aus dem Nachbardorf kennen, der durch seine tragische Vergangenheit und... Das 17jährige Mädchen Maria lebt 1990 in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt, wo das Leben weitgehend unbeeindruckt von der Wendezeit, von der Landwirtschaft bestimmt wird. Mit Johannes verbindet sie eine zärtliche Freundschaft. Dann jedoch lernt sie den 40jährigen Henner aus dem Nachbardorf kennen, der durch seine tragische Vergangenheit und sein Alkoholproblem zum Außenseiter wurde. Maria beginnt mit ihm eine leidenschaftliche und dramatische Affäre. Diese Buch ist toll geschrieben und zieht einen sofort in seinen Bann.

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faszinierendes Debüt
von einer Kundin/einem Kunden am 24.10.2011

Es ist Sommer und es ist das Jahr 1990. Maria ist zu ihrem Freund Johannes auf den Bauernhof gezogen.Sie ist 16 Jahre alt und ein zartes, verschlossenes Mädchen. Die Schulbesuche werden selten. Auch an der Arbeit auf dem Hof beteiligt sie sich nur gelegentlich. Am liebsten hält sie sich... Es ist Sommer und es ist das Jahr 1990. Maria ist zu ihrem Freund Johannes auf den Bauernhof gezogen.Sie ist 16 Jahre alt und ein zartes, verschlossenes Mädchen. Die Schulbesuche werden selten. Auch an der Arbeit auf dem Hof beteiligt sie sich nur gelegentlich. Am liebsten hält sie sich in ihrem Zimmer im Dachgeschoss auf - mit den "Brüdern Karamasow" als Gesellschaft. Als sie eines Tages Henner, dem charismatischen Besitzer des Nachbarhofes begegnet, schlittert sie in eine dramatische Affäre. Ein faszinierendes Debüt.

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eine großartige Geschichte!
von einer Kundin/einem Kunden am 05.10.2011

Ein deutsches Dorf irgendwo im Osten, 1990, wo die DDR gerade aufhört zu sein. Eine Großfamilie auf einem Bauernhof, die die junge siebzehnjährige Maria aufnimmt, Jahre alten Henner vom Nachbarshof verliebt. Es entwickelt sich eine stürmische und archaische Liebesgeschichte. Dieser erste Roman von Daniela Krien zieht einen sofort in... Ein deutsches Dorf irgendwo im Osten, 1990, wo die DDR gerade aufhört zu sein. Eine Großfamilie auf einem Bauernhof, die die junge siebzehnjährige Maria aufnimmt, Jahre alten Henner vom Nachbarshof verliebt. Es entwickelt sich eine stürmische und archaische Liebesgeschichte. Dieser erste Roman von Daniela Krien zieht einen sofort in seinen Bann! Sehr berührend und von großer Atmosphäre!

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Wende und Neubeginn
von manitou am 17.09.2011

Der Titel des Romans Irgendwann werden wir uns alles erzählen ist ein Zitat aus Dostojewskijs Roman Die Brüder Karamasow. Zitate aus diesem Roman begleiten die gesamte Erzählung von Daniela Krien. Die sechzehnjährige Maria erlebt einen Sommer auf dem Land zur Zeit der Wende 1989. Ihr literarisches Seelenfutter ist dieser Roman.... Der Titel des Romans Irgendwann werden wir uns alles erzählen ist ein Zitat aus Dostojewskijs Roman Die Brüder Karamasow. Zitate aus diesem Roman begleiten die gesamte Erzählung von Daniela Krien. Die sechzehnjährige Maria erlebt einen Sommer auf dem Land zur Zeit der Wende 1989. Ihr literarisches Seelenfutter ist dieser Roman. Er trägt sie durch diesen Sommer, in dem sie hin und her gerissen ist zwischen dem Familienleben auf dem Hof ihrer Pflegefamilie, zwischen ihrer Mutter - die in der Nähe wohnt-, ihrem Freund Johannes und ihrem alternden Liebhaber Henner. Als ob das alles noch nicht genug wäre, wird in genau dieser Zeit die Mauer niedergerissen, die Deutschland einst teilte. Das heißt auch, Abschied nehmen von alten bekannten, zwar nicht geliebten, aber vertrauten Lebensmustern. Maria steht wie Gruschenka bei Dostojewskij zwischen zwei Männern aus verschiedenen Generationen. Ist es bei den Karamsows der Vater und der Sohn, die um Gruschenka buhlen, so ist es bei Krien ihr Freund Johannes, der in ihrem Alter ist und der 40-jährigen Henner, der der Generation der Väter angehört. Henner steht hier für das Alte, die alten Strukturen, die Einen mit all ihrer Macht halten wollen, die Einen nicht aus ihrer Umklammerung lassen wollen, von denen man sich aus Bequemlichkeit abhängig gemacht hat. Marias leibliche Mutter will nach der Wende wieder in ihre Heimat zurück und bittet Maria, sie zu begleiten; doch Maria will dort bleiben, wo sie sich eingerichtet hat, bei ihrer Pflegefamilie. Für Maria ist dieser Sommer so etwas wie eine Initiation. Sie wird vom Mädchen zur Frau, die eigene Entscheidungen für ihr Leben treffen muss. Die Sprache dieses Romans kommt ganz lapidar daher; unterstützt durch die Wahl der Ich-Perspektive und die Form des Präsens. Dies führt außerdem dazu, dass sich die Geschichte ganz dicht vor dem Leser entfaltet. Im Vordergrund steht hier nicht die politische Wende von `89, sondern die Liebesgeschichte eines Sommers, die alles verändert. Sehr empfehlenswert.

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von einer Kundin/einem Kunden am 21.11.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Eine Liebesgeschichte von unglaublicher Intensität und so dramatisch wie die Lieblingsbücher der Hauptfigur, des jungen Mädchens Maria: "Anna Karenina" und "Die Bruder Karamasow"

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Stimmungsvoll
von einer Kundin/einem Kunden am 30.08.2011
Bewertetes Format: Medium: Hörbuch (CD)

Das Cover vermittelt einen guten Eindruck von der Stimmung des Romans: Ein staubiger Feldweg (den es Anfang der 90er im Osten noch gab), „unordentliche“ Feldraine und gelbe Felder, soweit das Auge reicht - Hitze. Erzählt wird die Geschichte der 17jährigen Maria, die auf dem Bauernhof ihres Freundes lebt und... Das Cover vermittelt einen guten Eindruck von der Stimmung des Romans: Ein staubiger Feldweg (den es Anfang der 90er im Osten noch gab), „unordentliche“ Feldraine und gelbe Felder, soweit das Auge reicht - Hitze. Erzählt wird die Geschichte der 17jährigen Maria, die auf dem Bauernhof ihres Freundes lebt und unverhofft eine Beziehung zu einem mehr als 20 Jahre älteren Mann eingeht. Und es geht noch um viel mehr – während Maria sich heimlich ihrer hemmungslosen Beziehung ergibt, verändert sich der kleine thüringische Ort. Es ist Wendezeit, lang verschollen geglaubte Verwandte stehen wieder auf dem Hof, die nicht nur von den Strapazen ihrer Flucht in den Westen erzählen, sondern auch schon vieles im Osten mit anderen Augen betrachten, die Angliederung der DDR an die BRD vorausahnen … Eine Schlüsselgeschichte ist auch der Abend, an dem alle an einem Tisch sitzen und meinen, im Gegensatz zu ihnen wäre Maria immer eine Angepasste gewesen und hätte es doch immer leicht gehabt. Und genau so ein „angepasstes“ Ereignis erzählt Maria dann, der Aufenthalt in der Pionierrepublik. Insgesamt ein stimmungsvolles und interessantes Buch.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Eine ruhig erzählte Geschichte über eine komplizierte Liebe auf dem Dorf. Sehr gut geschrieben.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Eine verbotene Liebe ist immer spannend. Und das ist eines meiner Lieblingsbücher! Immer Sommer vor der Wende. Toll geschrieben. Wer eine Liebesgeschichte will, sollte DIE lesen!

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Schuld und Sühne zur Heuwendezeit
von Klara am 04.07.2014
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

„Es ist Sommer, heißer, herrlicher Sommer“ und es ist die Zeit der großen Veränderungen in Deutschland - das Wendejahr 1990 - doch in einem kleinen Dorf in Thüringen herrscht noch Stillstand vorm großen Umbruch. Nicht viel bewegt sich hier, nicht viel verändert sich. Maria, deren Kindheit durch die Abwesenheit... „Es ist Sommer, heißer, herrlicher Sommer“ und es ist die Zeit der großen Veränderungen in Deutschland - das Wendejahr 1990 - doch in einem kleinen Dorf in Thüringen herrscht noch Stillstand vorm großen Umbruch. Nicht viel bewegt sich hier, nicht viel verändert sich. Maria, deren Kindheit durch die Abwesenheit ihres Vaters geprägt ist, verliert sich in Büchern und genießt es, mehr in der Sonne zu liegen als in die Schule zu gehen. Anfang Mai hatte Johannes, ihr Freund, sie seinen Eltern vorgestellt, danach ist sie gleich geblieben und zu ihm in die „Spinnenzimmer“ auf den Dachboden des Brendel-Hofes gezogen. „….und denke an die Mutter; …. Es ist ihre Traurigkeit, die mich aus dem Haus getrieben hat. Die saugt mir die Kraft aus dem Körper und die Freude aus dem Herzen.“ (S. 46) Auf dem Hof leben Siegfried, Marianne (die Eltern), Lukas (Bruder von Johannes), die Großmutter Frieda und das „Anhängsel“ Alfred. Frieda hat außer Siegfried noch zwei Söhne, den Volker und den Hartmut. Hartmut lebt, nach dem er die Ausreise beantragt hatte, seit 1969 in Bayern. Jetzt, nach über 20 Jahren, hat er seinen Besuch mit Frau und seinen beiden Kindern angekündigt. Maria – die Ich-Erzählerin – läßt sich treiben, Johannes hingegen hat klare Vorstellungen von seinem zukünftigen Leben. Er hat das Abitur fast in der Tasche und will Kunst studieren. Er entdeckt seine Leidenschaft für die Fotografie, Maria hingegen entdeckt die Leidenschaft zu dem wesentlich älteren Säufer, Schürzenjäger und Taugenichts Henner vom Nachbarhof. Nach einem Unfall, den Marias Mutter verursucht hat, kommen sich beide näher. „Wozu die Tage zählen! Dem Menschen genügt ja ein einziger Tag, um das ganze Glück zu erfahren.“ (Zitat aus Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“.) Und das erfährt Maria in den Armen von Henner, einem ausgesprochen gewalttätigen Liebhaber aber mit einer enormen Anziehungskraft, der sich Maria nicht entziehen kann und auch nicht will. „Die Hände von Henner sind jetzt wieder da – rau, sanft, brutal, fordernd, und ich sehne mich nach ihnen –„ (S. 70) Mit einer anfangs ungewöhnlichen Erzählweise, die mich an alte Schmöker aus früheren Zeiten erinnerte und an die ich mich erst einmal gewöhnen mußte, später aber davon fasziniert war, erzählt die Autorin die Liebesgeschichte von Maria Bergmann und Thorsten Henner. Geschickt verarbeitet die Autorin ihre Kindheitserinnerungen an die DDR, war sie doch 1990 auch gerade mal erst 15 Jahre alt. Pionierlager, FDJ, Jugendweihe und Staatssicherheit sind für sie keine Fremdwörter, sondern hautnahe eigene Erfahrungen. Die erschütternden Erlebnisse von Henners Mutter werden glaubhaft erzählt, auch sie liebte Bücher und der Alkohol wurde ihr bester Freund. Das Ende des Romans war für mich so nicht vorhersehbar, daß es so oder so ähnlich jedoch enden mußte, das war mir von Anfang an klar. Ein Klassiker der Weltliteratur trifft auf zeitgenössische Literatur, was für ein wunderbares Zusammentreffen. Daniela Krien webt Auszüge aus Fjodor Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“ hervorragend in ihr Erstlingswerk ein. Dostojewski war auf der Suche nach den seelischen Abgründen des Menschen, Krien ist es auch. Daß eine 16jährige Dostojewski liest, ist nicht erstaunlich, andere Begehrlichkeiten gab es halt zu dieser Zeit noch nicht. So, wie die Protagonistin von Dostojewski begeistert ist, hat mich Daniela Kriens Roman in seinen Bann gezogen, nur daß ich mit ihm nicht spazieren gegangen bin, sondern mit Begeisterung gleich ausgelesen habe. Ein wunderschönes, sehr zu empfehlendes Buch für „Ostler“ wie für „Westler“ und man kann auf eine Fortsetzung hoffen, denn „Die Brüder Karamasow“ sind noch nicht ganz ausgelesen.

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Irgendwann werden wir uns alles erzählen
von raschke64 aus Dresden am 03.07.2014
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Daniela Kriens 1. Buch ist eigenartig - eigenartig berührend, eigenartig spannend, eigenartig nichtssagend, eigenartig viel aussagend. Einfach schwer zu erklären, aber es hat mich auch schwer beeindruckt. Der Klappentext erzählt von einem ostdeutschen Grenzdorf im Jahr 1990. Das wunderschöne Cover zeigt eine dörfliche Landschaft im Spätsommer/Herbst mit schon leeren Feldern.... Daniela Kriens 1. Buch ist eigenartig - eigenartig berührend, eigenartig spannend, eigenartig nichtssagend, eigenartig viel aussagend. Einfach schwer zu erklären, aber es hat mich auch schwer beeindruckt. Der Klappentext erzählt von einem ostdeutschen Grenzdorf im Jahr 1990. Das wunderschöne Cover zeigt eine dörfliche Landschaft im Spätsommer/Herbst mit schon leeren Feldern. Die Geschichte handelt von der anfangs 16-jährigen Maria, die bei ihrem Freund auf dem Hof wohnt, zusammen mit dessen Eltern, Oma und einem "Knecht". In den Umbrüchen der Zeit, in schwierigen eigenen Familienverhältnissen passt sie anfangs so gar nicht auf das Land. Sie schwänzt die Schule, versteht nichts von der Arbeit auf dem Hof und liest gern. Eher zufällig geht sie eine Beziehung zu dem 40-jährigen Henner vom Nachbarhof ein, der allein lebt, eigentlich ein Looser und Säufer ist und doch ... ich gebe zu, dass ich so meine Schwierigkeiten mit dieser Beziehung habe. Was außer Sex verbindet eigentlich diese beiden so gar nicht zueinander passenden Menschen. Und doch, im Laufe des Buches - obwohl sich die Frage immer noch nicht klärt - bringt man mehr und mehr Verständnis dafür auf. Verständnis für die Zeit und die Menschen. Und obwohl eigentlich gar nicht so viel passiert, baut das Buch immer mehr eine Spannung auf. Ich jedenfalls konnte es nicht mehr aus der Hand legen und werde es sicherlich noch mehrmals lesen. Ich kann es nicht erklären und trotzdem - oder gerade deswegen - empfehle ich es zum Lesen.

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große Gefühle!
von einer Kundin/einem Kunden am 23.09.2013
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

„ Irgendwann werden wir uns alles erzählen“…erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe. Durch die einfache Schreibweise liest sich das Buch flüssig und schnell. Die Ereignisse werden kurz und direkt beschrieben was dafür sorgt, dass die Geschichte sehr intensiv wahrgenommen wird. Ich konnte nach dem ich es gelesen hatte, zwei Tage nichts... „ Irgendwann werden wir uns alles erzählen“…erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe. Durch die einfache Schreibweise liest sich das Buch flüssig und schnell. Die Ereignisse werden kurz und direkt beschrieben was dafür sorgt, dass die Geschichte sehr intensiv wahrgenommen wird. Ich konnte nach dem ich es gelesen hatte, zwei Tage nichts Neues anfangen. Wirklich gut!

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Großes Thema
von Dorothea Rose aus Frankfurt am 31.10.2012
Bewertetes Format: Medium: Hörbuch (CD)

Eben noch Mädchen, im nächsten Moment Frau. Nur Anna Thalbach mit ihrer Stimme kann hörbar machen, was diese archaische Geschichte ausmacht: dieses Zwischenalter, diese Zerrissenheit zwischen naivem Stolz Verbotenes zu tun, ein großes Geheimnis zu haben und unbedingter Gewißheit zur Hingabe an eine Lebensliebe, in festem Glauben, dass... Eben noch Mädchen, im nächsten Moment Frau. Nur Anna Thalbach mit ihrer Stimme kann hörbar machen, was diese archaische Geschichte ausmacht: dieses Zwischenalter, diese Zerrissenheit zwischen naivem Stolz Verbotenes zu tun, ein großes Geheimnis zu haben und unbedingter Gewißheit zur Hingabe an eine Lebensliebe, in festem Glauben, dass alles wahr ist,und der Kraft, diese Wahrheit wirklich zu leben. Super Unterhaltung. Ich traue der Geschichte zu, die besonderen Leser anzuziehen, die Leser, die sich "aus der Zeit gefallen" empfinden und die großen menschlichen Themen suchen.

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sagenhaft...
von camille333 am 17.10.2012
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Einfach ein wunderbares,leider viel zu kurzes buch... Da hätte frau gerne mehr davon...

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Ein ganz persönlicher Umbruch
von Carolin am 02.12.2011
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Auch ich bin begeistert von diesem Roman. Maria, die eine schwierige Kindheit hatte - der Vater nie zu Hause, dessen offenes Fremdgehen und mangelndes Interesse an der Tochter und die nie enden wollende Traurigkeit der Mutter- ergreift die Gelegenheit beim Schopf, als sie zu Johannes flüchten kann, einem Jungen,... Auch ich bin begeistert von diesem Roman. Maria, die eine schwierige Kindheit hatte - der Vater nie zu Hause, dessen offenes Fremdgehen und mangelndes Interesse an der Tochter und die nie enden wollende Traurigkeit der Mutter- ergreift die Gelegenheit beim Schopf, als sie zu Johannes flüchten kann, einem Jungen, den sie auf einer Demonstration näher kennenlernte und sich schließlich in ihn verliebte. Er wohnt auf einem Hof in einem Nachbardorf und Maria bleibt einfach, wird anfangs von der Familie geduldet und erarbeitet sich immer mehr Respekt, sodass sie bereits fest in die Zukunft der Familie und des Hofes eingeplant wird. Doch sieht sie für sich eine ganz andere Zukunft. Maria liebt aufopfernd, bedingungslos und zur Gänze. Als Johannes seine Liebe immer mehr in Richtung Fotografie verschiebt, stört sie das nicht weiter, denn auch sie hat etwas anderes gefunden: Henner, der den Hof nahe der Brenners besitzt und bereits ihr Vater hätte sein können. Diese Liebe ist sehr leidenschaftlich und driftet bereits ins Brutale ab. Doch Maria fühlt sich hier genau richtig. Nun befindet sie sich in einem Dilemma: die Brenners, die ihr vertrauen, Henner, der sie braucht und von dem sie genauso abhängig ist. Und nebenbei vollzieht sich die politische Wende. Maria befindet sich in einem ebensolchen persönlichen Umbruch, der das Jahr 1990 in den Hintergrund rücken lässt. Und dann verändert eine Nacht alles... Der Roman ist sehr poetisch, klar und ohne Ausschmückungen geschrieben. Die Autorin konzentriert sich auf das Wesentliche und bringt so sowohl das Glück, als auch das große Leid der Protagonisten ohne Umstände zur Sprache. Ich war beim Lesen gefesselt, fühlte mit Maria mit, wollte sie wachrütteln, war schockiert und überrascht. Der Roman hat mir ein großes Lesevergnügen gebracht, das wohl erst ein bisschen sacken muss.

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Eine tragisch-poetische Liebesgeschichte zur Wendezeit
von Kerstin Huber aus Kaiserslautern am 27.11.2011
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Das Debüt von Daniela Krien ist ein gewaltiges. Erzählt werden einige Wochen im Leben der 16-järigen Marie. Es ist der Sommer 1990, der Schauplatz ein Dorf in der sich auflösenden DDR, nahe der deutsch-deutschen Grenze. Unsicherheiten und Aufbruchstimmung prägen Zeit und Menschen gleichermaßen. Marie lebt mit ihrem Freund Johannes... Das Debüt von Daniela Krien ist ein gewaltiges. Erzählt werden einige Wochen im Leben der 16-järigen Marie. Es ist der Sommer 1990, der Schauplatz ein Dorf in der sich auflösenden DDR, nahe der deutsch-deutschen Grenze. Unsicherheiten und Aufbruchstimmung prägen Zeit und Menschen gleichermaßen. Marie lebt mit ihrem Freund Johannes auf dessen elterlichen Hof. Sie lässt sich treiben, übernimmt hie und da Pflichten im Haushalt, liest viel. Mit Henner vom Nachbarhof, einem 40-jährigen Außenseiter, beginnt sie schließlich ein Verhältnis. Animalisch und nicht frei von Gewalt ist diese Liebe. Empfindsam und immer auch vor dem Hintergrund der Wende behandelt Krien dieses sensible Thema. Denn die Sprache der Autorin ist von einer klaren Poetik, die den Traum der flirrenden Sommertage und die triebhafte Sehnsucht der Protagonisten in unverfälschte Worte packt. Nicht explizites Beschreiben und peinliche Nabelschau ist Kriens Weg, sondern die Kunst der Andeutung. Und die bewirkt ja beim Leser meist unendlich viel mehr.

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Irgendwann werden wir uns alles erzählen
von einer Kundin/einem Kunden am 22.11.2011
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Schauplatz des Romans ist ein Dorf an der deutsch-deutschen Grenze, die gerade fällt. Die 16-jährige Maria zieht zu Ihrem Freund und dessen Familie auf den Bauernhof. Das verträumte Mädchen verweigert den Schulbesuch, lebt lieber in den Tag hinein. Manchmal hilft sie auf dem Hof. Hierbei lernt sie auch den... Schauplatz des Romans ist ein Dorf an der deutsch-deutschen Grenze, die gerade fällt. Die 16-jährige Maria zieht zu Ihrem Freund und dessen Familie auf den Bauernhof. Das verträumte Mädchen verweigert den Schulbesuch, lebt lieber in den Tag hinein. Manchmal hilft sie auf dem Hof. Hierbei lernt sie auch den 40-jährigen Henner kennen, dem der Nachbarhof gehört. Maria fühlt sich magisch zu ihm hingezogen und ist fasziniert von der Austrahlung des Außenseiters. Eine ungewöhnliche, aber auch tragische Liebesgeschichte beginnt............

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Eine tragische Liebesgeschichte großartig erzählt!
von Michelle Rößner aus Göttingen am 17.10.2011
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Ein wahrhaftig gewaltiges Debüt, geradezu eine Novelle im Goetheschen Sinne: in einem kleinen Ort nahe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ereignet sich eine unerhörte Begebenheit! Die sechszehnjährige Maria lebt mit ihrem Freund Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Statt in die Schule zu gehen, steckt sie ihre Nase lieber in... Ein wahrhaftig gewaltiges Debüt, geradezu eine Novelle im Goetheschen Sinne: in einem kleinen Ort nahe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ereignet sich eine unerhörte Begebenheit! Die sechszehnjährige Maria lebt mit ihrem Freund Johannes auf dem Hof seiner Eltern. Statt in die Schule zu gehen, steckt sie ihre Nase lieber in Dostojewskis „Die Brüder Karamasoff“. Die leidenschaftlichen Träumereien werden real, als sie sich in den vierzigjährigen Henner vom Nachbarhof verliebt, dessen düstere und gewaltsame Aura Maria unaufhaltsam in seinen Bann ziehen. Derart mit sich selbst beschäftigt, geraten die historischen Umbrüche des Sommers 1990 nahezu zur Nebensächlichkeit, denn unerhört ist diese Begebebenheit nicht nur im Sinne von unmoralisch- sie darf in dem kleinen Ort auch schlichtweg nicht gehört werden...

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Was für ein großartiges Debüt
von einer Kundin/einem Kunden am 10.10.2011
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Daniela Krien ist mit ihrem Buch ein großartiges Debüt gelungen.Ein Buch über die erste große Liebe, über Sehnsüchte und Träume eines 17-jährigen Mädchens. Maria liebt Johannes und sie liebt Bücher. Doch dann begegnet ihr der wesentlich ältere Henner,dem Außenseiter des Dorfes und der so ganz anders ist als... Daniela Krien ist mit ihrem Buch ein großartiges Debüt gelungen.Ein Buch über die erste große Liebe, über Sehnsüchte und Träume eines 17-jährigen Mädchens. Maria liebt Johannes und sie liebt Bücher. Doch dann begegnet ihr der wesentlich ältere Henner,dem Außenseiter des Dorfes und der so ganz anders ist als Johannes. Beide beginnen eine leidenschaftliche und heimliche Affäre und als Maria beschliesst, Johannes zu verlassen, geschieht ein tragisches Unglück. Dieses Buch sollten Sie unbedingt lesen, es ist von einer einfachen und eindringlichen Sprache und jede Seite lohnt sich!!!!

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Wirklich alles
von einer Kundin/einem Kunden aus %3B505031984854217 am 04.10.2011
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar. Maria liebt Johannes, die erste große Liebe. Maria ist sechzehn und die Mauer ist gerade erst gefallen. Für die Menschen im Osten wird vieles anders, aber zunächst bleibt alles stehen. Eine trügerische Ruhe legt... Es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar. Maria liebt Johannes, die erste große Liebe. Maria ist sechzehn und die Mauer ist gerade erst gefallen. Für die Menschen im Osten wird vieles anders, aber zunächst bleibt alles stehen. Eine trügerische Ruhe legt sich über das Land und die Menschen, doch in dem Dorf in dem Maria aufwuchs war noch nie besonders viel los. Dinge, die sie vorher nie tun konnte, Plätze an die sie nie hätte fahren können, sind nun plötzlich ganz nah und trotzdem zieht es sie nicht in die Ferne sondern in die Arme eines anderen Mannes den sie schon lange kennt. Das Buch spielt im ersten Jahr nach dem Mauerfall, genau genommen bis zur Wiedervereinigung. Maria ist mehr oder weniger mit Johannes auf den Hof seiner Eltern gezogen, geredet haben sie darüber nicht, aber von den Erwachsenen schneidet auch niemand das Thema an. Maria scheint irgendwie verloren. Sie sucht eine Familie und findet scheinbar Anschluss bei Johannes' Eltern und auf deren Hof. Auch als Maria aufhört zur Schule zu gehen, fühlt sich niemand verantwortlich, nicht einmal die eigene Mutter, die Maria noch sporadisch besucht. Der Vater hat sich in die Sowjetunion abgesetzt und wird wieder heiraten ' ein Mädchen nur 2 Jahre älter als Maria. Maria lässt sich treiben, sie hilft an manchen Tagen tüchtig am Hof mit, um an anderen Tagen gänzlich in Büchern zu versinken. Aber auch das kümmert niemanden so wirklich, alle Menschen am Hof haben ihre eigenen Probleme und Geheimnisse. Auf der Suche nach Anschluss und auch nach dem Vater, den sie nie wirklich hatte, gerät sie an Henner. Dieser hat aber mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen. Langsam kommt Maria, Henner näher. Henner der auf dem benachbarten Hof wohnt und mehr als dreißig Jahre älter ist als sie. Sie beginnen eine seltsame Beziehung, heimlich, sündig und trotz allem fühlt es sich richtig an. Über das ganze Buch hinweg erhält die Autorin eine seltsame Mischung aus einer melancholischen Melodie und dem Duft von Heu. Was als Jugendbuch beginnt, zeigt schon nach wenigen Kapiteln, dass es das mit absoluter Sicherheit nicht ist, ein schneller Jugendroman. Die Protagonistin ist auf mehreren Ebenen verloren, um ihre Kindheit betrogen, von den Eltern vernachlässigt sucht sich nach Vorbildfiguren und nach Ansprache, wird aber nur mit der Menschlichkeit und der Fehlbarkeit ihrer Umgebung konfrontiert. Ein Mann der um so viele Jahre älter ist als sie, wird ihr gleichsam zum Geliebten und zur Vaterfigur. Obwohl schnell deutlich wird, dass Henner das Mädchen vor allem in körperlicher Hinsicht bei weitem überfordert, lässt er nicht ab von ihr, aber nicht aus eigenem ordinären triebhaften Verhalten sondern aus lang angesammelter Verzweiflung und Angst vor der Einsamkeit und dem Alleinsein. Dieses Buch hat so viele Gefühle in mir ausgelöst, da war alles vorhanden, Wärme, Liebe, Angst, Trauer, Abscheu, Missgunst, Neid, Hoffen und Bangen.

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