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Judas

Roman. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2015 für die Übersetzung

(14)
Portrait
Amos Oz, geb. 1939 als Amos Klausner in Jerusalem, wuchs auch dort auf. Seine Eltern waren 1917 von Odessa nach Wilna (damals Polen) geflüchtet und wanderten von dort nach Palästina aus. 1954 trat er dem Kibbuz Chulda bei und nahm den Namen Oz an, der auf hebräisch Kraft, Stärke bedeutet. Von 1960-63 studierte er Literatur und Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem und kehrte nach seinem Bachelor-Abschluss in den Kibbuz zurück und lehrte bis 1986 Literatur und Philosophie an der Oberschule Hulda. Seit dem 6-Tage-Krieg war er in der israelischen Friedensbewegung aktiv und befürwortete eine Zwei-Staaten-Bildung im israelisch-palästinensichen Konflikt. Er ist Mitbegründer und herausragender Vertreter der seit 1977 bestehenden Friedensbewegung Schalom achschaw (Peace now). Seit 1987 lehrt er Hebräische Literatur an der Ben-Gurion Universität von Negev, Beesheba. Die Werke von Amos Oz wurden in 37 Sprachen übersetzt. Er hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, u. a. im Jahr 2013 den Franz-Kafka-Preis und 2014 den Siegfried-Lenz-Preis.
Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren - ein uneheliches Kind jüdischer Abstammung, das bei Pflegeeltern aufwuchs. In Frankfurt besuchte sie die Hochschule für Bildende Künste. Sie hat drei inzwischen erwachsene Töchter und fünf Enkelkinder. Die Liste der Berufe, die sie ausgeübt hat, ist lang. Ihre ersten Bücher schrieb sie nachts, neben Beruf, Familie und Haushalt.
Gleich für ihre ersten Roman bekam sie den Oldenburger Jugendbuchpreis. Seit vielen Jahren schreibt sie hauptberuflich für und über Kinder und ihre Probleme. Für ihre eigenen Bücher und die Übersetzungen aus dem Hebräischen und dem niederländisch-flämischen Sprachraum hat Mirjam Pressler viele Preise und Auszeichnungen erhalten, 1998 wurde sie mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, 2001 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille für Verdienste um die deutsche Sprache und 2004 mit dem Deutschen Bücherpreis für ihr literarisches Lebenswerk. 2013 erhielt sie die Buber-Rosenzweig-Medaille.
Mirjam Pressler lebt in der Nähe von München.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 335
Erscheinungsdatum 07.03.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-42479-7
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 216/136/32 mm
Gewicht 466
Originaltitel Habesorah al pi Yehuda
Auflage 7
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 31.90
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Kundenbewertungen


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14 Bewertungen
Übersicht
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Religion, Politik und ein bisschen Liebe
von Vera Pestel am 09.03.2015

Schon auf den ersten Seiten passiert viel. Schmuel Asch bricht Anfang Dezember 1959 sein Studium ab. Er verzweifelt an seiner Magisterarbeit „Jesus aus der Perspektive der Juden." Außerdem gerät sein Vater in finanzielle Schwierigkeiten und kann ihn nicht mehr unterstützen. Seine Freundin verlässt ihn, um einen anderen zu... Schon auf den ersten Seiten passiert viel. Schmuel Asch bricht Anfang Dezember 1959 sein Studium ab. Er verzweifelt an seiner Magisterarbeit „Jesus aus der Perspektive der Juden." Außerdem gerät sein Vater in finanzielle Schwierigkeiten und kann ihn nicht mehr unterstützen. Seine Freundin verlässt ihn, um einen anderen zu heiraten. Schmuel ist ihr zu unfertig, zu träge und müde, jeder Tag mit ihm ist wie ein Hindernisrennen. Nun ist er allein und einsam. Er findet eine Anzeige an einem schwarzen Brett. Jemand wird gesucht, der einem älteren Herrn Gesellschaft leistet. Er überlegt nicht lange und meldet sich. Gegen Kost und Logis und ein geringes Entgelt wird er im Hause Gerschom Walds aufgenommen, der dort mit Atalja Abrabanel lebt. Viele Stunden verbringt Schmuel nun mit dem alten Herrn, diskutiert mit ihm und hört ihm bei seinen täglichen Telefonaten zu, ohne zu wissen, wer sich am anderen Ende der Leitung befindet. Atalja, eine Frau von fünfundvierzig Jahren, zieht ihn an und scheint unerreichbar. Der Roman dreht sich um die Themen Liebe, Religion und Politik. Wobei die Religion und die Person Judas viel Raum einnehmen. Judas, der Jesus überredete nach Jerusalem zu gehen und ihn verriet. Wie wird diese Person in den verschiedenen Religionen dargestellt? Und was war mit Jesus? War er ein Christ oder ein Jude? Diese und viele weitere Punkte besprechen die Herren abends in der Bibliothek. Schmuel ist und bleibt Atheist und die Frage wird aufgeworfen, ob man über Religion streiten kann. Oder über die Politik, die in Israel bis zum heutigen Tag ein schwieriges und konfliktgeladenes Thema ist. Wir erfahren einiges aus der Zeit der Staatsgründung Israels. Mit der Zeit falten sich die Lebensläufe der drei Personen auf und wie sie mit der Staatsgründung verbunden sind. Die Personen drehen sich um sich selbst, als hätten sie, nachdem was ihnen in den Jahren und Jahrzehnten passiert ist, keine Geschichte mehr. Sie stehen still und verkriechen sich in einem Haus, in dem jeder für sich bleibt. Die Zukunft wird ausgeklammert. Schwer habe ich mich mit diesem Roman getan, erst ab der Hälfte hatte ich mich an die Kargheit und den zähen Fluss gewöhnt. Der Roman ist etwas spröde, Amos Oz lässt Platz zwischen seinem Roman und dem Leser. Erst spät kommt er näher, werden die Wiederholungen zu einem logischen Schema. Seine Szenen und Beschreibungen sind immer wieder ähnlich aufgebaut. Sie unterstützen die drückende Atmosphäre, der Roman ist wie eine Wand ohne Tapete, auf das Wichtigste beschränkt, manchmal klinisch steril, um in solchen Feststellungen zu münden: „All diese Religionen, die in den letzten Generationen entstanden sind und bis heute viele Herzen verzaubern, sind entstanden, um uns zu retten, doch schon bald haben sie unser Blut vergossen." Das verursachen die Religionen bis heute. Setzt man sich mit ihnen auseinander, wird klar, dass die überlieferten Schriften in jede Richtung ausgelegt werden können. Religionen sind nicht logisch. Sie bevorzugen die einen und verteufeln die anderen und reden doch alle über Menschen. In Israel kommt beides zusammen. Die Geschichte dieses Landes ist sehr komplex und bis heute ein Streitthema. Amos Oz hat schon oft davon erzählt. Jeder kann zu einem Judas, zu einem Verräter werden. Jeder wird irgendwann zu einem Judas. De Gaulle. Ben Gurion. Abraham Lincoln. Und viele andere. Ist ein Judas ein Verräter oder ein Befreier? Auf Seite 273 heißt es: „... wer den Mut hat, sich zu verändern, wird immer von jenen als Verräter bezeichnet werden, die zu keiner Veränderung fähig sind und eine Heidenangst vor Veränderungen haben, die Veränderungen nicht verstehen und sie ablehnen …" Veränderungen dürfen nicht abgelehnt werden, sonst bleibt alles stehen und Verhärtungen entstehen. Verhärtungen und Fanatismus ziehen ihre Kreise. Bekenntnisse sind in dieser Zeit wichtig geworden. „Wir alle sind Judas Ischariot." Seite 48.

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Judas
von einer Kundin/einem Kunden aus Obereichstätt am 12.08.2015

Sehr interessant zum Lesen. Gibt Einblick in Israelische Kultur. Beschreibt das Verhältnis der Juden zu Jesus und die Wechselwirkung des "vermeintlichen" Verrats Judas. Spannend.

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Jerusalem 1959
von einer Kundin/einem Kunden am 25.05.2015

Schmuel ist gescheitert. Mit seiner Forschungsarbeit kommt er nicht weiter, seine Eltern können ihn nicht mehr finanziell unterstützen und zu allem Überfluss hat ihn auch noch seine Freundin verlassen. Da bietet sich ihm die Gelegenheit als Gesellschaft für einen alten Mann sein Einkommen zu verdienen. Der alte Mann, Gerschom Wald,... Schmuel ist gescheitert. Mit seiner Forschungsarbeit kommt er nicht weiter, seine Eltern können ihn nicht mehr finanziell unterstützen und zu allem Überfluss hat ihn auch noch seine Freundin verlassen. Da bietet sich ihm die Gelegenheit als Gesellschaft für einen alten Mann sein Einkommen zu verdienen. Der alte Mann, Gerschom Wald, lebt mit seiner Schwiegertochter, Atalja Abrabanel zusammen. Beide trauen um Walds Sohn und Ataljas Mann. In diese private Hölle tritt nun der trottelige Schmuel und verliebt sich in die wesentlich ältere Atalja. Dies klingt jetzt vielleicht heiter, aber es ist in Wirklichkeit eine hervorragend erzählte Dragödie. Im Laufe der Geschichte wurde der lebensuntüchtige Schmuel mir übrigens immer sympathischer. Ein schöner Roman aus der Zeit der Unabhängigkeit Israels.

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... Er ist ein Bluterguss (S. 135)
von eskimo81 am 09.03.2015

Im Winter 1959 / 1960 beschliesst Samuel Asch, sein Studium in Jerusalem abzubrechen. Sein Thema für die geplante Abschlussarbeit: Judas in der Perspektiven der Juden will er nicht fertig stellen. Es läuft alles schief. Die Freundin verlässt ihn, der Vater geht Konkurs und kann ihn nicht mehr finanziell unterstützen... Eigentlich... Im Winter 1959 / 1960 beschliesst Samuel Asch, sein Studium in Jerusalem abzubrechen. Sein Thema für die geplante Abschlussarbeit: Judas in der Perspektiven der Juden will er nicht fertig stellen. Es läuft alles schief. Die Freundin verlässt ihn, der Vater geht Konkurs und kann ihn nicht mehr finanziell unterstützen... Eigentlich möchte Samuel Israel verlassen. Als er eine Anzeige sieht ändert sich sein Leben. Die Anzeige führt ihn zu einem alten Haus - zu einem sehr eigentümlichen Mann namens Gerschom Wald. Nachts muss er ihm vorlesen, tagsüber hat er Zeit für sich. Die geheimnisvolle Atalja Abrabanel verdreht ihm den Kopf. Ein Buch über die Geschichte Jerusalems und Judas Mir schwirrt der Kopf. Mir persönlich fehlten die geschichtlichen Zusammenhänge. So wie der Amos Oz schreibt, kommt es mir so vor, als ob er glaubt, dass jeder die Geschichte und Namen aller wichtiger Personen über Israel / Jerusalem kennt. Ich wusste definitiv zu wenig. Mir schwirrt einfach der Kopf vor lauter Namen, Ortschaften, Handlungen etc. Einfach viel zu viele Fragezeichen. Der Schreibstil - sehr speziell, aber eigentlich hat mir dieser sehr gut gefallen. Er hat ein paar zu viele "und" verwendet statt Kommas aber ansonsten war er wirklich niveauvoll. Es brauchte Pausen, teilweise war der Stil einfach ein bisschen ermüdend, aber ich glaube das war nicht der Stil sondern eben der Inhalt... Bis ich auf den letzten Seiten war. Ca. 40 Seiten vor Schluss hat mich sogar der Schreibstil sprachlos gemacht. War der Schreibstil zuvor annehmbar und interessant artete dieser nun aus. Ich möchte nichts über den Inhalt verraten, aus diesem Grunde nur ein Wort dazu. Vulgär! Ich bin wirklich sprachlos und geschockt wie man in einem Buch so ein grosser Spagat schafft. Ebenfalls gab es viele Chronologische "Fehler" und oftmals auch Wiederholungen. Der Schluss ist dann auch nicht der Hammer. Einfach irgendwie unfertig. Weshalb dieses Buch nominiert worden ist, ist mir ein Rätsel. Für mich war es definitiv kein niveauvolles Buch. Leider. Ich hatte mir so viel davon versprochen Fazit: Ein interessantes Thema, wenn man darüber Bescheid weiss. Zu Beginn ein guter, etwas ermüdender Schreibstil der gegen Schluss vulgär wird.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
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Ein großartiger Roman über Liebe, Religion und Weltpolitik.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
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Nie wieder wollte der Autor deutschen Boden betreten, gilt sein Interesse trotzdem der Nachkriegsliteratur. Ein grandioser, melancholischer Roman über Verrat,Liebe u.Nahostkonflikt

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
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Jeder Idealist muss verraten werden, wie Jesus von Judas, damit Ideen real werden können. Das Christentum durch Judas und der Staat Israel durch Ben Gurion.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
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Der Roman ist "Geschichtsunterricht zum Anfassen" und das auch noch in einer wunderbaren Sprache- sehr lesenswert!

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von einer Kundin/einem Kunden aus Schweinfurt am 16.03.2016
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Tragische und melancholische Geschichte über Israels Gründerzeit. Traurig schön!

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
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Das Leben des jungen Schmuel wird ergreifend, spannend und leidend dargestellt und auch Jerusalem lernt man so einmal anders kennen. Schönes Buch!

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
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Nur Amos Oz schafft es einen Liebesroman und eine Geschichte über das geteilte Jerusalem in ein Buch zu verpacken. Ein Buch, an dem man nicht einfach vorbeigehen kann.

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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
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Amos Oz verbindet in dieser behutsam erzählten Geschichte von den Anfängen des Staates Israel auf gekonnte Weise Weltpolitik und Religionsgeschichte, Liebe und Verrat. Ein Meister!

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von Mandy Krajewski aus Paderborn am 16.03.2016
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Interessante Geschichte. Für alle die gerne etwas über Jerusalem lesen.

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