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Kriegserbe in der Seele

Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft

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Kriegserlebnisse und die durch sie verursachten Traumata hinterlassen oft über Generationen Spuren in Familien, ohne dass diese konkret benannt werden können. Dieses Buch zeigt, woran Kriegskinder und Kriegsenkel die Folgen der von den Eltern oder Grosseltern »vererbten« Traumata bei sich selbst erkennen. Es bietet konkrete Hilfe an, etwa bei scheinbar unbegründeten Ängsten, nicht zu greifenden Einsamkeitsgefühlen, dem quälenden Gefühl der Liebesunfähigkeit oder übermässigem Leistungsdruck. Eine Fülle von Übungen helfen, den »Schritt beiseite« aus der Weitergabe von Kriegstraumata zu wagen.
»Wir knüpfen dort an, wo die anderen Kriegskinder- und Kriegsenkel-Bücher aufhören: bei dem, was hilft. Denn die Kette der Traumaweitergabe muss unterbrochen werden, damit nicht auch noch unsere Kindeskinder unter den Kriegsfolgen leiden müssen.« Udo Baer und Gabriele Frick-Baer
Portrait
Udo Baer, Dr. phil., Dipl. Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut,Gesamtausbildungsleiter der therapeutischen Aus- und Fortbildungslehrgänge, Mitbegründer, Geschäftsführer und Dozent der Zukunftswerkstatt "therapie kreativ". Zahlreiche Veröffentlichungen. Herausgeber der Zeitschrift therapie kreativ. Langjährige therapeutische Praxis.
Gabriele Frick-Baer ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Dipl. Pädagogin, Tanztherapeutin, Kreative Leibtherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie arbeitet in freier Praxis und leitet an der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, die sie 1987 mitbegründetete, Ausbildungsgruppen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Therapie, Psychologie und Kunst.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 189
Erscheinungsdatum 21.12.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-407-85740-8
Verlag Beltz
Maße (L/B/H) 213/139/20 mm
Gewicht 348
Auflage 3. Auflage.
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 23.90
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Sehr interessant und empfehlenswert!
von warmerSommerregen aus Essen am 25.12.2015

Gerade einmal 70 Jahre ist es her, dass in Europa Krieg herrschte. Der Alltag sah düster aus; Hunderttausende, wenn nicht Millionen Frauen wurden von deutschen Besatzern vergewaltigt, wurden danach oder dabei getötet, brachten sich später selber um oder mussten mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben. In Deutschland sollen rund 2... Gerade einmal 70 Jahre ist es her, dass in Europa Krieg herrschte. Der Alltag sah düster aus; Hunderttausende, wenn nicht Millionen Frauen wurden von deutschen Besatzern vergewaltigt, wurden danach oder dabei getötet, brachten sich später selber um oder mussten mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben. In Deutschland sollen rund 2 Millionen Frauen bei Kriegsende vergewaltigt worden sein (S.100). Aber nicht nur das wurde erlitten, Bomben, Schüsse, Heimatverlust, Flucht und Flüchtlingselend, Hungersnot, Gefangenschaft, Konfrontation mit Tod und dem Verlust von Unversehrtheit und das Loslassenmüssen. Doch wurden solche traumatischen Erfahrungen nur in den aller seltensten Fällen in irgendeiner Art aufgearbeitet. Viel verbreiteter war es, dass der Mantel des Schweigens über die Erlebnisse gelegt wurde, da man weder über Ängste noch über Schwäche sprach. Es ist einleuchtend, dass dies nicht ohne Folgen blieb. Seit einer Weile wird die transgenerationale Weitergabe von Kriegstraumata zunehemend diskutiert. Der Begriff meint, dass die Traumata von einer Generation an die nächste weitergegeben werden, sodass, selbst wenn jemand selber keine Kriegserfahrungen gemacht hat, er solche von seinen Eltern oder Großeltern übernimmt. So kommt es, dass sich unterschwellige Gefühle in einer Person ausbreiten, die diese nicht begreifen, nicht fassen kann, da ihre Auslöser im Dunkeln bleiben. Die daraus resultierende Folge ist, dass in den meisten Fällen Erscheinungen wie plötzliche Angstanfälle, welche ohne Vorwahrnung über einen hereinbrechen, die Schwierigkeit zu trauern, innere Leere, Leistungsdruck, Unsicherheit bezüglich der Heimat oder bezüglich des Frau- beziehungsweise des Mannseins so hingenommen werden, oder bei einem selber die Ursache gesucht wird, jedoch nicht gefunden werden kann. Zwar, darauf wird mehrfach hingewiesen, lassen sich nicht alle solcher Symptome auf von den Eltern oder Großeltern vererbte Kriegstraumata zurückführen, allerdings sei es oftmals lohnenswert, sich mit dieser Möglichkeit zu beschäftigen. Da Kinder sehr empfindsam für Atmosphäre sind, nehmen sie die Traumata wie ein Schwamm auf, verinnerlichen sie und bemerken dies nicht einmal. Dann werden diese an die nächste Generation weitergegeben. Die Autoren des Buches sehen unsere Aufgabe darin, diesen ewigen Kreislauf zu durchbrechen, damit die folgenden Generationen vor den Folgen des Krieges geschützt sind. Wie dies funktioniert wird in “Kriegserbe in der Seele” erklärt. Dazu sind mehrere Schritte zu beachten. Zunächst soll geklärt werden, ob die Symptome, die man aufweist, wirklich von einer weitergegebenen Kriegserfahrung herrühren. Dazu werden einige anschauliche Beispiele genannt und durchgesprochen, was für mich sehr interessant war. Ich finde den in diesem Buch beschriebenen Ansatz sehr spannend, weswegen mich die Analyse verschiedener Situationen sehr fasziniert hat. Anhand dieser lässt sich bereits vertrautes Verhalten reflektieren. Außerdem wird gezeigt, wie man Licht ins Dunkel bringen kann, wie man diejenigen, die das Trauma weitergegeben haben, zu einem Gespräch bringen und was dies bewirken könnte. Im zweiten Teil wird geholfen, das Irritierende an den Eltern und Großeltern zu verstehen. Es werden wieder sehr verständliche Beispiele gegeben, welche auch realistisch scheinen, hat man doch schon etwas von den ewigen, sich wiederholenden Heldengeschichten oder Ähnlichem gehört. Durch die Beschreibung der verschiedenen Situationen und der Erklärungsweise Baers und Frick-Baers erhält man eine neue Sicht auf zunächst unverständliches Verhalten. Darüber hinaus werden Hilfestellungen gegeben, wie man sich traumatisierten Eltern oder Großeltern gegenüber verhalten sollte. Des weiteren wird erklärt, was Schweigen auf Seiten der Eltern oder Großeltern bedeuten könnte und wie man sich verhalten sollte, um dennoch mit ihnen das Erlebte besprechen zu können. Anschließend wird erklärt, warum man verstehen kann, aber dennoch nicht verzeihen muss und wie wichtig dies ist. Daraufhin folgt der dritte Schritt: Den Schritt beiseite zu schaffen. Dazu soll man erst auf das Problem zugehen, um dann Abstand schaffen zu können. Um dies zu erreichen, werden zahlreiche Übungen genannt und erklärt. Wichtig dabei ist, so wird klar, dass man sich am besten von den Kriegstraumata löst, wenn man diesen Schritt mit Freunden wagt. Zu guter Letzt wird beschrieben, wie man seine eigene Persönlichkeit würdigt und es werden kurze und verständliche Antworten auf häufig gestellte Fragen gegeben. Ich finde den Blickwinkel der Autoren Udo Baer und Gabriele Frick-Baer sehr interessant und ich fand es sehr spannend, mehr darüber zu erfahren. Die aufgezeigten Verbindungen sind einleuchtend und sehr verständlich erklärt. Auch, dass das Buch sehr objektiv gehalten ist und deswegen auch mehrfach betont wird, dass die gegebenen Erklärungen keinen Anspruch erheben, auf jede Situation zuzutreffen und dass auch die Übungen nicht immer ihre Wirkungerzielen, gefällt mir sehr. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und lässt sich gut lesen. Die 189 Seiten hat man somit schnell durchgelesen, selbst wenn man Pausen einlegt, um über das Gelesene nachzudenken. Ich kann dieses Buch sehr weiterempfehlen, denn auch wenn es nicht universell auf jeden einzelnen zutrifft, ist die vorgestellte Betrachtensweise sehr interessant und es lohnt sich dieser zu folgen. Außerdem ist es wichtig, wie zu Beginn bereits angesprochen, dass die Traumata nun nicht mehr weiter “vererbt” werden, wofür sich dieses Buch sehr gut eignet. Die beiden erfahrenen Therapeuten Udo Baer und Gabriele Frick-Baer haben mit “Kriegserbe in der Seele” den ersten Selbsthilfe-Ratgeber für die Kinder und Enkel der Kriegsgeneration geschaffen.

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Sehr interessant und empfehlenswert!
von einer Kundin/einem Kunden aus Essen am 25.12.2015

Gerade einmal 70 Jahre ist es her, dass in Europa Krieg herrschte. Der Alltag sah düster aus; Hunderttausende, wenn nicht Millionen Frauen wurden von deutschen Besatzern vergewaltigt, wurden danach oder dabei getötet, brachten sich später selber um oder mussten mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben. In Deutschland sollen rund 2... Gerade einmal 70 Jahre ist es her, dass in Europa Krieg herrschte. Der Alltag sah düster aus; Hunderttausende, wenn nicht Millionen Frauen wurden von deutschen Besatzern vergewaltigt, wurden danach oder dabei getötet, brachten sich später selber um oder mussten mit dieser traumatischen Erfahrung weiterleben. In Deutschland sollen rund 2 Millionen Frauen bei Kriegsende vergewaltigt worden sein (S.100). Aber nicht nur das wurde erlitten, Bomben, Schüsse, Heimatverlust, Flucht und Flüchtlingselend, Hungersnot, Gefangenschaft, Konfrontation mit Tod und dem Verlust von Unversehrtheit und das Loslassenmüssen. Doch wurden solche traumatischen Erfahrungen nur in den aller seltensten Fällen in irgendeiner Art aufgearbeitet. Viel verbreiteter war es, dass der Mantel des Schweigens über die Erlebnisse gelegt wurde, da man weder über Ängste noch über Schwäche sprach. Es ist einleuchtend, dass dies nicht ohne Folgen blieb. Seit einer Weile wird die transgenerationale Weitergabe von Kriegstraumata zunehemend diskutiert. Der Begriff meint, dass die Traumata von einer Generation an die nächste weitergegeben werden, sodass, selbst wenn jemand selber keine Kriegserfahrungen gemacht hat, er solche von seinen Eltern oder Großeltern übernimmt. So kommt es, dass sich unterschwellige Gefühle in einer Person ausbreiten, die diese nicht begreifen, nicht fassen kann, da ihre Auslöser im Dunkeln bleiben. Die daraus resultierende Folge ist, dass in den meisten Fällen Erscheinungen wie plötzliche Angstanfälle, welche ohne Vorwahrnung über einen hereinbrechen, die Schwierigkeit zu trauern, innere Leere, Leistungsdruck, Unsicherheit bezüglich der Heimat oder bezüglich des Frau- beziehungsweise des Mannseins so hingenommen werden, oder bei einem selber die Ursache gesucht wird, jedoch nicht gefunden werden kann. Zwar, darauf wird mehrfach hingewiesen, lassen sich nicht alle solcher Symptome auf von den Eltern oder Großeltern vererbte Kriegstraumata zurückführen, allerdings sei es oftmals lohnenswert, sich mit dieser Möglichkeit zu beschäftigen. Da Kinder sehr empfindsam für Atmosphäre sind, nehmen sie die Traumata wie ein Schwamm auf, verinnerlichen sie und bemerken dies nicht einmal. Dann werden diese an die nächste Generation weitergegeben. Die Autoren des Buches sehen unsere Aufgabe darin, diesen ewigen Kreislauf zu durchbrechen, damit die folgenden Generationen vor den Folgen des Krieges geschützt sind. Wie dies funktioniert wird in “Kriegserbe in der Seele” erklärt. Dazu sind mehrere Schritte zu beachten. Zunächst soll geklärt werden, ob die Symptome, die man aufweist, wirklich von einer weitergegebenen Kriegserfahrung herrühren. Dazu werden einige anschauliche Beispiele genannt und durchgesprochen, was für mich sehr interessant war. Ich finde den in diesem Buch beschriebenen Ansatz sehr spannend, weswegen mich die Analyse verschiedener Situationen sehr fasziniert hat. Anhand dieser lässt sich bereits vertrautes Verhalten reflektieren. Außerdem wird gezeigt, wie man Licht ins Dunkel bringen kann, wie man diejenigen, die das Trauma weitergegeben haben, zu einem Gespräch bringen und was dies bewirken könnte. Im zweiten Teil wird geholfen, das Irritierende an den Eltern und Großeltern zu verstehen. Es werden wieder sehr verständliche Beispiele gegeben, welche auch realistisch scheinen, hat man doch schon etwas von den ewigen, sich wiederholenden Heldengeschichten oder Ähnlichem gehört. Durch die Beschreibung der verschiedenen Situationen und der Erklärungsweise Baers und Frick-Baers erhält man eine neue Sicht auf zunächst unverständliches Verhalten. Darüber hinaus werden Hilfestellungen gegeben, wie man sich traumatisierten Eltern oder Großeltern gegenüber verhalten sollte. Des weiteren wird erklärt, was Schweigen auf Seiten der Eltern oder Großeltern bedeuten könnte und wie man sich verhalten sollte, um dennoch mit ihnen das Erlebte besprechen zu können. Anschließend wird erklärt, warum man verstehen kann, aber dennoch nicht verzeihen muss und wie wichtig dies ist. Daraufhin folgt der dritte Schritt: Den Schritt beiseite zu schaffen. Dazu soll man erst auf das Problem zugehen, um dann Abstand schaffen zu können. Um dies zu erreichen, werden zahlreiche Übungen genannt und erklärt. Wichtig dabei ist, so wird klar, dass man sich am besten von den Kriegstraumata löst, wenn man diesen Schritt mit Freunden wagt. Zu guter Letzt wird beschrieben, wie man seine eigene Persönlichkeit würdigt und es werden kurze und verständliche Antworten auf häufig gestellte Fragen gegeben. Ich finde den Blickwinkel der Autoren Udo Baer und Gabriele Frick-Baer sehr interessant und ich fand es sehr spannend, mehr darüber zu erfahren. Die aufgezeigten Verbindungen sind einleuchtend und sehr verständlich erklärt. Auch, dass das Buch sehr objektiv gehalten ist und deswegen auch mehrfach betont wird, dass die gegebenen Erklärungen keinen Anspruch erheben, auf jede Situation zuzutreffen und dass auch die Übungen nicht immer ihre Wirkungerzielen, gefällt mir sehr. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und lässt sich gut lesen. 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