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Leitfaden für faule Eltern

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Portrait
Tom Hodkinson, geboren 1968, hat englische Literatur studiert und unter anderem in einem Skateboardladen gearbeitet. Nach der Entlassung durch eine bekannte Boulevardzeitung lebte er von Sozialhilfe und gründete die Zeitschrift "The Idler" . Seither gilt er in den englischen Medien als Experte für alles, was mit Müssiggang zu tun hat. Er lebt mit seiner Familie in Devon, England.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 01.03.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-62672-2
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 192/125/23 mm
Gewicht 245
Originaltitel The Idle Parent
Auflage 5. Auflage
Verkaufsrang 34.885
Buch (Taschenbuch)
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Ein gutes und ein schlechtes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 30.04.2011

Gut gefallen mir auf jeden Fall die Grundideen „Kontemplation der Gegenwart“ und vor allem „Lasst das Kind in Ruhe.“ Dafür alleine lohnt das Buch bereits. Diese Dinge sind aber in meinen Augen auch Hodgkinsons beste Ansätze und hätten auf bedeutend weniger Seiten ausgeführt werden können. Ob John St. Mill, Locke, D.H.... Gut gefallen mir auf jeden Fall die Grundideen „Kontemplation der Gegenwart“ und vor allem „Lasst das Kind in Ruhe.“ Dafür alleine lohnt das Buch bereits. Diese Dinge sind aber in meinen Augen auch Hodgkinsons beste Ansätze und hätten auf bedeutend weniger Seiten ausgeführt werden können. Ob John St. Mill, Locke, D.H. Lawrence und Rousseau die Elternratgeber schlechthin sind, mag dahingestellt sein. Aber aus diesen Vorbildern resultieren auch viele der Widersprüche des Buches. John Stuart Mill als Ökonom der Klassik (den H. als einen der größten Denker überhaupt bezeichnet) und die (im originären Sinn) sehr „kommunistischen“ Ansätze Hodgkinsons vertragen sich m.E. nicht. Ähnliches gilt meiner Meinung nach für die angestrengt anti-kapitalistische und -materialistische Grundhaltung im Buch im Gegensatz zu der vom Verfasser gelobten Beiträge der Kinder zum Haushaltseinkommen sowie der Erarbeitung der Grundprinzipien des Handels durch seinen Sohn Arthur. Wirr scheint mir in diesem Kontext ebenfalls der Rat "Lassen Sie [Ihre Kinder] gegen Bares nach Schnecken suchen." Welchen Lerntheorien (Klassische oder operante Konditionierung, Behaviourismus, Kognitivismus, Konstruktivismus, Humanistische Lerntheorie...) hängt der Autor an? Welcher Wissenschaftstheorie? Wie geschehen seiner Meinung nach Erziehung oder Bildung? Wie auch Piaget mit seinem Stufenmodell beobachtet Hodgkinson nur die eigenen Kinder und zieht daraus Schlüsse. Fairerweise erhebt er aber auch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Seriosität. Das ist allerdings alles für mich zu verschmerzen. Was mir an dem Buch nicht gefällt, ist, dass die ganze Sicht- und Denkweise für "unseren Kulturkreis" zu anglo-amerikanisch, viktorianisch und puritanisch geprägt ist. M.E. kann man bspw. die Gedanken zum Schulsystem Englands und zur protestantischen Ethik nicht auf Deutschland übertragen. In Deutschland kann man z.B. seine Kinder nicht einfach daheim unterrichten oder aus einer solch großen Auswahl von Privatschulen wählen. Insofern wäre meiner Meinung nach hier eine Zusammenarbeit des Autors und des Übersetzers z.B. mit einem deutschen Autor zu empfehlen gewesen, da aufgrund der oben geschilderten Problematik viele der Empfehlungen Hodgkinsons ins Leere laufen. Auf anderem Wege hätte das Buch dem Markt angepasst werden können. Unverständlich sind für mich ferner des Autoren Modernitäts- oder Fortschrittsverweigerung, die Ablehnung eines Zukunftsbegriffs ("Zukunft als kapitalistisches Konzept") sowie die pauschale, wohlfeile und inkonsistente Kapitalismuskritik. Alles in Allem: Kleinere Mängel, tolle Idee für entspanntere Eltern.

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