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Monadologie

Französ.-Dtsch.

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In den 90 Paragraphen der sogenannten 'Monadologie' gibt Leibniz eine begriffliche Fassung und perspektivische Auslegung der Grundbegriffe seiner Metaphysik, die durch ihre Stringenz und deduktive Geschlossenheit die Position des Autors in der Philosophiegeschichte wesentlich bestimmt haben. Hier findet sich nicht nur eine ausführliche Diskussion seines 'Monade'-Begriffs, sondern auch die Verbindung zur 'prästabilierten Harmonie', in der die Gesetze des Körpers und der Seele zur Übereinstimmung kommen. Die neue, ausführlich kommentierte zweisprachige Ausgabe ersetzt die einsprachige von Hermann Glockner.
Portrait
Der deutsche Mathematiker, Jurist und Philosoph Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz (1646-1716) gilt als universeller Gelehrter und als eine der bedeutendsten Gestalten in der europäischen Kultur und Wissenschaft seiner Zeit. Seine Arbeiten sind nicht nur für die Philosophie, sondern auch für die Naturwissenschaften und die Mathematik grundlegend. Zudem wirkte Leibniz im politischen Bereich ebenso wie in Wissenschaftsorganisationen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Hartmut Hecht
Seitenzahl 121
Erscheinungsdatum 1998
Serie Reclam Universal-Bibliothek 7853
Sprache Deutsch, Französisch
ISBN 978-3-15-007853-2
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 147/95/8 mm
Gewicht 66
Buch (Taschenbuch)
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Über die einfache Substanz
von Zitronenblau am 07.01.2011

Logisch-positivistisch gesehen können wir schon im ersten Satz der Leibnizschen Monadologie die Metaphysik und die damit einhergehende Irrationalität erkennen. Monaden als "fensterlose" Substanzen ohne Teile können weder analytisch noch bislang synthetisch in Sätzen propositional als wahr oder falsch zum Ausdruck gebracht werden, da die Sätze metaphysisch und damit un-sinnig... Logisch-positivistisch gesehen können wir schon im ersten Satz der Leibnizschen Monadologie die Metaphysik und die damit einhergehende Irrationalität erkennen. Monaden als "fensterlose" Substanzen ohne Teile können weder analytisch noch bislang synthetisch in Sätzen propositional als wahr oder falsch zum Ausdruck gebracht werden, da die Sätze metaphysisch und damit un-sinnig sind. Auf spekulativen Boden uns befindend und diesen abenteuerlich begehend, können wir nun getrost auf die Architektur des Monadenwerkes eingehen. Die erste Frage, die sich uns aufdrängt, lautet, was denn Monaden von Atomen (Elementarteilchen) unterscheide? Da die monadische Substanz und ihre Akzidenzen fensterlos sind, kann sie keine Materie sein und doch muss sie über Qualitäten verfügen, die sie von anderen Monaden unterscheidet. Wir können also sagen, Monaden sind "geistige Atome". Da ein äußeres Prinzip weder Gehalt noch Gestalt der Substanz, anders die Akzidenzen verändern kann, müssen solcherlei Änderungen durch ein innern Prinzip der Mannigfaltigkeit in der Einheit hervorgerufen werden, wiewohl der Zustand von Leibniz als Perzeption bezeichnet wird, die Tätigkeit zur Änderung als Appetition oder "Appetit". Für Leibniz ist zwingend "die Seele eine einfache Substanz" (16), d.h. Monaden, "deren Perzeption deutlicher und von Gedächtnis begleitet ist" (19). Die immanente Bestimmung zwischen Zustand und Streben nach Änderung kann nach Leibniz nur in der Entelechie liegen. Leibniz versucht nun aber die Trennung zwischen Tier und Mensch herauszuarbeiten, worin er nur die Vernunft sieht (26). Er sieht sich gezwungen seine Metaphysik logisch zu begründen (das dies infolge der unzureichenden Begründung nicht geht, haben wir ja o. bereits gesagt). Der Philosoph kann den zureichenden Grund also wieder nur in einem Metaphysicum suchen: "So muss der letzte Grund der Dinge in einer notwendigen Substanz liegen, [...] und dies nennen wir Gott" (38). Er geht sogar soweit zu sagen: "Und so wie nichts die Möglichkeit dessen hindern kann, was keinerlei Grenzen, Negation und folglich keinen Wiederspruch einschließt, so reicht dies hin, um die Existenz Gottes a priori zu erkennen" (45). Somit müssen wir folgerecht alle durch Gott verbunden sein, da Gott Ursubstanz der Monaden ist. Die Monaden sind also die Spiegel des Göttlichen und "jeder organische Körper eines Lebewesens eine Art göttliche Maschine" (64). Leiden entsteht, so Leibniz, "insofern diese verworren sind" (49). Da durch Gott keine Willkür herrscht, spricht Leibniz aus, was Voltaire in die Lächerlichkeit zog in seinem Candide: "Und eben dies ist Ursache der Existenz des Besten" (55). Da Leib und Seele in einen gewissen Einklang leben, obschon die Seele unsterblich und unzerstörbar ist, muss diese Konkordanz kraft "prästabilierter Harmonie" (78) erklärt werden. Die vernunftbegabten Seelen (also Geister) müssen aus der Ursubstanz hervorgetreten in sich schon die Prädisposition zur Vereinigung zum Gottesstaat = universelle Monarchie ausmachen (85, 86). Und das Hinstreben ist Urtugend und Sinn des Guten... Die Monadologie fand nach Leibniz kaum noch relevanten Anklang. Wir erkennen nicht nur eine induktive Logik im Leibnizschen System vom Besonderen der Monade auf das Allgemeine des Göttlichen, sondern einen ganz klaren Idealismus, d.h. im Grunde die Kraft und Bewegung in Unendlichkeit von Raum und Zeit durch Gott als erste Wirkursache und damit alles folgende bestimmend...

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