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Morbus Kitahara

Roman

(1)

Christoph Ransmayrs gewaltiger Roman über die Zeit nach dem grossen Krieg und die allmähliche Verfinsterung des Blicks.

Moor, ein verwüstetes Kaff im Schatten des Hochgebirges. Zwischen Ruinen, Geröll und Eis begegnen sich drei Menschen: Bering, der »Schreier von Moor«, Ambras, der »Hundekönig« und Lily, die »Brasilianerin« – drei in ihrer Zeit Gefangene, die versuchen, aus dem Labyrinth einer mörderischen Nachkriegswelt zu fliehen.

»Der Friede von Oranienburg« ist der Name für die Jahre und Jahrzehnte nach einem grossen Krieg. Aber dieser Name bezeichnet keine Epoche des Wiederaufbaus, sondern eine der Sühne, der Vergeltung und Rache. Nach dem Willen der Sieger sollen die geschlagenen Feinde aus den Ruinen ihrer Städte und Industrien zurückkehren auf die Rübenfelder und Schafweiden eines vergangenen Jahrhunderts. Drei Menschen begegnen sich im Moor, einem verwüsteten Kaff an einem See im Schatten des Hochgebirges. Ambras, der »Hundekönig« und ehemaliger Lagerhäftling, wird Jahre nach seiner Befreiung Verwalter jenes Steinbruchs, in dem er als Gefangener gelitten hat. Verhasst und gefürchtet haust er mit einem Rudel verwilderter Hunde im zerschlissenen Prunk der Villa Flora. Lily, die »Brasilianerin«, die Grenzgängerin zwischen den Besatzungszonen, die vom Frieden an der Küste des fernen Landes träumt, lebt zurückgezogen in den Ruinen eines Strandbades. An manchen Tagen aber steigt sie ins Gebirge zu einem versteckten Waffenlager aus dem Krieg, verwandelt sich dort in eine Scharfschützin und macht Jagd auf ihre Feine. Und Bering, der »Vogelmensch«, der Schmied von Moor: Er verlässt sein Haus, einen wuchernden Eisengarten, um zunächst Fahrer des Hundekönigs zu werden, dann aber dessen bewaffneter, zum Äusseren entschlossener Leibwächter. Doch in diesem zweiten Leben schlägt ihn ein Gebrechen, ein rätselhaftes Leiden am Auge, dessen Namen er in einem Lazarett erfahren soll: »Morbus Kitahara», die allmähliche Verfinsterung des Blicks.

Portrait

Christoph Ransmayr, wurde 1954 in Wels/Oberösterreich geboren und lebt nach Jahren in Irland und auf Reisen wieder in Wien. Neben seinen Romanen ›Die Schrecken des Eises und der Finsternis‹, ›Die letzte Welt‹, ›Morbus Kitahara‹, ›Der fliegende Berg‹ und dem ›Atlas eines ängstlichen Mannes‹ erschienen bisher zehn Spielformen des Erzählens, darunter ›Damen & Herren unter Wasser‹, ›Geständnisse eines Touristen‹, ›Der Wolfsjäger‹ und ›Gerede‹. Zum Werk Christoph Ransmayrs erschien der Band ›Bericht am Feuer‹. Fu¨r seine Bu¨cher, die in mehr als dreissig Sprachen u¨bersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem die nach Friedrich Hölderlin, Franz Kafka und Bert Brecht benannten Literaturpreise, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix Aristeion der Europäischen Union, den Prix du meilleur livre étranger und den Prix Jean Monnet de Littérature Européenne. Zuletzt erschien der Roman ›Cox oder Der Lauf der Zeit‹

Literaturpreise:

Anton-Wildgans Preis der österreichischen Industrie (1989), Grosser Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1992), Franz-Kafka-Preis (1995), Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz (1996), Aristeion-Preis der Europäischen Union (1996, gemeinsam mit Salman Rushdie), Solothurner Literaturpreis (1997), Premio Letterario Internazionale Mondello (1997), Landeskulturpreis für Literatur des Bundeslandes Oberösterreich (1997), Friedrich Hölderlin Preis der Stadt Bad Homburg (1998), Nestroy-Preis (Bestes Stück - Autorenpreis) für "Die Unsichtbare" (2001), Bertolt-Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg (2004), Heinrich-Böll-Preis (2007), Premio Itas (2009), Premio La voce dei lettori (2009), Premio Gambrinus (2010), Ernst-Toller-Preis (2013), Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau (2013), Franz-Josef-Altenburg-Preis (2014), Donauland Sachbuchpreis (2014), Fontane-Preis für Literatur (2014), Prix Jean Monnet de Littératures Européennes (2015), Prix du Meilleur livre étranger (2015).

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 01.10.1997
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-13782-4
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 190/126/11 mm
Gewicht 329
Auflage 6. Auflage
Verkaufsrang 6.399
Buch (Taschenbuch)
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Adlerschwingen
von Polar aus Aachen am 02.08.2007

Wie fesselnd ein Autor Geschichte in Fiktion verwandeln kann, wenn er über eine Sprache wie Ransmayr verfügt, beweist er nicht erst mit Morbus Kitahara. Ich stelle mir vor: der Krieg wäre anders ausgegangen, die falsche Seite hätte gesiegt und ein Überleben wäre nur zu deren Bedingungen möglich gewesen. Ransmayer... Wie fesselnd ein Autor Geschichte in Fiktion verwandeln kann, wenn er über eine Sprache wie Ransmayr verfügt, beweist er nicht erst mit Morbus Kitahara. Ich stelle mir vor: der Krieg wäre anders ausgegangen, die falsche Seite hätte gesiegt und ein Überleben wäre nur zu deren Bedingungen möglich gewesen. Ransmayer geht soweit, die Industrialisierung zu stoppen und seine Protagonisten in die Natur zu versetzen, um in der Abgeschiedenheit den Schrecken einer Gewaltherrschaft zu schildern. Wie er dabei Ambras, den Hundekönig, Lily, die Brasilianerin und Bering, den Vogelmenschen, in einer Welt der Besatzungszonen erschafft, reißt einen Leser mit. Ein Volk von Rübenzüchtern, Schafhirten. Unter einem blauen Himmel herrscht die Finsternis, wo wie in einem Reagenzglas der Mensch um seine Freiheit gebracht wurde. Auch wenn es Schlupfwinkel, Schleichwege in die Berge hinauf gibt. Ein Buch für jene, die leichtfertig für den Krieg sind, und glauben, auf der richtigen Seite zu stehen. Ein Buch vor dem Krieg über die Zeit danach, wie sie aussehen könnte, wenn es zu etwas wie einem Oranienburger Frieden kommt. Es gibt viel zu wenige Bücher über die Zeit danach. Und die wenigen schreiben die Sieger. Alles wird gut, heucheln sie uns vor. Alles?

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von Martin Pott aus Bielefeld am 01.10.2004
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Ransmayr entwirft ein kontrafaktisches Nachkriegsszenarion, in dem Zentraleuropa keinen Wiederaufbau erfahren hat. Der immerwiederkehrende Dualismus zwischen Morgenthau- und Marshallplan wird entgegen den tatsächlichen Gegebenheiten invertiert. Wie viel Seitenhiebe das auf die historische Realität beinhaltet, muss jeder für sich selbst entscheiden

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