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Mr. Gwyn

Roman

(4)

Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben. Stattdessen beschliesst er, in seinem neuen Leben als "Kopist" zu arbeiten und Porträts anzufertigen - dies allerdings nicht mit Pinsel und Palette, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, wo ihm fortan Menschen Modell sitzen, die sich später in seinen Porträts gänzlich wiederfinden werden. Bis eine junge Frau auftaucht, die sich den strengen Regeln des Kopisten entzieht.

Rezension
"Alessandro Baricco beschreibt mit philosophischer Gelassenheit, wie ein Erfolgsmensch sein Leben von Grund auf ändert und sich ganz auf seine innere Stimme verlässt." Julia Meyer-Hermann Bild, 18.02.2016
Portrait
Alessandro Baricco, geboren 1958 in Turin, wird in Italien nach dem Sensationserfolg "Seta" (auf deutsch "Seide", 1997) endgültig als Kultautor und Medienphänomen gefeiert. Er veröffentlichte zunächst Musikkritiken in den wichtigsten italienischen Tageszeitungen. Seine Popularität begann mit der literarischen Fensehsendung "Pickwick", die er bis 1994 leitete. Dort stellte er mit grossem Erfolg ausschliesslich seine Lieblingsbücher vor, die vornehmlich aus Klassikern der Weltliteratur bestanden. Ähnlich ambitioniert ist seine Gründung der "Kreativitätsuniverität" in Turin, die angehenden jungen Autoren eine fächerübergreifende Ausbildung ermöglicht.
Seine verspielt literarischen Romane "Castelli di rabbia" (auf deutsch "Land aus Glas, 1991) und "Oceane mare" (1993) waren zunächst noch Geheimtips, gehören jedoch inzwischen nach "Seta" zu den auflagenstärksten Dauersellern der italienischen Gegenwartsliteratur.
Annette Kopetzki, geboren in Hamburg, war Lektorin für deutsche Literatur in Italien und promovierte über literarische Übersetzung. Veröffentlichungen und Seminare über interkulturelle Germanistik und Übersetzungstheorie.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 27.02.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-40561-3
Verlag Hoffmann und Campe
Maße (L/B/H) 211/118/32 mm
Gewicht 464
Verkaufsrang 20.435
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Kundenbewertungen


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Ein schöner Roman mit zauberhafter Sprache
von einer Kundin/einem Kunden am 19.12.2016

Jasper Gwyn ist ein erfolgreicher Schriftsteller. Eines Tages veröffentlicht er eine Liste in der Zeitung mit Dingen, die er nicht mehr tun wird. Einer der Punkte lautet: Bücher schreiben. Viele halten das für einen Marketingcoup oder eine Art Auszeit, aber Jasper Gwyn ist fest entschlossen. Er macht sich auf... Jasper Gwyn ist ein erfolgreicher Schriftsteller. Eines Tages veröffentlicht er eine Liste in der Zeitung mit Dingen, die er nicht mehr tun wird. Einer der Punkte lautet: Bücher schreiben. Viele halten das für einen Marketingcoup oder eine Art Auszeit, aber Jasper Gwyn ist fest entschlossen. Er macht sich auf die Suche nach einer neuen Beschäftigung und beschließt Porträts von Menschen anzufertigen. Literarische Porträts. Wie das genau aussehen soll? Das muss er selbst noch herausfinden. Es ist für mich ganz schwierig, meine Begeisterung für dieses Buch in Worte zu fassen. Die Handlung ist einigermaßen abstrus, und es könnte genauso gut ein ganz schlechtes Buch sein. Aber die Sprache des Buches hat mich verzaubert. Die Charaktere sind treffend geschildert, ohne dabei groß auf Äußerlichkeiten wert zu legen. Eher durch ihre Taten verraten sie ihr Wesen. Jasper Gwyn geht mit großer Präzision vor und scheint sich seiner Sache so sicher zu sein. Das hat mir sehr gut gefallen in Zeiten wie unseren, in denen alles möglich ist, aber eben auch alles unsicher. Für Mr. Gwyn muss alles perfekt sein. Als Leser wundert man sich vielleicht erst darüber, aber später fügt sich alles so wunderbar zusammen. Mir ist aufgefallen, dass in diesem Buch einige Sachen vorkommen, die mich in anderen Büchern genervt haben. Zum Beispiel, dass Mr. Gwyn mit einer toten bzw. imaginären Person spricht. Hier fand ich es überhaupt nicht nervig, sondern sehr natürlich und passend. Besonders gelungen finde ich auch, wie der Autor mit der Neugier des Lesers spielt. Viele Dinge bleiben wage, dem Leser verborgen. Und wenn man schon denkt, damit muss man sich abfinden, wird vielleicht doch noch das eine oder andere aufgeklärt. Aber ich möchte nicht zu viel verraten! Wer sich unsicher ist, ob er das Buch lesen soll, der sollte einfach die ersten zwei Seiten lesen. Nach zwei Seiten hatten mich die Sprache und die Art des Autors schon vollkommen gefesselt.

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Ein Buch, das man nicht verstehen, sondern erfühlen muss
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 10.03.2016

Der geheimnisvolle Mr. Gwyn führt uns durch viele Erlebniswelten, Charaktere, changierende Situation und durch ein mehr als ungewöhnliches Leben, geerdet durch Rebecca, seine einzige Bezugsperson neben dem Freund Tom, der immer versucht seine ungewöhnlichen Ideen zu verstehen. Manchmal verliert man die Handlung, bleibt aber voller Interesse und Spannung im... Der geheimnisvolle Mr. Gwyn führt uns durch viele Erlebniswelten, Charaktere, changierende Situation und durch ein mehr als ungewöhnliches Leben, geerdet durch Rebecca, seine einzige Bezugsperson neben dem Freund Tom, der immer versucht seine ungewöhnlichen Ideen zu verstehen. Manchmal verliert man die Handlung, bleibt aber voller Interesse und Spannung im Buch. Man kann die Vielfältigkeit und die fließende Sprache nicht beschreiben, man muss es lesen und erfühlen und sich tragen lassen von der überbordenden Fantasie. Nüchtern denkende Menschen werden dieses Buch aus der Hand legen, die anderen werden gefangen sein in einer anderen Welt. Mit Bedacht lesen, da viele kleine Handlungsstränge wichtig werden, um das Gesamtkonzept zu verstehen. Für mich 5 Sterne.

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Der Geniestreich eines unwilligen Schriftstellers
von Jenny Vogler am 12.06.2016

„Eines Tages habe ich erkannt, dass mir nichts mehr wichtig war und dass mich alles tödlich beleidigte.“ Inhalt Jasper Gwyn, ein recht bekannter Autor, befindet sich an einem Wendepunkt seines Lebens und beschließt fortan kein Schriftsteller mehr zu sein. Ganz zum Ärgernis seines Agenten, zieht er sich vollkommen aus der Welt... „Eines Tages habe ich erkannt, dass mir nichts mehr wichtig war und dass mich alles tödlich beleidigte.“ Inhalt Jasper Gwyn, ein recht bekannter Autor, befindet sich an einem Wendepunkt seines Lebens und beschließt fortan kein Schriftsteller mehr zu sein. Ganz zum Ärgernis seines Agenten, zieht er sich vollkommen aus der Welt der Literatur zurück, um ein äußerst ungewöhnliches Projekt zu starten. In nächster Zeit wird er sich ein Atelier einrichten und dort in ansprechendem Ambiente Portraits anfertigen. Doch seine Modelle werden nicht gemalt, sondern beschrieben, denn Jasper kann sich trotz anfänglichem Widerwillen der Schönheit der Worte und dem Schreiben an sich nicht entziehen. Sein erstes Modell ist eine oberflächliche Bekanntschaft aus seiner bisherigen Agentur und die Aktstudie gelingt beiderseits zur vollsten Zufriedenheit. So scheint es fast, das Mr. Gwyn eine neue, sinnbringende Berufung gefunden hat, indem er andere Menschen mittels Sprache studiert. Doch bei seinem 11. Portrait begeht er einen folgeschweren Fehler, der Jasper zwingt seine Arbeit aufzugeben und fortan in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Meinung Alessandro Baricco besticht in diesem äußerst ungewöhnlichen, kreativen Roman mit einer bezaubernden, humorvollen und gleichsam tragenden Sprache und einer fiktiven, spannenden Geschichte. Geprägt von Stille und Intensität entwickelt der Leser ein Gespür für die Handlung und den eher verschrobenen, kauzigen Charakter des Hauptprotagonisten. Auf geheimnisvolle Art und Weise wird man in den Strudel der Ereignisse hineingezogen und möchte ähnlich wie der enttäuschte, ehemalige Agent des Schriftstellers wissen, was Jasper Gwyn denn nun tatsächlich in seinen geschriebenen Portraits festhält. Die Kraft der Literatur treibt die Handlung vorwärts und steuert systematisch auf einen Höhepunkt zu. Doch bevor man diesen erreicht, fällt das Kartenhaus in sich zusammen und hinterlässt einen leicht bitteren Nachgeschmack. Denn Mr. Gwyn verschwindet auf unerhörte Art und Weise aus dem Roman und nur sein erstes Modell entdeckt eine Möglichkeit, ihm auf die Spur zu kommen. So greift der Autor in einer zweiten, kleineren Erzählung mit dem Namen „Dreimal im Morgengrauen“ eine weitere, recht unlogische Kurzgeschichtensammlung auf und nutzt dieses Stilelement, um dem Leser eine Antwort darauf zu geben, was denn nun wirklich geschah und wer sich hinter dem Namen Jasper Gwyn tatsächlich verbirgt. Doch dieses Selbstportrait des gefeierten Autors lässt mich unbefriedigt zurück und erzeugt bei mir die Wirkung, dass ich weder den Protagonisten noch die Aussage des Buches so recht verstanden haben. Fazit Ich vergebe 4 Sterne für diesen ungewöhnlich, künstlerischen Roman der mit zahlreichen Stilelementen und treffenden Worten jongliert, der weise Sätze aufstellt und den Leser zum Schmunzeln bringt. Eine harmonische Ausgewogenheit durchzieht die gesamte Erzählung und Begriffe wie Identität, Selbstzweck und Lebensaufgabe bekommen einen glänzenden, bedeutenden Schein. Doch das Resümee, welches ich ziehe entzieht sich einer tatsächlichen Grundlage und bleibt sehr undeutlich, fast schwammig. Ich persönlich mag es gerne etwas realistischer und weniger abstrakt.

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Berührende Geschichte
von Vanessas Bücherecke am 02.03.2016

Inhalt aus dem Klappentext: Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben. Stattdessen beschließt er, in seinem neuen Leben als "Kopist" zu arbeiten und... Inhalt aus dem Klappentext: Jasper Gwyn, ein berühmter englischer Schriftsteller Anfang vierzig, fasst eines Tages einen weitreichenden Entschluss. In einem Zeitungsartikel listet er 52 Dinge auf, die er fortan nicht mehr zu tun gedenkt, darunter auch: Bücher schreiben. Stattdessen beschließt er, in seinem neuen Leben als "Kopist" zu arbeiten und Porträts anzufertigen - dies allerdings nicht mit Pinsel und Palette, sondern in geschriebener Form. Er mietet ein Atelier an, wo ihm fortan Menschen Modell sitzen, die sich später in seinen Porträts gänzlich wiederfinden werden. Bis eine junge Frau auftaucht, die sich den strengen Regeln des Kopisten entzieht. Meinung: Schon in der Verlagsvorschau viel mir dieses Buch ins Auge und sprach mich mit seiner Inhaltsangabe an. Als er uns dann auch auf dem Bloggertreffen im Januar in Hamburg ans Herz gelegt wurde, wollte ich das Buch natürlich umso mehr lesen. Und so schlug ich dann die erste Seite des Romans auf und tauchte ein in die Welt des Mr. Gwyn. Dieser scheint in einer Lebens- und Sinnkrise zu stecken. Eigentlich ist er ein bekannter Autor, doch er merkt, dass ihn diese Rolle nicht mehr ausfüllt und behagt. Deshalb beschließt er das Schreiben an den Nagel zu hängen und sich ein neues Tätigkeitsfeld zu suchen. Doch das ist nicht so einfach, wie es klingen mag. Schließlich beschließt er, nach einigen Tiefs und Depressionen, sich als Kopist zu betätigen. Aber was macht diesen Beruf eigentlich aus? Mr. Gwyn findet sich wieder, indem er Porträts schreibt. Dabei blickt er tief in den porträtierenden Menschen hinein, legt ihn bloß und berührt ihn, holt ihn heim. Aber reicht es auch für ihn selber? Mr. Gwyn ist ein sehr rätselhafter Charakter, aus dem ich lange nicht richtig schlau wurde. Aber man wird von seiner Figur auch angesprochen und angezogen, denn man findet unheimlich viel von einem selber in Mr. Gwyn wieder. Selbstzweifel, Existenzängste und Sinnsuchen, das sind Themen mit denen sich bestimmt schon jeder einmal mehr oder weniger intensiv auseinander gesetzt hat und mit denen sich Mr. Gwyn hier beschäftigen muss. Ein wenig einfacher ist da die Figur der Rebecca, die als Mr. Gwyns Assistentin einen wichtiges Gegenstück zu Mr. Gwyn darstellt und die zweite Hautfigur in diesem Roman ist. Rebecca selber ist eine junge Frau, die bereits einige schlechte Erlebnisse im Leben meistern musste. Miese Beziehungen und eine nicht gerade schlanke Figur, haben sie zu einer recht unscheinbaren, zurückhaltenden Frau gemacht, die sich den Gegebenheiten fügt und ihre persönlichen Wünsche eher zurückstellt. Eigentlich besteht diese Roman aus zwei Büchern, denn das Buch beinhaltet nicht nur Mr. Gwyns Geschichte, sondern auch den Roman Dreimal im Morgengrauen, welcher in Mr. Gwyn thematisiert wird. Erst im Zusammenspiel dieser beiden Erzählungen bekommt man als Leser ein klares Bild über den Hauptprotagonisten und viele der Handlungsweisen der Charaktere werden damit schlüssig und bringen den erhofften "Aha"-Effekt. Erzählerisch ist das Buch wundervoll eingängig. Alessandro Baricco hat einen sehr schönen Erzählstil, der mich direkt von der ersten Seite an eingefangen hat. Die Kapitel sind kurz und knapp gehalten, zumindest im Teil von Mr. Gwyn. Bei Dreimal im Morgengrauen ist die Geschichte in drei Teile gegliedert und besteht zu großen Teilen nur aus Dialogen. Das ist aber überhaupt nicht langweilig, sondern sehr tiefgründig und bewegend. Überhaupt sind die Beschreibungen im Buch sehr anschaulich gestaltet. Der Autor weiß, wie er seine Szenen entwerfen muss, um ein genaues Bild des Settings zu schaffen und die richtige Atmosphäre zu erzeugen. Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, die Sichtweise liegt dabei entweder auf Mr. Gwyn oder auf Rebecca, seiner Assistentin. Fazit: Mr. Gwyn ist ein berührender Roman über das Gefühl, sich verloren zu fühlen und einen Weg nach Hause zu finden. Der Autor lässt seine Figuren sich mit sich selber auseinandersetzen, ohne dabei zu sentimental oder langweilig zu werden. Lange Zeit bleibt die Motivation der Hauptfigur etwas undurchsichtig und stellenweise recht distanziert. Aber zusammen mit Dreimal im Morgengrauen ergibt sich dann doch ein schlüssiges Bild daraus. Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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von einer Kundin/einem Kunden am 23.08.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Baricco schafft es wieder, den Leser in seine eigene Welt zu entführen. Nach der Lektüre hat man ein Lächeln auf dem Gesicht.

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von einer Kundin/einem Kunden am 29.09.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein Schriftsteller beschließt, 52 Dinge nicht mehr zu tun, u. a. Bücher schreiben. Von jetzt an fertigt er nurmehr Portraits von Menschen in Schriftform. Spannende Einblicke!

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von einer Kundin/einem Kunden am 23.08.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Ein weltberühmter Schriftsteller widmet sich forrtan den schriftlichen Portraits zahlender Kunden. Dieser neuere Bariccio ist nicht sein Bestes Buch, lieber das "Land aus Glas"!

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