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Orient-Express

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Reisejournal eines Unvoreingenommenen
Dos Passos ist fünfundzwanzig, als er sich 1921 auf eine Reise durch den Orient macht: von der Türkei über Georgien, Armenien, den Iran und Irak bis nach Syrien. Istanbul hiess noch Konstantinopel, Ländergrenzen waren durchlässig, oft noch vorläufig; Konflikte aus dem Ersten Weltkrieg flackerten auf wie Moorbrände, eine Welt formierte sich neu und nahm langsam die sozialen und staatlichen Strukturen an, wie wir sie heute kennen. Dos Passos ist umsichtiger Beobachter und scharfzüngiger Chronist - unvoreingenommene Neugier prägt seinen Blick. Ein aufregendes Reisejournal, ein hochinteressantes Zeitdokument.

Rezension
"Ernsthaft, aber unterhaltsam sind die Aufzeichnungen - eine Lektüre, die sich lohnt."
Stefanie Platthaus, Ruhr Nachrichten 23.05.2016
Portrait

John Dos Passos (1896-1970) ist neben Ernest Hemingway und Scott Fitzgerald einer der wichtigsten Autoren der amerikanischen Moderne. Nach seinem Studienabschluss in Harvard ging Dos Passos 1916 nach Spanien, schrieb seinen ersten Roman und diente freiwillig als Sanitäter in der französischen Armee. Nach dem Krieg reiste er als Journalist und Schriftsteller durch Europa, den Nahen Osten und den Kaukasus. Dies inspirierte ihn u.a. zu diesem Reisejournal, >Orient Express<, das 1927 erschien. Dos Passos’ erster grosser Erfolg war der Grossstadtroman >Manhattan Transfer< aus dem Jahr 1925. In den Dreissigerjahren folgte die Romantrilogie >U.S.A<. Der enttäuschte Sozialrevolutionär Dos Passos zeichnet darin ein düsteres Sittengemälde Amerikas. Während des Zweiten Weltkriegs kam er erneut nach Europa, diesmal als Kriegsberichterstatter. 1947 wurde er in die Amerikanische Akademie für Kunst und Literatur gewählt. Insgesamt schrieb er mehr als vierzig Romane, daneben Essays, Gedichte und Theaterstücke.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 216
Erscheinungsdatum 18.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14485-8
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 190/121/20 mm
Gewicht 233
Originaltitel Orient Express
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


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Der Nahe Osten im Umbruch
von einer Kundin/einem Kunden am 18.03.2016

John Dos Passos ist ein amerikanischer Autor, der neben Ernest Hemingway, William Faulkner und F. Scott Fitzgerald als einer der Hauptvertreter der Moderne gilt. Politisch verstand er sich als Sozialrevolutionär. Er kämpfte als Freiwilliger bei den Republikanern im spanischen Bürgerkrieg, doch dort ging er auf Distanz zu den stalinistischen... John Dos Passos ist ein amerikanischer Autor, der neben Ernest Hemingway, William Faulkner und F. Scott Fitzgerald als einer der Hauptvertreter der Moderne gilt. Politisch verstand er sich als Sozialrevolutionär. Er kämpfte als Freiwilliger bei den Republikanern im spanischen Bürgerkrieg, doch dort ging er auf Distanz zu den stalinistischen Linken, obwohl er die Sowjetunion als wichtigste antifaschistische Macht ansah. Seine Nähe zum Kommunismus wurde ihm immer negativ angekreidet, so dass er fast in Vergessenheit geraten ist. Ich habe als junge Frau von ihm die Romane „Manhattan Transfer“ und „U.S.A.“, ein in drei Bänden angelegtes Sittengemälde der amerikanischen Gesellschaft von 1890 bis 1930, mit absoluter Begeisterung gelesen. „Manhattan Transfer“ kommt übrigens im Mai 2016 in einer neuen Ausgabe beim Rowohlt Verlag heraus. „U.S.A“ ist z.Zt. leider nur antiquarisch zu bekommen. Für mich ist er einer der großen US-amerikanischen Autoren, die sich intensiv mit der amerikanischen Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts auseinandergesetzt hat. Nachdem der Nagel & Kimche Verlag 2013 sehr zu meiner Freude sein Reisetagebuch von 1921, welches ursprünglich 1927 veröffentlicht wurde, wieder aufgelegt hat, gibt es das Buch jetzt auch als Taschenbuch. 1921 war John Dos Passos 25 Jahre alt. Er besucht den Nahen Osten. Durch ein Erbe von seinem Vater hat er etwas Geld, so dass er sich diese Reise leisten konnte. Die erste Station ist Istanbul. Danach geht es zum Teil mit dem Zug und zum Teil per Kamel weiter bis nach Damaskus. Es ist die Zeit nach dem 1. Weltkrieg und es ist die Zeit des Zerfalls des osmanischen Reichs. Das Massaker der griechischen Truppen an türkischen und muslimischen Bewohnern von Smyrna im Jahr 1919 hat bereits stattgefunden. Der Gegenschlag der Türken gegen die Griechen und Armenier 1922 stand noch bevor. In Istanbul gab es u.a. russische Flüchtlinge, die vor den Sowjets geflohen sind. Die Stadt war noch ein hochexplosiver Hexenkessel. John Dos Passos war während seiner ganzen Reise ein großartiger Beobachter. Zu Beginn beobachtet er noch mehr, was um ihn herum geschieht und beschreibt dies, wie es scheint, teilweise ohne große Emotionen. Trotzdem kommt das Leid, welchem er auf seiner Reise begegnet, gut rüber. Im Nahen Osten sind der 1. Weltkrieg und die russische Revolution noch nicht vollständig vorbei. Es entstehen neue Länder durch das Eingreifen der Westalliierten und der Sowjetunion, aber noch kann man ungehindert reisen. Und genau dies tut der Autor. Im zweiten Teil seiner Reise durch die Wüste beobachtet er eher sich selbst. Wie kann man ohne die Dinge leben, die im Westen etwas ganz gewöhnliches sind. Wie kann man leben, wenn man fast ganz auf sich selbst reduziert wird. Es ist ein sehr interessanter Bericht über eine Region, die es in dieser Weise heute nicht mehr gibt. Mich persönlich hat erstaunt, dass der Zusammenbruch des Osmanischen Reichs so einen Umbruch in der Region verursacht hat. Wenn man sich mit der Geografie und der Geschichte dieser Region nicht so sehr auskennt, ist das Buch teilweise etwas verwirrend zu lesen, aber am Ende des Buches gibt es einen hervorragenden Artikel, der die Hintergründe verständlich macht. Und dann erkennt man auch deutlich, warum diese Region auch heute noch ein Hexenkessel ist. Ein ausgesprochen interessantes Dokument für Leser, die sich für die jüngere Geschichte des Nahen Ostens interessieren.

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Neunzig Jahre alt, aber fesselnd vom ersten Moment an!
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 24.09.2013
Bewertetes Format: Medium: Hörbuch (CD)

Kaum zu glauben, daß ich mit diesem Hörbuch einen neunzig Jahre alten Reisebericht vorgelesen bekomme!! John Dos Passos war 25 Jahre alt, als er 1921 mit Zug, Schiff, Auto und später mit Kamelen im "Orient" unterwegs war. Ich reise mit ihm durch die Türkei, Georgien, Armenien, Iran, Irak und... Kaum zu glauben, daß ich mit diesem Hörbuch einen neunzig Jahre alten Reisebericht vorgelesen bekomme!! John Dos Passos war 25 Jahre alt, als er 1921 mit Zug, Schiff, Auto und später mit Kamelen im "Orient" unterwegs war. Ich reise mit ihm durch die Türkei, Georgien, Armenien, Iran, Irak und Syrien. Seine Art, Land und Leute zu beobachten, zu kommentieren, bzw. auch mal nicht zu kommentieren, finde ich sehr aufschlussreich. Der ganze Reisebericht ist äußerst fesselnd und spannend. Ich bewundere seine Kunst der Beschreibung: zwei, drei Worte über Farben, Gerüche und Stimmungen, versetzen mich präzisest in die damaligen Situationen. Und ich bin dankbar für die sieben Wochen am Schluß in der Wüste, die ich meistens neben ihm wartend im Sand absitze. Sie verhelfen mir zu einem ruhigen Wiederauftauchen aus diesem Bericht. Volker Hanisch ist für mich die richtige Stimme zu diesem Hörbuch! 309 perfekte Zuhörminuten!

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