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Roman meines Lebens

Ein Europäer vom Bosporus

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Zülfü Livaneli wurde als Künstler von Millionen gefeiert und musste dennoch jahrelang im Exil leben. Wie kaum ein anderer steht er für die Widersprüche der Türkei. In seinen mitreissenden Erinnerungen lässt er ein Leben Revue passieren, das spannender ist als jeder Roman.
Schon die Kindheit von Zülfü Livaneli ist geprägt von den Spannungen der türkischen Gesellschaft. Sie ziehen sich als Leitmotiv durch sein gesamtes Leben und Schaffen.
Die glücklichen beruflichen Anfangsjahre als Verleger in Ankara finden mit dem Militärputsch 1971 ein jähes Ende. Er wird verhaftet und in einem Militärgefängnis interniert. Schliesslich gelingt ihm eine abenteuerliche Flucht nach Schweden. Während des fünfjährigen Exils entwickelt er sich trotz Aufführungsverbot zu einem der beliebtesten Liedermacher der Türkei.
Nach seiner triumphalen Rückkehr setzt er sich für die Kurden und die griechisch-türkische Aussöhnung ein, einige Jahre sogar als Mitglied des Parlaments. Parallel zu seiner Sängerkarriere begeistert das Multitalent auch als Filmregisseur und Romancier ein weltweites Publikum.
Was für ein erfülltes, an Höhepunkten reiches Leben!
Portrait
Zülfü Livaneli wurde 1946 in Konya-Ilgin (Türkei) geboren. In den 70er Jahren war er wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen, erst 1984 kehrte er zurück. Zülfü Livaneli ist einer der bekanntesten Künstler der Türkei, der mit seinen Liedern, und Kinofilmen international grosse Erfolge feierte. Einige Jahre war er Mitglied des türkischen Parlaments, besonders setzte er sich dabei für die türkisch-griechische Aussöhnung ein.
Seine Bücher, darunter fünf Romane, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Vor zwei Jahren erhielt er den "Orhan-Kemal-Literaturpreis".
Gerhard Meier, geboren 1957, übersetzt aus dem Türkischen und Französischen und lebt seit 1986 bei Lyon. Er wurde 2014 mit dem "Paul-Celan-Preis" für "herausragende Übersetzungen ins Deutsche" geehrt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 364
Erscheinungsdatum 21.02.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-93895-1
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 194/148/37 mm
Gewicht 571
Originaltitel Sevdalim Hayat
Abbildungen 16-seitiger Fotostafelteil
Auflage 1. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
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Die zwei Gesichter der Türkei
von Michael Lehmann-Pape am 21.03.2011

Regelmäßig wird innerhalb der EU beraten, wieweit die Türkei bereit ist, um der EU beizutreten. Eine aktuelle und ständig neu angefachte Integrationsdebatte geht seit Monaten durch die Medien und türkischstämmige Menschen spielen eine nicht unerhebliche Rolle darin. Der türkische Ministerpräsident tourt durch Deutschland und macht Stimmung für ein Festhalten... Regelmäßig wird innerhalb der EU beraten, wieweit die Türkei bereit ist, um der EU beizutreten. Eine aktuelle und ständig neu angefachte Integrationsdebatte geht seit Monaten durch die Medien und türkischstämmige Menschen spielen eine nicht unerhebliche Rolle darin. Der türkische Ministerpräsident tourt durch Deutschland und macht Stimmung für ein Festhalten an den alten Traditionen und, vor allem der Sprache, auch in der Fremde. Der europäische Teil Istanbuls mausert sich Jahr für Jahr mehr zur modernen Metropole mit hoher Anziehungskraft für gut ausgebildete Menschen aus aller Welt. Die Türkei ist ein Land der zwei Gesichter und in sich mit einer fühlbaren Spannung ausgestattet. Genau diese Spannung ist es, die die Memoiren von Zülfü Livaneli mit durchziehen und das Buch dieser Erinnerungen an ein bewegtes, künstlerisches Leben so wertvoll machen. Denn nicht nur taucht man ein in das Leben und Schaffen eines Autors, Filmemachers und Liederdichters, nicht nur lernt man einen der bekanntesten Künstler der Türkei aus eigener Sicht kennen (und dies literarisch wunderbar gestaltet, der Titel „Roman“ passt auf das Buch, obwohl es eigentlich eine Autobiographie darstellt), zudem erhält der Leser einen intensiven, hautnahen Einblick in eben jene Spannung zwischen Tradition und Moderne, Dogmatismus und Weltoffenheit, Neugier und Abwendung von vielen allzu liberalen Ideen. Lebenserinnerungen eines Mannes, der sein Leben lang gradlinig für seine Überzeugungen eingestanden ist. Was ihm insgesamt 11 Jahre im Exil und durchaus kritische Anwürfe auch späterhin bescherte, als er sich offen für die kurdische Minderheit im asiatischen Teil der Türkei einsetzte. Ein „Mann zwischen den Welten“, so kann man es sagen, wenn Livaneli schildert, wie er jeden Morgen auf den Bosporus schaut und beide Welten damit im Block hat. Auch zwischen den Welten seines immer noch hochaktiven künstlerischen Schaffens und seiner weltoffenen, politischen Haltung. Einer, der mit spürbarer Emotion davon berichtet, wie viele seiner Freunde und Bekannten im Lauf der Jahre in der Türkei ermordet wurden. Durchaus auch für den Leser sind manche der Schilderungen über die Unsicherheit für das eigene Leben auch in der modernen Türkei noch erschreckend, wenn auch eine langsame Entwicklung in den Augen Livanelis spürbar stattgefunden hat, die dieser auch politischen Gewalt langsam Einhalt gebieten. Gewalt und Gefahren auch für as eigene Leben, in manchen Teilen liest sich das Buch daher wie ein moderner Thriller, wenn Livaneli mittels gefälschter Papiere das Weite sucht und andererseits, einige Jahre später, im Parlament sitzt. Nicht zu vergessen ist der intensive Blick auf die Kunst, auf das eigene Schaffen. Livaneli gelingt es so, den Leser nicht nur zu einer inneren Reise durch die Türkei einzuladen, sondern auch zu einer Reise durch das Schaffen eines Kunstschaffenden.Den Ort, an den Livaneli an allen geographischen Orten wieder zurückkehrt und zu dem er bekennt: „.... dass ein Künstler sich am Besten durch seine Kunst ausdrückt und nicht durch ...... politische Aktivität, denn es besteht sonst ein hohes Risiko, missverstanden zu werden.“ Ein fulminanter, auch sprachlich mitreißender Blick auf ein fast übervolles Leben und Schaffen mit einem intensiven Blick auf ein spannungsgeladenes Land mit großer, innerer Reibung.

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