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Romantik

Eine deutsche Affäre

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Die Romantik ist eine der zentralen Bewegungen der Geistesgeschichte, besonders der deutschen. Rüdiger Safranski zeichnet ihre Geschichte in seinem hochgelobten Buch nach, analysiert ihre Bedeutung, erzählt von Tieck, Novalis, Fichte, Schelling, Schleiermacher oder Dorothea Veit, und zeigt, wie die Romantik auch heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.
Portrait
Rüdiger Safranski, geboren 1945, Philosoph und Schriftsteller, lebt in Berlin. Er veröffentlichte Biographien über E. T. A. Hoffmann, Schopenhauer und Heidegger sowie den grossen philosophischen Essay "Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? Über das Denkbare und Lebbare". Rüdiger Safranski erhielt 2006 den "WELT-Literaturpreis" und den "Friedrich-Hölderlin-Preis", 2009 den "Corine" - Internationaler Buchpreis, Kategorie Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk, 2014 den "Josef-Pieper Preis", den "Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung" für seine "brillanten" Biografien und den "Thomas-Mann-Preis" und 2017 den "Lüdwig-Börne-Preis".
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 415
Erscheinungsdatum 01.10.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-18230-5
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 189/125/15 mm
Gewicht 305
Auflage 6
Verkaufsrang 26.057
Buch (Taschenbuch)
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Eines der inhaltlich und sprachlich besten Bücher zur deutschen Romantik
von H. Seewald aus Berlin am 25.07.2011

Zu den Stärken des Buches gehört zweifellos, dass hier in ebenso anspruchsvoller und differenzierter wie sprachlich angenehmer Weise Fragen behandelt werden wie: In welcher Hinsicht war die historische Romantik (deutsche Literatur Mitte 90er Jahre 18. Jh. bis etwa 1830) innovativ, gesellschaftskritisch, fortschrittlich – und in welcher Hinsicht war sie... Zu den Stärken des Buches gehört zweifellos, dass hier in ebenso anspruchsvoller und differenzierter wie sprachlich angenehmer Weise Fragen behandelt werden wie: In welcher Hinsicht war die historische Romantik (deutsche Literatur Mitte 90er Jahre 18. Jh. bis etwa 1830) innovativ, gesellschaftskritisch, fortschrittlich – und in welcher Hinsicht war sie es nicht? Was sind die größten Leistungen dieser Literatur? (1. Teil des Buches) Wie wurde die historische Romantik nach 1830 rezipiert? Was versteht man unter romantischer Geisteshaltung? Worin unterscheiden sich literarische und politische Romantik? (2. Teil des Buches) Ausführlicher besprochen und analysiert werden Poetiken, einzelne Werke und Systeme eines Großteils der wichtigsten Dichter und Philosophen der Romantik und in deren Umfeld, sowie solcher, die für das Aufkommen der Romantik von Bedeutung waren. In chronologischer Reihenfolge des Buches sind dies: Herder, Schiller, Friedrich Schlegel, Fichte, Tieck, Novalis, Schleiermacher, Hölderlin, Heinrich v. Kleist, E. T. A. Hoffmann, Eichendorff, Heine. Autorinnen der Romantik – wie etwa Karoline v. Günderrode, Dorothea Veit und Caroline Schlegel – werden kaum mehr als erwähnt, leider. Sehr gut herausgearbeitet wurde von Rüdiger Safranski auch, wie es zur unheilvollen Vermengung von Literatur und Politik kam, woraus die politische Romantik entstand mit ihren unheilvollen Wirkungen und Exzessen – vom Antisemitismus Richard Wagners und Biologismus des späten Nietzsche bis hin zur extremsten und furchtbarsten Variante, dem Nationalsozialismus. Die Nationalsozialisten wussten mit der historischen Romantik, jener grandiosen Literaturepoche, nicht viel anzufangen, sie konnten sie für ihre Zwecke kaum missbrauchen, da die historische Romantik kosmopolitisch, humanistisch und individualistisch war. Goebbels propagierte eine „stählerne Romantik“, ein Gemenge aus Reichsmythos, Volksgemeinschaft, Führerkult, Antisemitismus, Rassenwahn, Größenwahn und anderen Wahnvorstellungen. Auch in der Studentenbewegung, bei den 68ern, hat es eine Art von politischer Romantik gegeben, eine Vermengung von Politik und romantischer Geisteshaltung, freilich in anderer Weise als bei den Nazis. Diese Thematik wird am Ende des Buches (vor dem Resümee) weniger ausführlich als die anderen Thematiken, auf gerade einmal acht Seiten, und wohl auch deshalb weniger differenziert behandelt. Abschließend zwei Zitate aus dem Resümee am Ende von Safranskis spannend erzählter Geistesgeschichte: „Die Romantik ist eine glänzende Epoche des deutschen Geistes, mit großer Ausstrahlung auf andere Nationalkulturen. Die Romantik als Epoche ist vergangen, das Romantische als Geisteshaltung aber ist geblieben. Es ist fast immer im Spiel, wenn ein Unbehagen am Wirklichen und Gewöhnlichen nach Auswegen, Veränderungen und Möglichkeiten des Überschreitens sucht. Das Romantische ist phantastisch, erfindungsreich, metaphysisch, imaginär, versucherisch, überschwänglich, abgründig. Es ist nicht konsenspflichtig, es braucht nicht gemeinschaftsdienlich, ja noch nicht einmal lebensdienlich zu sein. Es kann in den Tod verliebt sein. Das Romantische sucht die Intensität bis hin zu Leiden und Tragik. Mit alledem ist das Romantische nicht sonderlich für die Politik geeignet. ... Das Romantische liebt die Extreme, eine vernünftige Politik aber den Kompromiss.“ „Das Romantische gehört zu einer lebendigen Kultur, romantische Politik aber ist gefährlich. Für die Romantik, die eine Fortsetzung der Religion mit ästhetischen Mitteln ist, gilt dasselbe wie für die Religion: Sie muss der Versuchung widerstehen, nach der politischen Macht zu greifen.“

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