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Spieltrieb

Tief im Westen der Republik in unseren Tagen, an einem Bonner Gymnasium, entwickelt sich die atemberaubende Geschichte einer obsessiven Abhängigkeit zwischen einer Schülerin und einem Schüler, Ada und Alev, aus der sich erst die Bereitschaft, dann der Zwang zu Taten ergibt, die alle Grenzen der Moral, des menschlichen Mitgefühls und des vorhersehbaren Verhaltens überschreiten. Die beiden jungen Menschen wählen sich ihren Lehrer Smutek als Ziel einer ausgeklügelten Erpressung. Es beginnt ein perfides Spiel.
Ganz ruhig fängt das an: Ada, überaus selbstbewusste Schülerin, vierzehn Jahre alt, kommt neu an ein Gymnasium namens Ernst-Bloch, wo der Alltag sie nicht fordert und die Lehrer meist schwache Gegner beim intellektuellen Kräftemessen sind. Anfangs erregt Ada auf Ernst-Bloch wenig Aufmerksamkeit. Das soll sich ändern im Fortgang dieses Romans.
Während im Grossen und Ganzen der Weltpolitik die Fronten von "Gut" und "Böse" unter dem Eindruck von Terrorismus und den Spätfolgen einer zusammengestürzten Weltordnung durcheinandergeraten sind, entwickelt sich im Mikrokosmos auf Ernst-Bloch eine mitreissende Geschichte, die unausweichlich auf eine Kette unerhörter Begebenheiten zuläuft, bis der Lehrer Smutek sich schliesslich in einer Gewaltorgie gegen seine Schüler rächt und befreit.
SPIELTRIEB ist ein grosser Roman über die Unmoral und ihre Folgen, letztlich also ein moralischer Roman, der die Fortgeltung von überkommenen Wertprinzipien in Frage stellt und sich damit einer der grossen Fragen unserer Zeit annimmt: Wer weiss noch, was gut und was böse ist - und woher kann er das wissen?
Juli Zehs SPIELTRIEB ist so intensiv, so spannend und auf höchstem literarischen Niveau, dass man den Roman nicht mehr aus der Hand legen kann.
Portrait
Juli Zeh wurde in Bonn geboren und studierte Jura in Passau und Leipzig, wo sie 1998 ihr Erstes Staatsexamen machte. Ebenfalls in Leipzig studierte sie von 1996 bis 2000 am Deutschen Literaturinstitut (DLL), an das sie später als Dozentin zurückgekehrt ist. Nach ihrem Diplom am DLL folgte 2003 das Zweite Staatsexamen. Zahlreiche Auslandsaufenthalte u.a. für die UN in New York und Krakau und vor allem in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina haben ihre Arbeiten geprägt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Bücherpreis, dem Rauriser Literaturpreis, dem Hölderlin-Förderpreis, dem Ernst-Toller-Preis und dem Solothurner Literaturpreis.
Ihr erster Roman ADLER UND ENGEL erschien 2001. Ihr Roman SPIELTRIEB wurde 2006 am Hamburger Schauspielhaus für die Bühne dramatisiert. ALLES AUF DEM RASEN versammelt ihre Essays zu Gesellschaft, Politik, Recht und Literatur, die in grossen deutschen Zeitungen und Magazinen erschienen sind. 2007 erschien ihr Roman SCHILF, 2009 CORPUS DELICTI.
2010 wurde Juli Zeh an der Universität Saarbrücken zum Dr. jur. promoviert. In ihrer Dissertation DAS ÜBERGANGSRECHT beschäftig sie sich mit der Rechtsetzungstätigkeit von Übergangsverwaltungen am Beispiel von UNMIK im Kosovo und dem OHR in Bosnien-Herzegowina. Insgesamt wurde ihr Werk bisher in 35 Sprachen übersetzt. Zusammen mit Ilija Trojanow schrieb sie ANGRIFF AUF DIE FREIHEIT, das 2009 bei Hanser erschien. Zuletzt erschienen in der edition Körber ihr neues Sachbuch DIKTATUR DER DEMOKRATEN - WARUM OHNE RECHT KEIN STAAT ZU MACHEN IST und bei Schöffling & Co. ihr neuer Roman NULLZEIT.
Zitat
"Es ist erstaunlich, es ist bewundernswert, wie die gerade mal dreissig Jahre alte Schriftstellerin auf sämtlichen Pferden einer durchtrainierten Sprache und eines hoch gebildeten Scharfsinns ihre Geschichte über 500 Seiten durchs Ziel jagt, eine Geschichte, wie sie ungemütlicher nicht sein kann. (...) Geschult an Musil treibt sie ein selbstreflexives ironisches Spiel, das in scharfem Tempo und auf hoher Frequenz bis an die Risikogrenze geht. (...) Ihre Sätze ragen heraus aus der braven Deutschleistungsprosa, die man in allen Verlagsprogrammen findet. (...) Juli Zehs SPIELTRIEB ist ein Schülerroman, den alle Schüler und Lehrer lesen sollten. Er enthält aber keine Gebrauchsanweisung für Klassenkonferenzen, sondern zeichnet mit Witz und Verstand ein helles Bild unseres dunklen Zeitalters."
Ulrich Greiner, Die Zeit
Zeit-Bestenliste Platz 1 "Juli Zehs Roman ist in einer erschreckend genauen, an Robert Musil geschulten Sprache geschrieben. Und macht überwältigend bildhaft, mit szenischem Witz und psychologischem Feingefühl glaubhaft, wie harmlose Schüler zu Terroristen werden können. Mit neuen und unverbrauchten Bildern, die unsere Wahrnehmung und Phantasie bereichern. Wie der ganze Roman."
Mathias Schreiber, Spiegel "Juli Zeh hat sich mit ihrem zweiten Roman als eigenwillige, sprachversierte Schriftstellerin profiliert. Sie verblüfft die Literaturszene mit scharfsinniger Prosa. Den SPIELTRIEB wird man so schnell nicht los."
Susanne Kunckel, Welt am Sonntag "Mit SPIELTRIEB steht fest: hier ist ein fulminantes Talent am Werk. Noch scheint sich dieses Können kaum zwischen zwei Buchdeckel bändigen zu lassen, es operiert in einer Art kontrollierter Masslosigkeit und berauscht sich gänzlich unbescheiden am eigenen Vermögen. Beim nächsten, beim übernächsten Roman werden wir vielleicht den Konstruktionen dieser Autorin schon nicht mehr so atemlos hinterherhinken."
Brigitte Helbling, Berliner Zeitung "Vor allem ist Juli Zeh zeitgenössisch. Das sollte uns für sie einnehmen. Denn ihr jüngster Roman tut es auch. SPIELTRIEB ist ein Internatsroman, ein Bedeutungsmassiv am Fusse des Siebengebirges, ein Hauptstadtroman ohne Hauptstadt, ein rachenschwarzer Bonn-Bonbon."
Hauke Hückstädt, Frankfurter Rundschau "Man kommt nicht umhin, Zeh zu bewundern für die Schärfe ihrer Diktion. Zeh gehört nicht zu jenen Jungliteraten, die von Menschen erzählen, denen belanglose Dinge widerfahren, und die irgendwie nicht recht wissen, wie sie sich dabei fühlen. Zehs Sprache ist klar, ihre Urteile deutlich. Der Roman ist gespickt mit faszinierenden Beobachtungen. Eine intelligente, lohnende Lektüre."
Dierk Wolters, Frankfurter Neue Presse "Der kühne Ansatz der Geschichte und die stets packende Form ihrer Umsetzung verdeutlichen, dass Juli Zeh schon nach drei Büchern zu den aufregendsten Erzählerinnen deutscher Sprache gehört."
Thomas Kraft, Stuttgarter Zeitung "SPIELTRIEB ist ein Buch, das die vor allem moralische Verwirrung der Welt auf einen Schulkörper projiziert, an dem Politik und Gesellschaft, Staat und Terror diskutiert werden. Ein Gedankenroman, der mutig genug ist, die Leerstellen der Gegenwart der Zukunft fragend entgegenzuhalten. Juli Zeh ist eine wohltuende Ausnahme."
Matthias Dell, Freitag
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 576, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.08.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783895619724
Verlag Schöffling & Co.
Verkaufsrang 6.509
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