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Tony Soprano stirbt nicht

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In Antonia Baums jüngstem Roman drehte sich alles um drei Kinder, die ständig um das Leben ihres risikoverliebten Vaters fürchten. Nur wenige Wochen vor Erscheinen des Buchs verunglückte Antonia Baums Vater schwer. Wie es sich anfühlt, wenn aus Fiktion Realität wird, und was in einem vorgeht, wenn plötzlich alles stillsteht, die Welt aber weitermacht, davon erzählt sie hier.
»Intensivstation, er lag auf der Intensivstation. Tony Soprano, der Gangsterboss aus meiner Lieblingsserie, lag auch schon auf der Intensivstation und wurde wieder gesund. Sein dummer seniler Onkel hatte ihn in den Bauch geschossen. Seine Familie, Meadow, Anthony Junior, Carmella, sie alle waren sofort gekommen. Wie wir.«
Als Antonia Baum erfährt, dass ihr Vater lebensgefährlich verunglückt im Krankenhaus liegt, ist sie wie gelähmt. Wie kann es sein, dass es den Menschen, mit dem sie noch zwei Tage zuvor im Restaurant gesessen hat, so nicht mehr gibt? Zumindest bringt sie den ohnmächtigen Mann im Krankenbett partout nicht mit ihrem Vater in Verbindung. Hat sie mit ihrem Roman über einen verantwortungslosen, abenteuerlustigen Vater das Schicksal herausgefordert?
In welchem Verhältnis stehen Fiktion und Realität? Ist sie eine Diebin, die ihre wichtigsten Menschen beklaut und aus der Beute Bücher macht? Die Autorin erzählt von Angst, Schuldgefühlen und Tod und davon, warum in ausweglosen Situationen nur Geschichten helfen.
Rezension
»Baum nimmt uns mit in Kindheitserinnerungen, Tagträume und Arztgespräche - und am Ende zu der Erkenntnis: Alles fliesst und wir fliessen mit.«
Portrait
ANTONIA BAUM, geboren 1984, studierte Literaturwissenschaft, Geschichte und Kulturwissenschaft. Sie hat verschiedene Kurzgeschichten veröffentlicht und erhielt grosse Medienresonanz für ihre bei Hoffmann und Campe erschienenen Romane Vollkommen leblos, bestenfalls tot (2011) und Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stossstangen zu ernähren (2015). Seit Februar 2012 ist sie Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 144
Erscheinungsdatum 27.02.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-40572-9
Verlag Hoffmann und Campe
Maße (L/B/H) 211/118/17 mm
Gewicht 260
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Kundenbewertungen


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Sehr, sehr persönlich
von Michael Lehmann-Pape am 01.06.2016

Da gibt es diese Ereignisse in der Serie „Die Sopranos“. Tony wird angeschossen und schwebt zwischen Leben und Tod. Die Familie um das Bett versammelt, die Gang bewacht ihn, er selbst schwebt in anderen Welten. In der Serie überlebt Tony. Im wahren Leben erwies sich der Darsteller der Figur, James... Da gibt es diese Ereignisse in der Serie „Die Sopranos“. Tony wird angeschossen und schwebt zwischen Leben und Tod. Die Familie um das Bett versammelt, die Gang bewacht ihn, er selbst schwebt in anderen Welten. In der Serie überlebt Tony. Im wahren Leben erwies sich der Darsteller der Figur, James Gandolfini, als überaus sterblich. Da steht die Veröffentlichung eines Romans an. Ein sehr, sehr autobiographisch geprägter Roman über einen Vater, der seine Kinder und sich selbst hohen Risiken aussetzte. Der darüber nicht sprach, sondern immer nur tat. Der ein Aufwachsen gerade für seine Tochter in den Raum setzte, der wie eine „Schrottplatz-Umgebung“ gestaltet war. Abenteuerlich, klar, aber voller Gefahren und Unwägbarkeiten mit einem Vater, der immer nur schnell machte, der im Liegen mit einem Finger am Lenkrad über die linke Spur raste (samt Kindern an Bord), der mit dem Motorrad nie anders als waghalsig nach vorne preschte. Der die Liebe seiner Kinder besaß und doch diese Kinder ziemlich verlor im Leben, fast weggebissen hat. Ein Roman, der hohe Bedeutung hat, jetzt, kurz vor der Veröffentlichung, denn im wahren Leben liegt der wahre Vater nach einem wahren Motorradunfall im Koma, zwischen Leben und Tod und die Kinder, auch Antonia Baum, versammeln sich. Wie um das Soprano-Bett. Zeit, das Leben Revue passieren zu lassen, Zeit, tief ins ich zu gehen und nicht nur alte Geschichten noch einmal zu betrachten, sondern auch das eigene Gefühlsleben zu fassen, zu klären, Trauer, Angst, Wut, Ärger zu erleben. Was Antonia Baum in einer solchen klaren Sprache, in solcher Intimität und solcher Schnörkellosigkeit in diesem schmalen Band vollzieht, das es den Leser nicht mehr loslässt. Wobei es nicht um einen roten Faden, nicht um Spannung, eigentlich gar nicht um irgendetwas geht, was den Leser angehen würde. Außer, dass hier Grundfragen der Existenz und des eigenen „Kind-Seins“ in den Raum treten, die in jedem Leser ganz eigene Assoziationen freisetzen. Eigentlich wäre zu empfehlen, dieses schmale Werk, das sprachlich exakt dem Duktus des „Schrottplatzes“ entspricht, zunächst zu lesen, um dann mit diesem Hintergrund sich dem während des Komas des Vaters erschienen, überzeugenden Romans von Antonia Baum noch einmal mit ganz anderem Wissen und breitem Hintergrund nähern zu können. Eine intensive Lektüre.

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