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Unterleuten

Roman. Nominiert für die Shortlist zum 'Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels' 2016

(16)
Der grosse Gesellschaftsroman von Juli Zeh
Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben ausserhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit grossstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …
Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen grossen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?
Rezension
"Juli Zehs furchtlos vor jedem Klischee ins Herz der bundesrepublikanischen Wirklichkeit zielender Gesellschaftsroman ist ein literarischer Triumph." Denis Scheck / Der Tagesspiegel
Portrait
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Ihr Roman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg und ist mittlerweile in 24 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem "Deutschen Bücherpreis" (2002), dem "Rauriser Literaturpreis" (2002), dem "Hölderlin-Förderpreis" (2003), dem "Ernst-Toller-Preis" (2003), dem "Carl-Amery-Literaturpreis" (2009) und dem Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (2009). 2013 wurde sie mit dem"Thomas Mann Preis" für ihr "vielfälgiges Prosawerk" geehrt, 2014 mit dem "Hoffmann-von-Fallersleben-Preis" für zeitkritische Literatur. Juli Zeh lebt in Leipzig.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 640
Erscheinungsdatum 08.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-630-87487-6
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Maße (L/B/H) 221/152/50 mm
Gewicht 830
Verkaufsrang 3.722
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
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Dorf, Tratsch, Überleben, Überschätzen, Sonnenuntergang und Wirklichkeit
von einer Kundin/einem Kunden am 28.06.2016

"Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals." Ein kleines Dorf in Brandenburg namens Unterleuten, Dörfler mit Vergangenheit der DDR, angekommen in der BRD, zugezogene Westler, Investoren, EU-Förderwahnsinn, Vogelschützer, eine Windparkanlage, die die Finanzen des Dorfs retten könnte, Seilschaften, Feindschaften, Tricksereien, ein nicht ganz geklärter Todesfall aus... "Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals." Ein kleines Dorf in Brandenburg namens Unterleuten, Dörfler mit Vergangenheit der DDR, angekommen in der BRD, zugezogene Westler, Investoren, EU-Förderwahnsinn, Vogelschützer, eine Windparkanlage, die die Finanzen des Dorfs retten könnte, Seilschaften, Feindschaften, Tricksereien, ein nicht ganz geklärter Todesfall aus 1991, Landflucht, jede Menge Ehekrisen, Geschlechter- und Generationenkonflikte, schrullige Dorfmenschen, Städter, die mit rosaroter Brille die Natur betrachten. So könnte man in Kurzform den Inhalt der Geschichte beschreiben, Stadt-Wessi trifft auf Ureinwohner-Ost. Unterleuten ist pleite, aber es besteht die Möglichkeit das Dorf zu retten, indem man mit Windkraft Steuereinnahmen erzielen könnte. Es entsteht ein Streit um den Bau. Die einen sind dafür, die anderen wollen die Natur retten. Alte Seilschaften werden ausgegraben, neue geschlossen. Uralte Freundschaften und Feindschaften, die über die Jahre hochgehalten wurden, werden benutzt. Anfangs meint der Leser, die eine Gruppe kämpft gegen die andere und eine von beiden wird gewinnen. Aber dieser subtile Roman geht ins Detail, in die Tiefe der einzelnen Protagonisten. Irgendwann ist dem Betrachter klar, es gibt keine Gruppen, hier kämpft gegen jeden, für sein kleines Universum, egoistisch, für Macht oder Geld. Es wird getrickst und gelogen, alte Wunden platzen auf, Männer prügeln sich. Es gibt den eingesessenen Kron, ein alter Kommunist, der zur Solidarität gegen den Windpark aufruft, Kron, der Macht ausspielt, ein Choleriker, der gern im Mittelpunkt steht, mit Enkelin Krönchen, die schon jetzt im Kindesalter die fiesen Charakterzüge des Opas zeigt. Sein Erzfeind Gombrowski will den Windpark, um Arbeitsplätze zu erhalten. Gombrowski, der damals die LPG leitete, diese nach der Wende in die Ökologica GmbH umwandelte, ein machtbesessener Typ, dessen Vorväter als Großgrundbesitzer die Ländereien besaßen. Arne Seidel, der Bürgermeister hat nur das Dorf im Sinn, der Diplomat. Seine verstorbene Ehefrau hatte als IM der Stasi einst das gesamte Dorf abgehört, was Arne erst nach ihrem Tod erfuhr. Georg ist zugezogen, der Vogelschützer aus der Stadt, Gegner des Windparks, weil dieser nicht in die Natur gehört, weil er nicht in seine Sicht des Landlebens passt. Georg, ein verkrachter Akademiker, Aussteiger, der im Dorfleben seine Erfüllung sucht, verheiratet mit einer ehemaligen Studentin, die für ihr Kind hier ein Nest bauen möchte, zurück in die Vergangenheit, einfach Mutti sein. Georg hat seine Dozentenstelle an der UNI gekündigt und ist nun verantwortlich für 32 geschützte Kampfläufer-Vögel. Nachbar Schaller, von Georg «das Tier» genannt, entwickelt sich zu seiner persönlichen Kriegsstätte. Schaller betreibt eine illegale Autowerkstatt und verbrennt täglich Gummireifen direkt auf der Grundstücksgrenze. Die Polizei bleibt tatenlos. Und dann haben wir die Pferdeflüsterin Linda Franzen, die für sich und ihr Pferd ein Zuhause sucht und plant mit Pferde-Seminaren für Manager ihr Geld zu verdienen. Sie erweist sich im Lauf der Geschichte als ziemlich hinterlistig. Ein Investor, der für lau gleich nach der Wende ein großes Stück Land ergatterte mischt auch noch mit. Einen Hauptprotagonisten gibt es nicht. Schicksale von Einzelnen, Inneneinsichten in die Protagonisten in ständigem Perspektivwechsel stricken diese Geschichte zusammen. Die Kapitel sind im Wechsel jeweils einer Hauptfigur zugeordnet. In gemächlichem Plauderton entwickelt sich ein Dorfgewitter, Blitze zucken, bis es zum Ende an allen Seiten kracht. Die Städter geben sich Illusionen hin. In einem Gespräch wird dem Bürgermeister geraten, auf der wundervollen Erde mehr auf Bio zu machen. Der weist darauf hin, dass nicht so viel wachse, außer dem Mais für die Biogasanlage und dass die Gesprächspartnerin bestimmt nicht wissen möchte, was man nach der Wende unter der Erde alles vergraben wurde … Obst vergammelt an Bäumen und darunter, während die Dörfler im Supermarkt einkaufen. Die Wirklichkeit von harter Landwirtschaft mit lauem Einkommen trifft auf rosa Brillen von Berlinern. «Er war nicht aufs Land gezogen, um zu erleben, wie der urbane Wahnsinn die Provinz erreichte. Er verzichtete nicht auf Theater, Kino, Kneipe, Bäcker, Zeitungskiosk und Arzt, um durchs Schlafzimmerfenster auf einen Maschinenpark zu schauen, dessen Rotoren die ländliche Idylle zu einer beliebigen strukturschwachen Region verquirlten.» Die Autorin zeigt auf Kommunikationsstrukturen im Dorf: Stufe eins für Zugezogene, Information, Stufe zwei, Fremde, die Vertrauen erlangen können, tiefere Information. Stufe 3, die Eingesessenen, die untereinander alles aushandeln, tiefe Information. Hier schuldet der eine dem anderen etwas, schiebt ihm etwas zu, sieht weg oder tritt auch nochmal drauf, um sich zu rächen. «Wenn sich Datenschützer in der Zeitung wegen Überwachung im Internet ereiferten, musste Kron regelmäßig lachen. Man musste nur ein handelsübliches Dorf besuchen, um zu verstehen, was der gläserne Mensch tatsächlich war.» Egoismus auf allen Seiten. Jeder greift nach dem dicksten Tortenstück, wobei auch große Geschütze aufgefahren werden und kein mieser Trick ausgelassen wird. Menschen demaskieren sich. Die Figuren sind plakativ überzeichnet. Aber das macht den Reiz aus, 600 Seiten des Dorflebens in aller Intensität als Leser mitzuerleben und macht einen guten Schuss Humor aus. Die jüngeren Männer werden als Looser dargestellt, der mürrische Vogelschützer, der es als Akademiker nicht geschafft hat, der langhaarige Informatiker, der Spiele entwirft, sich nicht traut, sich selbstständig zu machen, der den großen Wurf im Kopf hat, aber Angst vorm Scheitern hat. Krons Tochter, Ärztin, verheiratet mit einem Schriftsteller, der nichts auf das Papier bekommt. Die Frauen stehen letztendlich alle ihren Mann. Die Sprache ist einfach, mit viel Symbolik bestückt, immer in gekonnt erzählerischem Ton, keine literarische Meisterleistung. Ein gelungener Gesellschaftsroman über Nachwirkungen des geteilten Deutschlands, Dorfidylle, die keine ist, ein Sumpf mitten im Dorf, gemacht aus den eigenen Unzulänglichkeiten der Einzelnen, Eigennutz und Hinterfotzigkeit, ein voyeuristisches Vergnügen für den Leser. Willkommen auf dem Lande. Manchmal stinkt es gewaltig.

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Wie funtioniert Dorfleben?
von solveig am 02.08.2016

Davon erzählt Juli Zeh sehr unterhaltsam am Beispiel des fiktiven Ortes Unterleuten, der sich etwas abgelegen in Brandenburg befindet. Hier treffen neu zugezogene „Wessies“ auf die alt Eingesessenen und versuchen ihre Ziele zu verwirklichen: Jule etwa wünscht sich ein harmonisches Leben mit ihrer kleinen Familie, Linda dagegen plant... Davon erzählt Juli Zeh sehr unterhaltsam am Beispiel des fiktiven Ortes Unterleuten, der sich etwas abgelegen in Brandenburg befindet. Hier treffen neu zugezogene „Wessies“ auf die alt Eingesessenen und versuchen ihre Ziele zu verwirklichen: Jule etwa wünscht sich ein harmonisches Leben mit ihrer kleinen Familie, Linda dagegen plant ein Gestüt aufzubauen. Doch so einfach, wie es klingt, ist es ganz und gar nicht; denn die gewachsenen sozialen Strukturen des Dorfes sind kompliziert und miteinander verflochten, bestehen aus vielerlei Gefälligkeiten und Schulden, von denen die „Neuen“ erst nach und nach erfahren. Und als dann noch ein Unternehmen für erneuerbare Energien Windkrafträder aufstellen will, brechen alte Feindschaften wieder auf und sorgen dafür, dass das dörfliche Leben alles andere als beschaulich ist. Erfrischend lebendig schildert Juli Zeh die Dorfbewohner, ihre Gewohnheiten und ihr Leben. Ebenso authentisch wirken die Charaktere der neu Zugezogenen und ihre Bemühungen. Politik - ob es sich um ehemalige DDR Angelegenheiten handelt oder aktuelle Themen betrifft - wird aus der Sicht der Dörfler und ihren ganz speziellen Bedürfnissen kommentiert. Kann ein Dorf eine Gemeinschaft bleiben, wenn es um finanzielle Interessen geht? Gab es überhaupt jemals Geschlossenheit oder war es immer nur ein Zweckbündnis? In ihrem Roman beschwört die Autorin Bilder voller Leben, Humor, aber auch Tragik. Sie beleuchtet den Mikrokosmos einer Gesellschaft; wunderbar beobachtet und mit spitzer Feder auf den Punkt gebracht. Wobei der Titel des Buches genauso gut auch „Unter Leuten“ heißen könnte.

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Mein Buch des Jahres.
von einer Kundin/einem Kunden am 23.06.2016

Als Brandenburgerin war ich besonders neugierig, wie Juli Zeh diesen Roman erzählen wird. Und was soll ich sagen. Ich bin total begeistert! Ich habe jedes Kapitel genossen und konnte nicht aufhören zu lesen. Die Personen des Buches sind so facettenreich und ergeben durch ihre starken Charaktere eine großartige Geschichte.... Als Brandenburgerin war ich besonders neugierig, wie Juli Zeh diesen Roman erzählen wird. Und was soll ich sagen. Ich bin total begeistert! Ich habe jedes Kapitel genossen und konnte nicht aufhören zu lesen. Die Personen des Buches sind so facettenreich und ergeben durch ihre starken Charaktere eine großartige Geschichte. Dazu kommt, dass dieser Roman eine große Aktualität besitzt, wie Gesellschaft lebt, in Stadt und Land, in Ost und West. Juli Zeh hat eine unglaubliche Beobachtungsgabe und Ausdrucksweise. Hab lange keine Eselsohren mehr in Bücher gemacht. Hier konnte ich nicht anders. Dieses Buch ist einfach nur großartig.

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sehr großes Lesevergnügen
von einer Kundin/einem Kunden am 19.06.2016

Unterleuten ist ein idyllisches Dorf irgendwo in Brandenburg. Die Aussicht auf frische Luft, Ruhe und Verlangsamung war unter anderem ausschlaggebend, dass Gerhard und Jule mit Baby von der Stadt aufs Land gezogen sind. Das Eingewöhnen in der Dorfgemeinschaft gelingt zögerlich. Die Einheimischen sind ein schwer zu knackender, kompakter Haufen... Unterleuten ist ein idyllisches Dorf irgendwo in Brandenburg. Die Aussicht auf frische Luft, Ruhe und Verlangsamung war unter anderem ausschlaggebend, dass Gerhard und Jule mit Baby von der Stadt aufs Land gezogen sind. Das Eingewöhnen in der Dorfgemeinschaft gelingt zögerlich. Die Einheimischen sind ein schwer zu knackender, kompakter Haufen von Eigenbrötlern. Umgekehrt werden der Vogelkundler mit Frau und Kind von der Dorfgemeinschaft distanziert und wohl auch kopfschüttelnd, links liegen gelassen. Seit aber in unmittelbarer Nachbarschaft von Gerhard und Jule eine Einmann- Autowerkstatt den Betrieb aufgenommen hat, ist es mit der Gemütsruhe vorbei. Ein verbales Aufeinanderprallen trägt nur insoferne zur Verständigung bei, dass die Fronten nunmehr geklärt sind. Der Autohändler denkt nicht daran, das Verbrennen von Altreifen zu unterlassen. Er tut das nun direkt an Gerhards und Jules Gartenzaun. Als auch noch ein Windpark gebaut und die turmhohen Windräder quer durch den Vogelschutzpark aufgestellt werden sollen ist es Zeit für Widerstand. Es ist Zeit für eine Dorfversammlung

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Unterleuten
von einer Kundin/einem Kunden am 06.06.2016

Der Gesellschaftsroman von Juli Zeh spielt im brandenburgischen Dorf Unterleuten. Zuzügler aus dem Westen und die ehemaligen DDR-Bewohner geraten mit ihren verschiedenen Ansichten in Feindseligkeit. So gibt es Probleme beim Aufstellen von einem Windpark und Spekulationen über den Grund und Boden. Juli Zeh greift damit deutsch-deutsche Geschichte und Gegenwart... Der Gesellschaftsroman von Juli Zeh spielt im brandenburgischen Dorf Unterleuten. Zuzügler aus dem Westen und die ehemaligen DDR-Bewohner geraten mit ihren verschiedenen Ansichten in Feindseligkeit. So gibt es Probleme beim Aufstellen von einem Windpark und Spekulationen über den Grund und Boden. Juli Zeh greift damit deutsch-deutsche Geschichte und Gegenwart auf. Sie erzählt meisterhaft, so dass der Leser die Emotionen der Dorfgemeinschaft sehr gut nachempfinden kann.

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Ich war unter Leuten
von einer Kundin/einem Kunden aus Landshut am 25.05.2016

Meine Meinung Ich war ein paar Tage in Unterleuten. Das Dorf in der ehemaligen DDR hat mich stellenweise das Fürchten gelehrt. Wer nun denkt, das fiktive Örtchen in der Priegnitz im westlichen Brandenburg wäre ein lauschiges Plätzchen, liegt falsch! Im Gegenteil! Die Anonymität einer Großstadt lässt einen viel freier... Meine Meinung Ich war ein paar Tage in Unterleuten. Das Dorf in der ehemaligen DDR hat mich stellenweise das Fürchten gelehrt. Wer nun denkt, das fiktive Örtchen in der Priegnitz im westlichen Brandenburg wäre ein lauschiges Plätzchen, liegt falsch! Im Gegenteil! Die Anonymität einer Großstadt lässt einen viel freier leben. Der Lärm und die Menschenmassen sind einkalkulierbar. Den Bürgermeister kennt man selten persönlich. Damit kann Unterleuten nicht dienen. Die wunderbare Landschaft und die idyllischen Häuschen bergen skurrile Charaktere. Da wird einem Ehepaar, mit einem kleinen Kind, Atemluft und Stille madig gemacht. So etwas passiert, wenn der Nachbar eine Autowerkstatt im Garten nebenan errichtet und oft Rauchschwaden zu den Nachbarfenstern ziehen. Da erübrigt sich das Öffnen der Fenster. Wer tauscht schon gerne Naturluft mit verbranntem Gummi ein? Bei hohen Temperaturen wird das Haus schnell mal zur Sauna. Wer denkt, in Unterleuten dürfte es kein Problem sein, eine Pferdekoppel zu errichten, wird bald eines Besseren belehrt. Eine Genehmigung von Naturschützern zu erhalten, kann da leicht zu einer Lebensaufgabe werden. Noch dazu, wenn das heiß ersehnte Pferd noch in Berlin lebt. Die wunderbare Natur, mit ihren seltenen Vögeln, soll mit Windrädern verziert werden. Das führt bald dazu, dass in einigen Dorfbewohnern die korrupte Seite auf Hochtouren läuft. Die Charaktere und ihre Handlungen kamen mir oft ziemlich aus der Luft gegriffen vor. Nach längerem Überlegen habe ich aber festgestellt, dass jeder solche Menschen kennt. Würde ich heute über die Menschen, die ich bisher in meinem Leben kennengelernt habe, eine Geschichte schreiben, wäre ich auf der Stelle in Unterleuten angekommen. Ich muss sie nicht mal alle persönlich kennen. Mal ganz ehrlich ... können wir immer verhindern, was die Politik uns vorschreibt? Sind wir immer damit einverstanden, welche Veränderung ein Bürgermeister in Städte und kleinere Ortschaften bringt? Selbst wenn man gute Nachbarn hat, kennt man doch jemanden, der sich mit seinen Nachbarn ständig ärgern muss. Wer kennt sie nicht, die alte Frau die nur noch für Katzen lebt? Oder eine junge Frau, die einen älteren Mann heiratet? Nicht immer hat die junge Frau einen Grund, zu ihrem älteren Mann aufzuschauen. Das wird besonders in dieser Geschichte deutlich. Oder das junge Paar, wo ein Partner ausschließlich seine eigenen Interessen vertritt. Nicht selten verlässt eine Ehefrau ihren brutalen Ehemann, nach vielen Ehejahren. Irgendwie ist in Unterleuten einer dem anderen was schuldig. Ein Todesfall ist auch nach Jahren noch nicht geklärt. Fazit Ich habe mir die Namen der Personen gespart. Ihr werdet die Leute alle selber kennen lernen. Ich bin mir sicher, Ihr kennt sie schon. Intrigen und eine sehr detaillierte Schreibweise haben Unterleuten zu einem Ort gemacht, den ich jetzt wirklich kenne. Gewalt, Lügen und Intrigen hauchen der Geschichte 635 Seiten Spannung ein. Hundeliebhaber wird es bei einer bestimmten Szene Tränen in die Augen treiben. Stimmt, ich wollte keine Namen nennen. Ich habe es mir anders überlegt! Einen nenne ich Euch. Von einem Mann, der mich in dieser Geschichte am meisten beeindruckt hat. Ich wusste lange nicht, ist dieser große, dicke Mann, mit Tränensäcken und Hängebacken, nun eigentlich gutmütig oder gefährlich? Meint er es mit sämtlichen Menschen wirklich gut? Ich dachte eigentlich schon. Er wirkte auf mich oft unbeholfen und traurig. Wie ein armes Hündchen kam er mir vor. Sein Name ist: GOMBROWSKI!!!! Gombrowski hat mich am Ende total schockiert! Ich habe mich sehr geekelt. Ihr werdet Euch auch ekeln! Sagt bitte hinterher nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt! Juli Zehs Gesellschaftsroman wird nicht umsonst so hochgelobt. Mich konnte die Geschichte überzeugen. Vielen Dank Juli Zeh. Unterleuten ist eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Mein Dank gilt dem Luchter-Verlag

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Bissig und großartig geschrieben
von Vanessas Bücherecke am 10.05.2016

Inhalt aus dem Klappentext: Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten... Inhalt aus dem Klappentext: Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist ? Meinung: An diesem Buch kommt man im Moment ja kaum vorbei, ist es doch in aller Munde. Und auch ich wollte es unbedingt lesen und mitreden können. Schließlich ich man ja selber "vom Lande" und gespannt auf die Machenschaften. Im Roman starten wir auch direkt mit der ersten "Fehde". Das Ehepaar Fließ könnte so schön am Ortsrand wohnen, wäre da nicht der ungeliebte Nachbar Schaller, deine eine mehr oder weniger legale Autowerkstatt betreibt und das idyllische Landschaftsbild mit seinem Schrott verschandelt. Schallers Umbaumaßnahmen am Hof will der Vogelschützer Fließ amtlich stoppen lassen, woraufhin Schaller Autoreifen anzündet, um die Familie "auszuräuchern". Doch dieser Kleinkrieg ist nicht der Einzige im Roman. Viele kleine private Streitigkeiten laufen hier zusammen und gipfeln zu einer großen Schlacht aus, als es um die Vergabe eines Windparks geht. Ein mögliches Gebiet, drei Parteien und deren Grundstücke, Windkraftgegner und Privatkriege kommen hier zusammen und lassen Unterleuten zu einem Hexenkessel werden. Juli Zeh hat mit diesem Roman sehr starke, gut strukturierte und authentische Charaktere geschaffen. Von jedem Beteiligten bekommt der Leser ein klares Bild vor Augen und obwohl mir persönlich nicht jeder Charakterzug zugesagt hat, konnte ich doch jede Motivation und Einstellung nachvollziehen. Und das nicht nur bei den vielen Hauptfiguren, auch bei den Nebendarstellern entstand mühelos diese Empathie. So etwas passiert mir selten beim Lesen. Sowieso strotzt dieser Roman vor lauter kritischen und thematisch passenden Aussagen und Ansichten. Am liebsten wäre ich mit einem Marker durch den Roman gegangen um auch ja keine Passage zu verpassen. Da ich aber Kritzeleien in Büchern nicht ausstehen kann, habe ich es verständlicherweise gelassen :) Den Schreibstil der Autorin kann man nur als fesselnd bezeichnen. Klug und eloquent hat Juli Zeh mich von der ersten bis zur letzten Seite an das Buch gefesselt. Der Plot ist gut durchdacht, spannend, wendungsreich, überraschend und verdammt gut recherchiert. Und obwohl die Handlung in Brandenburg spielt und somit auch den Ost-/Westkonflikt mit aufgreift, hätten viele Szenen genauso gut auch meiner eigenen, ländlichen Haustür ereignen können. Einzig dass einige Fragen am Ende noch offen blieben hat mich etwas gestört. Da hätte ich es schön gefunden, wenn diese auch noch geklärt worden wären. Da diese aber für die Haupthandlung nicht von Belang sind, muss da wohl meine Fantasie herhalten. Die Kapitel an sich haben eine angenehme Länge. Oft enden diese meist relativ offen, was die Spannung zusätzlich erhöht, denn man erfährt erst nach und nach, was eigentlich passiert ist. Erzählt wird in der dritten Person, wobei die Sichtweise in jedem Kapitel wechselt und viele Charaktere zu Wort kommen. So erhält am als Leser eine gute Übersicht über alle Ereignisse. Trotz der Vielzahl an Personen fiel es mir nicht schwer den Überblick zu behalten. Es lohnt sich, alle im Links im Buch mal aufzurufen und sich zur weiteren Recherche einladen zu lassen ;) Fazit: Dieser Roman wird nicht umsonst so hoch gelobt. Sprachlich ein Meisterwerk, fesselnd wie ein Thriller, kritisch und pointiert. Der Kleinkrieg in Unterleuten ist kein Einzelphänomen und kann in dieser oder ähnlicher Art überall, nicht nur "drüben" passieren. Großartig! Von mir gibt es 5 von 5 Punkten.

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Klasse geschrieben!
von einer Kundin/einem Kunden am 19.04.2016

Ein ganz großartiger Gesellschaftsroman über ein kleines Dorf in der Mark Brandenburg! Über Wendegewinner, Wendeverlierer, Vogelschutz, Windenergie und vieles mehr. Warum werden Menschen so wie sie geworden sind?! Lesen Sie unbedingt diesen tollen Roman von Juli Zeh!

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...ländliche Idylle
von einer Kundin/einem Kunden aus Graz am 13.04.2016

Juli Zeh beschreibt in Unterleuten genau jene Tatsachen die sich im sogenannten ländlich "idyllischen" Leben wiederfinden. Die verklärte Vorstellung von immerwährender Harmonie und Ruhe wird Kapitel für Kapitel zersägt und geschreddert. Der großstädtische Irrglaube des immerwährenden und Generationen andauernden Zusammenhaltes in ländlichen Dorfgemeinschaften wird mit jedem Satz widerlegt. Unterleuten... Juli Zeh beschreibt in Unterleuten genau jene Tatsachen die sich im sogenannten ländlich "idyllischen" Leben wiederfinden. Die verklärte Vorstellung von immerwährender Harmonie und Ruhe wird Kapitel für Kapitel zersägt und geschreddert. Der großstädtische Irrglaube des immerwährenden und Generationen andauernden Zusammenhaltes in ländlichen Dorfgemeinschaften wird mit jedem Satz widerlegt. Unterleuten ist bitterböse, ironisch und gleichzeitig sehr sehr unterhaltsam. Großes Kopfkino das sich jedenfalls zu lesen lohnt.

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Dorfphilosophie
von einer Kundin/einem Kunden am 30.03.2016

Oberflächlich betrachtet ist in Unterleuten alles perfekt. Nette Nachbarn, schöne Landschaft und Gemeinschaftssinn. Doch als in dem kleinen Dorf ein Windpark errichtet werden soll scheiden sich die Gemüter und die Probleme der Leute kommen an die Oberfläche. Ich muss zugeben das ich wohl etwas voreingenommen bin da Juli Zeh zu... Oberflächlich betrachtet ist in Unterleuten alles perfekt. Nette Nachbarn, schöne Landschaft und Gemeinschaftssinn. Doch als in dem kleinen Dorf ein Windpark errichtet werden soll scheiden sich die Gemüter und die Probleme der Leute kommen an die Oberfläche. Ich muss zugeben das ich wohl etwas voreingenommen bin da Juli Zeh zu meinen Lieblingsautorinnen zählt. Und auch der eine oder andere Gesellschaftsroman findet sich in meinen Bücherreihen. Doch trotz der großen Vorfreude hat sie wieder mal meine Erwartungen übertroffen. Nach den meisten Kapiteln musste ich es erst ein mal beiseite legen und alles sacken lassen. In einem Interview sagte Juli Zeh in allen 11(!) Charakteren sei ein Stück Ihrer selbst. Und auch ich fand mich immer wieder selbst. Ob es der verrückte Naturschützer, die berechnende Pferde Närrin oder der immer wütende, alte Kommunist ist, man bleibt nicht verschont. Genau das war es auch was dieses Buch so spannend für mich machte. Wenn mach sich gerade in jemanden hineingefühlt hatte kam der nächste mit der komplett gegenteiligen Meinung. Dieses Buch wird mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben und viele Zitate (die sich in fast jedem Kapitel finden lassen) werde ich wohl auch noch länger zum Besten geben. Für mich ein Klassiker den jeder gelesen haben sollte.

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Einfach alles, was ein Buch haben muss
von einer Kundin/einem Kunden am 20.03.2016

Hier ist alles drin, was ich mir bei einem Roman wünsche. Von der Dorfidylle bis Dorftratsch, Witz wie in einer Komödie, Spannung wie im Krimi und ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Die kurzen Kapitel, die immer wieder einen anderen Protagonisten in der Handlung vorantreiben, sind wie Häppchen und so langsam... Hier ist alles drin, was ich mir bei einem Roman wünsche. Von der Dorfidylle bis Dorftratsch, Witz wie in einer Komödie, Spannung wie im Krimi und ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Die kurzen Kapitel, die immer wieder einen anderen Protagonisten in der Handlung vorantreiben, sind wie Häppchen und so langsam sollte man es lesen, damit man lange davon hat. Am Ende des Romans war ich traurig, weil ich diese Welt zuklappen musste, aber beim Lesen war ich mittendrin und die Dörfler waren wie meine Nachbarn. Egal, welcher Charakter eine Figur hatte, ob Lump oder Saubermann, Umweltschützer oder Wendegewinner, ich habe alle gern gehabt!

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Vielschichtiger Gegenwartsroman
von einer Kundin/einem Kunden am 07.03.2016

Juli Zeh zeichnet anhand des ostdeutschen Dorfs Unterleuten, was für ein witziges Wortspiel, wie höllisch die Idylle oder auch wie idyllisch die Hölle sein kann. Ein gigantischer Windpark soll errichtet werden und während die Befürworter des Projekts den wirtschaftlichen Nutzen für die Region preisen, steht für die Gegner vorallen... Juli Zeh zeichnet anhand des ostdeutschen Dorfs Unterleuten, was für ein witziges Wortspiel, wie höllisch die Idylle oder auch wie idyllisch die Hölle sein kann. Ein gigantischer Windpark soll errichtet werden und während die Befürworter des Projekts den wirtschaftlichen Nutzen für die Region preisen, steht für die Gegner vorallen die damit verbundene Umweltzerstörung im Mittelpunkt ihrer Argumentation. Welten prallen aufeinander, alteingesessene ehemalige Ostdeutsche, die zugezogene Berliner misstrauisch beäugen. Stadtflüchtlinge, die glauben am Land ein völlig anderes Leben finden zu können. Ein wortgewaltiges Werk, das viele gesellschaftliche Probleme unserer Gegenwart entlarvt, den Finger in Wunden legt und gleichzeitig witzige und skurrile Situationen zeigt, die jeder von uns kennt. Ein großer Roman!!

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Gewaltiger Roman
von einer Kundin/einem Kunden am 06.03.2016

Aus stets wechselnder Perspektive erzählt Juli Zeh über die Geschehnisse im kleinen brandenburgischen Dorf Unterleuten. Die von außen idyllisch erscheinende kleine Gemeinschaft wird durch gegenseitige Gefälligkeiten, die zum großen Teil noch aus der Zeit vor dem Mauerfall stammen, zusammengehalten. Dieses Bauwerk gerät aber gefährlich ins Wanken, wenn Zugezogene anfangen,... Aus stets wechselnder Perspektive erzählt Juli Zeh über die Geschehnisse im kleinen brandenburgischen Dorf Unterleuten. Die von außen idyllisch erscheinende kleine Gemeinschaft wird durch gegenseitige Gefälligkeiten, die zum großen Teil noch aus der Zeit vor dem Mauerfall stammen, zusammengehalten. Dieses Bauwerk gerät aber gefährlich ins Wanken, wenn Zugezogene anfangen, sich einzumischen. Das Schicksal nimmt eine dramatische Wendung, wenn bekanntgegeben wird, dass in der Nähe des Dorfes einen Windpark geplant ist. Alte und neue Konflikte flammen auf, längst Vergessenes kommt ans Tageslicht und wird die Zukunft Unterleutens und ihrer Bewohner für immer verändern. Mit diesem gewaltigen, klugen Roman festigt Juli Zeh endgültig ihren Platz unter den ganz großen deutschen Schriftstellern. Bücher wie diese lassen dem Leser wirklich keine Wünsche offen. Es ist nicht nur unterhaltsam. Es ist ein erstklassiges, hochwertiges LeseErlebnis. Das Beste, das ich bis jetzt in diesem Lesefrühling gelesen habe … .

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Ein Roman wie ein Sturm
von einer Kundin/einem Kunden am 24.02.2016

Juli Zeh hat einen großartigen Gesellschaftsroman geschrieben, einen aktionsreichen Thriller, einen Ost-West-Roman, ein Intrigenspiel. Sie zeigt, dass auch 25 Jahre nach der Wende die Einheit nicht vollzogen ist, sondern, dass sich mehr und mehr Konflikte auftun, besonders der zwischen Stadt und Land. "Unterleuten" ist nicht zuletzt ein... Juli Zeh hat einen großartigen Gesellschaftsroman geschrieben, einen aktionsreichen Thriller, einen Ost-West-Roman, ein Intrigenspiel. Sie zeigt, dass auch 25 Jahre nach der Wende die Einheit nicht vollzogen ist, sondern, dass sich mehr und mehr Konflikte auftun, besonders der zwischen Stadt und Land. "Unterleuten" ist nicht zuletzt ein Roman über gescheiterte Kommunikation: Alle reden ständig über einander, aber kaum mit einander. Es entsteht ungewollte Gewalt und Aggression, die die letzten Gemeinsamkeiten zerstört. Ich wünsche diesem großartigen Buch ganz viele Leser.

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Authentisches Dorfleben
von einer Kundin/einem Kunden am 24.10.2016

Fernab von aller Großstadt-Hektik liegt das Dorf "Unterleuten" in Brandenburg. Hier kennt noch jeder jeden und Zugezogene haben es nicht leicht, denn wer sich nicht an die dörflichen Regeln hält, wird zum Außenseiter. Ein geplanter Windpark und die damit verbundenen Flächennutzungen lassen das Geflecht aus ungeschriebenen Schuldverhältnissen und gegenseitigen... Fernab von aller Großstadt-Hektik liegt das Dorf "Unterleuten" in Brandenburg. Hier kennt noch jeder jeden und Zugezogene haben es nicht leicht, denn wer sich nicht an die dörflichen Regeln hält, wird zum Außenseiter. Ein geplanter Windpark und die damit verbundenen Flächennutzungen lassen das Geflecht aus ungeschriebenen Schuldverhältnissen und gegenseitigen Gefälligkeiten auseinanderfallen. Jeder will ein Stück des Kuchens ergattern und bringt damit das Dorfgefüge ins Wanken. Lange unterdrückte Missgunst, alte DDR-Seilschaften und falschen Ambitionen von Neubürgern ergeben eine explosive Mischung. Juli Zeh beschreibt ein Dorf, das sicherlich viele schon so vor Augen hatten. Auf den ersten Blick eine ländliche unberührte Idylle, die man erst auf der Karte suchen muss. Die 250 Bewohner lieben es schlicht und ruhig. Die ehemalige LPG, jetzt ein Agrarbetrieb mit Bio-Siegel ist der einzige große Arbeitgeber weit und breit. Neu ist der Aufwand, der um das Buch herum betrieben wurde. Die Autorin sagt selbst über das Buch: "'Unterleuten' hatte von Anfang an die Tendenz, über die Buchdeckel hinaus zu wuchern." Nach Veränderung strebt in Unterleuten niemand. Die Charaktere sind nicht sympathisch, glatt und nett anzuschauen, sie polarisieren. Jeder hat sich sein eigenes kleines Weltbild geschaffen und lässt daran nicht rütteln. "Am liebsten sprach er davon, dass das Drama der modernen Politik im fanatischen Streben der Menschen nach Veränderung liege. Die Menschen von heute konnten nichts lassen, wie es war, auch das Gute nicht. Wenn etwas funktionierte, machten sie es mit ihrer Änderungswut kaputt, bis es wieder Probleme gab, mit deren Lösung sie sich profilieren konnten." Die Handlung, die nicht mehr als zwei Monate (Juli und August 2010) einnimmt, überrascht durch immer neue Wendungen. Man bewegt sich von der Oberfläche in immer tiefere menschliche Abgründe. So wie man seinen Nachbarn vermeintlich kennt, hat man auch bei den Unterleutenern schnell Schubladen geöffnet und sich eine Meinung gebildet. Doch es kommt anders, dramatisch und unvorhersehbar. Das Spiel um Missverständnisse und Schuldzuweisungen wird von der Autorin gekonnt inszeniert. Ein gesellschaftskritisches Lesevergnügen der besonderen Art.

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Muss man lesen, als Berliner/Brandenburger
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 05.08.2016

Gut konstruiert ist das alles. Kapitel aus der Sicht der vielen (interessanten) Bewohner von Unterleuten, Altlasten, Empathie für alle, auch wenn sie noch so abstossend sind. Habe das Buch in drei Tagen verschlungen. Eine Autorin, die weiss, was sie schreiben muss/will, um Erfolg zu haben. Alles gut. Einziger Kritikpunkt:... Gut konstruiert ist das alles. Kapitel aus der Sicht der vielen (interessanten) Bewohner von Unterleuten, Altlasten, Empathie für alle, auch wenn sie noch so abstossend sind. Habe das Buch in drei Tagen verschlungen. Eine Autorin, die weiss, was sie schreiben muss/will, um Erfolg zu haben. Alles gut. Einziger Kritikpunkt: Alle Figuren haben eine (unglaubwürdige) Intelligenz und Eloquenz, die sich so unter Dorfbewohnern selten findet.

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wahnsinnig gut
von einer Kundin/einem Kunden aus Urdorf am 15.09.2016
Bewertetes Format: Format: eBook (ePUB)

Scharf gezeichnete Charaktere, alle mit unterschiedlichen Seiten und vielschichtig. In diesem Buch gibt es kein schwarz-weiss. Alle sind gut und böse. Wie das echte Leben nur viel unterhaltsamer. Das Beste, was ich seit langem gelesen habe.

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von einer Kundin/einem Kunden am 01.09.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Genial - einer meiner absoluten Favoriten 2016! Wie sich dem Leser peu a peu geschichtliche und zwischenmenschliche Zusammenhänge erschließen, Abgründe öffnen ist oberstes Niveau.

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von einer Kundin/einem Kunden am 09.08.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Toller Titel, der das Leben im Dorf kritisch unter die Lupe nimmt. Viele spannende Charaktere machen dieses Buch lesenswert.

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von einer Kundin/einem Kunden am 22.07.2016
Bewertetes Format: anderes Format

Großartiger Gesellschaftsroman, der zum Nachdenken anregt.

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