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Unterleuten

Roman

(54)
Der grosse Gesellschaftsroman von Juli Zeh


Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben ausserhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit grossstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …


Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen grossen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?


Rezension
„Juli Zehs furchtlos vor jedem Klischee ins Herz der bundesrepublikanischen Wirklichkeit zielender Gesellschaftsroman ist ein literarischer Triumph.“
Portrait
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel” (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman "Unterleuten" (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kopiergeschützt i
Seitenzahl 640, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.03.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783641167295
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Verkaufsrang 707
eBook
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
54 Bewertungen
Übersicht
42
11
1
0
0

modern und unterhaltsam
von einer Kundin/einem Kunden aus Altlengbach am 18.01.2017

eine gelungene Studio der verschiedensten Charakteren, sehr gut zu lesen und man möchte gar nicht aufhören!

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Ein neues Lieblingsbuch!
von einer Kundin/einem Kunden am 15.12.2016

Ein großartiger, spannender Roman über ein kleines Dorf ?Unterleuten? in Brandenburg und seine zugezogenen und alteingesessenen Bewohnern. Kapitel für Kapitel wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, so dass man nach und nach in das Treiben und die Verstrickungen des Dorfes eintaucht. Ein Großprojekt eines Investors, ein Windpark in der idyllischen... Ein großartiger, spannender Roman über ein kleines Dorf ?Unterleuten? in Brandenburg und seine zugezogenen und alteingesessenen Bewohnern. Kapitel für Kapitel wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, so dass man nach und nach in das Treiben und die Verstrickungen des Dorfes eintaucht. Ein Großprojekt eines Investors, ein Windpark in der idyllischen Landschaft, stellt die Dorfgemeinschaft auf die Probe. Manch alte Geschichte aus der Zeit vor und während der Wende kommt wieder zu Tage und die unterschiedlichen Interessen seiner Bewohner bringen die Dorfidylle zum Bersten. Der lebendige Stil von Juli Zeh und die unterhaltsamen Wendungen erzeugen eine große Lesefreude. Man legt diesen Roman nicht so schnell aus der Hand. Spannend wie ein Krimi, dennoch lustig und manchmal nachdenklich. Sehr empfehlenswert!

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wahnsinnig gut
von einer Kundin/einem Kunden aus Urdorf am 15.09.2016

Scharf gezeichnete Charaktere, alle mit unterschiedlichen Seiten und vielschichtig. In diesem Buch gibt es kein schwarz-weiss. Alle sind gut und böse. Wie das echte Leben nur viel unterhaltsamer. Das Beste, was ich seit langem gelesen habe.

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Witzig und erschreckend zugleich
von einer Kundin/einem Kunden aus Leipzig am 02.08.2016

Unterleuten habe ich mit Spaß gelesen. Selbst in der DDR aufgewachsen, habe ich viele Themen wiedererkannt und verstanden. Das Nicht- mit- den- Veränderungen- fertig- werden, das plötzliche Abschotten gegenüber den Nachbarn, der Neid auf die Wende- Gewinner und das Erschrecken über Heuschrecken, die mit allen Tricks versuchen, ihren Teil... Unterleuten habe ich mit Spaß gelesen. Selbst in der DDR aufgewachsen, habe ich viele Themen wiedererkannt und verstanden. Das Nicht- mit- den- Veränderungen- fertig- werden, das plötzliche Abschotten gegenüber den Nachbarn, der Neid auf die Wende- Gewinner und das Erschrecken über Heuschrecken, die mit allen Tricks versuchen, ihren Teil vom Kuchen zu bekommen- es hätte überall sein können. Natürlich sind manche Passagen überzogen, hat die Phantasie über die Stränge geschlagen. Aber insgesamt sind die Einblicke in die menschliche Seele, in Spinner und Böse, in Gutmütige und Menschen, die einfach nur aushalten nicht nur unterhaltsam, sondern regen auch zum Nachdenken an. Sehr empfehlenswert!

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UNTERLEUTEN
von einer Kundin/einem Kunden aus Interlaken am 06.02.2017

Die Autorin hat sicher hart gearbeitet, bis der Roman fertig war. Sehr anspruchsvoll sind die abrupten Wechsel der Kapitel. Ob es wirklich in den kleinen ehemals DDR Dörfchen so chaotisch zugeht? Viele Personen zum Behalten. Bilden aber beim Lesen die Bewohner von UNTERLEUTEN und werden irgendwie vertraut. Gute deutsche Sprache... Die Autorin hat sicher hart gearbeitet, bis der Roman fertig war. Sehr anspruchsvoll sind die abrupten Wechsel der Kapitel. Ob es wirklich in den kleinen ehemals DDR Dörfchen so chaotisch zugeht? Viele Personen zum Behalten. Bilden aber beim Lesen die Bewohner von UNTERLEUTEN und werden irgendwie vertraut. Gute deutsche Sprache mit interessanter Satzbildung.

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Dorf, Tratsch, Überleben, Überschätzen, Sonnenuntergang und Wirklichkeit
von einer Kundin/einem Kunden am 28.06.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

"Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals." Ein kleines Dorf in Brandenburg namens Unterleuten, Dörfler mit Vergangenheit der DDR, angekommen in der BRD, zugezogene Westler, Investoren, EU-Förderwahnsinn, Vogelschützer, eine Windparkanlage, die die Finanzen des Dorfs retten könnte, Seilschaften, Feindschaften, Tricksereien, ein nicht ganz geklärter Todesfall aus... "Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals." Ein kleines Dorf in Brandenburg namens Unterleuten, Dörfler mit Vergangenheit der DDR, angekommen in der BRD, zugezogene Westler, Investoren, EU-Förderwahnsinn, Vogelschützer, eine Windparkanlage, die die Finanzen des Dorfs retten könnte, Seilschaften, Feindschaften, Tricksereien, ein nicht ganz geklärter Todesfall aus 1991, Landflucht, jede Menge Ehekrisen, Geschlechter- und Generationenkonflikte, schrullige Dorfmenschen, Städter, die mit rosaroter Brille die Natur betrachten. So könnte man in Kurzform den Inhalt der Geschichte beschreiben, Stadt-Wessi trifft auf Ureinwohner-Ost. Unterleuten ist pleite, aber es besteht die Möglichkeit das Dorf zu retten, indem man mit Windkraft Steuereinnahmen erzielen könnte. Es entsteht ein Streit um den Bau. Die einen sind dafür, die anderen wollen die Natur retten. Alte Seilschaften werden ausgegraben, neue geschlossen. Uralte Freundschaften und Feindschaften, die über die Jahre hochgehalten wurden, werden benutzt. Anfangs meint der Leser, die eine Gruppe kämpft gegen die andere und eine von beiden wird gewinnen. Aber dieser subtile Roman geht ins Detail, in die Tiefe der einzelnen Protagonisten. Irgendwann ist dem Betrachter klar, es gibt keine Gruppen, hier kämpft gegen jeden, für sein kleines Universum, egoistisch, für Macht oder Geld. Es wird getrickst und gelogen, alte Wunden platzen auf, Männer prügeln sich. Es gibt den eingesessenen Kron, ein alter Kommunist, der zur Solidarität gegen den Windpark aufruft, Kron, der Macht ausspielt, ein Choleriker, der gern im Mittelpunkt steht, mit Enkelin Krönchen, die schon jetzt im Kindesalter die fiesen Charakterzüge des Opas zeigt. Sein Erzfeind Gombrowski will den Windpark, um Arbeitsplätze zu erhalten. Gombrowski, der damals die LPG leitete, diese nach der Wende in die Ökologica GmbH umwandelte, ein machtbesessener Typ, dessen Vorväter als Großgrundbesitzer die Ländereien besaßen. Arne Seidel, der Bürgermeister hat nur das Dorf im Sinn, der Diplomat. Seine verstorbene Ehefrau hatte als IM der Stasi einst das gesamte Dorf abgehört, was Arne erst nach ihrem Tod erfuhr. Georg ist zugezogen, der Vogelschützer aus der Stadt, Gegner des Windparks, weil dieser nicht in die Natur gehört, weil er nicht in seine Sicht des Landlebens passt. Georg, ein verkrachter Akademiker, Aussteiger, der im Dorfleben seine Erfüllung sucht, verheiratet mit einer ehemaligen Studentin, die für ihr Kind hier ein Nest bauen möchte, zurück in die Vergangenheit, einfach Mutti sein. Georg hat seine Dozentenstelle an der UNI gekündigt und ist nun verantwortlich für 32 geschützte Kampfläufer-Vögel. Nachbar Schaller, von Georg «das Tier» genannt, entwickelt sich zu seiner persönlichen Kriegsstätte. Schaller betreibt eine illegale Autowerkstatt und verbrennt täglich Gummireifen direkt auf der Grundstücksgrenze. Die Polizei bleibt tatenlos. Und dann haben wir die Pferdeflüsterin Linda Franzen, die für sich und ihr Pferd ein Zuhause sucht und plant mit Pferde-Seminaren für Manager ihr Geld zu verdienen. Sie erweist sich im Lauf der Geschichte als ziemlich hinterlistig. Ein Investor, der für lau gleich nach der Wende ein großes Stück Land ergatterte mischt auch noch mit. Einen Hauptprotagonisten gibt es nicht. Schicksale von Einzelnen, Inneneinsichten in die Protagonisten in ständigem Perspektivwechsel stricken diese Geschichte zusammen. Die Kapitel sind im Wechsel jeweils einer Hauptfigur zugeordnet. In gemächlichem Plauderton entwickelt sich ein Dorfgewitter, Blitze zucken, bis es zum Ende an allen Seiten kracht. Die Städter geben sich Illusionen hin. In einem Gespräch wird dem Bürgermeister geraten, auf der wundervollen Erde mehr auf Bio zu machen. Der weist darauf hin, dass nicht so viel wachse, außer dem Mais für die Biogasanlage und dass die Gesprächspartnerin bestimmt nicht wissen möchte, was man nach der Wende unter der Erde alles vergraben wurde … Obst vergammelt an Bäumen und darunter, während die Dörfler im Supermarkt einkaufen. Die Wirklichkeit von harter Landwirtschaft mit lauem Einkommen trifft auf rosa Brillen von Berlinern. «Er war nicht aufs Land gezogen, um zu erleben, wie der urbane Wahnsinn die Provinz erreichte. Er verzichtete nicht auf Theater, Kino, Kneipe, Bäcker, Zeitungskiosk und Arzt, um durchs Schlafzimmerfenster auf einen Maschinenpark zu schauen, dessen Rotoren die ländliche Idylle zu einer beliebigen strukturschwachen Region verquirlten.» Die Autorin zeigt auf Kommunikationsstrukturen im Dorf: Stufe eins für Zugezogene, Information, Stufe zwei, Fremde, die Vertrauen erlangen können, tiefere Information. Stufe 3, die Eingesessenen, die untereinander alles aushandeln, tiefe Information. Hier schuldet der eine dem anderen etwas, schiebt ihm etwas zu, sieht weg oder tritt auch nochmal drauf, um sich zu rächen. «Wenn sich Datenschützer in der Zeitung wegen Überwachung im Internet ereiferten, musste Kron regelmäßig lachen. Man musste nur ein handelsübliches Dorf besuchen, um zu verstehen, was der gläserne Mensch tatsächlich war.» Egoismus auf allen Seiten. Jeder greift nach dem dicksten Tortenstück, wobei auch große Geschütze aufgefahren werden und kein mieser Trick ausgelassen wird. Menschen demaskieren sich. Die Figuren sind plakativ überzeichnet. Aber das macht den Reiz aus, 600 Seiten des Dorflebens in aller Intensität als Leser mitzuerleben und macht einen guten Schuss Humor aus. Die jüngeren Männer werden als Looser dargestellt, der mürrische Vogelschützer, der es als Akademiker nicht geschafft hat, der langhaarige Informatiker, der Spiele entwirft, sich nicht traut, sich selbstständig zu machen, der den großen Wurf im Kopf hat, aber Angst vorm Scheitern hat. Krons Tochter, Ärztin, verheiratet mit einem Schriftsteller, der nichts auf das Papier bekommt. Die Frauen stehen letztendlich alle ihren Mann. Die Sprache ist einfach, mit viel Symbolik bestückt, immer in gekonnt erzählerischem Ton, keine literarische Meisterleistung. Ein gelungener Gesellschaftsroman über Nachwirkungen des geteilten Deutschlands, Dorfidylle, die keine ist, ein Sumpf mitten im Dorf, gemacht aus den eigenen Unzulänglichkeiten der Einzelnen, Eigennutz und Hinterfotzigkeit, ein voyeuristisches Vergnügen für den Leser. Willkommen auf dem Lande. Manchmal stinkt es gewaltig.

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1 0
Für Literaturinteressierte ein Muss
von Eberhard Landes am 07.02.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Roman, Thriller, Sozialstudie, Gesellschaftsroman, wie auch immer man dieses Buch nennen will, für mich ist es über all das hinaus ein phantastisches, multimediales Gesamtkunstwerk. Denn es ist mehr als nur ein Buch, aber darüber später mehr. Das Buch beschreibt in 6 Teilen die Schicksale von Bewohnern eines kleinen,... Roman, Thriller, Sozialstudie, Gesellschaftsroman, wie auch immer man dieses Buch nennen will, für mich ist es über all das hinaus ein phantastisches, multimediales Gesamtkunstwerk. Denn es ist mehr als nur ein Buch, aber darüber später mehr. Das Buch beschreibt in 6 Teilen die Schicksale von Bewohnern eines kleinen, brandenburgischen Dorfes namens Unterleuten rd. 20 Jahre nach dem Mauerfall. In schöner Natur gelegen, von Vögeln seltener Art (s. Titelbild) besucht, ist nichts in Unterleuten so idyllisch, wie man meint, wie es sein könnte. Zudem ist nichts anonym, denn alle in Unterleuten sind ?unter Leuten?. Der Focus liegt auf dem komplexen Geflecht von Beziehungen und Ereignissen rd. um die Dorfbewohner. Es brodelt heftig. Zum Teil aus aktuellen Begebenheiten, was auch die großstadtmüden, hinzugezogenen Wessis einbezieht; zum Teil aus lang in die DDR zurückreichenden Zeiten, was die Alteingesessenen betrifft. Und jeder erlebt und erzählt aus seiner Perspektive. Brandbeschleuniger für Entstehen und Wiederaufleben von Streitigkeiten und Konflikten, von Aggressivität und Zerwürfnissen ist die geplante Errichtung eines Windparks. Jeder lebt hierbei seine Rolle und jeder findet diese richtig. Moral bleibt zurück hinter Familienverbünden und Eigeninteressen. In der Dorfgemeinschaft entwickeln sich egoistische Hassfiguren. Es ist reizvoll zu spekulieren, wie viel Autobiographisches (vermutlich jede Menge) die Autorin, die ? wie man lesen kann ? selbst von Leipzig in ein brandenburgisches Dorf gezogen sei, hier verarbeitet hat. Wesentlicher aber ist folgendes: Wenn ich eingangs sagte, es sei mehr als nur ein Buch so begründet sich das damit, dass Juli Zeh hier wirklich im wahrsten Sinne dieses Wortes ein Gesamtkunstwerk geschaffen hat. Zum Einen hat sie zusätzlich - reale und doch fiktive - Websites kreiert: für die Gemeinde Unterleuten http://www.unterleuten.de/ (incl. Flurkarte), für die ?Windkraftfirma Ven-todirect? http://www.ventodirect.de/ (incl. Kontaktformular), für das Unterleutener Dorflokal ?Märkischer Landmann? http://www.maerkischer-landmann-unterleuten.de/ (incl. Speisekarte), für den ?Vogelschutzbund Unterleuten? http://www.vogelschutzbund-unterleuten.de/ (incl. Foto eines der Hauptakteure im Roman). Auf diese Internetseiten sei hier nicht nur verwiesen, sondern auch verlinkt, damit der Leser sich davon überzeugen möge, wie täuschend echt diese wirken und wie Fiktion zur Wirklichkeit wird. Zum Zweiten hat wohl Juli Zeh unter dem Synonym Manfred Gortz ein weiteres Buch (?Dein Erfolg?) geschrieben, das im Roman häufig zitiert wird und dessen reale Autorenschaft im Dunkeln bleibt. Natürlich hat auch dieser ?Autor? eine Website zum Buch http://www.manfred-gortz.de/ (incl. Impressum; auch Videos von ihm finden sich im Netz), was das Verwirrspiel komplett macht. Beides ? o.a. Internettäuschungen und zusätzliches Buch ? sind ergänzende Aspekte, absichtlich integrierte ?Fakenews?, wie man heute sagt, was ich so elegant kreativ bisher noch bei keinem Autor gesehen habe. Alles zusammen macht dies ?Unter Leuten? m.E. zu einem Geniestreich, für den ich gerne in meiner persönlichen Skala die Bewertung ?Für Literaturinteressierte ein Muss? vergebe.

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Alles was ein Buch braucht
von einer Kundin/einem Kunden aus Horneburg am 04.02.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Ein Buch wie man es nicht alle Tage liest und das Anerkennung verdient. Über ein Thema was absolut in unsere Zeit passt.

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0 0
Juli Zeh, Unterleuten
von einer Kundin/einem Kunden am 29.01.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Unterleuten-brandenburgisches Dorf zwischen DDR-Vergangenheit und den gesellschaftlichen Problemen der Gegenwart. Ein kluger, absolut spannender Roman über den Mikrokosmos eines Dorfes, problemlos übertragbar auf weite Teile unserer Gesellschaft.

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von einer Kundin/einem Kunden am 07.01.2017
Bewertet: anderes Format

Juli Zeh ist ein grandioser Gesellschaftsroman gelungen! Hat man einmal mit dem Lesen angefangen, ist das Buch fast schon zu schnell am Ende.

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von einer Kundin/einem Kunden am 05.01.2017
Bewertet: anderes Format

Großartiger Roman über menschliche Schwächen, Missgunst, unerfüllte Träume und die Suche nach einem glücklichen Leben: eine ganze Welt in einem Dorf: Unterleuten.

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0 0
Die Hölle, das sind die anderen (Sartre)
von Xirxe aus Hannover am 06.12.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Wenn in Unterleuten, einem kleinen Dorf in Brandenburg, überwiegend Kopien der eigenen Person leben würden, dann, ja dann wäre das Leben dort vermutlich sehr idyllisch und harmonisch. So aber treffen Menschen aufeinander, von denen sich jede/r im Besitz der alleinglückseligmachenden Wahrheit meint, während der Rest nur Stuß verzapft. Darüberhinaus... Wenn in Unterleuten, einem kleinen Dorf in Brandenburg, überwiegend Kopien der eigenen Person leben würden, dann, ja dann wäre das Leben dort vermutlich sehr idyllisch und harmonisch. So aber treffen Menschen aufeinander, von denen sich jede/r im Besitz der alleinglückseligmachenden Wahrheit meint, während der Rest nur Stuß verzapft. Darüberhinaus pflegen praktisch Alle ihre Vermutungen und Erwartungen über die Anderen, die im seltensten Fall positiv sind. Jede/r traut jeder/m das Schlechteste zu und fast wie eine Art selbsterfüllender Prophezeiung geschehen Dinge, die die eigene Meinung noch bestätigen. Statt miteinander wird mehr übereinander geredet und so verbreiten sich Mutmaßungen und Argwohn in Windesweile im Dorf. Stadtbewohner (junge Frau, alter Mann) gegen grobschlächtigen Einheimischen - die Frau nennt diesen nur 'das Tier'. Naturschützer gegen Unternehmen - man schreibt Briefe. Kommunist gegen Kapitalist - eine Feindschaft, die keinerlei sachliche Grundlage hat. Ehemann gegen Ehefrau in unterschiedlichen Konstellationen - Erwartungen und Vermutungen werden nicht ausgesprochen, stattdessen schweigt man bis zum bitteren Ende. Als dann im Dorf ein Streit über die Errichtung eines Windparks beginnt, werden diese Beziehungsgeflechte auf's Äußerste strapaziert, wobei die alten Konflikte mit einer ungeheuren Heftigkeit wieder aufbrechen und die NeubürgerInnen direkt miteinbeziehen. Obwohl das Buch mehr als 600 Seiten hat, lässt es sich weglesen wie ein Unterhaltungsroman. Die Figuren, die erst recht klischeehaft daherkommen, entwickeln sich ziemlich schnell zu eigenständigen Persönlichkeiten, sodass von der ursprünglichen Schablonenhaftigkeit nicht mehr viel bleibt. Gombrowski beispielsweise, der massige, ungeschlachte und auch brutale Wendegewinner hat eine überaus sensible Seite, von der aber nur die Wenigsten wissen - was ihn dennoch nicht von seinem Verhalten Anderen gegenüber freispricht. Schaller, sein ehemaliger Angestellter und Handlanger ist ähnlich ungeschlacht, wenn auch nicht so schlau wie dieser. Sein Schicksal ist derart unvorstellbar, dass ich mehr Mitgefühl als alles andere für ihn empfand. Und so ist es bei fast allen Figuren in diesem Roman, so eindimensional zu Beginn sie auch daherkommen mögen: Jeder/r von ihnen hat eine Geschichte, die sich zu erzählen lohnt. Von Juli Zeh habe ich kürzlich in einem Interview gelesen, dass Jonathan Franzen einer ihrer Lieblingsschriftsteller ist. "Mit seinem Roman 'Freiheit' kam ich mir wieder vor wie als Kind, als ich mit der Taschenlampe unter der Decke Seite um Seite verschlungen und alles andere vergessen habe. Es gibt nicht viele, die es beherrschen, so realistisch zu erzählen, ohne dass es dröge wird. Franzen schafft es, die Welt in der wir leben, anschaulich zu machen." Liebe Juli Zeh, Sie schaffen das auch! Danke dafür!

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von einer Kundin/einem Kunden am 05.12.2016
Bewertet: anderes Format

Ein Dorf wie ein Pulverfass, das schwelt und kurz davor ist, zu explodieren. Es fehlt nur ein kleiner Funke ... Faszinierend, erschreckend, menschlich und packend geschrieben!

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von einer Kundin/einem Kunden am 01.09.2016
Bewertet: anderes Format

Genial - einer meiner absoluten Favoriten 2016! Wie sich dem Leser peu a peu geschichtliche und zwischenmenschliche Zusammenhänge erschließen, Abgründe öffnen ist oberstes Niveau.

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von einer Kundin/einem Kunden am 09.08.2016
Bewertet: anderes Format

Toller Titel, der das Leben im Dorf kritisch unter die Lupe nimmt. Viele spannende Charaktere machen dieses Buch lesenswert.

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Wie funtioniert Dorfleben?
von solveig am 02.08.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Davon erzählt Juli Zeh sehr unterhaltsam am Beispiel des fiktiven Ortes Unterleuten, der sich etwas abgelegen in Brandenburg befindet. Hier treffen neu zugezogene „Wessies“ auf die alt Eingesessenen und versuchen ihre Ziele zu verwirklichen: Jule etwa wünscht sich ein harmonisches Leben mit ihrer kleinen Familie, Linda dagegen plant... Davon erzählt Juli Zeh sehr unterhaltsam am Beispiel des fiktiven Ortes Unterleuten, der sich etwas abgelegen in Brandenburg befindet. Hier treffen neu zugezogene „Wessies“ auf die alt Eingesessenen und versuchen ihre Ziele zu verwirklichen: Jule etwa wünscht sich ein harmonisches Leben mit ihrer kleinen Familie, Linda dagegen plant ein Gestüt aufzubauen. Doch so einfach, wie es klingt, ist es ganz und gar nicht; denn die gewachsenen sozialen Strukturen des Dorfes sind kompliziert und miteinander verflochten, bestehen aus vielerlei Gefälligkeiten und Schulden, von denen die „Neuen“ erst nach und nach erfahren. Und als dann noch ein Unternehmen für erneuerbare Energien Windkrafträder aufstellen will, brechen alte Feindschaften wieder auf und sorgen dafür, dass das dörfliche Leben alles andere als beschaulich ist. Erfrischend lebendig schildert Juli Zeh die Dorfbewohner, ihre Gewohnheiten und ihr Leben. Ebenso authentisch wirken die Charaktere der neu Zugezogenen und ihre Bemühungen. Politik - ob es sich um ehemalige DDR Angelegenheiten handelt oder aktuelle Themen betrifft - wird aus der Sicht der Dörfler und ihren ganz speziellen Bedürfnissen kommentiert. Kann ein Dorf eine Gemeinschaft bleiben, wenn es um finanzielle Interessen geht? Gab es überhaupt jemals Geschlossenheit oder war es immer nur ein Zweckbündnis? In ihrem Roman beschwört die Autorin Bilder voller Leben, Humor, aber auch Tragik. Sie beleuchtet den Mikrokosmos einer Gesellschaft; wunderbar beobachtet und mit spitzer Feder auf den Punkt gebracht. Wobei der Titel des Buches genauso gut auch „Unter Leuten“ heißen könnte.

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von einer Kundin/einem Kunden am 22.07.2016
Bewertet: anderes Format

Großartiger Gesellschaftsroman, der zum Nachdenken anregt.

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von einer Kundin/einem Kunden am 14.07.2016
Bewertet: anderes Format

Erschreckender Blick auf das Biotop "Dorfgemeinschaft", in der ein paar zugezogene Städter das Pulverfass der lang gehegten Fehden zur Explosion bringen! Schonungslos mitreißend!

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von einer Kundin/einem Kunden am 28.06.2016
Bewertet: anderes Format

Ein großartiger Gesellschaftsroman, der mal wieder zeigt, es gibt nicht immer nur Gut und Böse und Schwarz und Weiß, wir alle sind ein wenig grau!

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Mein Buch des Jahres.
von einer Kundin/einem Kunden am 23.06.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Als Brandenburgerin war ich besonders neugierig, wie Juli Zeh diesen Roman erzählen wird. Und was soll ich sagen. Ich bin total begeistert! Ich habe jedes Kapitel genossen und konnte nicht aufhören zu lesen. Die Personen des Buches sind so facettenreich und ergeben durch ihre starken Charaktere eine großartige Geschichte.... Als Brandenburgerin war ich besonders neugierig, wie Juli Zeh diesen Roman erzählen wird. Und was soll ich sagen. Ich bin total begeistert! Ich habe jedes Kapitel genossen und konnte nicht aufhören zu lesen. Die Personen des Buches sind so facettenreich und ergeben durch ihre starken Charaktere eine großartige Geschichte. Dazu kommt, dass dieser Roman eine große Aktualität besitzt, wie Gesellschaft lebt, in Stadt und Land, in Ost und West. Juli Zeh hat eine unglaubliche Beobachtungsgabe und Ausdrucksweise. Hab lange keine Eselsohren mehr in Bücher gemacht. Hier konnte ich nicht anders. Dieses Buch ist einfach nur großartig.

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