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Unterwerfung

Roman

(33)
Es ist vielleicht der umstrittenste Roman des letzten Jahres: ›Unterwerfung‹ handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum – Fragen, die heute so relevant sind wie nie. Goncourt-Preisträger Michel Houellebecq präsentiert sich als furchtloser Gesellschaftsdenker, der die bestimmenden Spannungsverhältnisse unserer Epoche mit grosser Ernsthaftigkeit – und zugleich mit virtuoser Ironie – ausdeutet.
Er erzählt in ›Unterwerfung‹ die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schliesslich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.
Rezension
»Wer mich vereinnahmen will, ist noch nicht geboren.«
Michel Houellebecq im Interview mit Canal Plus

»Der umwerfendste Schriftsteller unserer Gegenwart.«
Julia Enke, F.A.S.

»Der neue Roman von Michel Houellebecq ist schrecklich. Er entwirft das Bild eines islamistischen Gottesstaates in Frankreich in der nahen Zukunft. Nicht dass der Roman nicht lesenswert wäre. Im Gegenteil: man kann ihn kaum aus der Hand legen. Man redet sich ein, dass die Kunst alles darf, doch die Unruhe, die den Leser erfasst, verlässt ihn nicht. Es ist ein Roman, der einen abstösst und zugleich fasziniert […]. Der stupende Diagnostiker Houellebecq zielt so furcht- wie gnadenlos ins Herz westlicher Angst. Kein Autor hält der offenen Gesellschaft ihre Albträume so schonungslos vor wie er.«
Sandra Kegel, F.A.Z.

»Eine literarische Bombe […]. Der Meister der subversiven Provokation […] meldet sich als radikaler Zeitdiagnostiker und schwärzester Kulturpessimist mit einer politischen Fiktion [...].«
Romain Leick, SPIEGEL

»Ich halte ›Unterwerfung‹ für eine der gelungensten, weil fantasievollsten, witzigsten, um nicht zu sagen aberwitzigsten Arbeiten, die der Autor je geschaffen hat […] ein grandioses Buch.«
Tilman Krause, DIE WELT

»Mit kühler Ambivalenz macht der Franzose dem inzwischen ja gerade zu freiheitsbesoffenen Westen vor, wie man wahrhaft frei denkt.«
Edo Reents, F.A.Z.

»Es kann gar nicht laut genug gesagt werden: ›Unterwerfung‹ ist kein rassistischer Roman, nicht frauenfeindlich und auch nicht islamophob. Es wimmelt darin nur von dergleichen Ansichten, aber davon, dass Houellebecq sie sich zu eigen machen würden, kann keine Rede sein [...]. Mehr als jeder andere europäische Schriftsteller der Gegenwart hat Houellebecq die Sensibilität und den Mut schwelende Konflikte zu erkennen und erzählerisch fortzuspinnen [...] in seiner hingebungsvoll verwüsteten Prosa.«
Jan Küveler, WELT AM SONNTAG

»Wer Houellebecq einen Skandalautor nennt, der nur vorsätzlich provoziere, der sollte de Sade, Rimbaud, Baudelaire, Balzac aus seiner Bibliothek entfernen oder mal lesen [...]. Houellebecq ist der Charlie Hebdo der europäischen Literatur. Je suis Houellebecq.«
Doris Akrap, TAZ

»›Unterwerfung‹ ist ein Buch der Angst und der Einsamkeit. Es handelt von der Liebe zur Literatur, der Liebe zu denen, die die Literatur erschaffen haben, von herrlichem Sex, traurigem Sex, Polygamie, vom Glück des guten Essens, dem phantastischen Glück guten Weins, von Schüssen in Paris, Bürgerkrieg, Desinteresse an Politik, und es endet mit einer friedlichen Vision […]. Ein halb ironisches, halb ernstes Spiel mit den Möglichkeiten der Welt. Von geistiger Brandstiftung, Schüren von Ängsten ist da beim besten Willen nichts zu finden […]. Die islamische Republik ist eine Houellebecqsche Traum-Vision, eine literarische Möglichkeit der Welt. Dafür ist Literatur erfunden worden.«
Volker Weidermann, F.A.S.

»Ein wichtiges Gedankenexperiment [...] Dieses Buch liefert Pegida-Idioten nicht die geringste Munition […] Houellebecq fällt auf diesen Islamisierung-des-Abendlandes-Quatsch nicht herein […] Wodurch er mir zuwider ist, sind seine Sex-Szenen. Ansonsten liefert er ein Gedankenspiel, das muss möglich sein.«
Elke Heidenreich, MÜNCHNER ABENDZEITUNG

»[Der Roman erscheint vielen als] eine Vorwegnahme des terroristischen Überfalls und [...] ein Lockruf des Schreckens [...]. Dagegen ist der Autor so machtlos wie gegen alle anderen Konsequenzen, die seine Leser aus seinen Büchern ziehen. Und er darf aus dieser Machtlosigkeit nicht die Konsequenz ziehen, den Roman seinen Folgen zu opfern.«
Thomas Steinfeldt, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Das Buch, über das im Januar ganz Frankreich spricht und bald auch ganz Deutschland«
ZDF HEUTE JOURNAL

»Nichts für intellektuelle Feiglinge. [...] Da ist etwas im Busch, und dieses Gefühl der Auflösung, nicht nur der Individuen, sondern auch der Gesellschaft und der Politik, ein Grundmotiv Houellebecqs, verdichtet sich im Lauf der Erzählung derart, dass der Leser das Buch nicht aus der Hand legen mag. Auch wenn er sich weder mit der Hauptperson noch mit Houellebecq identifiziert.«
Gero von Randow, ZEIT ONLINE

»Ein phänomenales, genaues Porträt der französischen Gesellschaft, vor allem ihrer Medien und der politischen Klasse, deren Personal unfreiwillig und ungefragt in Nebenrollen auftritt, wobei der Autor vor herrlichen Überzeichnungen nicht zurückschreckt. Rücksichtslos beschreibt er in eher platten Sätzen die französischen Realitäten, Tabus, Albträume und Obsessionen. Es ist ein heilsames Buch – eine Komödie, von der vielleicht sogar eine Katharsis ausgehen kann.«
Jürg Altwegg, F.A.Z.

»Der Roman ist am Ende nur ein ziemlich ernst gemeinter Spass. Es wäre Unsinn, seinem Autor vorzuwerfen, den europäischen Rechtspopulismus, mit dessen Ängsten er sarkastisch spielt, noch zu schüren. Houellebecq - noch immer einer der begnadetsten Beobachter unserer Lebenslügen und Widersprüche - lässt sich nicht in die Karten gucken. Er schreibe [...] darüber, was die Leute so reden. Er sei eben das Produkt seiner Epoche.«
Iris Radisch, DIE ZEIT

»Kein Aufklärer hätte es besser sagen können.«
Martina Meister, CICERO

»Die Verführbarkeit zum Extremismus, das ist es, was Michel Houellebecqs Roman verhöhnt.«
Christopher Schmidt, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Die wahre Provokation seines Rom […] ist die von ihm visionierte freiwillige Selbstaufgabe einer Gesellschaft, die sich von der Tradition des Kampfes um die Werte der Freiheit verbschiedet hat.«
Georg Diez, DER SPIEGEL

»Houellebecq beschreibt nüchtern und lakonisch, oft sehr witzig - aber er bewertet nicht. Damit muss man als Leser erst einmal zurechtkkommen.«
Jochen Kürten, DEUTSCHE WELLE

»Hoeuellebecq ist auf dem Höhepunkt seines Schreibens angelangt.«
Wofgang Paterno, FORMAT

»Ein zu Recht hochgelobter Roman.«
Georg Hoffmann-Ostenhof, PROFIL

»Dieses Buch verhandelt anregend einige der zentralen Konflikte unserer Gegenwart.«
Denis Scheck, DER TAGESSPIEGEL

»Michel Houellebecqs Roman ›Unterwerfung‹ ist ein grandioser Roman, inhaltlich höchst relevant und literarisch einwandfrei konstruiert.«
Friederike Gösweiner, SPECTRUM/ DIE PRESSE

»Houellebecq hat mit diesem Roman zwar ein dystopisches, aber nur allzu wahrscheinliches Spiegelbild unserer Zukunft entworfen. Sein Zynismus ist dabei ein notwendiges Übel.«
FALTER

»Ich liebe seine grossen düsteren Entwürfe, diesen Mut zum Visionären. Und das Erzählen im kläglichen Kleinklein des Alltags. Begnadeter Erzähler, der auch wirklich was zu erzählen hat.«
Finn-Ole Heinrich, HAMBURGER MORGENPOST
Portrait
Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart, seine Bücher werden in über vierzig Ländern veröffentlicht. Auf Deutsch ist nahezu sein gesamtes Werk bei DuMont verlegt. Zuletzt erschienen der mit dem renommiertesten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnete Roman »Karte und Gebiet« (2011), der Gedichtband »Gestalt des letzten Ufers« (2014) sowie sein Roman »Unterwerfung« (2015).
Norma Cassau, geboren 1975, studierte Komparatistik und Osteuropastudien in Berlin und Kasan. Seit 2009 übersetzt sie Literatur aus dem Russischen und Französischen.
Bernd Wilczek war nach dem Studium mehrere Jahre Universitätslektor in Frankreich. Er übersetzte u. a. Maurice Blanchot, André Glucksmann sowie gemeinsam mit Norma Cassau Michel Houellebecqs Roman ›Unterwerfung‹
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 02.02.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-9795-7
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 218/146/28 mm
Gewicht 440
Originaltitel Soumission
Auflage 5. Auflage
Verkaufsrang 14.203
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
33 Bewertungen
Übersicht
11
11
7
3
1

Je suis Houellebecq
von einer Kundin/einem Kunden am 20.01.2015

François ist im Jahr 2022 Hochschullehrer für Literatur an der Sorbonne Nouevelle. Die Anstellung ist für den Literaturwissenschaftler wie geschaffen, denn hauptsächlich unterrichtet er nur mittwochs und seine restliche Zeit kann er seinen zwei größten Liebschaften widmen. Einerseits der Liebe zu Studentinnen, die er jährlich wechselt und andererseits der... François ist im Jahr 2022 Hochschullehrer für Literatur an der Sorbonne Nouevelle. Die Anstellung ist für den Literaturwissenschaftler wie geschaffen, denn hauptsächlich unterrichtet er nur mittwochs und seine restliche Zeit kann er seinen zwei größten Liebschaften widmen. Einerseits der Liebe zu Studentinnen, die er jährlich wechselt und andererseits der Liebe zur Literatur, insbesondere der Literatur von Joris-Karl Huysmans. Als die Präsidentschaftswahlen anstehen und einige Wahllokale überfallen werden, spitzt sich die Situation zu und François verlässt Paris. Auf das neue Werk des umstrittenen Provokateurs Michel Houellebecq einzugehen, ohne auch auf die feigen Anschläge auf Charlie Hebdo hinzuweisen, wäre fatal und in keinster Weise richtig. Houellebecqs Roman ist in Frankreich am selben Tag erschienen als auch die Anschläge passiert sind und dabei hat er einen persönlichen Freund, Bernard Maris verloren. Der wohl bedeutendste französische Gegenwartsliterat hat, bei der einzigen Lesung im deutschsprachigen Raum, per Livestream hab ich sie mir angesehen, die Vorwürfe das sein Roman islamophob sei, von sich gewiesen, sich allerdings im selben Atemzug gewünscht und beinahe bereut es nicht gewesen zu sein, denn dann hätte sich seine Botschaft vielleicht deutlicher herauskristallisiert. Grundsätzlich muss man festhalten, dass Literatur alles erzählen darf und soll. Hier eine Grenze zu ziehen was man dürfe, oder nicht wäre verhängnisvoll und würde eigentlich auf einen diktatorischen Machtmissbrauch hinweisen. Schlussendlich stellt sich für mich, als Leser dieses Romanes dann auch die Frage: „Wie hätte ich es gelesen, wenn es die Anschläge nicht gegeben hätte?“ Vielleicht wäre der Roman ganz anders interpretiert worden, vielleicht wären die zahlreichen Diskussionen anderes ausgefallen, und ich hätte Unterwerfung in ein fiktives Frankreich verbannt, aber so bekommt die Geschichte eine gehörige Portion Realismus, auf die einige Leser wahrscheinlich sehr verstörend und ängstlich reagieren werden. Die eigentliche Provokation oder Satire, abgesehen von der schweren Identitätskrise des Hauptprotagonisten, liegt für mich ganz klar in der überzeichneten Hochschulllehrerschaft und in der politischen Landschaft, hier hätte allerdings die Figur des Mohammed Ben Abbes etwas mehr Substanz oder Gewicht vertragen. Vielleicht klingt zwischen den Zeilen auch ein wenig Gesellschaftskritik mit, aber das ist nun mal das Los einer guten dystopischen Erzählung. Sicher ist, dass man noch viel mehr in diesen Roman interpretieren wird, als uns allen lieb ist. So bleibt der abgehalfterte und deprimierte Hochschullehrer im Fokus des Lesers, der zwischen Angst, Einsamkeit von guten und schlechten Sex pendelt. Unterwerfung ist der erste Roman von Houellebecq den ich gelesen habe, und wird bestimmt nicht der Letzte gewesen sein.

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8 0
Unterwerfung
von einer Kundin/einem Kunden am 29.01.2015

Frankreich hat im Jahr 2022 einen gemäßigten islamischen Präsidenten gewählt, um eine rechtextreme Präsidentin des Front National zu verhindern. Nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen kehrt gespannte Ruhe im Land ein. Das Alltagsleben verändert sich sichtbar, Frauen ziehen sich aus Beruf und der Öffentlichkeit immer mehr zurück, Juden verlassen das Land... Frankreich hat im Jahr 2022 einen gemäßigten islamischen Präsidenten gewählt, um eine rechtextreme Präsidentin des Front National zu verhindern. Nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen kehrt gespannte Ruhe im Land ein. Das Alltagsleben verändert sich sichtbar, Frauen ziehen sich aus Beruf und der Öffentlichkeit immer mehr zurück, Juden verlassen das Land für immer. Der französische Skandalautor Michel Houellebecq entwirft ein überzeichnetes Bild der sanften Islamisierung von Politik und Gesellschaft eines europäischen Landes. Die Hauptfigur Francois, ein misanthroper, zynischer Literaturprofessor in seinen 40ern, ist der eigenen Existenz überdrüssig. Umnebelt von Alkohol, ambitionslos und narzisstisch verstört verkehrt er seit jeher im saturierten akademischen Milieu von Paris, dessen orientierungslose Unverbindlichkeit für ihn das Sinnbild einer dekadenten westlichen Gesellschaft darstellt. Die Unterwerfung zu den Bedingungen der neuen politischen Machthaber erfolgt ohne großes Aufsehen, an Geld mangelt es nicht. Auch der Hauptprotagonist kehrt, nachdem er von der neuen Universitätsführung in die vergoldete Frühpension geschickt wurde, doch wieder an die Universität zurück. Ein üppig dotierter Posten, verbunden mit vielen weitern Annehmlichkeiten, lässt ihn zum Islam überzutreten. Das Buch ist eine gelungene soziale Satire, es tadelt weniger die Religion und die Kultur des Islam, als vielmehr die Gleichgültigkeit und Mutlosigkeit einer indifferenten, orientierungslosen westlichen Gesellschaft.

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3 0
Fiktion oder schon Realität?
von Nils Janning am 15.02.2015

Handelt es sich wirklich um Fiktion? Um eine düstere Zukunftsvision, die Houellebecq hier schildert? Die letztendliche Unterwerfung in diesem Roman geschieht mehr oder weniger freiwillig, weil die Presse schon lange schweigt zu den Verbrechen oder auch dem moralischen Fehlverhalten der Moslems in Frankreich - so erzählt der Autor -... Handelt es sich wirklich um Fiktion? Um eine düstere Zukunftsvision, die Houellebecq hier schildert? Die letztendliche Unterwerfung in diesem Roman geschieht mehr oder weniger freiwillig, weil die Presse schon lange schweigt zu den Verbrechen oder auch dem moralischen Fehlverhalten der Moslems in Frankreich - so erzählt der Autor - und der Deutsche Leser hat ein augenfälliges Déjà-vu. Wenn man doch nichts ändern kann, warum sich dann nicht unterwerfen? Würde man sich auflehnen, würde man ohnehin von den Moslems (es geht nicht nur um Islamisten, es geht um Moslems in Frankreich) ermordert oder durch die veröffentlichte Meinung um seine Existenz gebracht. Und so schlecht ist die Unverwerfung unter den Islam ja dann doch nicht, weiss auch Houellebecq zu erzählen: eine Frau im Alter von ca. 40 für die Küche, eine weitere (15 järhige) für den Sex, eine dritte oder vierte in Reserve, je nach gesellschaftlicher Stellung. Wiedereinführung des Patriarchats, Emanzipation war gestern. Migräne? Na und? Frauen haben dem Mann jeder Zeit zu willen zu sein. Und last but not least sind auch die Migranten-Banden von den Straßen verschwunden. Die Islamisierung der westlichen Wertegemeinschaft hat also viele positive Seiten (für Moslems und solche, die es werden wollen), wenn man sich den Erkenntnissen von Houellebecqs Hauptfigur anschließen will. Allerdings solle man sich klar machen, dass der Author ein klassischer verweichlichter Europäer ist, der seiner Haupfigur ebenfalls die Rolle des klassischen, femininisierten, europäischen Weicheis zugedacht hat. Deshalb sind auch Gedanken an Selbstmord, nie aber an Selbstverteidigung allgegenwärtig. Nie kommt die Hauptfigur auf die Idee, sich gegen die Islamisierung zu wehren oder gar andere zu suchen, die ebenfalls nicht einverstanden sind. Es herrscht kollektives Schweigen und schließlich folgt kollektive Konvertierung zum Islam, damit das Leiden ein Ende hat - zu feige sogar zum Selbstmord - zur Verteidigung der eigenen Kultur und der ehemals eigenen Werte sowieso. Die Geschichte ist realistisch erzählt aber wohl auf Grund von Angst vor islamistischem Terror extrem relativiert. Wer es wirklich wissen will und an Stelle von weichgespültem Gejammere Klartext bevorzugt, dem sei Akif Pirinccis (gebürtiger Türke und deshalb sicher kein Rechtsextremist) "Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer" nahegelegt. Der Autor redet Klartext über den Islam, die Islamisierung und die Moslems. Das vom Akif Pirincci beschriebene Szenario spielt in Deutschland und ist die bittere Realität. Sie geht über Houellebecqs französisches Szenario leider deutlich hinaus, wie der Terror der jüngsten Zeit eindrucksvoll beweist. Houellebecq schreibt über Terror und Attentate, die nicht verhindert werden, über die die Presse nicht mehr berichtet und die auf politischer Ebene gewollt oder geduldet werden. Und in Deutschland? Am 15.02.2015 wurde der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen islamistischer Terrorgefahr verboten, in Dänemark verübt am gleichen Tag ein "gebürtiger Däne" namens Omar Abdel Hamid el-Hussein einen islamistischen Terroranschlag mit mehreren Toten. Eine Pediga-Demonstration wurde wegen islamistischer Terrorgefahr verboten und etliche, folgende Demonstrationen wegen angeblichem Polizeinotstand ebenfalls. Europa kapituliert längst vor der Islamisierung und alle diejenigen, die sich dagegen auch nur zu äußern versuchen, werden von den Gutmenschen sogleich als "Nazischweine" verunglimpft (Zitat Cem Özdemir auf Facebook - natürlich selbst Moslem und bei dieser radikalen Wortwahl vermutlich radikaler Islamist). Und so ist davon auszugehen, dass sowohl Houellebecq als auch Akif Pirincci wohl Recht behalten werden und wir das in aller kürzester Zeit zu spüren bekommen und live erleben werden. Jeder einzelne von uns... Der Zug ist abgefahren, wir alle wissen es. Michel Houellebecq und Akif Pirincci wissen zumindest aus der drohenden Katastrophe noch Kapital zu schlagen. Lesen Sie diese deren Bücher, damit Sie anschließend sehenden Auges den Untergang des Abendlandes erleben können!

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