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"Wir wollten ein anderes Land"

Eine Familiengeschichte aus der DDR

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Friedfertig sollte es sein, das andere Land, gerecht, allen Menschen die gleichen Chancen bieten. Es sollte anders sein als Nazideutschland, anders als die Adenauersche Bundesrepublik – und irgendwann auch anders als die real existierende DDR. Und doch hatten Brunhilde und Helmut Hanke mit aller Kraft für die sozialistische Alternative auf deutschem Boden gekämpft. Sie war mit 31 Jahren bereits Oberbürgermeisterin von Potsdam, er Professor für Kulturwissenschaften. Sie bauten den Staat mit auf, trugen das System, profitierten – und frassen ihre wachsende Verzweiflung über die Zersetzung der sozialistischen Idee in sich hinein. Nur Bärbel, die Tochter, wollte die Widersprüche nicht aushalten, sie rebellierte und plante, aus der DDR zu fl iehen. Ein Verrat setzte dem Vorhaben ein Ende. Stasi, Verhaftung, Repressionen. Eine Zerreissprobe für die sozialistische Musterfamilie Hanke. Doch nicht die Familie zerbrach, sondern die Menschen: Helmut Hanke wurde krank, Brunhilde Hanke gab nach 23 Jahren das Amt der Oberbürgermeisterin ab. Und Tochter Bärbel stellte nach dem Mauerfall fest, dass ihr früherer Ehemann jahrelang über sie an die Stasi berichtet hatte.
Uwe-Karsten Heye und Bärbel Dalichow, geborene Hanke, erzählen aus der Perspektive des Chronisten und der engagierten Zeitzeugin eine zum Nachdenken anregende Geschichte dreier Menschen, die Aufbau und Scheitern der DDR erfahrbar macht und damit weit über den Einzelfall hinausweist.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 250, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.10.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783426429730
Verlag Droemer eBook
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von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 14.11.2014

Pünktlich zum 25. Jubiläum des Mauerfalls habe ich diese Familiengeschichte begonnen und bin begeistert. Das Buch liest sich sehr flüssig und durch den Wechsel der Erzählperspektiven zwischen Uwe-Karsten Heye und Bärbel Dalichow, der Tochter von Brunhilde und Helmut Hanke erhält es eine besondere Spannung. Anschaulich wird zunächst der Lebensweg... Pünktlich zum 25. Jubiläum des Mauerfalls habe ich diese Familiengeschichte begonnen und bin begeistert. Das Buch liest sich sehr flüssig und durch den Wechsel der Erzählperspektiven zwischen Uwe-Karsten Heye und Bärbel Dalichow, der Tochter von Brunhilde und Helmut Hanke erhält es eine besondere Spannung. Anschaulich wird zunächst der Lebensweg der Hankes beschrieben, die beide aus ärmlichen Verhältnissen kommen und geprägt sind von den Schrecken des Naziregimes, dessen Ende sie in ihrer Kindheit erlebten. Der Traum von einem anderen Leben sollte sich für sie im Sozialismus erfüllen, der Staat DDR bot ihnen Zugang zu Bildung und Privilegien. Ausführlich geschildert wird die Lebensgeschichte von Brunhilde Hanke, die viele Jahre lang Oberbürgermeisterin von Potsdam war und die ihren Einsatz für den Sozialismus und ihre fast naive Begeisterung für Stalin jahrelang über ihr Familienleben gestellt hat, worunter wohl besonders ihre älteste Tochter Bärbel gelitten hat. Bärbels Kindheit ist geprägt von ihrem Status als Prominentenkind genauso wie von dem Gefühl, abgeschoben und vernachlässigt zu werden. Auch wenn es eher die Geschichte der Frauen und Mütter war, die ich beim Lesen begleiten durfte hat mich das Schicksal der Hankes sehr beeindruckt und meinen Blick auf die Ereignisse rund um das Ende der DDR und den Fall der Mauer verändert. Sollte ich einmal nach Potsdam kommen werde ich sicher die noch erhaltenen Häuser mit anderen Augen ansehen und das, was Brunhilde Hanke geleistet hat, zu würdigen wissen. Auch Bärbels Schicksal und die Auswirkungen der Bespitzelung durch die Stasi-Mitarbeiter, die bis in die Gegenwart andauern, hat mich sehr beeindruckt, ebenso wie das Leiden von Helmut Hanke, der das Ende seines Traumes von einem anderen Land mit einer schweren psychischen Erkrankung bezahlen musste.

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