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BuchhändlerInnen im Portrait

Navi
aus der Buchhandlung in Zürich

Gesamte Empfehlungen 48 (ansehen)


Abteilung:
Belletristik
Funktion:
Buchhändlerin
Lieblingsautoren:
Oscar Wilde, STEPHEN KING, Yoko Ogawa, Keigo Higashino, Jack Ketchum, Hiromi Kawakami
Im Beruf seit:
seit Mai 2014 wieder im Buchhandel
Das beste Buch aller Zeiten:
Ein Held seiner Zeit - Dezso Kosztolányi

Meine Empfehlungen

Unglaubwürdige Figuren und fernab jeglicher Spannung... einfach schlecht

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 10.03.2017

"FÜRCHTET EURE OPFER ..."
verkünden rote Letter auf dem Buchrücken.

Meine Meinung dazu?

"FÜRCHTET DIESES BUCH ..."
...denn es ist an Langeweile kaum zu überbieten...

"Meinungen sind wie Arschlöcher, jeder besitzt sowas."

In der Gewerbeschule lernen die Buchhändler, zumindest in der Schweiz, wie man eine Geschichte zusammenfasst. Eine wahre Herausforderung war, die Geschichte "Das Bettelweib von Locarno" in 5 Sätzen zu schildern. In der Taschenbuchausgabe von Stephen King's Schwarz wurden seine Werke in zwei Sätzen zusammengefasst. Hochachtung!
Ich versuche dies nun hier auch umzusetzen. Nicht nur in diesem Beitrag sondern künftig. Denn mich nerven Rezensionen, die mit einer ausgeschmückten Zusammenfassung beginnen. Für etwas stellen uns ja die Verlage schliesslich Klappentexte zur Verfügung, nicht?

Also, Zusammenfassung von Teil 1 - Opfer:
Eine Familie macht Urlaub und wird in ihrem Ferienhäuschen von zwei brutalen Sadisten, den Fanelli-Brüdern, überfallen und gefoltert.

Zusammenfassung von Teil 2 - Rache:
Die selbe Familie hat sich mehr oder weniger von den Vorfällen am Crescent Lake erholt und wird erneut heimgesucht, diesmal von der Schwester und dem Vater von den beiden Fanellis, die Rache geschworen haben.

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?

Nein.
Von der von mir gelobten Spannung und Glaubwürdigkeit des ersten Bandes ist hier nichts mehr übrig. Dafür habe ich beim ersten Band von "teilweise ein paar Längen" geschrieben, hier ist das ganze Buch eine einzige Länge.

Bei Trilogien heisst es doch gemeinhin, dass der zweite Teil immer "kompletter Mist" ist. Sollte Jeff Menapace hier den Versuch gestartet haben wollen, diese Aussage zu bekräftigen, so ist ihm dies gelungen.

Dass die Geschichte mit der Bewältigung der Geschehnisse am Crescent Lake beginnt, ist ja noch nachvollziehbar. Jedoch will das Blabla um die Lamberts einfach kein Ende nehmen. Die Beziehung von Amy und Patrick wird analysiert und ausgeschlachtet, als lese man einen Roman von Picoult. Nur, dass Picoult's Bücher bisher immer wunderbar zu lesen waren.
Frühzeitig werden Monica und deren Vater erwähnt. Dieser ist auch der Vater der Fanelli-Brüder und Monica deren Schwester. So haben wir also Vater und Tochter, die auf Rache sinnen.
Beide Charaktere sind, genauso wie die Lamberts, einfach unglaubwürdig und lächerlich. Die Lamberts werden hie und da ein bisschen gequält und wenn man dann 129 Seiten hinter sich gelassen hat, gibt es endlich mal einen Toten zu verzeichnen. Nichts weiter passiert. Die ganze Spannung liegt auf Seite 261 versteckt, als Patrick eine Präsentation halten sollte, die dann aber manipuliert worden ist. Ohooo. Man kämpft sich weiter durch - überfliegt die Seiten irgendwann nur noch und auf Seite 374 trifft Monica dann ENDLICH auf Amy, aber? Genau, nichts passiert - ausser ein bisschen Erpressung. Auf Seite 410 beginnt dann der Showdown, der diesen Namen gar nicht verdient hat. Denn auch was da in diesem Haus auf den Leser wartet ist Langeweile und ein bisschen Tod.
Bei einem Buch von "HEYNE HARDCORE" erwarte ich auch "HARDCORE".

Das Spiel - Rache
von Jeff Menapace
(9)
eBook
Fr. 10.90

"Funny Games" ein bisschen anders - aber gelungen!

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 30.12.2016

Auf der Rückseite des Buches steht in grossen und roten Lettern "FUNNY GAMES" zu lesen. Und genau daran erinnert der Inhalt des Buches.
Eine Familie bestehend aus Vater, Mutter und Sohn fahren in ihr Ferienhäuschen am See und werden von zwei jungen Gentlemen in ein sadistisches Spiel um Leben und Tod verwickelt. So der Plot des Films. So auch der Plot des Buches von Jeff Menapace - nur dass hier der Schluss ein wenig anders ist -_^

Empfehle ich dieses Buch? Wieso?
Ja. Wer gerne Thriller liest kommt hier auf seine Kosten. Mir wurde das Buch von einem Bekannten empfohlen, der jedoch in Sachen Gewalt und Brutalität übertrieben hatte. Meiner Meinung nach ist es dezent brutal. Zwei Eltern werden ein bisschen gefoltert und ein Rentnerehepaar wird erschlagen. Auf einen Mann wird gefühlte 800x mit dem Messer eingestochen. Dies alles geschieht im letzten Drittel des Buches.
Am Anfang begleiten wir die Familie Familie auf ihrer Fahrt zum Crescent Lake, wo sie meinen von einem Auto verfolgt zu werden. Mit dem Fahrer machen sie dann an einer Tankstelle Bekanntschaft. Während dem Familienvater Patrik Lambert der Typ etwas merkwürdig aber dann doch harmlos erscheint, ahnt der Leser, dass wir "Arty" nicht zum letzten Mal gesehen haben - und so soll es dann sein.
Von Anfang an packend erzählt mit glaubwürdigen Figuren, die man mehr oder weniger ins Herz schliesst - besonders die beiden Brüder Arty und Jim -_^
Auch sprachlich ist es überraschend gut und hat nur teilweise ein paar Längen.

Parallelen zu anderen Büchern/Filmen
Caleb, der kleine Sohn, erinnert an Gage in King's Friedhof der Kuscheltiere und man wünscht sich ein paar Mal einen LKW herbei...
Tochter Carrie erinnert an Annie Creed aus King's Friedhof der Kuscheltiere, ist sie doch genauso störrisch und anstelle der Katze Church nennt sie eine Puppe ihr ein und alles.
Dass die Idee höchstwahrscheinlich auf FUNNY GAMES zurück zuführen ist, habe ich ja bereits erwähnt. Sogar den Hund hat er mit eingebaut, nur dass dieser nicht geköpft wird.
Gen Ende von Kapitel 4 ziehen die beiden Brüder in Erwägung, ihrem Opfer Zunge und Ohren abzuschneiden, dies zu konservieren und eine Halskette daraus zu fertigen. Und wer denkt hier nicht an Dolph Lundgren in Universal Soldier ? "Er kann sie nicht mehr hören." Merksatz an mich: auch wieder Mal schauen.
Der Anfang von Kapitel 17, in dem beschrieben wird, dass die Arty und Jim alles, was sie je an "Spielen gespielt" haben und sich dann daran ergötzen erinnert unweigerlich an Motel aka Vacancy.
Menapace erwähnt zudem Klassiker wie, Friday the 13th, Der Elefantenmensch und auch William March's The bad Seed (genial, als Buch wie auch als Film).

Opfer / Spiel-Trilogie Bd.1
von Jeff Menapace
(18)
Buch (Taschenbuch)
Fr. 14.90

Einfach wunderbar! Ein echter Pageturner!

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 27.12.2016

Die Story beginnt in Briefform. Man erfährt, dass die Schreiberin wohl bald tot sein wird...

Auch hier gilt wieder, das Suspense-Genre lebt durch die Dummheit der Protagonisten.

Ein makabres Psychospiel, das sich leicht und schnell lesen lässt. Gegen Ende des Buches kommt die erwartete Wendung und ein Ende, das man sich so nicht gewünscht hat...

Während du stirbst
von Tammy Cohen
(20)
Buch (Klappenbroschur)
Fr. 14.90

Spannung pur! Lesen Sie dieses Werk während eines Fluges ^_^

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 27.12.2016

Wenn man den Film kennt und das Buch liest, fällt einem auf, dass die Dialoge 1:1 übernommen worden sind. Es scheint, als lese man das Drehbuch zum Film.

Langoliers spielt zu 80% im Inneren einer B767 der fiktiven Fluggesellschaft American Pride. King spielt wunderbar mit dem beklemmenden Gefühl, nahezu alleine in einem Flugzeug aufzuwachen. Er zeichnet (mal wieder) wunderbar authentische Charaktere, wie man sie selbst schon (zu) oft auf Flügen gesehen (und sich eventuell über sie aufgeregt) hat.
Auch zeigt er erstmals (zumindest für mich) ein neues Bild von Zeitreisen. Eine leere Vergangenheit, in welcher die Zeitwächter genannt Langoliers herrschen und alle faulen Menschen verspeisen, wie das von Craig Toomy wunderbar erklärt wird.
Eine fantastische Reise durch einen Riss in der Zeit. Mit auf dem Flug sympathische und weniger sympathische Menschen. Spannung und Gruselfaktor sind garantiert!
Eine wunderbare Story, die man sich auf dem nächsten Langstreckenflug zu Gemüte führen sollte, hat man dies nicht bereis getan - oder besser nicht... Ich denke, wir sollten auf solchen Flügen doch besser schlafen - zumindest wenn wir diesem, von King gezeichneten, Szenario Glauben schenken -_^

Langoliers
von Stephen King
(5)
Buch (Taschenbuch)
Fr. 14.90

Der schlechteste Laymon aller Zeiten

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 27.12.2016

"Das Ufer" heisst im Original "Der See", was zugegeben auch nicht viel treffender ist. Wie in nahezu jedem Buch Laymon's kommt ein See vor, dieser spielt jedoch keine zentrale Rolle. Da hätte man auch "Die Spur" "Das Ufer" oder "Der See" nennen können. Eher noch das Ufer, weil da mehr von einem Ufer die Rede war als in "Das Ufer". Ebenso gut hätte man dieses Buch hier auch "Der Kakao" nennen können, weil Deanna in einem Kapitel einen Kakao trinken geht.
Der See wird in einem Backflash Leigh's kurz erwähnt und dient als Kulisse für den Showdown, der hier auch eher mässig ist. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dieses Buch stammt nicht aus der Feder Richard Laymons.

Die Figuren sind allesamt unglaubwürdig. Die Story ist langatmig und will nicht voran kommen. Der Prolog erscheint absolut abstrus und hat mit dem Rest des Buches, etwa so viel gemeinsam, wie das einmalige Auftauchen der Kannibalen.
Ich gebe zu, dass ich die Seiten ab etwas über 100 Seiten nur noch überflogen habe. Wenn man auf Seite 428 einsteigt, passt das recht gut. Man verpasst nicht viel, ausser viel Blabla und erfährt gleich eine Rückblende und was es mit Mace und den Paynes auf sich hat.

Das Ufer
von Richard Laymon
(4)
Buch (Taschenbuch)
Fr. 14.90

Langatmig und zu fantastisch...

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 27.12.2016

Mein erstes Buch von Stephen King's Sohn Joe Hill. Ich hatte mir zwei seiner Bücher gekauft und da es auf Weihnachten zuging, war Christmasland die erste Wahl. Erinnert Ihr Euch an den Kreuzritter in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug? Der, während der eine Typ elendiglich krepiert, in sachlichem Ton sagt "Seine Wahl war schlecht". Wäre eben jener Kreuzritter hier, würde er das gleiche sagen, denn meine Wahl war ebenso schlecht.

Das Buch beginnt mit einem wunderbaren Anfang und zwei Erzählsträngen, die eine wunderbare Spannung aufbauen. Gegen Mitte verliert es sich jedoch in unnötigem Füllblabla und schafft es nicht, die anfängliche Spannung wieder aufzubauen.
Hätte Joe Hill sich auf die Grundidee konzentriert und die rund 300 Seiten Füllmaterial weggelassen, wäre aus Christmasland wohl eine Art Weihnachtsklassiker geworden. Schade drum.
Dennoch! Ich freue mich auf "Blind" von ihm.

Christmasland
von Joe Hill
(12)
Buch (Taschenbuch)
Fr. 17.90

Flach und ohne Spannungsbogen

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 27.09.2016

Zu viele Rückblenden zu den beiden Vorgängern. In nahezu jedem Kapitel werden die Begebenheiten von damals wieder aufgerollt. Dies ist wundervoll, wenn man die beiden Vorgänger nicht gelesen hat, aber langweilig wenn man sie kennt. Eine Rückblende pro Ereignis hätte auch gereicht.

Das Thema Telekinese hatten wir bei King jetzt wirklich oft genug. Und hier wird es etwas zu fantastisch behandelt. Inklusive dem Thema Körperwanderung. Dieses führt dazu, dass man anfangs leicht verwirrt ist, weil z.B. von Brady anstelle von Babineau die Rede ist.

Man liest 250 Seiten und nichts ist passiert. Man muss sich zwingen, weiter zu lesen. Die Story hat keinen Höhepunkt. Nichts passiert. Auch King's Zynismus ist kaum wahrnehmbar. Der Spannungsbogen ist von der ersten Seite her bei Null und kommt nur sporadisch mal etwas in Gang. Richtig spannend wird es nie. Nicht mal beim Showdown.

Im letzten Teil HEADS AND SKINS geht es endlich zur Sache. Aber nur für ein paar wenige Seiten und fällt die Story wieder zurück in die Langeweile.

Dem Buch fehlt auch jegliche Tiefe. Es ist einfach da. Punkt.

Positiv war, dass die Firma Sharp Cereals auch im Jahr 2016 noch existiert -_^ Wer sie nicht kennt, sie wird in "Cujo" erwähnt.

Mind Control / Bill Hodges Bd.3
von Stephen King
(22)
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 33.90

Rasant und packend und äusserst tragisch

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 27.08.2016

Mein erstes Buch von Chevy Stevens, wird nicht das letzte sein. Wow!
450 spannungsgeladene und tragische Seiten, die man gar nicht schnell genug gelesen haben kann, weil man wissen will, wie es weiter geht.
Drei vom Schicksal übel gezeichnete Schwester, die von einer Tragödie in die nächste schlittern - bis zum bitteren Ende.
Die Charaktere sind derart lebensnah, dass man mit ihnen mitfühlt und hofft. Sie beschreibt die Umgebungen nur kurz und dennoch hat man lebendige Bilder von Farmen, weiten Feldern, alten Pick-Ups, etc, wie in einem Film vor Augen.

Auf einem Ego-Rachefeldzug beschliesst Crystal, die mittlere der drei Schwestern, an den Ort ihrer finsteren Vergangenheit zurück zukehren und zu beenden, was sie damals nicht hatten beenden können. Und hier kommen wir dazu, gäbe es die Dummheit der Protagonisten nicht, würde das Horror- und Thriller-Genre nicht existieren... -_^

Es wäre ein Fehler, Chevy Stevens nicht zu lesen.

Those Girls – Was dich nicht tötet
von Chevy Stevens
(21)
eBook
Fr. 11.50

Genial! (Wie von ihm gewohn)

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 27.08.2016

Das vierte Buch vom japanischen Krimiautoren Keigo Higashino, das ins Deutsche übersetzt worden ist. Das vierte Buch, das ich von ihm gelesen habe. Das vierte Meisterwerk!
Spannend, verzwickt und intelligent verstrickt.

Es macht den Anschein, dass es Autoren gibt, von denen jedes Buch genial geschrieben ist. Einer davon ist sicherlich Keigo Higashino.

Ich habe ihn getötet
von Keigo Higashino
(3)
Buch (Paperback)
Fr. 19.90

Eine wunderbare Geschichte, passend zu Halloween ^_^

Navi aus der Buchhandlung in Zürich , am 16.08.2016

Bereits der Anfang des Buches ist wunderbar geschildert. Ein Haus neben dem Friedhof, wo Bodennebel aufzieht. Nacht. Eine alte Dame, die nach ihrer Katze sucht. Unheimliche Geräusche... Ein Mörder, der sich herumtreibt...
Die Hauptfigur ist Eric, der Sohn einer alleinerziehenden Mutter Cynthia, die gerade eine Beziehung mit dem hiesigen Polizisten Sam Wyatt angefangen, diese aber vor ihrem Sohn verheimlicht hat. Dieser ist alles andere als begeistert und möchte, dass seine Mutter wieder mit seinem Vater zusammen kommt...
Dann bekommt jeder Teenager und ein paar der Lehrkräfte eine Einladung zur Halloweenparty im Sherwood-Haus. Es zieht sich hin, bis endlich etwas passiert - wie bei Laymon so üblich.
Für Horrorfans ist die Geschichte absehbar. Für andere steckt sie wohl voller Überraschungen.
Eine nette Unterhaltung für zwischendurch, mit erstaunlich wenig Blut und noch weniger Gliedmassen, was für Laymon doch recht untypisch ist.
Wie so oft bei Lamyon haben wir auch hier zu viele Personen, zu viele Nebenhandlungen und zu viel Blabla.
Wieso steckt Eric's Vater in einem Gorilla-Kostüm?
Meiner Meinung nach hat Laymon den Schluss versaut, weshalb die Gesamtwertung bei drei Sternen bleibt. Da hätte man wahrlich mehr draus machen können...

Das Haus
von Richard Laymon
(10)
Buch (Taschenbuch)
Fr. 14.90

 
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