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Helen Meier

Helen Meier, geboren am 17. April 1929 in Mels SG, begann als ausgebildete Primarlehrerin 1984 mit Trockenwiese literarisch zu publizieren und veröffentlichte bis 2006 im Zürcher Ammann Verlag zehn Erzählbände und Romane, mit denen sie zu einer der angesehensten Autorinnen der Schweiz avancierte. Zuletzt erschienen: Kleine Beweise der Freundschaft (Xanthippe, 2014), Agonie des Schmetterlings (Xanthippe, 2015) und das von Charles Linsmayer herausgegebene und mit einer Helen-Meier-Biografie versehene Lesebuch Übung im Torkeln entlang des Falls (Huber, 2017)

Verena Monkewitz, in Zürich geboren und aufgewachsen, erhielt Zeichenunterricht bei E.O. Kern, Jean Louis Bertrand und Vittorio Speich. Ausbildung zur Trickfilmzeichnerin. Arbeitet seit Jahren als freischaffende Illustratorin und Malerin (Werbung, Kinderbilderbücher, Zeitschriftenillustrationen). Stellte verschiedentlich aus und verarbeitete Impressionen von Reisen nach Irland, Schottland und Frankreich (zusammen mit Nicolas Monkewitz, Fotograf). Lebt und arbeitet in Zürich und in der Normandie.
Der weisse Vogel, der Hut und die Prinzessin von Helen Meier

Zuletzt erschienen

Der weisse Vogel, der Hut und die Prinzessin

Der weisse Vogel, der Hut und die Prinzessin

Buch (Gebundene Ausgabe)

ab Fr.31.90

Märchen von Helen Meier? Von der Autorin jener bitterbösen Geschichten, deren unbarmherzig-brutaler Blick auf die Geschlechterverhältnisse vielleicht erst in Zeiten von #MeToo aktuell geworden ist? Das müssen schaurige Blaubart-Texte sein, denkt man, und tatsächlich: Eines der 23 Märchen, «Mondnacht», stellt dar, wie ein Modell in einem surreal-märchenhaften Ambiente einen frauenverachtenden Künstler gnadenlos zur Strecke bringt. Sonst aber überraschen die Geschichten mit ihrer überbordenden Phantasie, ihrer bunten Farbigkeit, ihrem Figurenreichtum, ihrem Tiefsinn und nicht zuletzt mit ihren fast schon lieblich zu nennenden sprachlichen Ausdrucksmitteln.
Da schreibt eine 25-jährige Melser Primarlehrerin, 30 Jahre bevor sie mit Trockenwiese erstmals literarisch an die Öffentlichkeit tritt, zunächst wohl für ihre Schulkinder, bald aber viel eher für Erwachsene und zuletzt gar nicht mehr jugendfrei über Prinzessinnen, Nixen, Drachen, Zauberer, verliebte Knaben und unglücklich Liebende. Sie schreibt aber auch über die Nacht, eine Mauer, einen verzauberten Hut – und steht 65 Jahre später als 90-Jährige erstaunt vor diesen Texten, die noch ganz den Schmelz des Beginns, des ersten Abtastens eines Talents vermitteln, bei näherem Hinsehen aber schon jene Abgründe erahnen lassen, die später das Radikale, Kompromisslose ihres Schreibens untermauern werden.
Charles Linsmayer hat die Märchen in Helen Meiers Vorlass entdeckt, sie mit der Autorin zusammen redigiert und publiziert sie nun erstmals anlässlich des 90. Geburtstags der Autorin am 17. April 2019. Verena Monkewitz variiert und veranschaulicht die Themen und Motive der Märchen auf eine eigene, künstlerische Weise

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