Meine Filiale
Autorenbild von Otto E. Plettenbacher

Otto E. Plettenbacher

Dr. Otto E. Plettenbacher, geboren am 31. 8. 1925 in Waidhofen an der Ybbs, studierte nach der amerikanischen Kriegsgefangenschaft, in der er als Leichtmatrose im Südatlantik geriet, Geschichte, Philosophie und Psychologie. Von 1969 bis 1989 war er als Gymnasialprofessor in Wien tätig. Beim Besuch von Gustinus Ambrosis letzter Ausstellung lernte er 1951 den Bildhauer kennen. 1978 gründete Plettenbacher die Gustinus Ambrosi-Gesellschaft, als deren Präsident er bis heute wirkt. Er baute mit Unterstützung von Berta Ambrosi ein umfangreiches Archiv über Leben und Werk des Künstlers auf, aus dessen reichen Beständen die vorliegende Publikation entstand.

Gustinus Ambrosi. Monographie von Otto E. Plettenbacher

Neuerscheinung

Gustinus Ambrosi. Monographie
  • Gustinus Ambrosi. Monographie
  • (0)

Gustinus Ambrosi (1893–1975) war ein überaus produktiver und vielbeschäftigter Bildhauer und Lyriker. Seit seinem siebenten Lebensjahr gehörlos, widmete er all sein Schaffen seiner Kunst und erlangte wegen seiner ausdrucksstarken Skulpturen und Porträts vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts grosse Beachtung und Anerkennung. Allen politischen und persönlichen Umbrüchen und Herausforderungen trotzend, schuf er mehr als 2.000 bildhauerische Werke. Im Porträtregister findet man unter Ambrosis 650 Büsten so gut wie alle herausragenden Persönlichkeiten des frühes 20. Jahrhunderts aus Kunst, Kultur und Politik, darunter Gerhart Hauptmann, Stefan Zweig, Rainer Maria Rilke, August Strindberg, Romain Rolland, Otto Wagner, Raoul Aslan, Karl Renner, Julius Raab, Adolf Schärf, Leopold Figl und Ludwig Boltzmann.
Besonders aufschlussreich für die Analyse seines Schaffens und des Ansehens in seiner Zeit ist Ambrosis schriftlicher Nachlass: Tagebücher, Textfragmente und Skizzen, aber vor allem seine Korrespondenz mit Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Wirtschaft. Alfons Walde und Stefan Zweig waren ebenso seine Briefpartner wie Rudolf Kirchschläger oder Vertreter der Familie Swarovski. Der intensive schriftliche Austausch war für den gehörlosen Künstler von grosser Bedeutung, war er ihm doch der einzige sprachliche Zugang zu seiner Umwelt.
1988 vertraute Ambrosis Witwe, Berta Ambrosi, diese umfangreiche Hinterlassenschaft der 1978 gegründeten Gustinus Ambrosi-Gesellschaft an. Deren Gründer und Präsident Otto E. Plettenbacher legt nun auf Basis bisher unbekannten Quellenmaterials eine umfassende Monografie Gustinus Ambrosis vor. In systematischer Aufarbeitung des Gustinus-Ambrosi-Archivs werden Leben und Werk des oft umstrittenen Bildhauers untersucht. Das Ergebnis sind interessante, detaillierte Informationen zu künstlerischer Entwicklung und Werdegang, dem Überleben in politisch unruhigen Zeiten, dem Umgang mit Machthabern und Ideologien sowie dem fokussierten Drängen Ambrosis, sich mit der eigenen Kunst über Wasser halten zu können.
Zahlreiche Bildzeugnisse geben Einblick in das nahezu in Vergessenheit geratene Oeuvre, das in Ambrosis letzten Lebensjahrzehnten durch neue Strömungen in der Bildhauerei aus dem Zentrum der Beachtung gedrängt wurde.

Gustinus Ambrosi schuf insgesamt mehr als 2000 bildhauerische Werke und porträtierte 650 Persönlichkeiten seiner Zeit. Als Gehörloser kommunizierte der Künstler ausschliesslich schriftlich und bewahrte seine Korrespondenzen und Aufzeichnungen in einem umfangreichen Nachlass.
Der Gründer und Präsident der Gustinus Ambrosi-Gesellschaft legt nun eine umfassende Dokumentation des künstlerischen Werdegangs Ambrosis vor. Prägende Etappen seines Schaffens und die Schwierigkeit, als Künstler in politisch unruhigen Zeiten zu überleben, werden in aufschlussreichen Essays erläutert und mit umfassendem Bildmaterial unterlegt.

Ähnliche Autor*innen

Alles von Otto E. Plettenbacher