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Reinhard Scheerer

Dr. Reinhard Scheerer war zunächst als Dozent für neuere Kirchengeschichte an der Freien Universität Norddeutschland in Seevetal bei Hamburg, dann als Professor für Theologie und Philosophie am Nile Theological College in Khartum/Sudan tätig. Seit 1972 arbeitete er im West-Berliner Regionalausschuss der Christlichen Friedenskonferenz mit, seit den 1980er Jahren als deren Sprecher. Seit 1988 beteiligte er sich auch an der internationalen Arbeit; bei der VI. Allchristlichen Friedensversammlung wurde er in deren Ausschuss zur Fortsetzung der Arbeit kooptiert. Von 1993 bis 1995 moderierte er drei Tagungen der Europäischen Kontinentalvereinigung der CFK zur Geschichte der CFK.

Ex oriente pax von Reinhard Scheerer

Neuerscheinung

Ex oriente pax
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Gegenstand dieser auf drei Bände angelegten Arbeit ist die Christliche Friedenskonferenz (CFK), die 1958 in Prag gegründet wurde. In diesem ersten Band geht es um die Hoffnung der Kommunisten, die Christen möchten vor der Kraft des Atheismus kapitulieren, und um die Hoffnung von Christen, die Kommunisten möchten von ihrem vermeintlich wissenschaftlichen Atheismus lassen - jeweils im Ergebis ihres gemeinsamen Friedenskampfes. Da geht es um die Appelle Linus Paulings und Albert Schweitzers, auf Atombombenexplosionen zu Versuchszwecken zu verzichten und atomar abzurüsten - und um die Haltung der Evangelischen Kirche in Deutschland zu den Bemühungen der christdemokratisch geführten Bundesregierung um Wiederbewaffnung und Ausrüstung der Bundeswehr mit atomaren Waffen. Da geht es um die die Gründung der CFK vorbereitenden Konferenzen tschechoslowakischer Kirchenarbeiter 1957 in Modra und in Prag, um das "Experiment" CFK, das meint die drei christlichen Friedenskonferenzen 1958, 1959 und 1960 - und um die theologischen Positionen Josef L. Hromádkas, der als der geistige und geistliche Vater der CFK zu gelten hat. Vor allem ihm (aber auch Männern und Frauen wie Emil Fuchs, Hans-Joachim Iwand, Renate Riemeck, Werner Schmauch und Richard K. Ullmann) ist es zu danken, dass der Christlichen Friedenskonferenz stets klar war, dass diese Welt nicht aus Engeln und Teufeln, sondern aus Menschen besteht; dass wir, wo es um Gut und Böse, um Recht und Unrecht, um Leben und Tod geht, alle auf derselben Seite stehen; und dass wir nicht in Sicherheit voreinander, sondern nur im Frieden miteinander eine Zukunft haben. Die Erinnerung daran scheint um so dringlicher, als die Fragen, die die CFK Ende der 1950er Jahre auf den Plan riefen, noch immer aktuell sind. Da ist der kalte Krieg, der unter dem Namen hybrid warfare den Systemgegensatz überdauert hat; da sind die Massenvernichtungsmittel und die mit ihnen gegebene Möglichkeit, alles Leben auf dieser Erde auszulöschen; und da ist der ungebrochene Anspruch der traditionell sich als christlich verstehenden Völker, die Welt nach ihrem Bild zu formen und ihren Interessen dienstbar zu machen.

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