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Stefan Laurin

Stefan Laurin ist gebürtiger Gelsenkirchener, wuchs in Gladbeck und Frankfurt am Main auf, wohnt in Bochum und arbeitet als freier Journalist unter anderem für „Die Welt“, „Die Welt am Sonntag“, die „Jüdische Allgemeine“ und die „Jungle World“. Nebenbei ist er Herausgeber des Blogs „Ruhrbarone“. Über die Entwicklung des Ruhrgebiets schreibt er seit 1996. Im Jahre 2019 erschien im Verlag Henselowsky Boschmann sein Buch „Versemmelt. Das Ruhrgebiet ist am Ende“.

"Beten Sie für uns!" von Stefan Laurin

Neuerscheinung

"Beten Sie für uns!"
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Aus dem Vorwort: „It’s The End Of The World As We Know It“ war einer der grossen Hits der Band R.E.M. Das Stück aus den 1980er Jahren hat das Zeug, zur kommenden Hymne der SPD im Ruhrgebiet zu werden, denn auch dort ist die Welt nicht mehr so, wie die Sozialdemokraten sie einmal kannten.
Wer über vierzig ist, der wird sich sicher an eine Zeit erinnern, als die SPD eine Bundestagswahl gewann und als sie mit Gerhard Schröder den Kanzler stellte. Damals waren Nordrhein-Westfalen und vor allem das Ruhrgebiet SPD-Hochburgen. Damals konnten sich ganze Generationen nicht mehr daran erinnern, dass es Ministerpräsidenten oder Oberbürgermeister gegeben hatte, die nicht das rote Parteibuch besassen. Die Sozialdemokraten waren im Ruhrgebiet nicht eine, sie waren die Partei. Oft wurden in den Räten ihre Fraktionen nicht als SPD-, sondern als „Mehrheitsfraktion“ bezeichnet. – Opposition? Klar, die gab es auch. Aber angesichts der grossen roten Elefanten wirkte sie wie ein kleines Mäuslein, possierlich anzusehen, manchmal auch pfiffig und flink, aber doch machtlos.
Vorbei?
Heute hat die Krise der SPD existenzielle Ausmasse erreicht. Bei der Europawahl 2019 kam lediglich sie noch auf 15,8 Prozent; in Städten wie Dortmund und Bochum waren die Grünen stärker als die SPD. In bundesweiten Umfragen liegen die Sozialdemokraten stabil auf Platz vier hinter CDU/CSU, Grünen und AfD und in NRW auf dem dritten Platz hinter CDU und Grünen. Im Jahre 2017 empfanden viele Sozialdemokraten die 31,2 Prozent für ihre Partei in NRW als Schmach. Seitdem hat die SPD in Nordrhein-Westfalen jeden dritten Wähler verloren. Heute würde nur noch jeder Fünfte sein Kreuz bei der einstigen Dauerregierungspartei machen. [...]

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