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Mittagsstunde

Roman. Ausgezeichnet mit dem Rheingau Literaturpreis 2019


Endlich - der neue Roman von Dörte Hansen!

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Grossmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Grossvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die grossen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen liess? Mit grosser Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

Rezension
"Dörte Hansens neuer Roman ist ein literarisches Ereignis, ihre Leserinnen und Leser werden zu Recht begeistert sein." SPIEGELonline, Stephan Lohr
Portrait
Hansen, Dörte
Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt »Altes Land« wurde 2015 zum »Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels« gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman »Mittagsstunde« ist im Herbst 2018 erschienen und wird von Lesern und Kritik gefeiert. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 15.10.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-328-60003-9
Verlag Penguin Verlag
Maße (L/B/H) 22.1/14.2/3.2 cm
Gewicht 526 g
Verkaufsrang 9537
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

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Nur der Wind bleibt gleich
von Manfred Fürst aus Kirchbichl am 06.08.2019

Nordfriesland, wie das Land, so die Leut. Hansen richtet unerbittlich ihr Brennglas ein halbes Jahrhundert auf Dorf, Stadt und Land und Leut. Dass sich das Landleben geändert hat und ändert: Landflucht, technischer Fortschritt, vermeintlich Moderne und „back tot he roots“ ist allen Lesern geläufig, aber das WIE, wie es von Hanse... Nordfriesland, wie das Land, so die Leut. Hansen richtet unerbittlich ihr Brennglas ein halbes Jahrhundert auf Dorf, Stadt und Land und Leut. Dass sich das Landleben geändert hat und ändert: Landflucht, technischer Fortschritt, vermeintlich Moderne und „back tot he roots“ ist allen Lesern geläufig, aber das WIE, wie es von Hansen in Wortform gegossen wird ist herausragend. Hansen seziert das Dorf, die Gesellschaft, die Menschen im Stile einer peniblen Gerichtsmedizinerin unbarmherzig und schonungslos, während andere Augen, Nase und Mund verschließen. Keine Spur von Sentimentalität oder nostalgisch romantische Verklärung, fast schmerzt die unfassbare Direktheit. Man hätte vielleicht einen verklärten Rückblick erwartet, aber nichts von dem. In jede Wunde wird nicht einen Finger gesteckt, sondern zwei. Fossilien fürs nächste JT. Ich liebe Ingwer, getrocknet als Tee, nicht pur, sondern mit grünem Darjeeling. Ingwer hat etwas von mir - ich bin auch ein Fensterputzerfan. Wenn man Hansen heißt, dann muss man solche Bücher schreiben. Wie Thomas Bernhard. Meinen nächsten Urlaub mache ich in Nordfriesland. „The Times They Are A-Changin' „, der neue Header. Elegie und Melancholie bis zum geht nicht mehr. Hansen schildert den Pflegealltag von Ingwer bei Ella und Sönke. Der Leser erschrickt wie treffend und pointiert die Realität beschrieben wird. Jeder Richter müsste Verständnis für einen Pfleger haben, wenn dieser „durchdreht“ – er muss ja nicht gleich zum Killer werden. Ingwer (48 Jahre) sinniert während der Ganzkörperpflege von Sönke über sein Leben: Zweieinhalb Jahre in einer Dreier-WG mit Claudius und Ragnhild (50, rat gebende Kämpferin oder herrschende Göttin - sucht’s euch aus). Drei verlorene Seelen - fossilisiert. Ein Fressen für Psychologiestudenten, eine nichtteilnehmende Beobachtung mit „open end.“ Das „Platt“ hat die zweite Lautverschiebung nicht mitgemacht, die Gesellschaft hat sich verändert, der Wind ist immer noch der gleich, ein literarisches Meisterwerk.

Mittagsstunde
von einer Kundin/einem Kunden aus Kriens am 31.07.2019

Die Autorin, Dörnte Hansen verfügt über eine unglaublich treffende, wundervolle Sprache. Die Geschichte und der Wandel eines Dorfes in Norddeutschland wird so lebendig und spannend beschrieben, dass ich hoffte, das Buch würde nie enden.

Ein starker Roman
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 26.07.2019

Dörte Hansen Debütroman „Altes Land“ hat mich schon begeistert. Nun nimmt sie den Leser mit in eine Zeit, die fast ausgestorben ist und dennoch immer noch spürbar. Die pointiert eingestreuten, plattdeutschen Sätze, geben den Roman eine ehrliche und humorvolle Note. Ich habe mich in Brinkebüll ausgesprochen wohl gefühlt. Außerdem... Dörte Hansen Debütroman „Altes Land“ hat mich schon begeistert. Nun nimmt sie den Leser mit in eine Zeit, die fast ausgestorben ist und dennoch immer noch spürbar. Die pointiert eingestreuten, plattdeutschen Sätze, geben den Roman eine ehrliche und humorvolle Note. Ich habe mich in Brinkebüll ausgesprochen wohl gefühlt. Außerdem erinnerte ich vieles aus meiner eigenen ländlichen Kindheit, die ich zwar nicht in Friesland verbrachte und auch ca. 20 Jahre später, doch ich gab es damals den Dorfladen, die Fleischerei und die nicht betonierten Bauernhöfe. Alles längst nicht mehr da. Die sorgsame Entwicklung der Charaktere ist der Autorin ganz fabelhaft gelungen. Die Geschichte wechselt zwischen dem Jetzt und dem Damals ohne das man als Leser den faden verliert. Man wird eingemeindet als ein Teil dieser Dorfgemeinschaft. Mir hat das Lesen sehr viel Freude bereitet und nach dem letzten Satz kam Wehmut auf. Ich wäre gerne noch geblieben. Oder es mit Heidi Brühl zu sagen: „Wir wollen niemals auseinandergehen...“