Karl der Fünfte, Kaiser des Römischen Reiches und König von Spanien verlangt im Jahre 1529 einen Bericht über seine neu Provinz Neuspanien, über Geschichte, Traditionen, Sitten und Gebräuche dieses Landes. Der Kaiser und sein Hofstaat sind hingerissen und gebannt, wenn daraus vorgelesen wird. Fray Don Juan de Zumárraga, Erster Bischof von Mexico, hat den Befehl seines Kaisers befolgt. Er lässt einen Azteken berichten - und ist entsetzt über das, was er zu hören bekommt und was er dem Kaiser vermelden mu´.
Spannender ist die Eroberung Mexicos durch die Spanier wohl nie beschrieben worden. Aus der Sicht des Azteken Mixtli schildert Jennings die Zeit vor der Ankunft der Spanier und danach, und er spart dabei nicht an Grausamkeiten. Genau die sind es aber, die diesen Roman so außergewöhnlich machen, denn ob nun der vermeintliche Wille der Aztekengötter oder des Christengottes - die Menschen haben sich damals unsägliches Leid zugefügt. Ich habe über der Lektüre bittere Tränen vergossen - und viel gelernt.
Fesselnd und historisch perfekt, aber unnötig grausam
lady_st.germain am 14.01.2021
Bewertungsnummer: 566342
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Der Autor Gary Jennings schildert in diesem Roman Aufstieg, Blüte und Untergang des Aztekenreiches. Sein Ich-Erzähler Mixtli steht als Berater, Krieger und Adliger der jeweiligen Herrscher des Aztekenreiches stets im Brennpunkt des Geschehens. Hierbei erfährt der Leser unglaublich viel über die Mythen, Religionen sowie das Regierungssystem der damaligen Zeit sowie über die Ankunft der spanischen Eroberer.
Dieses Buch strotzt vor einer Fülle historischer Details über das Leben der Azteken und beschwört ein eindringliches, authentisches Bild dieses Epoche herauf. Die Geschichte selbst ist fesselnd und spannend zu lesen, allerdings von einer nahezu unerträgliche Fülle an pornographischen Details und grausamen Begebenheiten.
So übergibt sich der Ich-Erzähler Mixtli einmal auf einer verstümmelten Frau, von der sich später herausstellt, dass sie eine einstige Geliebte und nahe Verwandte von ihm gewesen ist (aufgrund der vorher geschilderten Liebesbeziehung ging mir diese Szene persönlich sehr nahe.) Es kommen auch zahlreiche Opferungen vor, wie beispielsweise die Opferung der einzigen Tochter des Ich-Erzählers, die auf eine besonders blutrünstige Weise ihr Leben lässt.
Auch die pornographischen Details waren mir etwas zu zahlreich. Man hat als Leser den Eindruck, das Mixtli mit (fast) allem schläft, was in Mexico nicht schnell genug vor ihm davon kommt, so wie unter anderem auch mit der indianische Geliebte von Cortez mit Namen Malinche.
Ich bin sicher, dass dieses Buch vielen Lesern gefallen wird, da es historisch nahezu einmalig recherchiert ist und dabei sehr spannend zu lesen, daher bewerte ich es mit vier Sternen. Ich selbst werde es allerdings nicht ein zweites Mal lesen, da es mir teilweise zu abstoßend grausam war.