Wie wir werden, die wir sind

Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Geist, Gehirn und Erleben Gedächtnis und Erinnern Bindung Emotionen Repräsentationen: Verarbeitungsmodi und die Konstruktion der Realität Mentale Zustände: Kohäsion, subjektives Erleben und komplexe Systeme Selbstregulierung Interpersonale Verbundenheit Integration

Wie wir werden, die wir sind

Neurobiologische Grundlagen subjektiven Erlebens. Die Entwicklung des Menschen in Beziehungen

Buch (Taschenbuch)

Fr.69.90

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Was macht einen Menschen zu dem, der er ist? Seine Veranlagung? Oder sind es doch eher Umgebungsfaktoren wie Familie, Erziehung und Umfeld? Daniel J. Siegel überwindet dieses einengende Denken in Gegensätzen und präsentiert eine neue bahnbrechende Sicht der menschlichen Entwicklung. Er erforscht, welchen Einfluss zwischenmenschliche Beziehungen auf die Entstehung wichtiger Verbindungen im Gehirn haben und zeigt auf, durch welche Prozesse wir alle zu fühlenden, denkenden und erinnernden Individuen werden. „Weshalb können wir uns nicht daran erinnern, was wir im Alter von drei Jahren getan haben? Warum sind manche Kinder ungewöhnlich schüchtern? Welche biochemischen Auswirkungen haben Demütigungen, und inwiefern können sie sich auf das Gehirn von Kindern schädigend auswirken? Neue und einleuchtende Antworten auf diese Fragen ergeben sich aus Siegels Synthese neurobiologischer, psychologischer und kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse.“ – Publishers Weekly „Dieses grossartige Buch verknüpft die Erkenntnisse der Bindungsforschung mit fundiertem biologischen Wissen und erklärt somit die lebenslange Wirkung früher Erlebnisse.“ – Alicia F. Lieberman

Daniel J. Siegel, Medizinstudium an der Harvard University, Postgraduate-Studien an der UCLA in Kinderheilkunde, allgemeiner Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zur Zeit wirkt er als Associate Clinical Professor der Psychiatrie an der UCLA School of Medicine. Aufgrund seines integrativen entwicklungsorientierten Ansatzes wird er weltweit zu Vorträgen eingeladen.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.02.2006

Verlag

Junfermann

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

24.4/17/2.7 cm

Gewicht

726 g

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.02.2006

Verlag

Junfermann

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

24.4/17/2.7 cm

Gewicht

726 g

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

The developing mind

Übersetzer

Theo Kierdorf

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-87387-581-4

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"Der Entwicklung des Geistes werden rekursive Eigenschaften zugeschrieben. Dies bedeutet, dass das, was der Geist eines Menschen der Welt präsentiert, das Präsentierte verstärken kann. Eine typische Reaktion der Umwelt bzw. der Eltern auf den Verhaltens-Output eines Kindes kann folglich das betreffende Verhalten verstärken. Deshalb spielt das Kind bei der Gestaltung der Erlebnisse, an die sein Geist sich anpassen muss, eine wichtige Rolle. Somit verändert das Verhalten selbst den genetischen Ausdruck, der daraufhin neues Verhalten erzeugt. Letztendlich basieren also Veränderungen in der Organisation der Gehirnfunktion, der Regulierung der Emotionen und des Langzeitgedächtnisses auf Veränderungen der neuronalen Struktur. Diese strukturellen Veränderungen sind der Aktivierung oder Deaktivierung von Genen zuzuschreiben, die Informationen für die Proteinsynthese enkodieren. Erlebnisse, genetischer Ausdruck, mentale Aktivität, Verhalten und die permanenten Interaktionen mit der Umgebung (das Erleben) sind in einem Geflecht von Transaktionsprozessen eng miteinander verbunden. Insofern sind der rekursive Charakter der Entwicklung und die Art, auf die Natur und Kultur, Gene und Erleben zusammenwirken, eng verknüpfte Bestandteile ein und desselben Prozesses. Genetische Untersuchungen des Verhaltens gelangen häufig zu dem Resultat, dass fünfzig Prozent der gemessenen Persönlichkeitsmerkmale sich auf Vererbung zurückführen lassen; vom grössten Teil der übrigen fünfzig Prozent der Variabilität wird angenommen, dass sie auf nicht-gemeinsamen nonshared nicht-gemeinsame Umgebung, insofern das elterliche Verhalten nicht bei jedem Kind identisch ist. Die Rekursivität der geistigen Entwicklung verstärkt die anfänglichen individuellen Unterschiede und stellt die manchmal bestehende Auffassung, in ein und derselben Familie aufzuwachsen sei eine gemeinsame (statistisch identische) Erfahrung, in Frage. Dies erinnert uns daran, dass die Entwicklungsgeschichte jedes einzelnen Menschen ein unauflösbares Konglomerat dessen ist, wie die Umgebung, zufällige Ereignisse und das Temperament des betreffenden Menschen zur Entstehung von Erlebnissen beitragen, bei denen Anpassung und Lernen rekursiv die Entwicklung des Geistes formen. Die Bedeutung epigenetischer Faktoren - die Art, wie Erleben unmittelbar den Ausdruck der Gene beeinflusst - gelangt auch in Untersuchungen über den erblichen Aspekt bestimmter psychiatrischer Störungen, beispielsweise Schizophrenie, zum Ausdruck. Bei eineiigen Zwillingen, deren gesamte genetische Information identisch ist, besteht eine Übereinstimmung von unter fünfzig Prozent im Verhaltensausdruck der Krankheit. Dies bedeutet, dass viele Faktoren Einfluss darauf haben, wie ein Genotyp (ein genetisches Muster oder genetische Information) als Phänotyp (als genetische Transkriptionsfunktion, die zur Proteinsynthese und zur äusseren Manifestation in Form von körperlichen Eigenschaften oder Verhaltensmerkmalen führt) zum Ausdruck gelangt. Dem Gehirn eines kleinen Kindes liefert die soziale Welt die wichtigsten Erlebnisse, die den Ausdruck der Gene beeinflussen, wodurch determiniert wird, wie sich die Neuronen miteinander verbinden, um jene neuronalen Pfade zu schaffen, die geistige Aktivität ermöglichen. Da die Funktion der Pfade durch ihre Struktur bestimmt wird, verändern Abwandlungen im genetischen Ausdruck die Gehirnstruktur und formen den sich entwickelnden Geist. Und die Funktionsweise des Geistes - die auf neuronaler Aktivität basiert - verändert ihrerseits die physiologische Umgebung des Gehirns, was beinhaltet, dass auch sie den genetischen Ausdruck verändern kann. Dies ist deutlich an der Produktion der Kortikosteroide in Reaktion auf Stress zu erkennen, die sich unmittelbar auf die Funktion..."
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