Wie wollen wir leben?

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

8224

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.11.2013

Verlag

dtv

Seitenzahl

96

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

8224

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.11.2013

Verlag

dtv

Seitenzahl

96

Maße (L/B/H)

19/12.6/1.2 cm

Gewicht

115 g

Auflage

11. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-423-34801-0

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Wer nichts kaufen kann, ist wertlos

fritzcat am 01.05.2015

Bewertet: Buch (Kunststoff-Einband)

Die Kaufkraft ist der Motor der allgegenwärtigen kapitalistisch orientierten Ökonomie. Wer nichts kaufen kann, trägt nichts zum System-Erhalt bei und ist daher überflüssig. Anders ausgedrückt: Er besitzt keinen Wert, denn der Wert des Menschen wird in unserem Zeitalter des spätkapitalistischen Neoliberalismus nicht gemäß Artikel 1 und 2 der allg. Erkl. d. Menschenrechte definiert, sondern nach ökonomischen Prinzipien, was wiederum bedeutet: hoher Wert = Mensch mit hoher Kaufkraft, geringer Wert = Mensch mit wenig Kaufkraft, kein Wert = Mensch ohne Kaufkraft. Ebenso fundamental wichtig in der wachstumsorientierten Ökonomie sind Massenmärkte. Da Massenmärkte aber nicht von wenigen elitären Kaufkraft-Tycoons bedient werden können, müsste der Erhalt der Massen-Kaufkraft erklärtes Ziel kapitalistischer (und sozialdemokratischer) Orientierung sein. Warum also steigen die Arbeitslosenzahlen, sinken Löhne und Kaufkraft, wird dem Wirtschaftskreislauf immer mehr Kapital entzogen? Die Überbevölkerung ist nach Meinung der Eliten der Hauptgrund allen Übels, aller Mangelerscheinungen und rechtfertigt daher Hungersnöte und unzureichende Versorgung. Laut Untersuchungs-Ergebnissen der UNO könnte bei gegenwärtigem Stand der Agrartechnik die aktuelle Weltbevölkerung mit Leichtigkeit 1,5 mal ernährt werden. Würde Kapital in die Nahrungsmittel(verteilungs)wirtschaft investiert, gäbe es keinen Hunger, weniger Arbeitslose, höhere Löhne, höhere Kaufkraft, ausreichende Versorgung und – höhere Gewinne. Die hohe Bevölkerungszahl kann also nicht der Grund sein. Trotzdem diskutieren Neomalthusianer und Sozialdarwinisten (wie CNN-Gründer Ted Turner) ganz offen eine Reduktion der Gesamtbevölkerung und bezeichnen Hungersnöte unter den ärmsten Bevölkerungsschichten als natürlichen Selektionsprozess. Betrachtet man allerdings die Lebensweise von Menschen mit wenig oder keinem Vermögen, so zeigt sich, dass diese um das bis zu 100.000-Fache nachhaltiger leben als vermögende Menschen und außerdem ihren gesamten Verdienst wieder dem wirtschaftlichen Kreislauf zuführen. Würde man also einem soziobiologischen „Selektionsprozess“ zustimmen, müsste man nach den Gesetzen der Logik mit der Selektion bei den Menschen mit den größten Vermögen beginnen: eine Sichtweise, die – ungeachtet ihrer Richtigkeit - in der gegenwärtigen Diskussion um Kürzung von Sozialleistungen nicht einmal ansatzweise angedacht ist. Diese und ähnlich ungewohnte Betrachtungspositionen sind in gut verständlicher, sympathischer Sprache mit wenig Worten und Seiten (ca. 80) äußerst pragmatisch analysiert und schlüssig aufbereitet. Das alles in einem sprachlichen Kontext präsentiert, der alles andere als trocken ist. Beeindruckend! Bleibt im Gedächtnis, regt an.

Wer nichts kaufen kann, ist wertlos

fritzcat am 01.05.2015
Bewertet: Buch (Kunststoff-Einband)

Die Kaufkraft ist der Motor der allgegenwärtigen kapitalistisch orientierten Ökonomie. Wer nichts kaufen kann, trägt nichts zum System-Erhalt bei und ist daher überflüssig. Anders ausgedrückt: Er besitzt keinen Wert, denn der Wert des Menschen wird in unserem Zeitalter des spätkapitalistischen Neoliberalismus nicht gemäß Artikel 1 und 2 der allg. Erkl. d. Menschenrechte definiert, sondern nach ökonomischen Prinzipien, was wiederum bedeutet: hoher Wert = Mensch mit hoher Kaufkraft, geringer Wert = Mensch mit wenig Kaufkraft, kein Wert = Mensch ohne Kaufkraft. Ebenso fundamental wichtig in der wachstumsorientierten Ökonomie sind Massenmärkte. Da Massenmärkte aber nicht von wenigen elitären Kaufkraft-Tycoons bedient werden können, müsste der Erhalt der Massen-Kaufkraft erklärtes Ziel kapitalistischer (und sozialdemokratischer) Orientierung sein. Warum also steigen die Arbeitslosenzahlen, sinken Löhne und Kaufkraft, wird dem Wirtschaftskreislauf immer mehr Kapital entzogen? Die Überbevölkerung ist nach Meinung der Eliten der Hauptgrund allen Übels, aller Mangelerscheinungen und rechtfertigt daher Hungersnöte und unzureichende Versorgung. Laut Untersuchungs-Ergebnissen der UNO könnte bei gegenwärtigem Stand der Agrartechnik die aktuelle Weltbevölkerung mit Leichtigkeit 1,5 mal ernährt werden. Würde Kapital in die Nahrungsmittel(verteilungs)wirtschaft investiert, gäbe es keinen Hunger, weniger Arbeitslose, höhere Löhne, höhere Kaufkraft, ausreichende Versorgung und – höhere Gewinne. Die hohe Bevölkerungszahl kann also nicht der Grund sein. Trotzdem diskutieren Neomalthusianer und Sozialdarwinisten (wie CNN-Gründer Ted Turner) ganz offen eine Reduktion der Gesamtbevölkerung und bezeichnen Hungersnöte unter den ärmsten Bevölkerungsschichten als natürlichen Selektionsprozess. Betrachtet man allerdings die Lebensweise von Menschen mit wenig oder keinem Vermögen, so zeigt sich, dass diese um das bis zu 100.000-Fache nachhaltiger leben als vermögende Menschen und außerdem ihren gesamten Verdienst wieder dem wirtschaftlichen Kreislauf zuführen. Würde man also einem soziobiologischen „Selektionsprozess“ zustimmen, müsste man nach den Gesetzen der Logik mit der Selektion bei den Menschen mit den größten Vermögen beginnen: eine Sichtweise, die – ungeachtet ihrer Richtigkeit - in der gegenwärtigen Diskussion um Kürzung von Sozialleistungen nicht einmal ansatzweise angedacht ist. Diese und ähnlich ungewohnte Betrachtungspositionen sind in gut verständlicher, sympathischer Sprache mit wenig Worten und Seiten (ca. 80) äußerst pragmatisch analysiert und schlüssig aufbereitet. Das alles in einem sprachlichen Kontext präsentiert, der alles andere als trocken ist. Beeindruckend! Bleibt im Gedächtnis, regt an.

Lesen und versuchen Sie zu handeln!

Désirée Hasler aus Schönbühl am 11.11.2013

Bewertet: Buch (Kunststoff-Einband)

Dieses interessante Essay des Bestseller Autors Ilja Trojanow (Der Weltensammler) stellt in extremen Beispiel dar, dass mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung überflüssig sei. Die untere Mittelschicht, welche Arbeitslose bevölkert, die nichts zum Wirtschaftswachstum beitragen, "gehören nicht in unsere Welt". Er zeigt auf, wie wir mehr und mehr von Maschinen ersetzt werden. "Maschinen sind keine Konsumenten. Sie träumen während sie rechnen und rattern nicht von Pistazieneis oder High Heels". - So der Autor weiter. Und doch zeigt er sehr deutlich, wie unsere Gesellschaft ohne den Konsumdruck und Kaufrausch nicht mehr in einer Demokratie leben könnten! Lesen Sie diese spannende Streitschrift, urteilen Sie und versuchen SIe zu handeln!

Lesen und versuchen Sie zu handeln!

Désirée Hasler aus Schönbühl am 11.11.2013
Bewertet: Buch (Kunststoff-Einband)

Dieses interessante Essay des Bestseller Autors Ilja Trojanow (Der Weltensammler) stellt in extremen Beispiel dar, dass mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung überflüssig sei. Die untere Mittelschicht, welche Arbeitslose bevölkert, die nichts zum Wirtschaftswachstum beitragen, "gehören nicht in unsere Welt". Er zeigt auf, wie wir mehr und mehr von Maschinen ersetzt werden. "Maschinen sind keine Konsumenten. Sie träumen während sie rechnen und rattern nicht von Pistazieneis oder High Heels". - So der Autor weiter. Und doch zeigt er sehr deutlich, wie unsere Gesellschaft ohne den Konsumdruck und Kaufrausch nicht mehr in einer Demokratie leben könnten! Lesen Sie diese spannende Streitschrift, urteilen Sie und versuchen SIe zu handeln!

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Der überflüssige Mensch

von Ilija Trojanow

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