Denn es wird kein Morgen geben / Tessa Ravens Bd.2
Tessa Ravens Band 2

Denn es wird kein Morgen geben / Tessa Ravens Bd.2

Kriminalroman

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Beschreibung


Ein neuer Fall für die Hamburger Therapeutin Tessa Ravens.

Als der beliebte Feuerwehrmann Martin König verschwindet, wird Psychotherapeutin Tessa Ravens vom Kriseninterventionsteam gebeten, sich um die Frau des Vermissten zu kümmern. Schnell findet Tessa heraus, dass dahinter Explosives steckt: König verschwand nach einem heftigen Streit mit seiner Frau. Die hatte auf seinem PC Fotos der gemeinsamen Tochter gefunden. Fotos, die ein Vater nie von seiner Tochter machen sollte. Dann wird Martin König tot aufgefunden. Hauptkommissar Koster übernimmt die Ermittlungen, ohne zu wissen, dass auch Tessa in den Fall involviert ist. Seit ihrer kurzen Affäre vor über einem Jahr herrscht Funkstille zwischen den beiden. Nun müssen sie sich zusammenraufen, in einem Fall, der beide bis an ihre Grenzen bringt.

Angélique Mundt wurde 1966 in Hamburg geboren. Nach ihrem Studium der Psychologie arbeitete sie lange in der Psychiatrie, bevor sie sich 2005 als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis selbstständig machte. Sie arbeitete 12 Jahre ehrenamtlich im Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes, das Menschen bei potentiell traumatisierenden Ereignissen »Erste Hilfe für die Seele« leistet. Nach »Nacht ohne Angst«, »Denn es wird kein Morgen geben« und »Stille Wasser« ist »TRAUMA« ihr vierter Roman, der im btb Verlag erscheint. Angélique Mundt lebt in Hamburg.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.03.2015

Verlag

btb

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

18.8/12.1/2.8 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.03.2015

Verlag

btb

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

18.8/12.1/2.8 cm

Gewicht

293 g

Reihe

Psychotherapeutin Tessa Ravens ermittelt 2

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-74631-6

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So habe ich mir das vorgestellt

horrorbiene am 22.09.2016

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Beim ersten Band habe ich noch gedacht, die Geschichte mit dem Hintergrund hat viel Potential – und dann wurde sehr viel verschenkt. So habe ich moniert, dass es viele interessante Nebencharaktere gab, deren Potential nicht guntzt wurde. Auch wurden viele Patienten der Psychiatrie gezeigt, aber nicht näher vertieft, dabei hat die Autorin das Fachwissen dazu, um die Geschichte mit Hintergründen zu untermauern und dem ganzen mehr Tiefe und Atmosphäre zu verleihen. Es gab zwar noch das eine oder andere, was mir nicht gänzlich zusagte, aber ich versprach mir von der Fortsetzung viel, leider hat es dann noch mehr als ein Jahr gedauert, bis ich auf diese aufmerksam wurde. Und was soll ich sagen? So stelle ich mir ein Buch mit einer Psychotherapeutin als Hauptcharakter vor. Tessa schlittert wortwörtlich, denn das Buch spielt in einem eiskalten Dezember, in einen Fall mit ihrem KIT. Dass sich mehr dahinter versteckt, wird schnell deutlich und so ist auch bald der dem Leser bestens bekannte Hauptkommissar Torben Koster involviert. Aber, und da kommt schon der erste entscheidende Unterschied, Tessas berufliche Arbeit in ihrer eignen Praxis wird geschildert und dabei schafft es Frau Dr. Mundt ihr Fachwissen gekonnt in die Geschichte eines Nebencharakters zu integrieren um – genau so wie ich es mir vorgestellt habe – der Geschichte Atmosphäre und Tiefgang zu verleihen. Auch die weiteren Entwicklungen im Fall und in der Beziehung zwischen den Hauptcharakteren haben mir sehr gut gefallen. Zwar könnte man beim Finale noch eine Schippe Spannung drauflegen, aber dennoch war es sehr gut, denn ich habe nur einmal kurz mit dem Gedanken gespielt, dass diese eine Figur der Täter war und war sonst eher auf einem abwägigen Kurs mit meinen Schlüssen. So mag ich das! Auch im „Hamburg“-Aspekt könnte für den nächsten Band noch etwas zugelegt werden, aber da diese Reihe ja nicht als Regional-Krimis angelegt sind, ist das nicht weiter tragisch. Aber leider verstehe ich wieder einmal nicht, wieso Inhalt und Titel erneut nicht zueinander passen. Das muss wohl so sein bei Krimis. Doch das Cover ist diesmal wesentlich schöner als noch beim Vorgänger! Fazit: Ich bin wirklich froh, dass ich die Krimis von Angélique Mundt nicht aus den Augen verloren habe, obwohl der erste Band aufgrund verschenkten Potentials mich noch nicht gänzlich überzeugen konnte. In diesem Teil allerdings werden in einem Fall Patientenhintergründe fachlich aber nicht fachchinesisch erleutert und bereichern so die Haupthandlung, wie ich es mir bei einer Psychotherapeutin als Hauptcharakter (und Autorin) auch vorgestellt habe. Auf diesem Niveau wünsche ich mir noch viele weitere Teile um Tessa Ravens!

So habe ich mir das vorgestellt

horrorbiene am 22.09.2016
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Beim ersten Band habe ich noch gedacht, die Geschichte mit dem Hintergrund hat viel Potential – und dann wurde sehr viel verschenkt. So habe ich moniert, dass es viele interessante Nebencharaktere gab, deren Potential nicht guntzt wurde. Auch wurden viele Patienten der Psychiatrie gezeigt, aber nicht näher vertieft, dabei hat die Autorin das Fachwissen dazu, um die Geschichte mit Hintergründen zu untermauern und dem ganzen mehr Tiefe und Atmosphäre zu verleihen. Es gab zwar noch das eine oder andere, was mir nicht gänzlich zusagte, aber ich versprach mir von der Fortsetzung viel, leider hat es dann noch mehr als ein Jahr gedauert, bis ich auf diese aufmerksam wurde. Und was soll ich sagen? So stelle ich mir ein Buch mit einer Psychotherapeutin als Hauptcharakter vor. Tessa schlittert wortwörtlich, denn das Buch spielt in einem eiskalten Dezember, in einen Fall mit ihrem KIT. Dass sich mehr dahinter versteckt, wird schnell deutlich und so ist auch bald der dem Leser bestens bekannte Hauptkommissar Torben Koster involviert. Aber, und da kommt schon der erste entscheidende Unterschied, Tessas berufliche Arbeit in ihrer eignen Praxis wird geschildert und dabei schafft es Frau Dr. Mundt ihr Fachwissen gekonnt in die Geschichte eines Nebencharakters zu integrieren um – genau so wie ich es mir vorgestellt habe – der Geschichte Atmosphäre und Tiefgang zu verleihen. Auch die weiteren Entwicklungen im Fall und in der Beziehung zwischen den Hauptcharakteren haben mir sehr gut gefallen. Zwar könnte man beim Finale noch eine Schippe Spannung drauflegen, aber dennoch war es sehr gut, denn ich habe nur einmal kurz mit dem Gedanken gespielt, dass diese eine Figur der Täter war und war sonst eher auf einem abwägigen Kurs mit meinen Schlüssen. So mag ich das! Auch im „Hamburg“-Aspekt könnte für den nächsten Band noch etwas zugelegt werden, aber da diese Reihe ja nicht als Regional-Krimis angelegt sind, ist das nicht weiter tragisch. Aber leider verstehe ich wieder einmal nicht, wieso Inhalt und Titel erneut nicht zueinander passen. Das muss wohl so sein bei Krimis. Doch das Cover ist diesmal wesentlich schöner als noch beim Vorgänger! Fazit: Ich bin wirklich froh, dass ich die Krimis von Angélique Mundt nicht aus den Augen verloren habe, obwohl der erste Band aufgrund verschenkten Potentials mich noch nicht gänzlich überzeugen konnte. In diesem Teil allerdings werden in einem Fall Patientenhintergründe fachlich aber nicht fachchinesisch erleutert und bereichern so die Haupthandlung, wie ich es mir bei einer Psychotherapeutin als Hauptcharakter (und Autorin) auch vorgestellt habe. Auf diesem Niveau wünsche ich mir noch viele weitere Teile um Tessa Ravens!

Wird es für den Leser ein Morgen geben?

Mirjam Häger aus Völklingen am 05.08.2015

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Hamburgerin Angélique Mundt wurde 1966 geboren, studierte Psychologie und arbeitete lange Zeit in der Psychiatrie, ist seit 2005 als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis selbständig und arbeitet zudem ehrenamtlich für die Krisenintervention des Deutschen Roten Kreuz, die überlebenden Opfern und Angehörigen bei möglicherweise traumatisierenden Erlebnissen hilft. Im Jahre 2013 verfasste sie mit »Nacht ohne Angst« ihren ersten Kriminalroman. Hauptfigur war eine Dame namens Tessa Ravens - passenderweise eine Hamburger Psychotherapeutin vom Kriseninterventionsteam. Damit konnten die Leser direkt von vornherein davon ausgehen, dass da eine Autorin am Werk ist, die weiß, wovon sie spricht. In »Denn es wird kein Morgen geben« schickt Angélique Mundt ihre Protagonistin zum zweiten Mal auf literarische Reise. Das Buch wurde vom btb Verlag herausgegeben, ist rund 300 Seiten stark und kostet als Taschenbuch 9,99 Euro, als E-Book einen Euro weniger. Das Buch beginnt damit, dass eine Frau namens Elisabeth König ihren vierzigjährigen Ehemann Martin vermisst, einen allseits beliebten Feuerwehrmann und Rettungsassistenten. Tessa Ravens soll sich um die aufgelöste Frau kümmern, geht allerdings davon aus, dass sie nicht viel mehr tun können wird als sie zu beruhigen und nach Hause zu bringen, denn Martin ist erst seit einem Tag nicht mehr aufzufinden. Da ein Streit vorausging, wird anfangs davon ausgegangen, dass der Feuerwehrmann einfach nur vorübergehend verschwunden ist, um seine Nerven abzukühlen. Schnell zeigt sich jedoch, dass ein viel größeres Problem vorliegen dürfte: Martin König hat offenbar Fotos seiner kleinen Tochter Amelie aufgenommen. Fotos, die von keiner Fünfjährigen gemacht werden sollten, und von der eigenen Tochter schon gar nicht. Und wenig später wird alles noch viel dramatischer, denn König wird mit einem Einschussloch an der Schläfe aufgefunden. Die Ermittlungen im Fall des Mordes an Martin König werden von Hauptkommissar Torben Koster übernommen, der in Angélique Mundts erstem Roman bereits eine tragende Rolle gespielt hatte. Koster und Tessa Ravens hatten einst eine kurze Liaison, seit über einem Jahr haben sie jedoch nichts mehr voneinander gehört. Nun ist Koster, der inzwischen von seiner damaligen Ehefrau Jasmin getrennt ist, dazu gezwungen, mit Tessa an einem Strang zu ziehen, um den Fall aufzuklären. Und so viel kann man schon vorwegnehmen: Dass die beiden ihre gemeinsame Geschichte in den Griff bekommen, wird bitter nötig werden. Ebenfalls vorangestellt werden kann, dass der Roman nichts für diejenigen Leser sein dürfte, die auf ein besonders großes Spektakel und abgedehte Action Wert legen. Das Buch wird auf seinem Cover explizit als »Kriminalroman« bezeichnet und nicht als »(Psycho-) Thriller«, wie es seit der Jahrtausendwende bei so vielen Büchern Mode geworden ist, denen ein Verbrechen zugrunde liegt und die eine hohe psychologische Komponente in sich bergen. Stattdessen ist »Denn es wird kein Morgen geben« ein bewusst entschleunigtes Buch, das mit Bedacht erzählt wird und Wert auf Details legt. Das Erzähltempo ist niedrig gehalten, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass Angélique Mundt die Geschichte in lediglich sieben (sehr lange) Kapitel unterteilt hat. Am Spannungsfaktor ändern das Tempo und der Verzicht auf spritzendes Blut jedoch nichts - im Gegenteil, dieser ist stets auf hohem Niveau, und die eingestreuten Wendungen wirken umso besser dosiert und wirkungsvoller, die letztliche Auflösung des Falles umso überraschender. So gut der eigentliche Kriminalfall auch entschlüsselt wird, die größte Stärke der Autorin liegt in der menschlichen Komponente. Angélique Mundt hat starke Charaktere geschaffen, Figuren mit Ecken, Kanten und Vergangenheit, die äußerst glaubwürdig daherkommen und immer wieder den Eindruck erwecken, sie seien aus dem richtigen Leben herausgeschnitten worden. So entwickelt sich das Zusammenspiel zwischen Tessa Ravens und Torben Koster ähnlich fesselnd wie die Klärung des Falls. Angesichts ihrer gemeinsamen Vergangenheit und alledem, was seitdem geschehen ist, erlebt der Leser hier kein reibungsloses Zusammenspiel, sondern ein vorsichtiges Abklopfen, in dem die beiden immer wieder vor der inneren Zerrissenheit stehen, ihre Emotionen zugunsten der fachmännischen Arbeit zurückstehen zu lassen und die bewusst aufgebaute Distanz zu überwinden. Dabei werden selbst kleine Gesten bedeutungsschwanger, und man fühlt sich den Figuren näher und verbundener, als es schwere Schicksalsschläge vollbringen könnten, die in anderen Büchern den Protagonisten zu diesem Zwecke auf den Leib geschrieben werden. Die emotionale Kraft in den Worten Angélique Mundts zeigt sich wohlgemerkt nicht nur in der besonderen Spannung zwischen Tessa und Torben, sondern sie kommt immer dann zum Tragen, wenn sie Figuren miteinander interagieren lässt. Besonders deutlich wird es dann, wenn die Interaktion heikel ist, etwa dann, wenn die fünfjährige Amelie unmittelbar involviert wird. Mit »Denn es wird kein Morgen geben« hat es Angélique Mundt geschafft, einen Kriminalroman zu schreiben, der von der Vermisstenmeldung auf den ersten Seiten an unmittelbar zu fesseln weiß und der den Leser bis zum Ende gefangen hält, der mit leisen Tönen arbeitet, diese aber lautstark im Kopf des Lesers widerhallen lässt und der das Kunststück vollbringt, ein Interesse an den Figuren zu wecken, das weit über die Lösung des eigentlichen Falles hinausgeht. Deshalb kann das Buch uneingeschränkt empfohlen werden und es bleibt zu hoffen, dass Angélique Mundt in Zukunft noch häufiger nach Hamburg zu Tessa Ravens einladen wird.

Wird es für den Leser ein Morgen geben?

Mirjam Häger aus Völklingen am 05.08.2015
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Hamburgerin Angélique Mundt wurde 1966 geboren, studierte Psychologie und arbeitete lange Zeit in der Psychiatrie, ist seit 2005 als Psychotherapeutin mit einer eigenen Praxis selbständig und arbeitet zudem ehrenamtlich für die Krisenintervention des Deutschen Roten Kreuz, die überlebenden Opfern und Angehörigen bei möglicherweise traumatisierenden Erlebnissen hilft. Im Jahre 2013 verfasste sie mit »Nacht ohne Angst« ihren ersten Kriminalroman. Hauptfigur war eine Dame namens Tessa Ravens - passenderweise eine Hamburger Psychotherapeutin vom Kriseninterventionsteam. Damit konnten die Leser direkt von vornherein davon ausgehen, dass da eine Autorin am Werk ist, die weiß, wovon sie spricht. In »Denn es wird kein Morgen geben« schickt Angélique Mundt ihre Protagonistin zum zweiten Mal auf literarische Reise. Das Buch wurde vom btb Verlag herausgegeben, ist rund 300 Seiten stark und kostet als Taschenbuch 9,99 Euro, als E-Book einen Euro weniger. Das Buch beginnt damit, dass eine Frau namens Elisabeth König ihren vierzigjährigen Ehemann Martin vermisst, einen allseits beliebten Feuerwehrmann und Rettungsassistenten. Tessa Ravens soll sich um die aufgelöste Frau kümmern, geht allerdings davon aus, dass sie nicht viel mehr tun können wird als sie zu beruhigen und nach Hause zu bringen, denn Martin ist erst seit einem Tag nicht mehr aufzufinden. Da ein Streit vorausging, wird anfangs davon ausgegangen, dass der Feuerwehrmann einfach nur vorübergehend verschwunden ist, um seine Nerven abzukühlen. Schnell zeigt sich jedoch, dass ein viel größeres Problem vorliegen dürfte: Martin König hat offenbar Fotos seiner kleinen Tochter Amelie aufgenommen. Fotos, die von keiner Fünfjährigen gemacht werden sollten, und von der eigenen Tochter schon gar nicht. Und wenig später wird alles noch viel dramatischer, denn König wird mit einem Einschussloch an der Schläfe aufgefunden. Die Ermittlungen im Fall des Mordes an Martin König werden von Hauptkommissar Torben Koster übernommen, der in Angélique Mundts erstem Roman bereits eine tragende Rolle gespielt hatte. Koster und Tessa Ravens hatten einst eine kurze Liaison, seit über einem Jahr haben sie jedoch nichts mehr voneinander gehört. Nun ist Koster, der inzwischen von seiner damaligen Ehefrau Jasmin getrennt ist, dazu gezwungen, mit Tessa an einem Strang zu ziehen, um den Fall aufzuklären. Und so viel kann man schon vorwegnehmen: Dass die beiden ihre gemeinsame Geschichte in den Griff bekommen, wird bitter nötig werden. Ebenfalls vorangestellt werden kann, dass der Roman nichts für diejenigen Leser sein dürfte, die auf ein besonders großes Spektakel und abgedehte Action Wert legen. Das Buch wird auf seinem Cover explizit als »Kriminalroman« bezeichnet und nicht als »(Psycho-) Thriller«, wie es seit der Jahrtausendwende bei so vielen Büchern Mode geworden ist, denen ein Verbrechen zugrunde liegt und die eine hohe psychologische Komponente in sich bergen. Stattdessen ist »Denn es wird kein Morgen geben« ein bewusst entschleunigtes Buch, das mit Bedacht erzählt wird und Wert auf Details legt. Das Erzähltempo ist niedrig gehalten, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass Angélique Mundt die Geschichte in lediglich sieben (sehr lange) Kapitel unterteilt hat. Am Spannungsfaktor ändern das Tempo und der Verzicht auf spritzendes Blut jedoch nichts - im Gegenteil, dieser ist stets auf hohem Niveau, und die eingestreuten Wendungen wirken umso besser dosiert und wirkungsvoller, die letztliche Auflösung des Falles umso überraschender. So gut der eigentliche Kriminalfall auch entschlüsselt wird, die größte Stärke der Autorin liegt in der menschlichen Komponente. Angélique Mundt hat starke Charaktere geschaffen, Figuren mit Ecken, Kanten und Vergangenheit, die äußerst glaubwürdig daherkommen und immer wieder den Eindruck erwecken, sie seien aus dem richtigen Leben herausgeschnitten worden. So entwickelt sich das Zusammenspiel zwischen Tessa Ravens und Torben Koster ähnlich fesselnd wie die Klärung des Falls. Angesichts ihrer gemeinsamen Vergangenheit und alledem, was seitdem geschehen ist, erlebt der Leser hier kein reibungsloses Zusammenspiel, sondern ein vorsichtiges Abklopfen, in dem die beiden immer wieder vor der inneren Zerrissenheit stehen, ihre Emotionen zugunsten der fachmännischen Arbeit zurückstehen zu lassen und die bewusst aufgebaute Distanz zu überwinden. Dabei werden selbst kleine Gesten bedeutungsschwanger, und man fühlt sich den Figuren näher und verbundener, als es schwere Schicksalsschläge vollbringen könnten, die in anderen Büchern den Protagonisten zu diesem Zwecke auf den Leib geschrieben werden. Die emotionale Kraft in den Worten Angélique Mundts zeigt sich wohlgemerkt nicht nur in der besonderen Spannung zwischen Tessa und Torben, sondern sie kommt immer dann zum Tragen, wenn sie Figuren miteinander interagieren lässt. Besonders deutlich wird es dann, wenn die Interaktion heikel ist, etwa dann, wenn die fünfjährige Amelie unmittelbar involviert wird. Mit »Denn es wird kein Morgen geben« hat es Angélique Mundt geschafft, einen Kriminalroman zu schreiben, der von der Vermisstenmeldung auf den ersten Seiten an unmittelbar zu fesseln weiß und der den Leser bis zum Ende gefangen hält, der mit leisen Tönen arbeitet, diese aber lautstark im Kopf des Lesers widerhallen lässt und der das Kunststück vollbringt, ein Interesse an den Figuren zu wecken, das weit über die Lösung des eigentlichen Falles hinausgeht. Deshalb kann das Buch uneingeschränkt empfohlen werden und es bleibt zu hoffen, dass Angélique Mundt in Zukunft noch häufiger nach Hamburg zu Tessa Ravens einladen wird.

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