Dekonstruktion und Demokratisierung

Emanzipatorische Politiktheorie im Kontext der Postmoderne

Kieler Beiträge zur Politik und Sozialwissenschaft Band 15

Anja Rüdiger

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Beschreibung

Ein Dekonstruktivist sagt: "Ich rede von der Demokratie als von etwas Kommendem."l Doch die Rede soIl hier nicht von einer empirisch gestiitz­ ten Vorhersage oder einer normativen Utopie sein, sondern von der ethisch­ politischen Perspektive, die die Geste der Dekonstruktion offnet. Den Hori­ zont dieser Perspektive bildet die Demokratie, dessen Unerreichbarkeit in der politischen Praxis der Demokratisierung affirmiert wird. Dekonstruktion und Demokratisierung stehen dabei weder in einem parallelen noch einem additiven Verhiiltnis, auch wenn die Konjunktion "und" dies suggerieren mag. Es handelt sich um zwei offene, einander verschiebende Prozesse, deren Verschriinkung diese Studie darlegen mochte. Eine temporale Meta­ pher tragt dabei solange, wie sie nicht teleologisch miBverstanden wird: Die Demokratie ist die Zukunft der Dekonstruktion,2 wenn die Dekonstruktion die andere Gegenwart bleibt. Die Spur einer dekonstruktiven Bewegung hat sich lange schon, minde­ stens seit einem Jahrhundert, vergegenwartigt.3 An sie gekoppelt ist gleich­ wohl die Angst vor einem Nihilismus, der das emanzipatorische Verspre­ chen verneinen konnte. Als anti-moderne Reaktion, die sich schein bar nicht auf Zukiinftiges beziehen kann, wird die Dekonstruktion immer wieder als Zeitgeisterscheinung zuriickgewiesen. Doch phanomenologische Periodisie­ rungsversuche, die die Subversion moderner rationalistischer Essenzen wie Subjekt, Gesellschaft und Geschichte etwa als ideologischen Ausdruck der Entwicklung zum Spatkapitalismus oder auch als intellektuelle Konsequenz der politischen Aufbruchsstimmung der sechziger Jahre interpretieren wol- Friedrich Nietzsche, Menschliches. Allzumenschliches. Ein Buch for /reie Geister, Slimtli­ che Werke Bd. 3 (Stuttgart 1964),313. 2 Vgl. zu dieser Fonnulierung auch Simon Critchley, The Ethics a/Deconstruction. Derrida and Levinas (Oxford/Cambridge 1992), 241.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 31.01.1996
Verlag VS Verlag für Sozialwissenschaften
Seitenzahl 372
Maße (L/H) 21/14.8/2 cm
Gewicht 534 g
Auflage 1996
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8100-1710-9

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  • I Das Projekt der Artikulation von Marxismus und Poststrukturalismus.- I.1. Marxismuskritik als absolute Dekonstruktion: Hindess und Hirst.- 1. Einführung.- 2. Hindess/Hirsts Anti-Epistemologie.- 3. Zur Kritik des strukturalistischen Marxismus.- 4. Zur Kritik des Geschichtsbegriffes.- 5. Hindess/Hirsts poststrukturalistischer Subjektbegriff.- 6. Zu den Bedingungen politischer Praxis.- 7. Schlussbetrachtung: Hindess/Hirsts Dekonstruktion.- I.2. Dekonstruktion als politische Theorie: Michael Ryan.- 1. Einführung.- 1.1. Text und Praxis.- 2. Zur Dekonstruktion des Marxismus.- 3. Analoge Elemente von Marxismus und Dekonstruktion.- 4. Dekonstruktion als politische Theorie.- 5. Konzeptionen politischer Praxis.- 6. Schlussbetrachtung.- I.3. Konfliktualität, Tradition und Demokratie: Bowles und Gintis.- 1. Einftihrung.- 2. Zur Kritik von Marxismus und Liberalismus.- 3. Diskurstheoretische Gesellschaftsanalyse.- 4. Bowles/Gintis’ Demokratie- und Kapitalismusbegriff.- 5. Der historische Antagonismus von Demokratie und Kapitalismus.- 6. Postliberale Demokratie.- 7. Schlussbetrachtung.- I.4. Dekonstruktion und Hegemonisierung: Laclau und Mouffe.- 1. Einführung.- 1.1 Im Kontext der Postmoderne.- 1.2. Zum Begriff des Postmarxismus.- 1.3. Zur Methode der Genealogie.- 2. Dekonstruktion des Marxismus.- 2.1 Die ambige Tradition.- 2.2. Genealogie des Begriffs der Hegemonie.- 2.3. Marxismus und Essentialismus.- 3. Diskurstheorie.- 3.1. Jenseits von Rationalismus und Relativismus.- 4. Politisches Subjekt und gesellschaftliche Struktur.- 4.1. Jenseits von Individualismus und Institutionalismus.- 5. Tradition und Transformation.- 5.1. Kapitalistische Transformationen.- 5.2. Die demokratische Revolution.- 5.3. Zwischen Teleologie und Genealogie.- 6. Die radikale und plurale Demokratie.- 6.1. Jenseits von Liberalismus und Sozialismus.- 7. Das Artikulationsprojekt: Zum Verhältnis von theoretischer und historisch-politischer Analyse.- 8. Schlussbetrachtung.- II Nach Marx und Moderne: Möglichkeiten ethisch-politischer Konstruktionen.- II. 1. Postmarxismus zwischen Dekonstruktion und Konstruktion.- 1. Zusammenfassender Vergleich.- 2. Von hermeneutisch-pragmatischen zu poststrukturalistischen Ethikkonzeptionen.- II.2. Praxis als Ästhetik.- II.3. Essentialismus als Strategie.- II.4. Subjektivität als Ver-antwortung.- II.5. Die paradoxe Demokratie des Postmarxismus.- 1. Ethische Unentscheidbarkeit.- 2. Ver-antwortliche Hegemonie.- 3. Agonale Demokratie.- Schluss: Reartikulation des Demokratiebegriffes.